Amerikanische Unabhängigkeitserklärung erklärt
Die amerikanische Unabhängigkeitserklärung begründete, warum sich die dreizehn britischen Kolonien von Großbritannien trennten. Der Kontinentalkongress nahm sie am 4. Juli 1776 an. Ihr Hauptautor war Thomas Jefferson.
Du lernst, den Weg zur Erklärung nachzuvollziehen, ihre Argumentation zu untersuchen und ihren allgemeinen Gleichheitsanspruch mit der damaligen Wirklichkeit zu vergleichen.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Warum wollten sich die Kolonien lösen?
Die dreizehn Kolonien in Nordamerika gehörten zum britischen Herrschaftsgebiet. Nach einem kostspieligen Krieg erhöhte Großbritannien seine Einnahmen aus den Kolonien. Zu den Maßnahmen gehörten die Zuckersteuer von 1764, die Stempelsteuer von 1765 und spätere Einfuhrzölle.
Viele Kolonisten lehnten diese Abgaben nicht einfach nur wegen ihrer Höhe ab. Ihr entscheidender Einwand war: Sie mussten Steuern zahlen, waren aber nicht durch eigene Abgeordnete im britischen Unterhaus vertreten.
Politische Repräsentation
Politische Repräsentation bedeutet, dass gewählte Personen die Interessen der Bevölkerung in einer politischen Versammlung vertreten und an Entscheidungen mitwirken.
Die Parole „No taxation without representation“ fasste die Forderung zusammen: keine Besteuerung ohne politische Vertretung.
Proteste, Boykotte und britische Gegenmaßnahmen verschärften den Konflikt. Auf die Boston Tea Party von 1773 reagierte Großbritannien 1774 mit Zwangsmaßnahmen, welche die koloniale Selbstverwaltung einschränkten. Am 19. April 1775 begannen militärische Zusammenstöße zwischen Kolonisten und britischen Truppen.
- 1764Der Sugar Act belastet unter anderem Zucker und Melasse mit Abgaben.
- 1765Der Stamp Act löst heftige Proteste aus.
- 1773Bei der Boston Tea Party wird Tee der britischen Ostindien-Kompanie im Hafen versenkt.
- 1774Britische Zwangsmaßnahmen verschärfen den Konflikt.
- 19. April 1775Die ersten militärischen Zusammenstöße markieren den Beginn des Unabhängigkeitskriegs.
- 2. Juli 1776Der Kontinentalkongress stimmt für die Unabhängigkeit.
- 4. Juli 1776Der Kontinentalkongress nimmt die Unabhängigkeitserklärung an.
Die Ereigniskette lautet vereinfacht: Kriegskosten → höhere Einnahmen aus den Kolonien → Protest gegen fehlende Vertretung → britische Zwangsmaßnahmen → Krieg → Erklärung der Unabhängigkeit.
Wie begründete die Erklärung die Trennung?
Die Erklärung verkündet die Unabhängigkeit nicht nur. Sie baut eine politische Begründung auf: Menschen besitzen grundlegende Rechte, Regierungen sollen diese Rechte schützen, und politische Macht ist nur durch die Zustimmung der Regierten gerechtfertigt.
Unveräußerliche Rechte
Unveräußerliche Rechte stehen einem Menschen nach der Argumentation der Erklärung grundsätzlich zu. Eine Regierung verleiht sie nicht nach Belieben und darf sie deshalb nicht einfach entziehen. Genannt werden Leben, Freiheit und das Streben nach Glück.
Zustimmung der Regierten
Die Zustimmung der Regierten bedeutet: Eine Regierung ist nur dann rechtmäßig, wenn ihre politische Macht auf der Zustimmung der Menschen beruht, über die sie herrscht.
Wenn eine Regierung diese Rechte dauerhaft verletzt, darf das Volk sie nach der Erklärung verändern oder abschaffen. Das ist das Widerstandsrecht. Die Erklärung schränkt diese Aussage zugleich ein: Eine lange bestehende Regierung soll nicht wegen leichter oder vorübergehender Probleme beseitigt werden. Erst eine lange Reihe schwerer Übergriffe rechtfertige diesen Schritt.
So funktioniert die Argumentation:
- Menschen besitzen grundlegende Rechte.
- Regierungen werden eingesetzt, um diese Rechte zu sichern.
- Rechtmäßige Regierungsgewalt beruht auf der Zustimmung der Regierten.
- Die britische Herrschaft verletzt nach Darstellung der Kolonisten diese Bedingungen dauerhaft.
- Deshalb sei die Trennung von Großbritannien berechtigt.
Der entscheidende Gedanke ist Schritt 4: Erst die behauptete Reihe schwerer Rechtsverletzungen verbindet die allgemeinen Grundsätze mit der konkreten Unabhängigkeit.
Wie ist das Dokument aufgebaut?
