Polargebiete: Arktis und Antarktis verstehen
Die Polargebiete liegen rund um Nord- und Südpol. Beide sind kalt und eisreich, unterscheiden sich aber grundlegend: Die Arktis besteht überwiegend aus einem von Land umgebenen Meer, die Antarktis aus einem von Meeren umgebenen Kontinent.
Auf dieser Seite untersuchst du, wie Lichtverhältnisse, Eis, Lebewesen und menschliche Nutzung zusammenhängen.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Wo liegen die Polargebiete?
Die Polargebiete umfassen Festland, Inseln und Meeresräume rund um beide Pole. Bei einer astronomischen Abgrenzung reichen sie bis zu den Polarkreisen bei 66½° nördlicher beziehungsweise südlicher Breite.
Für die Arktis gibt es außerdem eine klimatische Abgrenzung: die 10-°C-Juli-Isotherme. Sie verbindet Orte, an denen die mittlere Julitemperatur 10 °C beträgt. Weil Meeresströmungen Wärme oder Kälte transportieren, verläuft diese Grenze nicht genau parallel zum Polarkreis.
Polargebiet
Ein Polargebiet ist der Raum um einen Erdpol. Seine Grenze kann astronomisch mithilfe des Polarkreises oder klimatisch mithilfe von Temperaturwerten bestimmt werden. Diese Abgrenzungen sind nicht identisch.
Warum sind die Polarregionen so kalt?
Die Sonnenstrahlen treffen in hohen Breiten in einem flachen Winkel auf die Erdoberfläche. Dadurch ist die Energiezufuhr gering. Selbst im kurzen Sommer erwärmt sich der Boden nur schwach; im Winter kühlen die Gebiete stark aus.
Die Jahreszeiten unterscheiden sich dort besonders durch die Dauer des Tageslichts:
- Beim Polartag bleibt die Sonne den ganzen Tag über dem Horizont. Sie steht dabei flach und erscheint auch um Mitternacht.
- Während der Polarnacht bleibt die Sonne den ganzen Tag unter dem Horizont. Mittags kann nur Dämmerlicht auftreten.
- Am Polarkreis dauern Polartag und Polarnacht jeweils ungefähr einen Tag. In Richtung der Pole nimmt ihre Dauer zu; an den Polen dauern beide jeweils etwa ein halbes Jahr.
Langes Tageslicht bedeutet nicht automatisch große Wärme. Entscheidend ist auch der flache Einfallswinkel der Sonnenstrahlen.
Denkweg: Ein Ort erlebt im Sommer durchgehend Tageslicht, bleibt aber kalt.
- Die Sonne scheint lange.
- Sie steht jedoch flach über dem Horizont.
- Ihre Strahlung trifft schräg auf die Oberfläche und erwärmt sie nur schwach.
- Deshalb kann trotz Polartag ein kaltes Polarklima herrschen.
Was unterscheidet Arktis und Antarktis?
Die ähnlich klingenden Namen bezeichnen sehr verschieden aufgebaute Räume.
| Merkmal | Arktis | Antarktis |
|---|---|---|
| Lage | rund um den Nordpol | rund um den Südpol |
| Grundfläche | überwiegend Nordpolarmeer mit Inseln und angrenzenden Landgebieten | Kontinent Antarktis |
| Eis | vor allem schwimmendes Meereis; zusätzlich Gletscher und Grönlands Inlandeis | fast vollständig von mächtigem Land- und Schelfeis bedeckt |
| Menschen | stärker besiedelt; im arktischen Raum liegen auch Städte | nur von wenigen Menschen bewohnt |
| Vegetation | südlich der Eiswüsten großflächige Tundren | nur in eisfreien Gebieten spärliche Pflanzenwelt |
Im Winter ist das Nordpolarmeer nahezu vollständig von Meereis bedeckt. Stürme können dieses Eis zu Packeis zusammenschieben. An seinen Rändern lösen sich bewegliche Eisfelder als Treibeis.
Auf dem antarktischen Kontinent erreicht die Eisdecke stellenweise eine Mächtigkeit von bis zu vier Kilometern. An den Küsten reicht ein Teil des Eises als Schelfeis über das Meer hinaus.
Meereis und Landeis
Meereis entsteht aus gefrierendem Meerwasser und schwimmt auf dem Meer. Landeis liegt auf festem Untergrund, etwa als Gletscher oder Inlandeis. Schelfeis ist der schwimmende Ausläufer einer vom Land kommenden Eismasse.
Wie ist Leben unter extremen Bedingungen möglich?
