Geschichte

Zeitstrahl Geschichte: Epochen sicher einordnen

Zeitstrahl Geschichte: Epochen sicher einordnen
Zeitstrahl Geschichte: Epochen sicher einordnen
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Ein Zeitstrahl Geschichte ordnet Ereignisse nach ihrer zeitlichen Reihenfolge. Er zeigt, was früher oder später geschah, welche Entwicklungen gleichzeitig verliefen und wie groß zeitliche Abstände sind. Epochen helfen bei der Orientierung, ihre Grenzen sind aber nur ungefähre und perspektivische Einteilungen.

Deine Lernziele

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Einen Zeitstrahl richtig lesen

Ein Zeitstrahl verläuft normalerweise von früher nach später. Links stehen ältere, rechts jüngere Ereignisse. Die Abstände sollten erkennen lassen, wie viel Zeit zwischen den Einträgen liegt.

Definition

Chronologie

Chronologie bedeutet zeitliche Ordnung. Eine chronologische Darstellung beginnt mit dem frühesten Ereignis und führt zum spätesten.

Bei Jahren vor Christus läuft die Zählung in Richtung Gegenwart abwärts: 500 v. Chr. liegt vor 44 v. Chr. Danach folgen die Jahre nach Christus. Zwischen 1 v. Chr. und 1 n. Chr. gibt es in dieser Zeitrechnung kein Jahr 0.

Beispiel

Ordne 500 v. Chr., 44 v. Chr., 476 n. Chr. und 1517 n. Chr.

Die richtige Reihenfolge lautet:

  1. 500 v. Chr.
  2. 44 v. Chr.
  3. 476 n. Chr.
  4. 1517 n. Chr.

Bei den Jahren vor Christus ist 500 v. Chr. früher als 44 v. Chr. Die Jahreszahlen nach Christus steigen dagegen in Richtung Gegenwart an.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelches Ereignis liegt am frühesten?
Lösung: Ein Ereignis im Jahr 500 v. Chr. — Bei Jahren vor Christus näherst du dich der Gegenwart, wenn die Zahl kleiner wird. Deshalb liegt 500 v. Chr. vor 44 v. Chr.
Epochen geben Orientierung

Eine Epoche ist ein längerer historischer Zeitraum, den Menschen zur Orientierung benennen. In einer europäisch und deutsch geprägten Gliederung werden häufig folgende Näherungen verwendet:

Zeitstrahl
  1. ca. 2,5 Millionen–500 v. Chr.Frühgeschichte
  2. ca. 500 v. Chr.–500 n. Chr.Antike
  3. ca. 500–1500Mittelalter
  4. ca. 1500–1900Neuzeit
  5. ca. 1900–heuteNeueste Geschichte und Zeitgeschichte

Diese Einteilung ist keine weltweit einzig gültige Ordnung. Andere Regionen können andere Entwicklungen hervorheben und deshalb andere Grenzen setzen.

Merke

Epochen sind Denkhilfen: Sie bündeln typische Entwicklungen, aber die Geschichte wechselt nicht an einem einzigen Tag vollständig von einer Epoche zur nächsten.

Das Ende des Weströmischen Reichs im Jahr 476 wird oft als Übergang von der Antike zum Mittelalter verwendet. Viele politische, religiöse und gesellschaftliche Veränderungen begannen jedoch früher und wirkten später weiter. Das Jahr markiert daher einen Orientierungspunkt, keinen plötzlichen vollständigen Wandel.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelWarum ist 476 keine weltweit feste Umschaltgrenze zwischen Antike und Mittelalter?
Lösung: Entwicklungen verliefen über längere Zeit und in verschiedenen Regionen unterschiedlich. — Epochengrenzen fassen längerfristige Veränderungen zusammen. Ihre Auswahl hängt außerdem von der betrachteten Region und Fragestellung ab.
Jahre einem Jahrhundert zuordnen

Ein Jahrhundert umfasst 100 Jahre. Das 1. Jahrhundert n. Chr. reicht von 1 bis 100, das 2. von 101 bis 200. Entsprechend umfasst das 5. Jahrhundert v. Chr. die Jahre 500 bis 401 v. Chr.

So bestimmst du das Jahrhundert:

  1. Prüfe zuerst, ob das Jahr vor oder nach Christus liegt.
  2. Bei einer Jahreszahl, die nicht auf 00 endet, streichst du die letzten beiden Ziffern und addierst 1.
  3. Endet die Jahreszahl auf 00, gehören die Hunderter bereits zum gesuchten Jahrhundert.
  4. Ergänze immer „v. Chr.“ oder „n. Chr.“.
Beispiel

476 n. Chr.: Die letzten beiden Ziffern sind nicht 00. Aus 4 wird durch Addieren von 1 das 5. Jahrhundert n. Chr.

1900 n. Chr.: Das Jahr endet auf 00. Es gehört zum 19. Jahrhundert n. Chr. Erst 1901 beginnt das 20. Jahrhundert.

44 v. Chr.: Die Zahl liegt zwischen 100 und 1 v. Chr. Sie gehört zum 1. Jahrhundert v. Chr.

