Erdkunde

Südpolarmeer: Strömung, Klima und Grenzen

Südpolarmeer: Strömung, Klima und Grenzen
Südpolarmeer: Strömung, Klima und Grenzen
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Das Südpolarmeer, auch Südlicher Ozean genannt, umgibt die Antarktis. Es wird häufig bei 60° südlicher Breite abgegrenzt. Seine Besonderheit ist der Antarktische Zirkumpolarstrom: Er fließt ohne Unterbrechung um den Kontinent und verbindet Wasser aus Atlantik, Indischem Ozean und Pazifik.

Auf dieser Seite untersuchst du, wie Grenze, Strömung, Klima und Ökosystem zusammenhängen. Außerdem lernst du, Aussagen über seine Benennung und seinen Schutz richtig einzuordnen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Wo liegt das Südpolarmeer?

Das Südpolarmeer liegt rund um die Antarktis. Nach einer häufig verwendeten kartografischen Abgrenzung umfasst es die Meeresgebiete südlich von 60° südlicher Breite. Nach Norden gehen diese Gewässer in Atlantik, Indischen Ozean und Pazifik über.

Definition

Breitengrad

Ein Breitengrad gibt an, wie weit ein Ort nördlich oder südlich des Äquators liegt. 60° S bedeutet 60 Grad südlicher Breite. Diese Linie ist eine festgelegte, auf jeder passenden Karte gleich verlaufende Grenze.

Der Antarktis-Vertrag verwendet 60° S ebenfalls als Grenze seines Geltungsbereichs. Dieser Bereich umfasst jedoch nicht nur das Meer, sondern auch den Kontinent, Inseln und Schelfeisflächen. Antarktis und Südpolarmeer sind deshalb nicht dasselbe.

Neben der festen 60°-Grenze gibt es eine natürliche Grenze: die antarktische Konvergenz. Dort treffen kalte südliche Wassermassen auf wärmeres Wasser aus dem Norden. Ihre Lage schwankt räumlich und jahreszeitlich ungefähr zwischen 40° und 60° südlicher Breite.

Merke

60° S ist eine festgelegte Linie. Die antarktische Konvergenz ist eine bewegliche natürliche Übergangszone.

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Frage 1 von 2LeichtWelche Aussage unterscheidet die beiden Grenzkonzepte richtig?
Lösung: Die 60°-Grenze ist festgelegt, während sich die antarktische Konvergenz verlagern kann. — Die feste Grenze eignet sich für Verträge und Karten. Die Konvergenz beschreibt dagegen einen veränderlichen Übergang zwischen Wassermassen.
Frage 2 von 2MittelEine Karte zeigt die Nordgrenze des Südpolarmeers als gleichmäßigen Kreis bei 60° S. Welche Grenze ist dargestellt?
Lösung: Die festgelegte kartografische Grenze — Ein Breitengrad bildet auf einer Polkarte eine feste Linie. Meereisgrenze und Konvergenz verändern dagegen ihre Lage.
Warum ist der Zirkumpolarstrom so wichtig?

Der Antarktische Zirkumpolarstrom, kurz ACC, fließt von Westen nach Osten um die gesamte Antarktis. Er ist ungefähr um 60° S zentriert, bildet aber ein breites und schwankendes Strömungsband. Seine Wirkung reicht von der Oberfläche bis zum Meeresboden.

Definition

Zirkumpolarstrom

Ein Zirkumpolarstrom ist eine Meeresströmung, die ein Polargebiet vollständig umfließt. Der ACC kann die Antarktis umrunden, ohne von einem Kontinent unterbrochen zu werden.

Der ACC nimmt Wasser aus Atlantik, Indischem Ozean und Pazifik auf und transportiert mehr Wasser als jede andere Meeresströmung. Er verbindet damit drei große Ozeanräume und hält zugleich die kalten südlichen Wassermassen weitgehend zusammen.

