Erdkunde

Vulkanlandschaft: Entstehung, Formen und Folgen

Vulkanlandschaft: Entstehung, Formen und Folgen
Vulkanlandschaft: Entstehung, Formen und Folgen
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Eine Vulkanlandschaft ist ein Gebiet, dessen Gelände durch Vulkanismus geformt wurde. Dazu gehören nicht nur aktive Vulkane, sondern auch alte Krater, erstarrte Lavaflüsse, Aschefelder, Calderen und andere Vulkanreste.

Auf dieser Seite lernst du, solche Formen zu erkennen, ihre Entstehung als Prozesskette zu erklären und Schildvulkane, Schichtvulkane und Calderen zu unterscheiden.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Woran erkennst du eine Vulkanlandschaft?

Das Relief ist die Form der Erdoberfläche mit ihren Höhen, Hängen, Becken und Vertiefungen. Vulkanismus kann dieses Relief aufbauen, aufreißen oder durch einen Einsturz absenken.

Definition

Vulkanlandschaft

Eine Vulkanlandschaft ist ein Gebiet, das durch vulkanische Aktivität geformt wurde. Sie kann an Land, auf Inseln oder unter Wasser liegen und auch lange nach dem letzten Ausbruch erkennbar bleiben.

Typische Hinweise sind:

  • Vulkankegel oder breite vulkanische Berge,
  • Krater und große beckenartige Calderen,
  • erstarrte Lavaflüsse und Lavaflächen,
  • Aschefelder und Schlackenkegel,
  • Geysire, heiße Quellen und austretende Gase.

Ein einzelnes Merkmal reicht nicht immer zur sicheren Einordnung. Entscheidend ist, ob sich mehrere Formen durch vulkanische Vorgänge sinnvoll miteinander verbinden lassen.

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Frage 1 von 1LeichtWelcher Befund ist ein typischer Bestandteil einer Vulkanlandschaft?
Lösung: Ein Krater mit umgebenden Lava- und Ascheablagerungen — Krater sowie Lava- und Ascheablagerungen sind direkte Spuren vulkanischer Aktivität.
Wie entsteht die Landschaft aus Magma?

Unter der Erdoberfläche heißt geschmolzenes Gestein Magma. Erreicht es die Oberfläche, heißt es Lava.

Magma kann durch Risse aufsteigen und sich unter der Oberfläche sammeln. Dabei können sich Gase aus dem Magma lösen und der Druck kann zunehmen. Bei einer Eruption gelangen Lava, Asche, Gase oder Gesteinsstücke an die Oberfläche. Das Material erstarrt oder lagert sich ab und verändert dadurch die Landschaft.

Eine vereinfachte Prozesskette lautet:

  1. Magma entsteht unter der Erdkruste.
  2. Es steigt auf und kann sich in einer Magmakammer sammeln.
  3. Magma und Gase werden durch Öffnungen oder Spalten nach oben gedrückt.
  4. Bei einer Eruption treten Lava, Asche, Gase oder Gesteinsstücke aus.
  5. Lava erstarrt, Auswurfmaterial lagert sich ab oder der Untergrund stürzt ein.
  6. Wiederholte Vorgänge formen nach und nach eine Vulkanlandschaft.
Merke

Magma befindet sich unter der Erdoberfläche. Erst an der Oberfläche wird die Gesteinsschmelze Lava genannt.

Beispiel

Auf einer Insel findest du mehrere übereinanderliegende erstarrte Lavaflächen. Dazwischen liegen Schichten aus Asche.

Auswertung: Die Lavaflächen zeigen wiederholte Lavaergüsse. Die Ascheschichten belegen dazwischenliegende Auswurfphasen. Zusammen weisen die Ablagerungen darauf hin, dass mehrere Eruptionen das Relief schrittweise aufgebaut haben.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Unter der Erdoberfläche heißt die Gesteinsschmelze . An der Oberfläche heißt sie . Erstarrte Lava und abgelagerte Asche verändern das .

