EVA-Prinzip einfach erklärt: Eingabe bis Ausgabe
Das EVA-Prinzip beschreibt den grundlegenden Ablauf der Datenverarbeitung: Ein System nimmt Daten auf (Eingabe), bearbeitet sie nach Regeln (Verarbeitung) und liefert ein Ergebnis (Ausgabe). Entscheidend ist immer, welches System du gerade betrachtest.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Vom Tastendruck zum sichtbaren Zeichen
Du drückst auf der Tastatur die Taste A. Kurz darauf erscheint der Buchstabe auf dem Bildschirm. Dazwischen liegen drei Schritte:
- Eingabe: Die Tastatur übermittelt den Tastendruck.
- Verarbeitung: Das System erkennt das Signal und ordnet ihm das Zeichen
Azu. - Ausgabe: Der Bildschirm zeigt
Aan.
EVA-Prinzip
EVA steht für Eingabe – Verarbeitung – Ausgabe. Das Prinzip ordnet Datenverarbeitung in drei aufeinander bezogene Schritte.
- Bei der Eingabe gelangen Daten oder Befehle in ein System.
- Bei der Verarbeitung werden sie nach festgelegten Regeln bearbeitet.
- Bei der Ausgabe stellt das System das Ergebnis bereit.
Ohne Eingabe gibt es nichts zu verarbeiten. Ohne Verarbeitung entsteht aus der Eingabe kein neues Ergebnis. Die Ausgabe macht das Ergebnis verfügbar.
So erkennst du die drei Rollen
Frage bei einem Vorgang nacheinander:
- Was gelangt in das betrachtete System? Das ist die Eingabe.
- Was geschieht mit den Daten? Das ist die Verarbeitung.
- Welches Ergebnis verlässt das System oder wird bereitgestellt? Das ist die Ausgabe.
Typische Eingabegeräte sind Tastatur, Maus, Mikrofon, Scanner, Webcam und Game-Controller. Sie liefern beispielsweise Zeichen, Klicks, Sprache, Bilder oder Steuerbefehle.
Programme und Prozessoren übernehmen Verarbeitungsschritte. Ein Algorithmus legt dabei Regeln fest, nach denen Daten bearbeitet werden.
Typische Ausgabegeräte sind Bildschirm, Lautsprecher, Drucker, Beamer und Kopfhörer. Ausgaben können unter anderem Text, Bilder, Ton oder ein Ausdruck sein.
Druckauftrag am Computer
- Eingabe: Du wählst ein Dokument, die Anzahl der Kopien und den Startbefehl.
- Verarbeitung: Software und Drucksystem bereiten den Auftrag auf.
- Ausgabe: Der Drucker erzeugt die Ausdrucke.
Der entscheidende Gedanke: Nicht das Gerät allein bestimmt die Rolle. Du ordnest den konkreten Datenfluss ein.
Die Systemgrenze entscheidet
Ist ein Drucker immer ein Ausgabegerät? Aus Sicht des Computers meistens ja: Der Computer gibt Druckdaten an ihn weiter. Betrachtest du jedoch den Drucker selbst, sind diese Daten seine Eingabe.
Systemgrenze
Die Systemgrenze legt fest, welche Einheit du untersuchst. Sie trennt das betrachtete System von seiner Umgebung.
Computer und Drucker als zwei Systeme
Für den Computer gilt:
- Eingabe: Du gibst den Druckbefehl.
- Verarbeitung: Der Computer bereitet die Druckdaten auf.
- Ausgabe: Er sendet die Daten an den Drucker.
Für den Drucker gilt:
- Eingabe: Er empfängt die Druckdaten.
- Verarbeitung: Er verarbeitet den Auftrag und steuert den Druckvorgang.
- Ausgabe: Das bedruckte Papier entsteht.
Dieselben Druckdaten sind also Ausgabe des Computers und Eingabe des Druckers.
Auch ein Touchscreen kann zwei Rollen übernehmen: Eine Berührung liefert eine Eingabe, während dieselbe Fläche Bilder und Texte ausgibt. Die räumliche Trennung fehlt, die funktionalen Rollen bleiben unterscheidbar.
Ordne nie nur das Gerät ein. Nenne zuerst das betrachtete System und untersuche dann den Datenfluss.
Speicher erweitert das Modell
Was geschieht mit einer Datei, die du speicherst und später wieder öffnest? Das reine EVA-Schema hebt Speicherung nicht als eigenen Schritt hervor. Dafür wird es häufig zum EVAS-Prinzip erweitert.
EVAS-Prinzip
Beim EVAS-Prinzip ergänzt der Speicher die Schritte Eingabe, Verarbeitung und Ausgabe. Er bewahrt Daten oder Zustände für eine spätere Nutzung auf.
Ein Speicher hat eine Sonderstellung: Daten können während eines Ablaufs gespeichert und später wieder als Eingabe abgerufen werden. Zu den Speichern gehören beispielsweise Arbeitsspeicher, Festplatten und USB-Sticks.
Ein USB-Stick kann je nach Datenrichtung unterschiedlich beteiligt sein:
- Liest der Computer eine Datei vom Stick, liefert der Stick Daten an den Computer.
- Schreibt der Computer eine Datei auf den Stick, empfängt der Stick Daten.
- Die gespeicherte Datei bleibt für eine spätere Nutzung erhalten.
Die Einordnung des Speicherns hängt von der gewählten Betrachtung ab. Im reinen EVA-Modell kann das Schreiben auf ein Speichermedium als Ausgabe des betrachteten Systems beschrieben werden. EVAS hebt zusätzlich hervor, dass gespeicherte Daten und Zustände später wieder verfügbar sind.
Mit EVA Fehler eingrenzen
Ein Gerät reagiert nicht wie erwartet? Dann kannst du die drei EVA-Bereiche nacheinander prüfen.
Beim Onlinegespräch hört dich niemand.
- Eingabe prüfen: Ist das richtige Mikrofon ausgewählt? Empfängt es ein Signal?
- Verarbeitung prüfen: Darf das Programm auf das Mikrofon zugreifen? Verarbeitet es das Signal?
- Ausgabe prüfen: Wird der Ton an die anderen Teilnehmenden übertragen und dort wiedergegeben?
Die Prüfung beweist noch nicht sofort, welches einzelne Bauteil defekt ist. Sie grenzt aber ein, in welchem Abschnitt der Datenfluss unterbrochen sein könnte.
Prüfe bei der Fehlersuche zuerst, ob Daten ankommen, dann ihre Verarbeitung und zuletzt die Ausgabe. Berücksichtige bei Bedarf auch den Speicher.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- EVA-Prinzip
- Eingabe: Daten oder Befehle aufnehmen
- Verarbeitung: Daten nach Regeln bearbeiten
- Ausgabe: Ergebnisse bereitstellen
- Systemgrenze: Rollen vom betrachteten System aus bestimmen
- EVAS: Daten und Zustände zusätzlich speichern
- Fehlersuche: den Datenfluss schrittweise prüfen
Abschluss-Check
Wenn du alle vier Antworten begründen kannst, beherrschst du nicht nur die Abkürzung. Du kannst einen Datenfluss untersuchen, Rollen abhängig von der Systemgrenze bestimmen und Fehler systematisch eingrenzen.
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