Beispiel

Stell dir ein Wasserteilchen im ACC vor:

  1. Es bewegt sich mit der Strömung nach Osten.
  2. Es wird nicht von einer Landmasse aufgehalten.
  3. Es kann die Antarktis vollständig umrunden.
  4. Dabei gelangt es durch den atlantischen, indischen und pazifischen Sektor des Südpolarmeers.

Der entscheidende Gedanke lautet: Der ACC verbindet die Ozeane, während er das kalte antarktische Wassersystem zugleich gegenüber wärmeren Wassermassen im Norden abgrenzt.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Der ACC fließt von um die Antarktis. Er wird nicht durch eine unterbrochen und verbindet Wasser aus .

Lösungen: Lücke 1: Westen nach Osten; Lücke 2: Landmasse; Lücke 3: drei großen Ozeanen. Der freie Wasserweg rund um die Antarktis ermöglicht eine geschlossene Strömung von Westen nach Osten. Atlantik, Indischer Ozean und Pazifik sind daran beteiligt.
Wie beeinflusst das Südpolarmeer das Erdklima?

Wind und Dichteunterschiede treiben die Zirkulation im Südpolarmeer an. Die Dichte beschreibt, wie viel Masse sich in einem bestimmten Volumen befindet. Kaltes, salzreiches Wasser ist dichter als wärmeres oder salzärmeres Wasser und kann deshalb absinken.

An der antarktischen Küste entsteht besonders kaltes und dichtes Antarktisches Bodenwasser. Es sinkt ab und breitet sich in der Tiefe aus. Leichteres Oberflächenwasser bleibt darüber. Zwischen beiden liegt wärmeres zirkumpolares Tiefenwasser, das in einigen Bereichen nach oben gedrückt wird.

Definition

Auftrieb

Beim ozeanischen Auftrieb steigt Wasser aus tieferen Schichten zur Oberfläche. Im Südpolarmeer tragen die Form des Meeresbodens und Bewegungen anderer Wassermassen dazu bei.

Diese Bewegungen gehören zur globalen Umwälzzirkulation, oft als globales Förderband bezeichnet. Das Südpolarmeer verteilt dadurch Wärme und verbindet Oberflächen- mit Tiefenwasser.

Auch für Kohlenstoff ist diese Zirkulation wichtig:

  1. Plankton nimmt an der Oberfläche Kohlenstoffdioxid auf.
  2. Nach dem Absterben sinkt ein Teil der Biomasse ab.
  3. Bakterien zersetzen sie und setzen Kohlenstoffdioxid frei.
  4. Ein Teil davon bleibt in tiefen Wasserschichten gelöst.

Zusätzlich trägt absinkendes kaltes Wasser dazu bei, Kohlenstoff in die Tiefsee zu transportieren. Das macht das Südpolarmeer zu einem wichtigen Teil des weltweiten Klima- und Kohlenstoffsystems.

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Frage 1 von 2MittelWarum kann kaltes, dichtes Wasser vor der Antarktis absinken?
Lösung: Seine hohe Dichte lässt es unter leichteres Wasser gelangen. — Entscheidend ist der Dichteunterschied: Dichteres Wasser sinkt unter weniger dichtes Wasser und kann Stoffe sowie Wärme in tiefere Schichten transportieren.
Frage 2 von 2SchwerWas könnte sich verändern, wenn weniger dichtes Wasser absinkt?
Lösung: Der Austausch zwischen Oberfläche und Tiefsee sowie der Transport von Wärme und Kohlenstoff könnten sich verändern. — Absinkende Wassermassen sind Teil der globalen Umwälzung. Ändert sich dieser Vorgang, können auch Stoff- und Wärmetransporte betroffen sein.
Wie verändern Eis und Leben den Ozean?

Im antarktischen Winter bildet sich um den Kontinent ein breiter Gürtel aus Meereis. Die vom Eis bedeckte Fläche wächst ungefähr auf das Doppelte. Im Sommer taut viel Meereis wieder, und die Eisgrenze zieht sich nach Süden zurück.

