Festplatte: Aufbau, Funktion und Datensicherung
Eine Festplatte speichert Programme und Dateien auch ohne Strom. Bei einer magnetischen Festplatte, kurz HDD, drehen sich beschichtete Scheiben unter beweglichen Schreib- und Leseköpfen. Anders als der Arbeitsspeicher behält sie ihre Daten nach dem Ausschalten.
Auf dieser Seite erfährst du, wie eine HDD aufgebaut ist, wie sie Datenblöcke findet und warum mechanische Bewegungen ihre Geschwindigkeit begrenzen. Außerdem lernst du, HDD, SSD und RAM zu unterscheiden und wichtige Daten sinnvoll zu sichern.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Dauerhafter Speicher statt Arbeitsfläche
Stell dir den Arbeitsspeicher (RAM) als Schreibtisch vor: Dort liegen die Daten, mit denen der Computer gerade arbeitet. RAM ist schnell, aber flüchtig – ohne Strom verliert er seinen Inhalt.
Eine HDD ist dagegen ein nichtflüchtiger Sekundärspeicher. Sie ähnelt einem Regal: Betriebssystem, Programme, Fotos und andere Dateien bleiben dort langfristig erhalten. Beim Start lädt der Computer benötigte Daten von der HDD in den schnelleren RAM.
Persistenter Speicher
Ein persistenter oder nichtflüchtiger Speicher behält gespeicherte Daten auch dann, wenn die Stromversorgung ausgeschaltet wird.
Du speicherst ein Bild und schaltest den Computer aus. Die Bearbeitungsschritte, die nur im RAM lagen, verschwinden möglicherweise. Die gespeicherte Bilddatei auf der HDD bleibt erhalten.
So ist eine HDD aufgebaut
Im Gehäuse einer HDD sitzen mehrere aufeinander abgestimmte Bauteile:
- ein oder mehrere magnetisch beschichtete Datenscheiben, die Platters;
- eine Spindel mit Motor, welche die Scheiben dreht;
- Schreib- und Leseköpfe für die Scheibenoberflächen;
- ein beweglicher Aktorarm, der die Köpfe zur gewünschten Spur führt;
- Steuerelektronik, Firmware und Cache;
- eine Schnittstelle, beispielsweise SATA, zur Verbindung mit dem Computer.
Die Köpfe berühren die rotierenden Scheiben im normalen Betrieb nicht. Durch die Bewegung entsteht ein sehr dünnes Luftpolster, auf dem sie nur wenige Nanometer über der Oberfläche schweben. Deshalb muss das Gehäuse vor Staub geschützt sein.
Head-Crash
Bei einem Head-Crash berührt ein Kopf die rotierende Scheibe. Dabei können Kopf und magnetische Oberfläche dauerhaft beschädigt werden. Erschütterungen im Betrieb erhöhen dieses Risiko.
Vor dem Stillstand fährt die HDD ihre Köpfe in eine sichere Parkposition. Fällt der Strom plötzlich aus, kann der auslaufende Spindelmotor noch Energie für dieses Notparken liefern.
So werden Daten geschrieben und gefunden
Beim Schreiben erzeugt der Schreibkopf ein Magnetfeld. Es richtet winzige Bereiche der Scheibenoberfläche aus. Beim Lesen erkennt der Lesekopf Änderungen der Magnetisierung und wandelt sie in elektrische Signale um.
Die Oberfläche ist geordnet:
- Eine Spur ist ein konzentrischer Kreis auf einer Scheibenoberfläche.
- Ein Block, häufig auch Sektor genannt, ist eine vollständig adressierbare Datenmenge, zum Beispiel 512 oder 4096 Byte.
- Übereinanderliegende Spuren mehrerer Oberflächen bilden einen Zylinder.
- Das Dateisystem fasst Blöcke zu Zuordnungseinheiten zusammen und verwaltet Dateien und freie Bereiche.
Eine moderne HDD wird meist über fortlaufende Blocknummern angesprochen. Ihre tatsächliche innere Geometrie bleibt hinter der Laufwerkselektronik verborgen.
Eine HDD bietet wahlfreien Zugriff: Sie kann einen adressierten Block ansteuern, ohne alle vorherigen Blöcke zu lesen. Der Zugriff benötigt wegen der Kopfbewegung und Scheibendrehung trotzdem Zeit.
Ein Block wird gelesen
- Der Aktorarm bewegt den Kopf zur Zielspur.
- Servoinformationen helfen bei der genauen Positionierung.
- Die HDD wartet, bis der gesuchte Block unter dem Kopf vorbeikommt.
- Der Kopf liest die Magnetisierungswechsel.
- Die Elektronik decodiert und prüft die Daten.
- Benachbarte Daten können vorsorglich im Cache landen.
Eine vereinfachte HDD besitzt 1.000.000 verfügbare Blöcke mit jeweils 4096 Byte.
$Kapazität = Blockgröße · Blockzahl$
$Kapazität = 4096\,Byte · 1.000.000 = 4.096.000.000\,Byte$
Mit dezimalen Herstellerangaben sind das 4,096 GB. Der Rechenweg zeigt das Prinzip; reale Laufwerke besitzen wesentlich mehr Blöcke.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Eine HDD speichert Daten auf beschichteten Scheiben. Der Aktorarm führt den Kopf zur passenden . Gewöhnlich liest oder schreibt die Schnittstelle vollständige . Weil ein bestimmter Block direkt adressiert werden kann, spricht man von Zugriff.
Warum mechanische Zugriffe Zeit brauchen
Für einen Zugriff muss die HDD zunächst die richtige Spur anfahren. Danach wartet sie, bis sich der Zielblock unter dem Kopf befindet. Die Zugriffszeit enthält daher insbesondere die Spurwechselzeit und die Rotationslatenz.