Lösungen: Lücke 1: Magma; Lücke 2: Lava; Lücke 3: Relief. Achte auf den Ort: Unter der Oberfläche liegt Magma, an der Oberfläche Lava. Beide können durch vulkanische Vorgänge das Relief formen.
Warum sehen Vulkanlandschaften unterschiedlich aus?

Die Gestalt hängt unter anderem davon ab, welches Material austritt und wie der Ausbruch verläuft. Deshalb entstehen nicht überall gleichartige Vulkankegel.

Schildvulkan

Ein Schildvulkan besteht fast ausschließlich aus Lava. Dünnflüssige Lava kann weit fließen. So entsteht ein breiter Vulkan mit flachen oder sanft geneigten Hängen. Beispiele finden sich auf Hawaii und Island.

Schichtvulkan

Ein Schichtvulkan, auch Stratovulkan genannt, entsteht durch wechselnde Ablagerungen von Lava, Asche und anderem Auswurfmaterial. Dadurch bildet sich ein geschichteter, oft großer und steiler Kegel. Ätna, Vesuv und Stromboli sind Beispiele.

Caldera

Eine Caldera ist eine große beckenartige Vertiefung. Sie kann entstehen, wenn bei einer Eruption viel Magma aus einer unterirdischen Kammer ausgestoßen wird und der darüberliegende Untergrund anschließend einstürzt. Der Laacher See liegt in einer solchen Caldera.

FormTypisches ErscheinungsbildEntscheidender Entstehungshinweis
Schildvulkanbreit, flach ansteigendausgedehnte Ströme dünnflüssiger Lava
Schichtvulkansteiler, geschichteter KegelWechsel von Lava, Asche und anderem Auswurfmaterial
Calderagroßes Becken oder HohlreliefEinsturz über einer stark entleerten Magmakammer
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Frage 1 von 2LeichtWelche Form passt zu einem breiten Vulkan mit sanften Hängen und ausgedehnten Lavaflüssen?
Lösung: Schildvulkan — Weit fließende, dünnflüssige Lava baut breite und vergleichsweise flache Schildvulkane auf.
Frage 2 von 2MittelBei Untersuchungen werden abwechselnd Lava- und Ascheschichten in einem steilen Kegel gefunden. Welche Erklärung passt am besten?
Lösung: Wiederholte unterschiedliche Eruptionen bauten einen Schichtvulkan auf. — Der Wechsel von Lava, Asche und weiterem Auswurfmaterial ist das entscheidende Kennzeichen eines Schichtvulkans.
Wo entstehen Vulkanlandschaften?

Viele Vulkane liegen an den Grenzen tektonischer Platten. Dort können Platten aufeinander zu- oder auseinanderdriften.

An einer Subduktionszone taucht eine Platte unter eine andere. Dabei kann Magma entstehen und aufsteigen. Rund um den Pazifik liegen besonders viele solcher Vulkane am etwa 40.000 Kilometer langen Pazifischen Feuerring.

An mittelozeanischen Rücken driften Platten auseinander. Magma steigt auf und bildet neuen Meeresboden. Erreicht ein Unterwasservulkan die Meeresoberfläche, kann eine Insel entstehen. Surtsey wuchs 1963 südlich von Island aus dem Meer.

Ein Hotspot ist eine besonders heiße Stelle im Erdmantel innerhalb einer Platte. Bewegt sich die Platte über einen annähernd ortsfesten Hotspot, können nacheinander Vulkane und schließlich eine Vulkankette entstehen. Hawaii ist dafür ein Beispiel.

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Frage 1 von 1MittelAuf einer Platte liegt eine Kette von Vulkaninseln. Nur der jüngste Vulkan befindet sich über einer besonders heißen Stelle im Erdmantel. Welche Entstehung passt?
Lösung: Die Platte bewegt sich über einen Hotspot. — Über einem ortsfesten Hotspot entsteht Vulkanismus. Durch die Bewegung der Platte werden ältere Vulkane vom Hotspot wegtransportiert.
Wie verändert Vulkanismus Natur und Klima?

Ein Ausbruch kann vorhandene Vegetation zerstören. Gleichzeitig entstehen neue Gesteins- und Ascheflächen, auf denen langfristig wieder Böden und Pflanzengemeinschaften wachsen können.

