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Hieroglyphen

Hieroglyphen einfach erklärt: Die Bildschrift des alten Ägypten, ihre Zeichen, Nutzung und Bedeutung für Verwaltung und Religion.

Du stehst im Museum vor einer Wand voller kleiner Bilder: Vögel, Augen, Hände und Linien. Auf den ersten Blick sieht das aus wie Kunst. Für Menschen im alten Ägypten konnte es aber auch ein Text sein. Hier lernst du, wie Hieroglyphen funktionierten und warum sie so wichtig waren.

Deine Lernziele
  • Du kannst erklären, was Hieroglyphen sind.
  • Du unterscheidest Bildzeichen, Lautzeichen und Deutzeichen.
  • Du weißt, wo Hieroglyphen benutzt wurden.
  • Du verstehst, wie der Stein von Rosetta bei der Entzifferung half.

Was Hieroglyphen sind

Wenn du heute eine Nachricht schreibst, nutzt du Buchstaben. Die alten Ägypter nutzten für wichtige Texte oft Zeichen, die wie Bilder aussahen. Diese Zeichen konnten auf Tempelwänden, Grabwänden, Stelen oder Gegenständen stehen.

Hieroglyphen sind Schriftzeichen mit bildhaftem Aussehen. Das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet ungefähr heilige eingeritzte Zeichen. Gemeint ist hier meistens die Schrift des alten Ägypten.

Definition

Hieroglyphen sind Zeichen der altägyptischen Schrift. Viele sehen aus wie Menschen, Tiere, Pflanzen oder Dinge. Sie konnten aber nicht nur Bilder meinen, sondern auch Laute oder ganze Wörter ausdrücken.

Wichtig ist: Hieroglyphen sind keine einfache Bildersammlung. Ein Vogel bedeutete nicht immer Vogel. Ein Zeichen konnte für einen Laut stehen, für ein Wort oder als Hilfe zur Bedeutung dienen.

Beispiel

Stell dir ein Zeichen vor, das wie eine Eule aussieht. In einem Text kann es für einen Laut stehen, ähnlich wie bei uns ein Buchstabe. Es muss dann nicht heißen: Hier geht es um eine echte Eule.

Merke

Hieroglyphen sehen oft wie Bilder aus, sind aber eine richtige Schrift.

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Warum die Schrift so wichtig war

Im alten Ägypten mussten viele Dinge festgehalten werden: Besitz, Abgaben, Namen, Herrscher, religiöse Texte und wichtige Ereignisse. Schreiben half also nicht nur beim Erzählen. Es half auch beim Verwalten eines großen Landes am Nil.

Ein Schreiber war eine Person, die lesen und schreiben konnte. Das war ein besonderer Beruf. Nur ein kleiner Teil der Bevölkerung beherrschte die Schrift sicher. Schreiber konnten für Tempel, Verwaltung oder Herrscher arbeiten.

Beispiel

Ein Schreiber konnte notieren, wie viel Getreide ein Dorf abgeben musste. Ein anderer konnte den Namen eines Königs auf einem Denkmal festhalten.

Hieroglyphen hatten auch eine religiöse Bedeutung. Viele Texte standen in Tempeln und Gräbern. Dort sollten sie Götter ehren, Verstorbene begleiten oder Macht zeigen.

Gut zu wissen

Die Ägypter nannten ihre Schrift sinngemäß Gottesworte. Das zeigt, dass sie Hieroglyphen nicht nur als Alltagstechnik sahen.

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Wie Hieroglyphen Zeichen benutzen

Damit du Hieroglyphen verstehst, brauchst du drei Grundideen. Ein Zeichen kann einen Laut, ein Wort oder eine Bedeutungshilfe darstellen.

Ein Lautzeichen ist ein Zeichen, das für einen Laut steht. Es funktioniert ein wenig wie ein Buchstabe, aber nicht genau wie unser Alphabet. Viele ägyptische Zeichen gaben Konsonanten wieder. Konsonanten sind Laute wie m, n, r, k oder t. Vokale wie a, e, i, o, u wurden oft nicht eindeutig mitgeschrieben.

Beispiel

Ein Zeichen konnte für den Laut m stehen. Wenn es in einem Wort auftauchte, half es beim Lesen des Klangs, nicht unbedingt beim Erkennen eines abgebildeten Gegenstands.

Ein Wortzeichen steht für ein ganzes Wort. Das Bild passt dann oft zum Wort. Ein Hauszeichen konnte zum Beispiel das Wort Haus ausdrücken.

Beispiel

Wenn ein Zeichen wie ein Grundriss eines Hauses aussieht, kann es als Wortzeichen das Wort Haus meinen.

Ein Deutzeichen ist ein Zeichen am Ende eines Wortes. Es wird nicht mitgesprochen. Es hilft dir, die Bedeutung zu erkennen. Das war wichtig, weil viele Wörter ohne Vokale ähnlich aussahen.

Beispiel

Stell dir vor, zwei ägyptische Wörter hätten die gleichen Konsonanten. Ein Deutzeichen mit laufenden Beinen könnte zeigen: Hier geht es um Bewegung. Ein anderes Deutzeichen könnte zeigen: Hier geht es um ein Gebäude.

