Erdkunde

Wasserkreislauf einfach erklärt: Ablauf und Folgen

Wasserkreislauf einfach erklärt: Ablauf und Folgen
Wasserkreislauf einfach erklärt: Ablauf und Folgen
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Wasser bewegt sich ständig zwischen Gewässern, Land, Lebewesen und Luft. Die Sonne treibt diesen Wasserkreislauf an: Wasser verdunstet, bildet Wolken, fällt als Niederschlag und fließt oder versickert zurück zu den Gewässern.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Die Sonne setzt das Wasser in Bewegung

Stell dir eine Pfütze nach einem Regenschauer vor. Einige Zeit später ist sie kleiner oder verschwunden, obwohl niemand das Wasser ausgeschöpft hat. Die Energie der Sonne hat einen Teil des flüssigen Wassers erwärmt.

Definition

Verdunstung

Bei der Verdunstung wird flüssiges Wasser zu unsichtbarem, gasförmigem Wasserdampf. Der Wasserdampf gelangt in die Luft und steigt mit warmer, feuchter Luft auf.

Wasser verdunstet vor allem an den Oberflächen von Ozeanen, Meeren, Seen und Flüssen. Auch feuchte Böden geben Wasser an die Luft ab.

Pflanzen nehmen Wasser über ihre Wurzeln auf. Einen Teil davon geben sie durch winzige Öffnungen in ihren Blättern als Wasserdampf an die Luft ab.

Merke

Die Sonne liefert die Energie für die Verdunstung und ist damit der Motor des Wasserkreislaufs.

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Frage 1 von 1LeichtWas geschieht bei der Verdunstung?
Lösung: Flüssiges Wasser wird zu gasförmigem Wasserdampf. — Bei der Verdunstung wechselt Wasser vom flüssigen in den gasförmigen Zustand. Es bleibt Wasser, verändert aber seine Form und seinen Ort.
Aus Wasserdampf werden Wolken und Niederschlag

Je höher feuchte Luft steigt, desto stärker kann sie abkühlen. Dadurch verändert sich der gasförmige Wasserdampf erneut.

Definition

Kondensation

Bei der Kondensation wird gasförmiger Wasserdampf zu winzigen flüssigen Wassertröpfchen. Viele solcher Tröpfchen bilden gemeinsam eine Wolke.

Wolken bestehen daher nicht aus unsichtbarem Wasserdampf, sondern aus sehr kleinen Wassertröpfchen und bei niedrigen Temperaturen auch aus Eisbestandteilen. Wachsen Tropfen oder Eisbestandteile so stark, dass sie nicht mehr in der Wolke gehalten werden, fallen sie als Niederschlag.

Je nach Bedingungen erreicht der Niederschlag den Boden als Regen, Schnee oder Hagel.

Beispiel

Über einem See erwärmt die Sonne das Wasser. Ein Teil verdunstet und steigt als Wasserdampf auf. In kühlerer Luft kondensiert das Wasser zu kleinen Tröpfchen. Die Tröpfchen bilden eine Wolke, wachsen und fallen schließlich als Regen herab.

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Frage 1 von 2LeichtWoraus besteht eine Wolke hauptsächlich?
Lösung: Aus winzigen Wassertröpfchen und teilweise aus Eisbestandteilen. — Durch Kondensation entstehen sehr kleine flüssige Tröpfchen. Erst wenn Wasserteilchen ausreichend wachsen, fällt Niederschlag.
Frage 2 von 2MittelFeuchte Luft steigt auf und kühlt ab. Welcher Schritt folgt im Wasserkreislauf?
Lösung: Wasserdampf kondensiert zu kleinen Wassertröpfchen. — Abkühlung ermöglicht die Kondensation des Wasserdampfs. So entstehen Wolkentröpfchen.
Auf dem Land nimmt Wasser verschiedene Wege

Niederschlag kann direkt in ein Meer, einen See oder einen Fluss fallen. Trifft er auf Land, gibt es mehrere mögliche Wege.

