Zeitstrahl Geschichte: Epochen sicher einordnen
Ein Zeitstrahl Geschichte ordnet Ereignisse nach ihrer zeitlichen Reihenfolge. Er zeigt, was früher oder später geschah, welche Entwicklungen gleichzeitig verliefen und wie groß zeitliche Abstände sind. Epochen helfen bei der Orientierung, ihre Grenzen sind aber nur ungefähre und perspektivische Einteilungen.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Einen Zeitstrahl richtig lesen
Ein Zeitstrahl verläuft normalerweise von früher nach später. Links stehen ältere, rechts jüngere Ereignisse. Die Abstände sollten erkennen lassen, wie viel Zeit zwischen den Einträgen liegt.
Chronologie
Chronologie bedeutet zeitliche Ordnung. Eine chronologische Darstellung beginnt mit dem frühesten Ereignis und führt zum spätesten.
Bei Jahren vor Christus läuft die Zählung in Richtung Gegenwart abwärts: 500 v. Chr. liegt vor 44 v. Chr. Danach folgen die Jahre nach Christus. Zwischen 1 v. Chr. und 1 n. Chr. gibt es in dieser Zeitrechnung kein Jahr 0.
Ordne 500 v. Chr., 44 v. Chr., 476 n. Chr. und 1517 n. Chr.
Die richtige Reihenfolge lautet:
- 500 v. Chr.
- 44 v. Chr.
- 476 n. Chr.
- 1517 n. Chr.
Bei den Jahren vor Christus ist 500 v. Chr. früher als 44 v. Chr. Die Jahreszahlen nach Christus steigen dagegen in Richtung Gegenwart an.
Epochen geben Orientierung
Eine Epoche ist ein längerer historischer Zeitraum, den Menschen zur Orientierung benennen. In einer europäisch und deutsch geprägten Gliederung werden häufig folgende Näherungen verwendet:
- ca. 2,5 Millionen–500 v. Chr.Frühgeschichte
- ca. 500 v. Chr.–500 n. Chr.Antike
- ca. 500–1500Mittelalter
- ca. 1500–1900Neuzeit
- ca. 1900–heuteNeueste Geschichte und Zeitgeschichte
Diese Einteilung ist keine weltweit einzig gültige Ordnung. Andere Regionen können andere Entwicklungen hervorheben und deshalb andere Grenzen setzen.
Epochen sind Denkhilfen: Sie bündeln typische Entwicklungen, aber die Geschichte wechselt nicht an einem einzigen Tag vollständig von einer Epoche zur nächsten.
Das Ende des Weströmischen Reichs im Jahr 476 wird oft als Übergang von der Antike zum Mittelalter verwendet. Viele politische, religiöse und gesellschaftliche Veränderungen begannen jedoch früher und wirkten später weiter. Das Jahr markiert daher einen Orientierungspunkt, keinen plötzlichen vollständigen Wandel.
Jahre einem Jahrhundert zuordnen
Ein Jahrhundert umfasst 100 Jahre. Das 1. Jahrhundert n. Chr. reicht von 1 bis 100, das 2. von 101 bis 200. Entsprechend umfasst das 5. Jahrhundert v. Chr. die Jahre 500 bis 401 v. Chr.
So bestimmst du das Jahrhundert:
- Prüfe zuerst, ob das Jahr vor oder nach Christus liegt.
- Bei einer Jahreszahl, die nicht auf 00 endet, streichst du die letzten beiden Ziffern und addierst 1.
- Endet die Jahreszahl auf 00, gehören die Hunderter bereits zum gesuchten Jahrhundert.
- Ergänze immer „v. Chr.“ oder „n. Chr.“.
476 n. Chr.: Die letzten beiden Ziffern sind nicht 00. Aus 4 wird durch Addieren von 1 das 5. Jahrhundert n. Chr.
1900 n. Chr.: Das Jahr endet auf 00. Es gehört zum 19. Jahrhundert n. Chr. Erst 1901 beginnt das 20. Jahrhundert.
44 v. Chr.: Die Zahl liegt zwischen 100 und 1 v. Chr. Sie gehört zum 1. Jahrhundert v. Chr.
500 v. Chr.: Die Zahl endet auf 00. Sie gehört zum 5. Jahrhundert v. Chr.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Das Jahr 476 n. Chr. liegt im Jahrhundert. Das Jahr 1900 gehört noch zum Jahrhundert. Das Jahr 1901 eröffnet das Jahrhundert. Das Jahr 44 v. Chr. liegt im Jahrhundert v. Chr.
Ereignisse, Abstände und Gleichzeitigkeit vergleichen
Ein sinnvoller Zeitstrahl zeigt nicht nur Daten. Er hilft dir, Beziehungen zwischen Ereignissen zu untersuchen.
- 476Ende des Weströmischen Reichs
- 1453Ende des Oströmischen Reichs
- 1517Beginn der Reformation
- 1789Französische Revolution
- 1914–1918Erster Weltkrieg
- 1939–1945Zweiter Weltkrieg
- 1961Bau der Berliner Mauer
- 1989Fall der Berliner Mauer
- 1990Deutsche Wiedervereinigung
Zeitliche Abstände bestimmen
Liegen beide Jahreszahlen nach Christus, kannst du die frühere von der späteren Zahl abziehen.
Zwischen 476 und 1453 liegen:
1453 − 476 = 977 Jahre
Zwischen dem Beginn der Reformation 1517 und der Französischen Revolution 1789 liegen:
1789 − 1517 = 272 Jahre
Die Rechnung zeigt den Abstand. Sie erklärt noch nicht, ob und wie die Ereignisse historisch zusammenhängen.
Gleichzeitigkeit erkennen
Gleichzeitigkeit bedeutet, dass Entwicklungen im selben Zeitraum stattfinden. Sie müssen weder am selben Ort noch auf dieselbe Weise verlaufen. Während in Europa etwa Mittelalter oder Neuzeit als Epochen verwendet werden, bestanden in Afrika, Asien und Amerika eigene Reiche, Kulturen und Entwicklungsverläufe.
Ein Zeitstrahl ist immer eine Auswahl. Wenn er nur europäische Ereignisse zeigt, darfst du daraus nicht schließen, dass anderswo nichts geschah. Frage deshalb: Welche Region wird dargestellt, und was fehlt?
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Zeitstrahl Geschichte
- Zeitlich orientieren
- früher und später ordnen
- Abstände berechnen
- Jahrhunderte bestimmen
- Jahre 1–100 bilden das 1. Jahrhundert
- Angaben vor und nach Christus unterscheiden
- Epochen verwenden
- längere Entwicklungen bündeln
- Grenzen als Näherungen verstehen
- Darstellungen prüfen
- Region und Perspektive beachten
- Auswahl und Auslassungen erkennen
- Zeitlich orientieren
Abschluss-Check
Prüfe dich zum Schluss: Kannst du ein unbekanntes Jahr einem Jahrhundert zuordnen, fünf Ereignisse chronologisch ordnen und erklären, warum ein Epochenwechsel länger als einen Tag dauert? Dann kannst du einen historischen Zeitstrahl nicht nur lesen, sondern auch kritisch beurteilen.
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