Erdkunde

Westwindzone: Entstehung, Wetter und Jetstream

Westwindzone: Entstehung, Wetter und Jetstream
Westwindzone: Entstehung, Wetter und Jetstream
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In der Westwindzone bewegen sich Luftströmungen der mittleren Breiten im langjährigen Mittel überwiegend von West nach Ost. Sie transportieren Luftmassen, lenken Hoch- und Tiefdruckgebiete und sorgen deshalb oft für wechselhaftes Wetter. Auf dieser Seite lernst du, die Zone räumlich einzuordnen und die Wirkungskette vom Temperaturgegensatz bis zum Wetter zu erklären.

Deine Lernziele

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Wo liegt die Westwindzone?

Die Westwindzone umgibt die Erde in den mittleren Breiten beider Halbkugeln. Häufig wird ihr Kern ungefähr zwischen dem 40. und 60. Breitengrad angegeben. Manche Darstellungen fassen sie weiter, etwa von 35° bis 60° oder teilweise bis 70°. Das ist kein Fehler: Die Zone besitzt keine scharfe, dauerhaft feste Grenze und wird je nach Betrachtung enger oder weiter abgegrenzt.

Definition

Westwindzone

Die Westwindzone ist der Bereich der mittleren Breiten, in dem Luft im langjährigen Mittel überwiegend aus westlichen Richtungen kommt und nach Osten strömt. Westdrift und Westwinddrift werden dafür ebenfalls verwendet.

„Westwind“ benennt die Herkunft: Der Wind kommt aus Westen. Das bedeutet nicht, dass an jedem Ort jederzeit Westwind weht. Einzelne Hochs, Tiefs und Fronten können den Wind vorübergehend aus jeder Himmelsrichtung bringen.

Beispiel

Zieht ein Tief vom Atlantik über Deutschland nach Osten, kann der Wind an einem Ort während seines Durchzugs drehen. Trotzdem gehört der Vorgang zur Westwindzone, weil das gesamte Wettersystem im großräumigen Mittel ostwärts wandert.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage beschreibt die Westwindzone richtig?
Lösung: Im langjährigen Mittel überwiegen westliche, nach Osten gerichtete Luftströmungen. — Die Westwindzone kommt in den mittleren Breiten beider Halbkugeln vor. Entscheidend ist die vorherrschende Strömung, nicht jeder einzelne Windstoß.
Warum entsteht dort wechselhaftes Wetter?

In den mittleren Breiten liegen wärmere, subtropisch geprägte Luft und kalte polare Luft vergleichsweise nah beieinander. An ihrer Grenzzone entstehen starke Temperatur- und Druckgegensätze. Sie liefern Energie für das außertropische Wettergeschehen.

Definition

Frontalzone

Die Frontalzone ist der Übergangsbereich zwischen unterschiedlich warmer Luft. In ihr bilden und entwickeln sich häufig Hoch- und Tiefdruckgebiete sowie Fronten.

Nord-Süd gerichtete Luftbewegungen werden durch die Erdrotation abgelenkt. Diese Ablenkung heißt Corioliskraft. Zusammen mit den Druckgegensätzen trägt sie dazu bei, dass in den mittleren Breiten großräumig westliche Strömungen vorherrschen. Die Westströmung reicht vom Boden bis in große Höhen der Troposphäre.

Merke

Temperaturgegensatz und Erdrotation prägen die Westwindzone. Bewegliche Hochs, Tiefs und Fronten machen ihr Wetter unbeständig.

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Frage 1 von 1MittelAn einer Luftmassengrenze treffen kalte Polarluft und wärmere Luft aufeinander. Welche Folge passt zur Westwindzone?
Lösung: Die Frontalzone begünstigt die Entwicklung wandernder Tiefdruckgebiete. — Der Gegensatz zwischen den Luftmassen gehört zum Antrieb des Wettergeschehens. Hochs, Tiefs und Fronten verlagern sich häufig mit der Westströmung nach Osten.
Wie bringt ein Tief Wolken und Regen?

Ein dynamisches Tiefdruckgebiet ist ein wandernder Wirbel mit niedrigem Luftdruck. Es wird von der Höhenströmung gelenkt. Seine Fronten trennen Luftmassen mit unterschiedlichen Temperaturen.