Meereis entsteht aus gefrierendem Meerwasser. Davon musst du Schelfeis unterscheiden: Schelfeis ist eine schwimmende Eisplatte, die landseitig mit einem Gletscher verbunden bleibt.

Beispiel

Eine Karte aus dem Winter zeigt eine Eisgrenze weit nördlich der antarktischen Küste. Eine Sommerkarte zeigt sie näher am Kontinent.

Daraus folgt nicht, dass der Kontinent seine Größe verändert hat. Verändert hat sich die Ausdehnung des Meereises. Karten der Polarregion brauchen deshalb immer eine Angabe zur Jahreszeit und zur dargestellten Eisart.

Der ACC grenzt einen eigenständigen kalten Lebensraum ab. Zu seinen bekannten Tieren gehören Wale, Pinguine und Robben. Die ökologischen Beziehungen reichen dennoch über die Ozeangrenze hinaus: Buckelwale fressen vor der Antarktis Krill und ziehen anschließend weit nach Norden.

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Frage 1 von 2LeichtWelche Aussage beschreibt den Unterschied zwischen Meereis und Schelfeis richtig?
Lösung: Meereis entsteht aus Meerwasser; Schelfeis bleibt mit einem Gletscher an Land verbunden. — Die Herkunft und Verbindung zum Land sind entscheidend: Meereis gefriert aus Meerwasser, Schelfeis ist mit einem landseitigen Gletscher verbunden.
Frage 2 von 2MittelWarum kann eine Karte der Eisgrenze ohne Datumsangabe irreführen?
Lösung: Weil sich die Ausdehnung des Meereises mit den Jahreszeiten stark verändert. — Für die Deutung einer Eiskarte musst du wissen, welche Eisart und welche Jahreszeit dargestellt sind.
Welche menschlichen Einflüsse wirken auf den Meeresraum?

Der Klimawandel und die Fischerei verändern das Südpolarmeer. Forschende haben eine Erwärmung des durch den ACC fließenden Wassers festgestellt. Wie stark sich dies auf die Antarktis, ihre Schelfe und Eisschilde auswirkt, ist nicht vollständig geklärt.

Industriell befischt werden unter anderem Krill und Schwarzer Seehecht. Fangbeschränkungen wurden 1982 eingeführt; 2016 entstand ein großes Meeresschutzgebiet im Rossmeer. Solche Regeln sollen Nutzung begrenzen und Lebensräume schützen.

Ob eine Maßnahme wirksam ist, lässt sich nicht allein an ihrem Namen erkennen. Du musst mindestens drei Fragen stellen:

  1. Reichweite: Welches Gebiet und welche Tätigkeiten erfasst die Regel?
  2. Durchsetzung: Wird ihre Einhaltung kontrolliert?
  3. Wirkung: Verbessert sich der Schutz des Ökosystems tatsächlich?
Beispiel

Die Bezeichnung „Meeresschutzgebiet“ zeigt zunächst nur, dass ein Gebiet besonderen Regeln unterliegt. Für eine begründete Bewertung brauchst du zusätzlich Informationen über Grenzen, erlaubte Nutzungen, Kontrollen und erkennbare ökologische Folgen.

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Frage 1 von 1SchwerEine Schutzregel verbietet Fischerei nur in einem kleinen Gebiet, wird aber gut kontrolliert. Welche Bewertung ist am genauesten?
Lösung: Die Durchsetzung kann stark sein, während die räumliche Reichweite begrenzt bleibt. — Reichweite, Durchsetzung und Wirkung sind getrennte Prüfkriterien. Eine Maßnahme kann bei einem Kriterium überzeugen und bei einem anderen begrenzt sein.
Ist das Südpolarmeer überall als fünfter Ozean anerkannt?

Forschende verwenden die Bezeichnung Südlicher Ozean seit Langem. Die National Geographic Society führt ihn seit dem 8. Juni 2021 als fünften Ozean auf ihren Karten. Sie begründete dies mit seinen eigenständigen physikalischen und ökologischen Eigenschaften sowie mit Bildungs- und Schutzzielen.

