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Hochkultur

Hochkultur einfach erklärt: Merkmale wie Staat, Schrift, Verwaltung, Arbeitsteilung, Religion, Kunst und Wissenschaft im Überblick.

Stell dir eine Stadt vor Tausenden von Jahren vor: mit grossen Tempeln, einem Herrscher, Beamten, die Vorraete verwalten, und Menschen, die in Zeichen schreiben koennen. So eine besonders weit entwickelte Gesellschaft nennt man eine Hochkultur. Wenn du diese Seite durcharbeitest, verstehst du, welche Merkmale eine Hochkultur ausmachen, warum die ersten an grossen Fluessen entstanden und warum sogar der Begriff selbst unter Fachleuten umstritten ist.

Das Thema ist der naechste grosse Schritt nach der Jungsteinzeit: Aus Doerfern von Bauern wurden mit der Zeit erste Staaten mit Staedten, Schrift und Verwaltung.

Deine Lernziele
  • Ich kann erklaeren, was in der Geschichtswissenschaft mit Hochkultur gemeint ist.
  • Ich kann mehrere typische Merkmale einer Hochkultur nennen.
  • Ich kann begruenden, warum die ersten Hochkulturen an grossen Fluessen entstanden.
  • Ich kann die Gesellschaft einer Hochkultur als Hierarchie beschreiben.
  • Ich kann erklaeren, warum der Begriff Hochkultur heute kritisch gesehen wird.

Was ist eine Hochkultur?

Eine Hochkultur ist eine besonders komplexe, weit entwickelte Gesellschaft. "Komplex" bedeutet: Es gibt viele verschiedene Aufgaben, Gruppen und Einrichtungen, die miteinander zusammenwirken. Eine Hochkultur ist also viel staerker organisiert als ein einfaches Bauerndorf.

Definition

Hochkultur

Als Hochkultur bezeichnet man in der Geschichtswissenschaft eine Gesellschaft mit besonders hohem Organisationsgrad. Kennzeichen sind zum Beispiel Schrift, Staat und Verwaltung, Arbeitsteilung, eine gegliederte Gesellschaft, eine ausgebaute Religion, Staedte und grosse Bauwerke.

Merke

Nicht jedes einzelne Merkmal muss vorhanden sein. Fachleute streiten sogar darueber, welche Merkmale wirklich noetig sind. Als besonders wichtig gilt aber die Schrift: Sie zaehlt fuer viele als notwendige Voraussetzung einer Hochkultur.

Die Merkmale einer Hochkultur

Hochkulturen erkennt man an einem ganzen Buendel von Merkmalen, die oft (aber nicht immer) zusammen auftreten. Diese Liste solltest du dir gut einpraegen.

Gut zu wissen

Typische Merkmale einer Hochkultur:

  • Schrift: Zeichen zum Festhalten von Wissen, zum Beispiel die Keilschrift der Sumerer.
  • Staat und Verwaltung: eine zentrale Herrschaft mit Beamten, die Steuern und Vorraete verwalten.
  • Arbeitsteilung: Menschen ueben verschiedene Berufe aus, etwa Bauern, Handwerker, Haendler und Priester.
  • Soziale Gliederung: die Gesellschaft ist in Schichten geordnet, vom Herrscher bis zu den Abhaengigen.
  • Religion mit Priesterschaft: eine ausgebaute Religion mit eigenen Priestern und Tempeln.
  • Staedte: grosse Siedlungen als Zentren von Handel, Herrschaft und Religion.
  • Monumentalbauten: grosse Bauwerke wie Tempel, Pyramiden oder Palaeste.
  • Entwickelte Technik und Landwirtschaft: Pflugbau, Metallverarbeitung und Ueberschussproduktion.
  • Wissenschaft: Kenntnisse in Mathematik und Astronomie, zum Beispiel fuer den Kalender.
Definition

Schrift

Schrift ist ein System aus festen Zeichen, mit dem man Sprache und Wissen dauerhaft festhalten kann. Mit Schrift lassen sich Gesetze, Handel und Vorraete verwalten und ueber lange Zeit weitergeben.

Definition

Arbeitsteilung

Arbeitsteilung bedeutet, dass nicht jeder alles selbst macht. Verschiedene Menschen uebernehmen verschiedene Berufe. So kann sich zum Beispiel ein Handwerker ganz auf seine Toepferei spezialisieren.

Beispiel

Denk an eine grosse Baustelle fuer einen Tempel. Damit sie funktioniert, braucht es Bauern, die Nahrung liefern, Handwerker, die Steine bearbeiten, Schreiber, die alles aufschreiben, und einen Herrscher oder Priester, der das Ganze leitet. Genau dieses Zusammenspiel vieler Aufgaben ist typisch fuer eine Hochkultur.

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Warum entstanden die ersten Hochkulturen an Fluessen?

Die fruehesten Hochkulturen entstanden an grossen Fluessen: in Mesopotamien an Euphrat und Tigris, in Aegypten am Nil, am Indus und in China am Gelben Fluss. Das ist kein Zufall.

Gut zu wissen

Warum Fluesse so wichtig waren:

  • Regelmaessige Ueberschwemmungen machten den Boden fruchtbar. So gab es reiche Ernten.
  • Reiche Ernten schufen einen Nahrungsueberschuss, den man lagern konnte.
  • Fuer Bewaesserung und Staudaemme mussten viele Menschen zusammenarbeiten.
  • Diese Zusammenarbeit erforderte Organisation, Verwaltung und Planung.
Definition

Nahrungsueberschuss

Ein Nahrungsueberschuss entsteht, wenn mehr Nahrung erzeugt wird, als die Bauern selbst brauchen. Der Ueberschuss ernaehrt dann auch Menschen, die nicht auf dem Feld arbeiten, zum Beispiel Priester, Beamte oder Handwerker.