An der Warmfront gleitet wärmere Luft über kältere Luft. Beim Aufsteigen kühlt sie ab; Wasserdampf kondensiert, Wolken und länger anhaltender Regen können entstehen. An der Kaltfront schiebt sich kalte Luft unter wärmere Luft. Die warme Luft steigt schneller auf, kühlt ab und kann kräftige Schauer oder Gewitter bilden.

Beispiel

Ein Tief zieht vom Atlantik nach Deutschland. Vor seiner Warmfront nimmt die Bewölkung zu und es beginnt zu regnen. Später erreicht die Kaltfront den Ort: Die warme Luft wird rasch gehoben, kräftige Schauer sind möglich. Danach strömt kühlere Luft ein. Der genaue Ablauf kann abweichen, aber der Zusammenhang bleibt: Aufsteigen, Abkühlen und Kondensieren fördern Wolken und Niederschlag.

Auch das Relief verändert den Niederschlag. Auf der Luvseite, also der dem Wind zugewandten Seite eines Gebirges, steigt feuchte Luft auf und kühlt ab. Auf der Leeseite sinkt sie, erwärmt sich und wird trockener. Ein warmer, trockener Fallwind im Lee heißt Föhn.

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Frage 1 von 1MittelFeuchte Westluft trifft auf ein Gebirge. Wo ist Stauniederschlag besonders wahrscheinlich?
Lösung: Auf der Luvseite, weil die Luft aufsteigt und abkühlt. — Für Niederschlag muss feuchte Luft abkühlen. Das geschieht beim Aufsteigen an der Luvseite besonders leicht.
Was macht der Jetstream?

In großer Höhe bündelt sich ein Teil der Westströmung zu einem schmalen Starkwindband: dem Jetstream. Der für die Westwindzone wichtige Polarfrontjet liegt nahe der Grenze zwischen polarer und wärmerer Luft, ungefähr in 10 km Höhe. Geschwindigkeiten von mehr als 100 km/h sind möglich.

Der Polarfrontjet verläuft nicht immer geradlinig. Seine großen Nord-Süd-Bögen heißen Rossby-Wellen. In einem nach Süden reichenden Trog kann kalte Luft weit südwärts gelangen; in einem nach Norden reichenden Rücken kann warme Luft weit nordwärts gelangen.

Definition

Blocking

Beim Blocking blockiert ein beständiges Strömungsmuster die übliche Verlagerung von Wettergebieten. Dadurch kann eine Wetterlage über viele Tage oder sogar Wochen anhalten.

Starke Mäander, abgeschnürte Strömungsteile und Blocking können deshalb lang anhaltende Hitze, Kälte oder Regen begünstigen. Sie garantieren aber kein bestimmtes Wetter: Entscheidend sind Lage, Luftmassen und beteiligte Druckgebiete.

Gut zu wissen

Eine einfache Regel reicht nicht aus, um den Verlauf des Jetstreams vorherzusagen: Temperaturgegensätze treiben die Höhenströmung an, doch ob sie geradlinig oder stark mäandrierend verläuft, hängt von mehreren Bedingungen ab.

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Frage 1 von 1MittelEin großer Bogen des Polarfrontjets reicht weit nach Süden. Welche Folgerung ist am besten begründet?
Lösung: Polare Kaltluft kann in diesem Trog weiter nach Süden gelangen. — Rossby-Wellen lenken Luftmassen nach Norden und Süden. Für eine konkrete Wettervorhersage braucht man zusätzlich Lage und Entwicklung der Druckgebiete.
Welche Folgen hat die Westströmung?

Über Ozeanen nehmen Westwinde Feuchtigkeit auf. Treffen sie zuerst auf die Westseite eines Kontinents, ist der Meereseinfluss dort meist stärker. Beim Weg über Land und Gebirge verliert die Luft durch Niederschlag Feuchtigkeit. Weiter im Inneren können deshalb geringere Niederschläge und größere jahreszeitliche Temperaturunterschiede auftreten.

Beispiel

Vergleiche zwei Orte auf derselben Breite: Ort A liegt an einer westlichen Meeresküste, Ort B weit im Inneren des Kontinents. Bei häufigen Westwinden erreicht feuchte Meeresluft zuerst Ort A. Für Ort B ist daher ein trockenerer und stärker kontinental geprägter Jahresgang plausibel. Relief und einzelne Wetterlagen können dieses Grundmuster verändern.

