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Routing einfach erklärt: Paketwege und Tabellen

Routing einfach erklärt: Paketwege und Tabellen
Routing einfach erklärt: Paketwege und Tabellen
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Routing bedeutet: Ein Router wählt für ein Datenpaket den nächsten Wegabschnitt zu seinem Zielnetz. Dazu liest er die Ziel-IP-Adresse im Paket-Header und sucht in seiner Routingtabelle nach einer passenden Route. Weitere Router wiederholen diese Entscheidung, bis das Paket sein Zielnetz erreicht.

Du lernst, einen Paketweg schrittweise zu verfolgen, Routingtabellen zu lesen und statisches von dynamischem Routing zu unterscheiden.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

So wandert ein Paket von Netz zu Netz

Stell dir ein Datenpaket wie einen Brief vor. Auf dem Paket stehen im Paket-Header wichtige Angaben, darunter die Quell- und die Ziel-IP-Adresse. Der Absender muss den vollständigen Weg nicht kennen.

Jeder Router entscheidet nur über den nächsten Abschnitt:

  1. Der Router empfängt das Paket.
  2. Er liest die Ziel-IP-Adresse.
  3. Er sucht in seiner Routingtabelle nach einer passenden Route.
  4. Er wählt den nächsten Hop oder die passende Ausgangsschnittstelle.
  5. Der nächste Router führt dieselben Schritte aus.
Definition

Hop

Ein Hop ist ein Weiterleitungsschritt über einen Router. Ein Weg mit drei beteiligten Weiterleitungen umfasst entsprechend drei Hops.

Ein Weg mit wenigen Hops ist nicht automatisch der schnellste. Je nach Routingverfahren können auch Latenz, Bandbreite, Auslastung oder andere Kosten berücksichtigt werden.

Beispiel

Ein Gerät in Subnetz 1 sendet ein Paket an ein Gerät in Subnetz 3. Der vereinfachte Weg lautet:

  1. Router A empfängt das Paket.
  2. A leitet es an Router D weiter.
  3. D leitet es an Router E weiter.
  4. E leitet es an Router F im Zielnetz weiter.
  5. Im Zielnetz kann ein Switch das Paket anhand der MAC-Adresse zum Zielgerät bringen.

Kein Router musste den gesamten Weg auf einmal ausführen. Jeder traf eine lokale Entscheidung über die nächste Station.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Information ist im vereinfachten Grundmodell für die Routingentscheidung entscheidend?
Lösung: Die Ziel-IP-Adresse des Pakets — Der Router liest die Ziel-IP-Adresse und gleicht sie mit seiner Routingtabelle ab.
Frage 2 von 2MittelEin Weg hat mehr Hops als ein anderer. Was folgt daraus sicher?
Lösung: Nur, dass das Paket über mehr Router weitergeleitet wird — Mehr Hops bedeuten mehr Weiterleitungsschritte. Ob der Weg schneller oder günstiger ist, hängt von der verwendeten Metrik ab.
So liest du eine Routingtabelle

Eine Routingtabelle enthält Regeln für erreichbare Zielnetze. Ein Eintrag kann unter anderem diese Angaben besitzen:

AngabeBedeutung
Ziel oder ZielnetzNetz, in das das Paket gelangen soll
Nächster HopDirekt erreichbarer Router, an den das Paket weitergegeben wird
InterfaceSchnittstelle, über die das Paket den Router verlässt
MetrikBewertungswert für die Route
RoutentypZum Beispiel direkt verbunden, statisch oder dynamisch

Die Metrik beschreibt die Kosten oder Bevorzugung einer Route. Was sie genau misst, hängt vom Routingverfahren ab. Im folgenden Schulbeispiel ist sie einfach die Hopzahl.

Eine Standardroute ist eine Auffangroute. Sie wird verwendet, wenn kein passenderer Eintrag für das Ziel vorhanden ist. Bei IPv4 wird sie häufig als 0.0.0.0/0 notiert.

Beispiel

Router A besitzt diese vereinfachte Tabelle:

Ziel ZNächster Hop NHops H
BB1
CC1
DC2

Soll ein Paket zu D, sendet A es zunächst an C. Die Tabellenzeile beschreibt also nicht unbedingt den vollständigen Weg, sondern die nächste Weiterleitung und die bekannten Gesamtkosten bis zum Ziel.

Merke

Lies einen Routeneintrag als Satz: „Zum Ziel Z sende über den nächsten Hop N; die Route hat die Metrik H.“

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Router A soll ein Paket zu D senden. In der Tabelle steht D | C | 2. Das Ziel ist , der nächste Hop ist und die angegebene Hopzahl beträgt .