  • Oberflächenabfluss: Wasser fließt über den Boden in Bäche und Flüsse und von dort weiter in Seen oder Meere.
  • Versickerung: Wasser dringt in den Boden ein und kann das Grundwasser erreichen.
  • Aufnahme durch Pflanzen: Wurzeln nehmen Bodenwasser auf. Später gelangt ein Teil davon über die Blätter wieder in die Luft.
  • Erneute Verdunstung: Wasser verdunstet von Böden, Pflanzen und Gewässern.
Definition

Grundwasser

Grundwasser ist Wasser, das in den Boden versickert ist und sich in Hohlräumen und Spalten unter der Erdoberfläche sammelt und bewegt.

Grundwasser kann unterirdisch zu Quellen, Flüssen oder zum Meer strömen. Damit besitzt der Wasserkreislauf sowohl oberirdische als auch unterirdische Rückwege.

Beispiel

Regen fällt auf einen Wald. Ein Teil bleibt an Pflanzen hängen und verdunstet. Ein weiterer Teil versickert und erreicht das Grundwasser. Überschüssiges Wasser fließt in einen Bach. Der Bach mündet in einen Fluss, der das Wasser schließlich zum Meer transportiert.

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Frage 1 von 1MittelNach starkem Regen verschwindet Wasser langsam in einem durchlässigen Boden. Welcher Vorgang findet statt?
Lösung: Das Wasser versickert und kann zum Grundwasser gelangen. — Beim Versickern dringt flüssiges Wasser in den Boden ein. Es kann dort gespeichert oder unterirdisch weitertransportiert werden.
Schnee und Eis speichern Wasser

Wasser bewegt sich nicht immer sofort weiter. Schnee und Gletscher speichern es über eine gewisse Zeit in fester Form.

Steigen die Temperaturen, schmelzen Schnee und Eis. Das entstehende Schmelzwasser fließt über Bäche und Flüsse ab oder versickert. So kann es Seen, Grundwasser, Meere und Ozeane erreichen.

Auch Gewässer, Böden, Grundwasser, Lebewesen und die Atmosphäre sind Wasserspeicher. Ein Speicher beendet den Kreislauf nicht: Er hält Wasser lediglich unterschiedlich lange fest.

Merke

Im Wasserkreislauf verändern sich der Aggregatzustand und der Speicherort des Wassers. Flüssiges Wasser, Wasserdampf sowie Schnee und Eis sind verschiedene Erscheinungsformen desselben Stoffes.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Durch die Energie der Sonne beginnt die . In kühlerer Luft folgt die . Dabei entstehen kleine , die Wolken bilden. Wasser kehrt als zur Erdoberfläche zurück. Auf dem Land kann es in den Boden oder oberirdisch .

Lösungen: Lücke 1: Verdunstung; Lücke 2: Kondensation; Lücke 3: Wassertröpfchen; Lücke 4: Niederschlag; Lücke 5: versickern; Lücke 6: abfließen. Prüfe die Zustandswechsel und Orte: Verdunstung führt Wasser in die Luft, Kondensation bildet Wolkentröpfchen, Niederschlag bringt es zurück und Versickerung oder Abfluss führen es am Boden weiter.
Menschen verändern die Wege des Wassers

Menschen entnehmen Wasser, nutzen es und leiten gebrauchtes Wasser nach der Reinigung zurück. Dieser technische Weg wird manchmal als künstlicher Wasserkreislauf bezeichnet. Er ist in den natürlichen Kreislauf eingebunden.

Andere Eingriffe verändern, wie viel Wasser versickert, abfließt oder über Pflanzen in die Luft gelangt.

Beispiel

Auf einer unbebauten Fläche kann Regen in den Boden eindringen. Wird dieselbe Fläche mit Gebäuden und Parkplätzen versiegelt, verhindert Beton einen großen Teil der natürlichen Versickerung. Mehr Wasser muss oberirdisch oder über Abflüsse weggeleitet werden, während weniger Wasser auf diesem Weg das Grundwasser erreicht.

Werden viele Bäume entfernt, halten Pflanzen weniger Wasser zurück. Der Oberflächenabfluss kann zunehmen, der Boden schneller austrocknen und anfälliger für Abtragung werden. Zugleich geben weniger Pflanzen Wasser an die Luft ab.