Die Unabhängigkeitserklärung besteht aus drei logisch verbundenen Teilen. Jeder Teil erfüllt eine andere Aufgabe.
| Teil | Aufgabe | Leitfrage |
|---|---|---|
| Präambel | Rechte und Grundsätze erklären | Wann ist eine Regierung rechtmäßig? |
| Anklagen | Übergriffe der britischen Krone aufzählen | Warum habe die britische Herrschaft ihre Berechtigung verloren? |
| Schlusserklärung | politische Trennung folgern | Was folgt aus den Grundsätzen und Anklagen? |
Die Anklagen richten sich vor allem gegen König und Krone. Genannt werden unter anderem die Behinderung von Gesetzen und kolonialen Parlamenten, Eingriffe in die Rechtsprechung, stehende Heere in Friedenszeiten, Handelsbeschränkungen und Krieg gegen die koloniale Bevölkerung.
Diese Vorwürfe sind als Argumente der Verfasser zu lesen. Das Ausgangsmaterial weist darauf hin, dass die Anklageliste historisch nicht in allen Einzelheiten korrekt ist. Du solltest daher zwischen dem Aufbau der Argumentation und der historischen Prüfung einzelner Vorwürfe unterscheiden.
Die Aussage „Der König hat koloniale Parlamente behindert“ gehört zu den Anklagen. Die Aussage „Regierungen erhalten ihre gerechte Macht durch Zustimmung“ gehört zur Präambel. Die Erklärung „Die Kolonien sind freie und unabhängige Staaten“ bildet die Schlussfolgerung.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
In der stehen die allgemeinen politischen Grundsätze. Die behaupteten Rechtsverletzungen erscheinen in den . Daraus leitet die die Trennung von Großbritannien ab.
Galt die erklärte Gleichheit wirklich für alle?
Die Erklärung formuliert einen allgemeinen Anspruch: Alle Menschen seien gleich geschaffen und besäßen unveräußerliche Rechte. In der politischen und gesellschaftlichen Wirklichkeit von 1776 wurden diese Rechte jedoch nicht allen Menschen in gleicher Weise gewährt.
Vor allem frei geborene weiße Männer profitierten zunächst vollständig von den politischen Rechten. Frauen, versklavte Menschen und freie Schwarze blieben ausgeschlossen oder stark benachteiligt. Der Kongress strich zudem Jeffersons Verurteilung der Sklaverei aus dem Entwurf, um die Zustimmung der sklavenhaltenden Kolonien nicht zu gefährden.
Hier stehen Anspruch und Wirklichkeit nebeneinander:
- Anspruch: Gleichheit und unveräußerliche Rechte werden allgemein formuliert.
- Wirklichkeit: Die tatsächliche Gewährung voller Rechte bleibt auf einen begrenzten Personenkreis beschränkt.
Der Widerspruch widerlegt nicht, dass der Text allgemeine Rechte formuliert. Er zeigt aber, dass diese Grundsätze 1776 nicht konsequent umgesetzt wurden.
Welche Daten darfst du nicht verwechseln?
Drei Daten beschreiben verschiedene Schritte. Sie dürfen nicht so behandelt werden, als bezeichneten sie dasselbe Ereignis.
- 2. Juli 1776: Der Kontinentalkongress stimmt für die Unabhängigkeit.
- 4. Juli 1776: Der Kongress nimmt den erklärenden und begründenden Text an. Dieses Datum wird als Independence Day gefeiert.
- 2. August 1776: Die meisten Delegierten unterzeichnen die ausgefertigte Urkunde.
Insgesamt trugen später 56 Delegierte ihre Unterschrift. Die verbreitete Aussage, alle hätten das bekannte Dokument am 4. Juli unterzeichnet, vermischt Annahme und spätere Unterzeichnung.
2. Juli: Beschluss – 4. Juli: Erklärung angenommen – 2. August: die meisten Unterschriften.
Karteikasten
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Alles auf einen Blick
- Amerikanische Unabhängigkeitserklärung
- Vorgeschichte
- Steuern ohne politische Vertretung
- Proteste, Zwangsmaßnahmen und Krieg
- Argumentation
- unveräußerliche Rechte
- Zustimmung der Regierten
- Widerstandsrecht bei dauerhaften Übergriffen
- Aufbau
- Präambel
- Anklagen
- Schlusserklärung
- Historische Einordnung
- Annahme am 4. Juli 1776
- spätere Unterzeichnung der Urkunde
- Gleichheitsanspruch und tatsächliche Ausschlüsse
- Vorgeschichte
Abschluss-Check
Du hast den Kern verstanden, wenn du die Erklärung nicht nur als Datum kennst, sondern ihre Logik erklären kannst: Rechte setzen der Regierung Grenzen; dauerhafte Verletzungen dieser Rechte sollen politische Veränderung rechtfertigen.
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