Die mittlere Rotationslatenz entspricht einer halben Umdrehung. Für eine Drehzahl in Umdrehungen pro Minute gilt:
$t_{mittel}\,[ms] = 30000 / Drehzahl\,[min^{-1}]$
Eine HDD dreht sich mit 7200 Umdrehungen pro Minute.
$t_{mittel} = 30000 / 7200\,ms = 25/6\,ms ≈ 4,17\,ms$
Im Mittel wartet die HDD also etwa 4,17 Millisekunden allein auf die Drehbewegung. Die gesamte Zugriffszeit ist höher, weil unter anderem noch der Kopf positioniert werden muss.
Aufeinanderfolgende Daten lassen sich schneller übertragen als viele weit verteilte kleine Blöcke. Bei einem fortlaufenden Transfer bleibt der Kopf länger auf derselben Spur oder muss seltener neu positioniert werden.
Cache und eine geschickte Reihenfolge mehrerer Anfragen können Wartezeiten verkürzen. Sie beseitigen die mechanischen Grenzen jedoch nicht.
HDD, SSD und RAM passend auswählen
Im Alltag wird auch eine SSD manchmal „Festplatte“ genannt. Technisch unterscheiden sich die Speicher deutlich:
| Eigenschaft | RAM | HDD | SSD |
|---|---|---|---|
| Aufgabe | aktueller Arbeitsbereich | dauerhafter Massenspeicher | dauerhafter Massenspeicher |
| Daten ohne Strom | nein | ja | ja |
| Bewegliche Teile | nein | ja | nein |
| Zugriffszeit | sehr kurz | durch Mechanik länger | deutlich kürzer als bei HDDs |
| Typische Stärke | schnelles Arbeiten | große Datenmengen | schnelles Starten und Laden |
| Erschütterungsempfindlichkeit | keine rotierenden Scheiben | im Betrieb empfindlich | stoßfester als eine HDD |
Eine SSD nutzt Flash-Speicher und benötigt weder rotierende Scheiben noch bewegliche Köpfe. Sie ist daher geräuschlos und bei Zugriffen schneller. HDDs bleiben sinnvoll, wenn große Datenmengen dauerhaft gespeichert werden sollen und die Zugriffsgeschwindigkeit weniger wichtig ist.
Für häufig gestartete Programme ist eine SSD vorteilhaft. Für ein großes Fotoarchiv kann eine HDD passend sein. Unersetzliche Fotos brauchen unabhängig vom Laufwerkstyp zusätzlich eine Sicherung.
Datenverlust vorbeugen
Jede HDD kann ausfallen. Mögliche Ursachen sind mechanischer Verschleiß, Elektronikfehler, Erschütterungen oder ein Head-Crash. Ungewöhnliche Geräusche oder unlesbare Dateien können Warnzeichen sein, beweisen aber allein keine bestimmte Ursache.
S.M.A.R.T. überwacht interne Laufwerkswerte. Beispielsweise kann eine steigende Zahl neu zugeordneter, schlecht lesbarer Blöcke auf ein Problem hinweisen. Die Bewertung hängt jedoch vom Hersteller und Laufwerk ab. S.M.A.R.T. kann einen Ausfall nicht zuverlässig ausschließen oder für ein einzelnes Laufwerk genau vorhersagen.
Eine Überwachung ist kein Backup. Sichere wichtige Daten auf einer unabhängigen Kopie und prüfe, ob du sie tatsächlich wiederherstellen kannst.
Eine sinnvolle Sicherung für ein Fotoarchiv kann so aussehen:
- Die Arbeitskopie liegt auf der internen HDD.
- Eine weitere Kopie liegt auf einem getrennten Datenträger, der nicht ständig mit dem Computer verbunden ist.
- Nach der Sicherung öffnest du stichprobenartig Dateien von der Kopie.
- In regelmäßigen Abständen führst du eine Wiederherstellungsprobe durch.
Ein RAID kann die Verfügbarkeit verbessern, wenn ein Laufwerk ausfällt. Es schützt aber nicht automatisch vor versehentlichem Löschen, Schadsoftware oder einem Schaden am gesamten Gerät. RAID 0 erhöht die Geschwindigkeit, bietet jedoch keine Ausfallsicherheit.
Auch beim Löschen ist eine Unterscheidung wichtig: Normales Löschen gibt den belegten Platz meist nur im Dateisystem frei. Die magnetischen Daten bleiben bis zum Überschreiben möglicherweise wiederherstellbar. Für sensible Daten auf einer HDD ist vollständiges Überschreiben eine mögliche sichere Löschmethode.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Festplatte
- Aufgabe
- Daten dauerhaft speichern
- Programme und Dateien bereitstellen
- HDD-Technik
- magnetische Scheiben
- beweglicher Schreib- und Lesekopf
- Spuren und Blöcke
- Geschwindigkeit
- Kopf positionieren
- Scheibendrehung abwarten
- Cache und fortlaufende Daten nutzen
- Abgrenzung
- RAM ist flüchtiger Arbeitsbereich
- SSD arbeitet ohne bewegliche Teile
- Datensicherheit
- S.M.A.R.T. nur als Hinweis nutzen
- unabhängiges Backup erstellen
- Wiederherstellung prüfen
- Aufgabe
Abschluss-Check
Wenn du die Mechanik, die Datenordnung und die Rotationslatenz zusammen erklären kannst, verstehst du auch den wichtigsten Unterschied zur SSD: Bei der HDD kostet jede unnötige Kopfbewegung Zeit. Für deine Daten gilt unabhängig von der Technik: Dauerhafte Speicherung ist noch keine Datensicherung.
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