Die Höhenwinde beeinflussen auch den Luftverkehr. Ein Flug von West nach Ost kann einen Jetstream als Rückenwind nutzen. In der Gegenrichtung kann dieselbe Strömung Gegenwind bedeuten und die Flugzeit verlängern.

Auf der Südhalbkugel ist die Westwinddrift im Mittel besonders kräftig. Dort bremsen über weiten Ozeanflächen weniger Landmassen und Gebirge die Strömung. Um den 40. südlichen Breitengrad sind die starken Westwinde als „Roaring Forties“ bekannt.

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Frage 1 von 1SchwerEin Flug legt dieselbe Strecke einmal von Westen nach Osten und einmal zurück. Ein starker westlicher Höhenwind bleibt gleich. Welche Erwartung ist sinnvoll?
Lösung: Der Ostflug kann Rückenwind nutzen; der Westflug muss eher mit Gegenwind rechnen. — Ein Wind wird nach seiner Herkunft benannt. Westwind strömt von Westen nach Osten und unterstützt daher eher den Ostflug.
Wie verändert sich die Westwindzone?

Im Winter sind die Temperaturgegensätze zwischen Polargebieten und Subtropen im Allgemeinen größer. Dann sind die westlichen Höhenwinde meist stärker als im Sommer. Trotzdem bleibt die Strömung veränderlich.

Eine zonale Strömung verläuft überwiegend von West nach Ost und damit ungefähr entlang der Breitenkreise. Eine meridionale Strömung besitzt große Nord-Süd-Anteile. Rossby-Wellen können die Strömung zeitweise stärker meridional machen; später kann sich wieder ein zonaleres Muster durchsetzen.

Merke

Zonal bedeutet überwiegend West–Ost. Meridional bedeutet: Die Strömung greift stärker nach Norden und Süden aus.

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Frage 1 von 1LeichtWelches Muster ist stärker meridional?
Lösung: Ein Jetstream mit großen Bögen nach Norden und Süden. — „Meridional“ beschreibt große Nord-Süd-Anteile. Große Rossby-Wellen sind dafür ein typisches Strömungsbild.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Westwindzone
    • Lage: mittlere Breiten beider Halbkugeln
    • Hauptströmung: im Mittel von West nach Ost
    • Antrieb: Temperatur- und Druckgegensätze sowie Erdrotation
    • Höhensteuerung: Polarfrontjet und Rossby-Wellen
    • Wetter: wandernde Hochs, Tiefs und Fronten
    • Niederschlag: Aufsteigen, Abkühlen und Kondensieren
    • Folgen: wechselhaftes Wetter, Klimaunterschiede und veränderte Flugzeiten

Die Westwindzone ist kein gleichförmiges Windband. Gerade das Zusammenspiel aus vorherrschender Westströmung, Luftmassengegensätzen, wandernden Tiefs und einem wellenförmigen Jetstream erklärt ihre Veränderlichkeit.

Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWas ist das sicherste Erkennungsmerkmal der Westwindzone?
Lösung: In den mittleren Breiten überwiegt im langjährigen Mittel eine Strömung von West nach Ost. — Die Westwindzone wird über die vorherrschende großräumige Strömung beschrieben. Ihre Grenzen schwanken und werden unterschiedlich weit gefasst.
Frage 2 von 3MittelOrdne die Prozesskette für Niederschlag an einer Warmfront richtig ein.
Lösung: Warmluft steigt über Kaltluft auf, kühlt ab, Wasserdampf kondensiert. — An der Warmfront gleitet warme Luft auf kalte Luft auf. Beim Aufsteigen kühlt sie ab; Kondensation ermöglicht Wolken und Niederschlag.
Frage 3 von 3SchwerEin Wettergebiet bewegt sich kaum, während der Jetstream stark mäandriert. Welche Erklärung passt am besten?
Lösung: Ein blockierendes Strömungsmuster kann die übliche Ostverlagerung bremsen und die Wetterlage verlängern. — Ein stark gewelltes oder blockierendes Muster kann Hochs und Tiefs festhalten. Ob daraus Hitze, Kälte oder Dauerregen entsteht, hängt von ihrer Lage und den Luftmassen ab.

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