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Caesar-Verschlüsselung einfach erklärt

Caesar-Verschlüsselung einfach erklärt
Caesar-Verschlüsselung einfach erklärt
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Bei der Caesar-Verschlüsselung ersetzt du jeden Buchstaben durch einen Buchstaben, der im Alphabet um gleich viele Stellen verschoben ist. Die Anzahl der Stellen ist der Schlüssel. Zum Entschlüsseln gehst du dieselbe Anzahl Stellen zurück.

Deine Lernziele

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So funktioniert die feste Verschiebung

Der lesbare Ausgangstext heißt Klartext. Nach dem Verschlüsseln erhältst du den Geheimtext. Bei einem Schlüssel von 3 wird jeder Klartextbuchstabe durch den Buchstaben ersetzt, der drei Stellen weiter rechts im Alphabet steht.

Definition

Schlüssel

Der Schlüssel gibt die feste Anzahl der Alphabetstellen an, um die alle Buchstaben verschoben werden. Derselbe Schlüssel wird für jeden Buchstaben der Nachricht verwendet.

KlartextABCXYZ
Geheimtext bei Schlüssel 3DEFABC

Nach Z beginnt das Alphabet wieder bei A. Diese Rückkehr zum Anfang nennt man zyklische Verschiebung. Deshalb wird bei Schlüssel 3 aus X ein A und nicht etwa ein Zeichen außerhalb des Alphabets.

Merke

Beim Verschlüsseln gehst du vorwärts, beim Entschlüsseln rückwärts. Der Schlüssel bleibt dabei gleich.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Zuordnung gehört zu Schlüssel 3?
Lösung: Z → C — Beim Verschlüsseln gehst du drei Stellen vorwärts: Z → A → B → C.
Frage 2 von 2MittelEin Verfahren ersetzt A durch D, aber B durch F. Ist das eine Caesar-Verschlüsselung mit festem Schlüssel?
Lösung: Nein, denn die Verschiebung ist nicht für alle Buchstaben gleich. — Bei Caesar muss eine einzige feste Verschiebung für die gesamte Nachricht gelten.
So verschlüsselst du eine Nachricht

Gehe Buchstabe für Buchstabe vor:

  1. Notiere den Schlüssel.
  2. Suche den Klartextbuchstaben im normalen Alphabet.
  3. Gehe so viele Stellen vorwärts, wie der Schlüssel angibt.
  4. Beginne nach Z wieder bei A.
  5. Wiederhole das für alle Buchstaben.
Beispiel

Verschlüssele KRIMIS SIND TOLL mit Schlüssel 3.

  • K → N, denn N liegt drei Stellen nach K.
  • R → U.
  • I → L.
  • M → P.
  • I → L.
  • S → V.

Genauso verfährst du mit den übrigen Buchstaben. In diesem Beispiel bleiben die Leerzeichen stehen.

Klartext: KRIMIS SIND TOLL

Geheimtext: NULPLV VLQG WROO

Teste dich
Frage 1 von 1MittelWie lautet XYZ nach der Verschlüsselung mit Schlüssel 3?
Lösung: ABC — Zähle für jeden Buchstaben drei Stellen vorwärts und beginne nach Z wieder bei A: X → A, Y → B, Z → C.
So entschlüsselst du den Geheimtext

Beim Entschlüsseln kehrst du die Verschiebung um. Du suchst den Geheimtextbuchstaben und gehst um den Schlüssel rückwärts. Vor A setzt du bei Z fort.

Beispiel

Entschlüssele NULPLV VLQG WROO mit Schlüssel 3.

  • N → K, denn K liegt drei Stellen vor N.
  • U → R.
  • L → I.
  • P → M.

Wenn du diese Rückwärtsverschiebung fortsetzt, erhältst du:

Geheimtext: NULPLV VLQG WROO

Klartext: KRIMIS SIND TOLL

Die Probe gelingt: Verschiebst du den gefundenen Klartext wieder um 3 vorwärts, entsteht erneut der Geheimtext.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Richtung verwendest du beim Entschlüsseln mit bekanntem Schlüssel?
Lösung: Du gehst um die Schlüsselzahl rückwärts. — Entschlüsseln macht die feste Vorwärtsverschiebung rückgängig.
Frage 2 von 2MittelWelcher Klartext gehört bei Schlüssel 3 zum Geheimtext DEF?
Lösung: ABC — Gehe von D, E und F jeweils drei Stellen zurück: D → A, E → B, F → C.
Warum Caesar leicht zu knacken ist

Die Caesar-Verschlüsselung hat nur 26 mögliche Schlüssel, wenn A = 0, B = 1, C = 2 und so weiter gilt. Deshalb kann eine angreifende Person jeden Schlüssel ausprobieren und prüfen, ob ein sinnvoller Klartext entsteht. Sie muss den verwendeten Schlüssel vorher nicht kennen.

Beispiel

Der Geheimtext beginnt mit TLP.