Diese kartografische Entscheidung ist nicht dasselbe wie eine überall einheitliche internationale Festlegung. Die institutionelle Anerkennung wurde in den vorliegenden Darstellungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten unterschiedlich beschrieben. Eine sichere Aussage lautet deshalb:

Merke

Das Südpolarmeer ist wissenschaftlich und kartografisch weit verbreitet. Eine Entscheidung einer Kartenorganisation beweist aber keine allgemeine internationale Einigung.

Auch die erhoffte Wirkung der Benennung muss vorsichtig formuliert werden. Ein eigener Name kann Aufmerksamkeit schaffen und Unterricht erleichtern. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass Fischerei abnimmt oder Schutzregeln wirksamer werden.

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Frage 1 von 2MittelWas belegt die Entscheidung von National Geographic aus dem Jahr 2021?
Lösung: Die Gesellschaft führt das Südpolarmeer seitdem als fünften Ozean auf ihren Karten. — Belegt sind die kartografische Entscheidung und ihre Begründung. Eine universelle Anerkennung oder ein tatsächlich eingetretener Schutzeffekt folgt daraus nicht.
Frage 2 von 2SchwerEine Überschrift lautet: „Ein neuer Name rettet das Südpolarmeer.“ Wie beurteilst du sie?
Lösung: Sie übertreibt, weil Aufmerksamkeit ein Ziel der Benennung ist, aber kein nachgewiesener Schutzeffekt. — Trenne den physischen Ozean, seine Benennung und politische Schutzmaßnahmen. Ein Name kann Wahrnehmung beeinflussen, ersetzt aber keine wirksamen Regeln.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Südpolarmeer
    • Raum: umgibt die Antarktis und wird häufig bei 60° S begrenzt
    • Naturgrenze: antarktische Konvergenz verschiebt sich
    • Strömung: ACC umrundet den Kontinent von Westen nach Osten
    • Klima: Austausch von Wärme, Wasser und Kohlenstoff
    • Eis: Meereis wächst im Winter und schrumpft im Sommer
    • Ökosystem: kalter Lebensraum mit Verbindungen über die Ozeangrenze hinaus
    • Nutzung: Fischerei und Klimawandel verändern den Raum
    • Governance: Benennung, Schutzregeln und ihre Wirkung müssen getrennt geprüft werden
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Größe bleibt trotz jahreszeitlicher Veränderungen des Meereises fest?
Lösung: Der Verlauf des 60. südlichen Breitengrads — Ein Breitengrad ist eine feste Koordinatenlinie. Eisgrenze und natürliche Übergangszone können sich verlagern.
Frage 2 von 3MittelWarum kann der ACC zugleich verbinden und abgrenzen?
Lösung: Er verbindet Wasser aus drei großen Ozeanen und hält zugleich kalte südliche Wassermassen zusammen. — Der ACC ist eine ringförmige Strömung: Er ermöglicht Austausch über große Entfernungen und prägt dennoch einen eigenständigen kalten Meeresraum.
Frage 3 von 3SchwerEine Karte nennt das Südpolarmeer „fünfter Ozean“ und zeichnet seine Grenze bei 60° S ein. Was kannst du daraus sicher ableiten?
Lösung: Die Karte verwendet eine bestimmte Benennung und eine feste kartografische Grenzkonvention. — Karten ordnen Räume mithilfe ausgewählter Begriffe und Grenzen. Für Aussagen über natürliche Übergänge, politische Einigung oder Schutzwirkung brauchst du eine getrennte Prüfung.

Du hast das Südpolarmeer verstanden, wenn du nicht nur seine Lage nennen kannst, sondern die Kette erklärst: Strömung und Wasserdichte prägen den Meeresraum, dieser beeinflusst Klima und Leben, und menschliche Entscheidungen bestimmen mit, wie er genutzt und geschützt wird.

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