Merke

Lautzeichen helfen beim Klang. Wortzeichen nennen ein ganzes Wort. Deutzeichen helfen bei der Bedeutung.

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Wie man die Leserichtung erkennt

Unsere Texte liest du meistens von links nach rechts. Hieroglyphen konnten anders angeordnet sein. Sie konnten von rechts nach links, von links nach rechts oder von oben nach unten gelesen werden.

Die Leserichtung ist die Richtung, in der du einen Text liest. Bei Hieroglyphen erkennst du sie oft an Menschen- oder Tierzeichen. Diese Figuren schauen normalerweise zum Textanfang.

Beispiel

Wenn die Vögel und Menschen nach links schauen, beginnt der Text meist links. Du liest ihnen also entgegen. Wenn sie nach rechts schauen, beginnt der Text meist rechts.

Hieroglyphen wurden außerdem oft schön angeordnet. Schreiber und Künstler füllten den Platz möglichst gleichmäßig. Deshalb stehen Zeichen manchmal nicht einfach in einer langen Reihe, sondern in kleinen Gruppen.

Gut zu wissen

Bei Hieroglyphen zählen also zwei Dinge: die richtige Leserichtung und die Anordnung der Zeichen in Gruppen.

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Wo und womit geschrieben wurde

Hieroglyphen kennt man besonders von Steinwänden. Sie wurden in Tempel und Gräber eingeritzt oder gemalt. Dort sollten sie lange sichtbar bleiben.

Eine Monumentalschrift ist eine Schrift für große, dauerhafte Inschriften auf Bauwerken oder Denkmälern. Hieroglyphen waren dafür gut geeignet, weil sie bildhaft und feierlich wirkten.

Beispiel

An einer Tempelwand konnte ein König mit Göttern dargestellt werden. Daneben standen Hieroglyphen, die seinen Namen, seine Taten oder religiöse Worte festhielten.

Für den Alltag gab es schnellere Schriftformen. Hieratisch war eine vereinfachte Schreibschrift, die gut zu Papyrus passte. Papyrus ist ein Schreibmaterial aus der Papyruspflanze. Später wurde auch Demotisch genutzt, eine noch stärker vereinfachte Alltagsschrift.

Beispiel

Eine lange Verwaltungsnotiz schrieb man eher nicht mühsam als schöne Hieroglyphen in Stein. Dafür war eine schnellere Schrift auf Papyrus praktischer.

Merke

Hieroglyphen waren besonders wichtig für dauerhafte und feierliche Texte. Für schnelle Notizen nutzten Ägypter vereinfachte Schriften.

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Wie Hieroglyphen wieder verstanden wurden

Viele Jahrhunderte lang konnten Menschen Hieroglyphen nicht mehr sicher lesen. Man sah die Zeichen, verstand aber das Schriftsystem nicht. Erst ein besonderer Fund brachte den Durchbruch.

Der Stein von Rosetta ist eine beschriftete Steinplatte. Auf ihr steht derselbe Text in drei Schriften: Hieroglyphen, Demotisch und Griechisch. Weil Gelehrte Griechisch lesen konnten, hatten sie einen Vergleichstext.

Beispiel

Stell dir ein Arbeitsblatt mit demselben Satz auf Deutsch, Englisch und einer unbekannten Geheimschrift vor. Wenn du Deutsch und Englisch kennst, kannst du die unbekannte Schrift Stück für Stück vergleichen.

Jean-François Champollion war ein französischer Gelehrter. Er erkannte 1822 entscheidend, dass Hieroglyphen auch Laute wiedergeben. Das war wichtig, denn viele hatten vorher gedacht, jedes Zeichen sei nur ein Symbol für eine Idee.

Beispiel

Königsnamen in besonderen Namensringen halfen beim Vergleichen. Wenn ein bekannter Name an mehreren Stellen auftauchte, konnte man einzelne Zeichen mit Lauten verbinden.

Ein solcher Namensring heißt Kartusche. Eine Kartusche ist eine ovale Umrahmung um königliche Namen. Sie zeigte: Hier steht ein Name eines Herrschers oder einer Herrscherin.

Merke

Der Stein von Rosetta half, weil ein bekannter Text neben den unbekannten Schriften stand.

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Zusammenfassung

Hieroglyphen waren die bildhaft aussehende Schrift des alten Ägypten. Sie standen besonders auf Tempeln, Gräbern, Stelen und wichtigen Gegenständen. Sie waren also Schrift, Kunst und Zeichen von Macht oder Religion zugleich.

Du hast gesehen, dass Hieroglyphen nicht einfach Bilderrätsel waren. Sie konnten als Lautzeichen, Wortzeichen oder Deutzeichen funktionieren. Deutzeichen halfen besonders, weil Vokale oft nicht klar mitgeschrieben wurden.

Auch die Leserichtung war besonders. Menschen- und Tierzeichen schauen häufig zum Anfang des Textes. So kannst du erkennen, von welcher Seite aus gelesen wird.

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