Ein Test mit Schlüssel 2 ergibt durch zwei Schritte rückwärts RJN. Dieser Anfang wirkt für einen deutschen Text unplausibel. Weitere Schlüssel werden getestet. Mit Schlüssel 7 ergibt sich MEI, was zu einem möglichen deutschen Wortanfang wie MEIN passen kann.

Ein plausibler Anfang ist noch kein vollständiger Beweis. Deshalb wird anschließend geprüft, ob auch der restliche Text sinnvoll entschlüsselt wird.

Eine zweite Angriffsmöglichkeit nutzt Buchstabenhäufigkeiten. Weil ein Klartextbuchstabe immer durch denselben Geheimtextbuchstaben ersetzt wird, bleibt sein häufiges Auftreten erhalten – nur an einer anderen Stelle des Alphabets.

Definition

Häufigkeitsanalyse

Bei der Häufigkeitsanalyse zählst du, wie oft Buchstaben im Geheimtext vorkommen. Dann vergleichst du auffällige Häufigkeiten mit häufigen Buchstaben der vermuteten Sprache und prüfst den daraus abgeleiteten Schlüssel am gesamten Text.

Im längeren Beispieltext kommt L neunmal unter 50 Buchstaben vor. Das sind 9/50 = 18 %. Wird vermutet, dass L für das im Deutschen häufige E steht, ergibt sich eine Verschiebung um 7 Stellen. In diesem Beispiel ist 7 tatsächlich der Schlüssel.

Gut zu wissen

Bei kurzen Texten können Häufigkeiten zufällig stark abweichen. Eine Häufigkeitsannahme liefert daher zunächst einen Schlüssel zum Prüfen, nicht automatisch einen sicheren Beweis.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWas ist der wichtigste Grund dafür, dass man alle Caesar-Schlüssel schnell testen kann?
Lösung: Es gibt nur 26 mögliche Verschiebungen. — Der kleine Schlüsselraum erlaubt systematisches Probieren aller Verschiebungen.
Frage 2 von 2SchwerIn einem kurzen Geheimtext ist Q am häufigsten. Warum solltest du daraus nicht sofort einen Schlüssel als sicher erkannt ansehen?
Lösung: Kurze Texte können eine zufällige Häufigkeitsverteilung haben; der ganze entschlüsselte Text muss geprüft werden. — Eine Häufigkeit ist eine begründete Vermutung. Entscheidend ist, ob der abgeleitete Schlüssel den gesamten Text sinnvoll entschlüsselt.
Was an ROT13 besonders ist

ROT13 ist Caesar mit dem Schlüssel 13. Das Alphabet hat 26 Buchstaben. Nach einer Verschiebung um 13 liegt jeder Buchstabe genau seinem Partner in der anderen Hälfte des Alphabets gegenüber: A wird N und N wird A.

Beispiel

Wende ROT13 zweimal auf A an:

  1. A → N
  2. N → A

Zweimal 13 Stellen ergeben zusammen 26 Stellen und damit eine vollständige Runde durch das Alphabet. Deshalb verwendest du bei ROT13 dieselbe Zuordnung zum Ver- und Entschlüsseln.

Merke

ROT13 ist selbstumkehrend, aber nicht sicherer als andere Caesar-Schlüssel. Es eignet sich eher als Rätselcode als zum Schutz vertraulicher Nachrichten.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelWas geschieht, wenn du ROT13 zweimal auf denselben Text anwendest?
Lösung: Du erhältst wieder den ursprünglichen Text. — ROT13 vertauscht Buchstaben paarweise. Die zweite Anwendung macht die erste rückgängig.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Caesar-Verschlüsselung
    • Anwenden
      • fester Schlüssel
      • vorwärts verschlüsseln
      • rückwärts entschlüsseln
    • Untersuchen
      • 26 Schlüssel ausprobieren
      • Buchstabenhäufigkeiten vergleichen
    • Sonderfall ROT13
      • Schlüssel 13
      • selbstumkehrend
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 3LeichtWas muss bei einer einfachen Caesar-Verschlüsselung für die ganze Nachricht gleich bleiben?
Lösung: Die Anzahl der verschobenen Stellen. — Der Schlüssel legt eine feste Verschiebung fest, die auf jeden Buchstaben angewendet wird.
Frage 2 von 3MittelDu erhältst bei Schlüssel 3 den Geheimtextbuchstaben B. Welcher Klartextbuchstabe gehört dazu?
Lösung: Y — Gehe drei Stellen rückwärts und setze vor A bei Z fort: B → A → Z → Y.
Frage 3 von 3SchwerEine Person hält die Caesar-Verschlüsselung für sicher, solange niemand das Verfahren kennt. Welche Beurteilung passt?
Lösung: Das reicht nicht: Bei bekanntem Verfahren lassen sich die 26 Schlüssel systematisch testen. — Die Sicherheit darf nicht allein davon abhängen, dass das Verfahren unbekannt bleibt. Caesar scheitert vor allem am sehr kleinen Schlüsselraum und an den erhaltenen Häufigkeitsmustern.

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