Optischer Speicher: Funktion, Arten und Sicherung
Ein optischer Speicher bewahrt digitale Daten auf einem Medium, das ein Laufwerk mit Licht – meist einem Laser – liest und je nach Typ auch beschreibt. Bekannte Beispiele sind CD, DVD und Blu-ray. Du lernst hier, wie das Lesen funktioniert, welche Medienklassen es gibt und wann eine optische Disc als Speicher sinnvoll ist.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Was macht einen Speicher optisch?
Eine optische Disc ist eine auswechselbare, flache Scheibe. Ihre Daten liegen in einer sehr feinen, meist spiralförmigen Spur. Beim Lesen berührt der Abtastkopf die Scheibe nicht. Stattdessen fokussiert er Laserlicht auf die Datenschicht.
Optischer Speicher
Ein optischer Speicher ist ein Massenspeicher, dessen Daten optisch gelesen und – bei beschreibbaren Varianten – optisch geschrieben werden. Optisch bezeichnet hier die Abtastung mit Licht, nicht die sichtbare Form der Daten.
Berührungsloses Lesen verursacht wenig mechanischen Verschleiß. Die Disc selbst bleibt trotzdem empfindlich: Kratzer, Alterung, starke Wärme und Feuchtigkeit können das Lesen erschweren oder Daten dauerhaft unzugänglich machen.
Wie wird aus Licht ein Datenstrom?
Der Lesevorgang folgt einer Kette:
- Das Laufwerk dreht die Disc und hält den Laser auf der Datenspur.
- Eine Optik bündelt das Licht auf einen sehr kleinen Fleck.
- Strukturen oder Materialzustände der Datenschicht verändern das zurückkehrende Licht.
- Fotodioden messen die Lichtintensität oder – bei magnetooptischen Verfahren – die Polarisation.
- Die Elektronik gewinnt daraus Takt-, Steuer- und Datensignale.
Bei einer gepressten CD wechseln sich Vertiefungen (Pits) und ebene Bereiche (Lands) ab. Wichtig: Pit und Land stehen nicht einfach jeweils für 0 oder 1. Bei der CD-Codierung kennzeichnet ein Übergang zwischen Pit und Land ein Kanalbit 1; bleibt der Zustand an der Zellgrenze gleich, entsteht ein Kanalbit 0.
Folgen an drei Zellgrenzen nacheinander „kein Übergang – Übergang – kein Übergang“, lauten die zugehörigen Kanalbits 0 – 1 – 0. Entscheidend ist also die Veränderung an der Grenze, nicht die Bezeichnung Pit oder Land allein.
Bei einem Pit können Teilstrahlen unterschiedlich lange Wege zurücklegen und sich teilweise abschwächen. So entsteht ein messbarer Helligkeitsunterschied. Eine Spur- und Fokusregelung hält den winzigen Lichtfleck trotz Drehung genau an der richtigen Stelle.
Welche Medien lassen sich wie oft beschreiben?
Nicht jede optische Disc erlaubt dieselben Schreibvorgänge.
| Medienklasse | Was ist möglich? | Typisches Beispiel |
|---|---|---|
| Read-Only (ROM) | industriell hergestellte Daten nur lesen | CD-ROM, gepresste Film-DVD |
| Write Once, Read Many (WORM) | einmal schreiben, danach oft lesen | CD-R, DVD-R |
| wiederbeschreibbar | löschen und erneut beschreiben, aber nur begrenzt oft | CD-RW, DVD-RW |
Bei einer CD-R verändert ein stärkerer Schreiblaser eine Farbstoffschicht dauerhaft. Dieser Vorgang lässt sich nicht rückgängig machen. Bei einer CD-RW wechselt eine Legierung zwischen einem stärker und einem schwächer reflektierenden Materialzustand. Unterschiedliche Temperaturen dienen zum Schreiben und Löschen.
ROM wird nur gelesen, WORM einmal beschrieben und RW mehrfach beschrieben. „Mehrfach“ bedeutet nicht „unbegrenzt“.
Warum passen auf Blu-ray mehr Daten?
Je kleiner der fokussierte Lichtfleck, desto feiner können Datenspur und Strukturen sein. Ein kürzerwelliges Laserlicht und eine größere numerische Apertur der Optik ermöglichen einen kleineren Fokus. Die numerische Apertur beschreibt das Lichtsammel- und Auflösungsvermögen des optischen Systems.
| Merkmal | CD | DVD | Blu-ray |
|---|---|---|---|
| Laserwellenlänge | 780 nm | 650 nm | 405 nm |
| numerische Apertur | 0,45 | 0,6 | 0,85 |
| Spurabstand | 1,6 µm | 0,74 µm | 0,32 µm |
| typische Kapazitätsbeispiele | 650 oder 700 MB | 4,7 GB einschichtig, etwa 8,5 GB zweischichtig | 25 GB einschichtig, 50 GB zweischichtig |
Die Kapazitätsangaben gehören zu bestimmten Varianten. Mehr Datenschichten, beidseitige Nutzung oder andere Formate können andere Werte ergeben. Deshalb ist „Blu-ray“ allein noch keine vollständige Kapazitätsangabe.
Die Kette lautet: kürzere Wellenlänge und größere numerische Apertur → kleinerer Lichtfleck → feinere Spur → höhere Speicherdichte. Die Kapazität hängt zusätzlich von Zahl und Nutzung der Datenschichten ab.
Wie schützt du Daten auf einer Disc?
Fehlerkorrektur kann kleinere Lesefehler ausgleichen. Bei CDs werden Daten verschachtelt: Ein zusammenhängender Kratzer verteilt sich dadurch auf mehrere getrennte Datenbereiche. Zusätzliche Korrekturdaten helfen, einen Teil der fehlenden Information zu rekonstruieren. Starke Schäden können diese Reserve jedoch überfordern.
So behandelst du eine Disc schonend:
- Fasse sie an den Kanten an.
- Bewahre sie senkrecht in einer Schutzhülle auf.
- Meide direkte Sonne, starke Wärme und hohe Feuchtigkeit.
- Wische mit einem weichen, fusselfreien Tuch geradlinig von der Mitte zum Rand.
- Vermeide kreisförmiges Reiben entlang der Datenspur.
Eine optische Disc kann eine unabhängige Kopie sein, sollte aber nicht die einzige Kopie wichtiger Dateien bleiben. Eine Sicherung ist erst verlässlich geplant, wenn du die Kopie getrennt aufbewahrst und testweise prüfst, ob sich Dateien wiederherstellen lassen.
Für Fotos, die du nicht verlieren möchtest, behältst du die Arbeitskopie auf deinem Rechner und legst zusätzlich eine getrennte Sicherung an. Speicherst du alles nur auf einer einzigen DVD, können Kratzer, Alterung oder ein verlorenes Medium zugleich Original und Sicherung treffen.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Optischer Speicher
- Lesen
- Laser fokussieren
- Rücklicht messen
- Signal decodieren
- Medienklassen
- ROM nur lesen
- WORM einmal schreiben
- RW erneut schreiben
- Speicherdichte
- kürzere Wellenlänge
- größere numerische Apertur
- feinere Spur
- Datensicherheit
- schonend lagern
- unabhängige Kopie
- Wiederherstellung prüfen
- Lesen
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