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Frage 1 von 2MittelWelche unmittelbare Wirkung hat eine großflächige Bodenversiegelung?
Lösung: Weniger Regenwasser kann natürlich versickern. — Undurchlässige Flächen behindern das Eindringen von Wasser in den Boden. Dadurch nimmt der oberirdische oder technische Abfluss zu.
Frage 2 von 2SchwerEin Waldstück wird gerodet. Welche Wirkungskette passt zum beschriebenen Wasserkreislauf?
Lösung: Weniger Pflanzen halten Wasser zurück und geben es an die Luft ab; der Oberflächenabfluss kann zunehmen. — Pflanzen speichern zeitweise Wasser und geben einen Teil über ihre Blätter ab. Werden sie entfernt, verändern sich Wasserrückhalt, Wasserabgabe und Abfluss.
Warum Wasser trotz Kreislauf knapp sein kann

Im weltweiten Wasserkreislauf geht grundsätzlich kein Wasser verloren. Das bedeutet jedoch nicht, dass überall jederzeit genügend nutzbares Trinkwasser vorhanden ist.

Nur etwa 2,5 Prozent des Wassers der Erde sind Süßwasser. Ein großer Teil davon ist als Eis gebunden. Außerdem ist Wasser räumlich ungleich verteilt und nicht jeder Speicher ist für Menschen unmittelbar nutzbar.

Gut zu wissen

Der Wasserkreislauf beschreibt die Bewegung der gesamten Wassermenge. Wasserverfügbarkeit fragt dagegen, wo Wasser vorkommt, in welchem Zustand es vorliegt und ob es in ausreichender Menge nutzbar ist. Diese beiden Aussagen widersprechen sich nicht.

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Frage 1 von 1SchwerWarum kann es Wasserknappheit geben, obwohl Wasser im Kreislauf erhalten bleibt?
Lösung: Nur ein kleiner Teil ist Süßwasser, vieles davon ist gebunden oder räumlich nicht dort verfügbar, wo es gebraucht wird. — Erhaltene Gesamtmenge und örtliche Nutzbarkeit sind verschieden. Entscheidend sind unter anderem Wasserart, Speicherform und räumliche Verteilung.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Wasserkreislauf
    • Sonne und Verdunstung
    • Aufsteigen und Abkühlen
    • Kondensation und Wolken
    • Niederschlag
    • Versickerung und Grundwasser
    • Oberflächenabfluss und Gewässer
    • Pflanzen, Schnee und Eis als Speicher
    • menschliche Eingriffe in Wasserwege
Abschluss-Check
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Frage 1 von 4LeichtWelcher Vorgang bildet aus Wasserdampf kleine flüssige Tröpfchen?
Lösung: Kondensation — Bei der Kondensation wechselt Wasser vom gasförmigen in den flüssigen Zustand.
Frage 2 von 4MittelWelche Reihenfolge beschreibt den Weg vom Meer bis zum Regen richtig?
Lösung: Erwärmung, Verdunstung, Aufsteigen, Abkühlung, Kondensation, Niederschlag — Sonnenenergie ermöglicht die Verdunstung. Aufsteigende feuchte Luft kühlt ab, Wasser kondensiert und fällt schließlich als Niederschlag.
Frage 3 von 4MittelRegen fällt auf einen Hang. Ein Teil dringt in den Boden ein, ein anderer fließt in einen Bach. Welche beiden Wege sind gemeint?
Lösung: Versickerung und Oberflächenabfluss — Wasser kann unterirdisch über Versickerung und Grundwasser oder oberirdisch über Bäche und Flüsse weiterwandern.
Frage 4 von 4SchwerAuf einem Schulhof wird eine Wiese vollständig gepflastert. Welche Vorhersage lässt sich begründen?
Lösung: Die natürliche Versickerung nimmt ab und mehr Wasser muss oberirdisch oder technisch abfließen. — Pflaster ist weniger durchlässig als unversiegelter Boden. Deshalb erreicht auf diesem Weg weniger Regenwasser den Boden und das Grundwasser.

Der Wasserkreislauf verbindet Luft, Land, Lebewesen und Gewässer. Wenn du bei einer Aufgabe den Weg des Wassers erklären sollst, frage dich nacheinander: Wo befindet sich das Wasser, in welchem Zustand ist es und welcher Prozess bewegt oder verändert es als Nächstes?

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