Merke

Ein wichtiger Zusammenhang: Nur wenn genug Nahrung im Ueberschuss da ist, koennen sich Menschen anderen Aufgaben widmen. Erst der Ueberschuss macht Arbeitsteilung, Verwaltung und grosse Bauwerke moeglich. Fluesse waren aber keine zwingende Bedingung: Die amerikanischen Hochkulturen entstanden auch ohne grosse Flusssysteme, nur spaeter.

Die Gesellschaft: eine Pyramide

In einer Hochkultur waren die Menschen nicht mehr alle gleich. Die Gesellschaft war in Schichten gegliedert, oft wie eine Pyramide: wenige oben, viele unten.

Gut zu wissen

Eine typische Gliederung von oben nach unten:

  • Koenig oder Herrscher: an der Spitze, oft als von den Goettern eingesetzt angesehen.
  • Priester: verwalteten Tempel und Religion und hatten grossen Einfluss.
  • Beamte und Schreiber: verwalteten Vorraete, Steuern und Handel.
  • Handwerker und Haendler: stellten Waren her und trieben Handel.
  • Bauern: die grosse Mehrheit, die die Nahrung erzeugte.
  • Abhaengige und Sklaven: ganz unten, oft ohne eigene Rechte.
Beispiel

Vergleiche das mit einer grossen Schulveranstaltung: Es gibt eine Leitung, die entscheidet, Helferinnen, die organisieren, und viele, die die eigentliche Arbeit machen. In einer Hochkultur war diese Ordnung aber fest und dauerhaft, und die Stellung wurde meist vererbt.

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Wo entstanden die ersten Hochkulturen?

Die aelteste Hochkultur war die der Sumerer in Mesopotamien, dem Land zwischen Euphrat und Tigris. Die Sumerer gelten als Erfinder der Keilschrift. Kurz darauf entstand am Nil die Hochkultur des Alten Aegypten.

Gut zu wissen

Wichtige fruehe Hochkulturen und ihre Fluesse:

  • Sumer / Mesopotamien: an Euphrat und Tigris, mit Keilschrift.
  • Aegypten: am Nil, mit Pyramiden und Hieroglyphen.
  • Harappa-Kultur: am Indus, mit geplanten Staedten.
  • China: am Gelben Fluss.
  • Amerika (spaeter): Maya, Azteken und Inka, auch ohne grosse Fluesse.

Uebrigens: Die Schrift wurde nicht nur an einem einzigen Ort erfunden. Fachleute gehen davon aus, dass die Schrift mehrmals unabhaengig entstanden ist, zum Beispiel in Mesopotamien, Aegypten und China.

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Ein umstrittener Begriff

Das Wort "Hochkultur" klingt nach "besonders hoch" und damit nach "besser". Genau das ist ein Problem, denn es wertet andere Gesellschaften ab.

Gut zu wissen

Warum der Begriff kritisch gesehen wird:

  • Er stammt aus dem 19. Jahrhundert, als man Kulturen in "hoehere" und "niedere" einteilte.
  • Diese Einteilung gilt heute als ueberholt und unfair.
  • Deshalb benutzen viele Fachleute lieber Begriffe wie komplexe Gesellschaft.
Merke

Ein interessantes Beispiel: Das Alte Griechenland und das Roemische Reich zaehlt man traditionell NICHT zu den Hochkulturen im Sinne der fruehen Hochkulturen. Warum genau, ist gar nicht so leicht zu sagen. Auch das zeigt: Der Begriff ist unscharf, und die Fachleute sind sich nicht immer einig.

Pruefungsmodus

In Klassenarbeiten sollst du oft erklaeren und begruenden, nicht nur Begriffe nennen. Uebe deshalb mit gemischten Fragen.

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Alles auf einen Blick

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Abschluss-Check

Diese Aufgaben pruefen, ob du das Gelernte auf neue Faelle uebertragen kannst. Antworte in ganzen Saetzen, wenn du schriftlich uebst.

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Zusammenfassung

Eine Hochkultur ist eine besonders komplexe, weit entwickelte Gesellschaft. Zu ihren Merkmalen zaehlen Schrift, Staat und Verwaltung, Arbeitsteilung, eine gegliederte Gesellschaft, eine ausgebaute Religion, Staedte, Monumentalbauten und Wissenschaft. Die Schrift gilt dabei oft als notwendige Voraussetzung.

Die ersten Hochkulturen entstanden meist an grossen Fluessen wie Euphrat und Tigris, dem Nil, dem Indus und dem Gelben Fluss. Der Grund: Fruchtbare Boeden schufen einen Nahrungsueberschuss, und die Bewaesserung erforderte Organisation und Verwaltung. Die aelteste Hochkultur war die der Sumerer mit ihrer Keilschrift. Fluesse waren aber kein Muss, wie die spaeteren Hochkulturen in Amerika zeigen.

Die Gesellschaft war in Schichten gegliedert, vom Herrscher ueber Priester und Beamte bis zu Bauern und Abhaengigen. Der Begriff Hochkultur selbst ist umstritten, weil er wertend klingt; deshalb spricht man heute oft lieber von einer komplexen Gesellschaft.