500 v. Chr.: Die Zahl endet auf 00. Sie gehört zum 5. Jahrhundert v. Chr.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Das Jahr 476 n. Chr. liegt im Jahrhundert. Das Jahr 1900 gehört noch zum Jahrhundert. Das Jahr 1901 eröffnet das Jahrhundert. Das Jahr 44 v. Chr. liegt im Jahrhundert v. Chr.

Lösungen: Lücke 1: 5.; Lücke 2: 19.; Lücke 3: 20.; Lücke 4: 1.. Ein Jahrhundert beginnt mit einem Jahr, das auf 01 endet, und endet mit einem Jahr, das auf 00 endet. Bei Angaben vor Christus muss der Zusatz erhalten bleiben.
Ereignisse, Abstände und Gleichzeitigkeit vergleichen

Ein sinnvoller Zeitstrahl zeigt nicht nur Daten. Er hilft dir, Beziehungen zwischen Ereignissen zu untersuchen.

Zeitstrahl
  1. 476Ende des Weströmischen Reichs
  2. 1453Ende des Oströmischen Reichs
  3. 1517Beginn der Reformation
  4. 1789Französische Revolution
  5. 1914–1918Erster Weltkrieg
  6. 1939–1945Zweiter Weltkrieg
  7. 1961Bau der Berliner Mauer
  8. 1989Fall der Berliner Mauer
  9. 1990Deutsche Wiedervereinigung

Zeitliche Abstände bestimmen

Liegen beide Jahreszahlen nach Christus, kannst du die frühere von der späteren Zahl abziehen.

Beispiel

Zwischen 476 und 1453 liegen:

1453 − 476 = 977 Jahre

Zwischen dem Beginn der Reformation 1517 und der Französischen Revolution 1789 liegen:

1789 − 1517 = 272 Jahre

Die Rechnung zeigt den Abstand. Sie erklärt noch nicht, ob und wie die Ereignisse historisch zusammenhängen.

Gleichzeitigkeit erkennen

Gleichzeitigkeit bedeutet, dass Entwicklungen im selben Zeitraum stattfinden. Sie müssen weder am selben Ort noch auf dieselbe Weise verlaufen. Während in Europa etwa Mittelalter oder Neuzeit als Epochen verwendet werden, bestanden in Afrika, Asien und Amerika eigene Reiche, Kulturen und Entwicklungsverläufe.

Gut zu wissen

Ein Zeitstrahl ist immer eine Auswahl. Wenn er nur europäische Ereignisse zeigt, darfst du daraus nicht schließen, dass anderswo nichts geschah. Frage deshalb: Welche Region wird dargestellt, und was fehlt?

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Frage 1 von 2MittelWie groß ist der Abstand zwischen 1517 und 1789?
Lösung: 272 Jahre — 1789 − 1517 ergibt 272. Der berechnete Abstand allein beweist jedoch noch keinen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang.
Frage 2 von 2SchwerZwei Regionen erleben im selben Jahrhundert sehr unterschiedliche Entwicklungen. Was zeigt das?
Lösung: Historische Entwicklungen können gleichzeitig, aber verschieden verlaufen. — Gleichzeitigkeit bedeutet nicht Gleichförmigkeit. Verschiedene Gesellschaften können zur selben Zeit unterschiedliche politische, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklungen erleben.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Zeitstrahl Geschichte
    • Zeitlich orientieren
      • früher und später ordnen
      • Abstände berechnen
    • Jahrhunderte bestimmen
      • Jahre 1–100 bilden das 1. Jahrhundert
      • Angaben vor und nach Christus unterscheiden
    • Epochen verwenden
      • längere Entwicklungen bündeln
      • Grenzen als Näherungen verstehen
    • Darstellungen prüfen
      • Region und Perspektive beachten
      • Auswahl und Auslassungen erkennen
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtIn welchem Jahrhundert liegt das Jahr 1453?
Lösung: Im 15. Jahrhundert n. Chr. — Das 15. Jahrhundert reicht von 1401 bis 1500. Deshalb liegt 1453 im 15. Jahrhundert.
Frage 2 von 3MittelWelche Reihenfolge ist chronologisch richtig?
Lösung: 44 v. Chr. – 476 n. Chr. – 1517 n. Chr. – 1989 n. Chr. — Ordne zuerst Angaben vor und nach Christus. Innerhalb der Jahre nach Christus steigt die Jahreszahl von früher nach später.
Frage 3 von 3SchwerEin Zeitstrahl nennt 476 als Ende der Antike. Welche Beurteilung ist am treffendsten?
Lösung: 476 ist ein nützlicher Orientierungspunkt, doch Übergänge verliefen länger und regional verschieden. — Epochen erleichtern die Orientierung. Du nutzt sie reflektiert, wenn du ihre ungefähren Grenzen und ihre Perspektivabhängigkeit mitdenkst.

Prüfe dich zum Schluss: Kannst du ein unbekanntes Jahr einem Jahrhundert zuordnen, fünf Ereignisse chronologisch ordnen und erklären, warum ein Epochenwechsel länger als einen Tag dauert? Dann kannst du einen historischen Zeitstrahl nicht nur lesen, sondern auch kritisch beurteilen.

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