Kälte, Wind und eine kurze Wachstumszeit verlangen besondere Anpassungen. Eisbären und Rentiere schützen sich beispielsweise durch dichtes Fell und eine isolierende Fettschicht.
Auch Pflanzen müssen mit den Bedingungen zurechtkommen. In den Eiswüsten wächst kaum etwas. Weiter südlich schließt sich die Tundra an. Dort können während der kurzen Auftauphase unter anderem Moose, Flechten und niedrige Sträucher wachsen. Bäume fehlen.
Permafrost
Permafrost ist Untergrund, der dauerhaft gefroren bleibt. Im kurzen Sommer kann nur seine obere Schicht zeitweise auftauen.
Der gefrorene Untergrund und die kurze Vegetationszeit hängen zusammen: Wurzeln können nicht tief in den Boden eindringen, und Pflanzen haben nur wenig Zeit zum Wachsen.
Menschen leben ebenfalls in Teilen der Arktis. Ihre Lebensweisen haben sich verändert: Neben überlieferten Formen der Anpassung gehören heute unter anderem Städte und Schneemobile zum arktischen Alltag. Die Antarktis ist dagegen nur von wenigen Menschen bewohnt.
Beobachtung: In einer Landschaft wachsen Moose und niedrige Sträucher, aber keine Bäume. Im Sommer taut nur die oberste Bodenschicht auf.
Schlussfolgerung: Die Merkmale sprechen für eine Tundra auf Permafrost. Die kurze Auftauphase ermöglicht niedrigem Pflanzenwuchs das Wachstum, reicht aber nicht für tief wurzelnde Bäume.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Der dauerhaft gefrorene Untergrund heißt . Taut im Sommer nur die obere Schicht auf, können dort beispielsweise wachsen. Eine baumlose Vegetationszone am Rand der Polargebiete heißt .
Wie verändern Erwärmung und Nutzung die Polargebiete?
In der Arktis wird ein Rückgang des Meereises beobachtet. In beiden Polargebieten verändern sich Eismassen, Gletscher und Landschaften. Die Folgen sind miteinander verknüpft und regional unterschiedlich.
Ein wichtiger Wirkungsweg betrifft den Permafrost:
- Die Temperatur steigt.
- Gefrorener Untergrund taut auf.
- Der Baugrund kann instabil werden.
- Im Boden gespeicherte klimarelevante Gase können freigesetzt werden.
- Dadurch entstehen mögliche zusätzliche Probleme für Klima, Gebäude, Straßen und andere Infrastruktur.
Eine zweite Wirkungskette verbindet Eisschmelze und Nutzung:
- Weniger Eis kann bestimmte Gebiete leichter zugänglich machen.
- Rohstoffe, Verkehrswege und Tourismus werden wirtschaftlich interessanter.
- Staaten und Unternehmen verfolgen unterschiedliche Nutzungsinteressen.
- Politische Konflikte und Belastungen empfindlicher Ökosysteme können zunehmen.
Polare Ökosysteme erholen sich wegen ihrer extremen Bedingungen oft nur langsam von Eingriffen. Deshalb reicht es bei einer Bewertung nicht, allein den wirtschaftlichen Nutzen zu betrachten.
Entscheidungsfrage: Soll in einer leichter zugänglichen arktischen Region ein neues Rohstoffprojekt entstehen?
Eine begründete Bewertung betrachtet mindestens drei Seiten:
- wirtschaftlicher Nutzen: Arbeitsplätze, Energie oder Einnahmen;
- ökologische Folgen: Unfallrisiken, Störungen von Lebensräumen und langsame Erholung;
- gesellschaftliche Folgen: Auswirkungen auf die Menschen, die in der Region leben.
Ein tragfähiges Urteil nennt die Kriterien, wägt sie gegeneinander ab und begründet, welches Gewicht sie erhalten.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Polargebiete
- Lage und Licht
- Polarkreise und flacher Sonnenstand
- Polartag und Polarnacht
- Arktis
- überwiegend Meer und Meereis
- bewohnte Landgebiete und Tundra
- Antarktis
- Kontinent unter mächtigem Landeis
- nur wenige Menschen
- Leben
- Anpassungen an Kälte
- kurze Vegetationszeit auf Permafrost
- Wandel und Nutzung
- Eis- und Gletscherrückgang
- tauender Permafrost
- Rohstoff-, Verkehrs- und Schutzinteressen
- Lage und Licht
Abschluss-Check
Prüfe dich zum Schluss: Kannst du den Grundunterschied zwischen Arktis und Antarktis in einem Satz erklären, eine Anpassung an die Kälte begründen und eine Nutzungsidee anhand mehrerer Kriterien bewerten? Dann hast du die zentralen Zusammenhänge verstanden.
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