Aus verwitterter Vulkanasche und vulkanischem Gestein können mineral- und nährstoffreiche vulkanische Böden entstehen. Solche Böden heißen Andosole. Die Wiederbesiedlung beginnt häufig mit robusten Pionierpflanzen wie Moosen und Farnen. Sie halten Wasser zurück, schützen den Boden und bereiten Bedingungen für weitere Pflanzen vor.

Große Eruptionen können auch das Klima vorübergehend beeinflussen:

  1. Schwefeldioxid gelangt in die Atmosphäre.
  2. Es reagiert mit Wasserdampf.
  3. Schwefelsäureaerosole entstehen.
  4. Diese feinen Teilchen reflektieren einen Teil des Sonnenlichts.
  5. Dadurch kann sich die Erde über Monate oder Jahre vorübergehend abkühlen.
Gut zu wissen

Vulkanlandschaften verbinden Zerstörung und Neubildung. Ein Ausbruch kann Pflanzen vernichten und das Relief gefährlich verändern. Über längere Zeit können Verwitterung und Wiederbesiedlung jedoch neue Böden und Pflanzengemeinschaften hervorbringen.

Beispiel

Nach einem Ausbruch liegt zunächst eine vegetationsarme Aschefläche vor. Später wachsen dort Moose und Farne. Verwittertes Vulkanmaterial mischt sich mit organischen Resten.

Deutung: Die Beobachtungen zeigen eine zeitliche Entwicklung: Aus neuem vulkanischem Material entsteht schrittweise Boden. Pionierpflanzen fördern die weitere Besiedlung, weil sie Wasser halten und die Oberfläche vor Erosion schützen.

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Frage 1 von 1MittelWarum kann auf einer zunächst kahlen vulkanischen Fläche später dichterer Pflanzenwuchs entstehen?
Lösung: Vulkanmaterial verwittert, und Pionierpflanzen unterstützen die Bodenentwicklung. — Vulkanische Flächen können zunächst lebensfeindlich sein. Über längere Zeit liefern Verwitterung und Pionierpflanzen Voraussetzungen für komplexere Pflanzengemeinschaften.
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Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Vulkanlandschaft
    • Entstehung: Magmaaufstieg, Eruption, Ablagerung oder Einsturz
    • Formen: Schildvulkan, Schichtvulkan, Caldera
    • Entstehungsräume: Plattengrenzen, mittelozeanische Rücken, Hotspots
    • Landschaftselemente: Krater, Lavaflächen, Aschefelder, heiße Quellen
    • Entwicklung: Verwitterung, Bodenbildung, Pionierpflanzen
    • mögliche Fernwirkung: vorübergehende Abkühlung durch Aerosole
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Aussage unterscheidet Magma und Lava richtig?
Lösung: Magma liegt unter der Erdoberfläche; an der Oberfläche heißt die Schmelze Lava. — Magma und Lava bezeichnen die Gesteinsschmelze an unterschiedlichen Orten.
Frage 2 von 3MittelNach einer Eruption bleibt ein großes Becken zurück, weil der Untergrund über einer stark entleerten Magmakammer eingebrochen ist. Welche Form entstand?
Lösung: Eine Caldera — Der Einsturz über einer stark entleerten Magmakammer kann eine Caldera bilden.
Frage 3 von 3SchwerDu findest einen breiten Vulkan mit weitreichenden Lavaflächen und daneben einen steilen Kegel aus wechselnden Lava- und Ascheschichten. Welche Zuordnung ist begründet?
Lösung: Der breite Vulkan ist ein Schildvulkan, der geschichtete Kegel ein Schichtvulkan. — Form und Aufbau gehören zusammen: Weitreichende Lavaflächen erzeugen das breite Profil des Schildvulkans, wechselnde Ablagerungen den steilen Schichtvulkan.

Eine Vulkanlandschaft ist somit das Ergebnis einer Entwicklung: Magma steigt auf, Material tritt aus oder der Untergrund stürzt ein. Die entstandenen Formen werden anschließend durch Verwitterung, Bodenbildung und neue Vegetation weiter verändert.

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