Lösungen: Lücke 1: D; Lücke 2: C; Lücke 3: 2. Jede Spalte hat eine andere Aufgabe: Z nennt das Ziel, N die nächste Station und H die Zahl der Hops bis zum Ziel.
Wann statisches oder dynamisches Routing passt

Beim statischen Routing trägt eine zuständige Person die Routen manuell ein. Die Einträge bleiben bestehen, bis sie geändert werden.

Das passt besonders zu kleinen, stabilen und überschaubaren Netzen. Die Wege sind direkt kontrollierbar. Fällt jedoch eine Verbindung aus oder verändert sich das Netz, müssen betroffene Routen manuell angepasst werden.

Beim dynamischen Routing tauschen Router Routinginformationen über Routingprotokolle aus. Dadurch können sie neue Netze lernen und auf Änderungen oder Ausfälle reagieren. Das ist für größere, komplexe oder häufig veränderte Netze nützlich, benötigt aber zusätzliche Kommunikation und Rechenaufwand.

FrageStatisches RoutingDynamisches Routing
Wie entstehen Routen?ManuellDurch Austausch über Routingprotokolle
Reaktion auf ÄnderungenManuelle Anpassung nötigAutomatische Neuberechnung möglich
Typischer EinsatzKleines, stabiles NetzGrößeres oder veränderliches Netz
Aufwand im BetriebPflege jeder ÄnderungProtokoll- und Rechenaufwand

OSPF und EIGRP sind Beispiele für dynamische Routingprotokolle innerhalb von Netzen. BGP dient dem Routenaustausch zwischen großen Netzen beziehungsweise Autonomen Systemen. RIP bewertet Wege anhand der Hopzahl.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Route ist statisch?
Lösung: Eine Route, die manuell eingetragen und bis zur nächsten Änderung beibehalten wird — „Statisch“ beschreibt die Art der Verwaltung, nicht die Länge des Weges.
Frage 2 von 2MittelEin Netz besitzt viele alternative Verbindungen, die gelegentlich ausfallen. Welche Lösung unterstützt automatische Anpassungen?
Lösung: Dynamisches Routing — Dynamische Routingprotokolle können Änderungen verbreiten und daraufhin neue Routen bestimmen.
Wie Router entfernte Ziele lernen

Ein vereinfachtes dynamisches Verfahren bewertet Routen nur nach ihrer Hopzahl. Zu Beginn kennt jeder Router lediglich seine direkten Nachbarn.

Der Lernvorgang läuft wiederholt ab:

  1. Jeder direkte Nachbar wird mit einem Hop eingetragen.
  2. Router senden Kopien ihrer Tabellen an ihre Nachbarn.
  3. Ein Empfänger erkennt dadurch weitere erreichbare Ziele.
  4. Für den Weg über den sendenden Nachbarn erhöht er dessen Hopzahl um einen eigenen Weiterleitungsschritt.
  5. Er übernimmt eine günstige Route und verteilt seine aktualisierte Tabelle erneut.
  6. Der Austausch wird regelmäßig fortgesetzt, damit Änderungen neue Berechnungen auslösen können.
Beispiel

A kennt B und C direkt. Beide liegen daher einen Hop entfernt.

B meldet A außerdem: „D ist von mir aus in einem Hop erreichbar.“ Für A kommt der Schritt zu B hinzu:

  • A nach B: 1 Hop
  • B nach D: 1 weiterer Hop
  • A nach D über B: 2 Hops

C meldet dieselbe Entfernung zu D. Somit kann A D sowohl über B als auch über C in zwei Hops erreichen. Eine interne Auswahlstrategie entscheidet, welcher gleichwertige Weg eingetragen wird.

Gut zu wissen

Dieses Beispiel erklärt nur ein vereinfachtes hopbasiertes Verfahren. Reale Routingprotokolle können andere Informationen und Metriken verwenden. Eine geringe Hopzahl ist deshalb nicht in jedem Verfahren automatisch die beste Route.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelB meldet A eine Route zu E mit drei Hops. B ist für A ein direkter Nachbar. Welche Hopzahl ergibt sich für A über B?
Lösung: 4 Hops — A zählt einen Hop bis B und anschließend die drei von B gemeldeten Hops: insgesamt vier.
Frage 2 von 2SchwerA erreicht D über B und über C jeweils in zwei Hops. Was ist aus der Hopzahl allein ableitbar?
Lösung: Beide Wege sind nach dieser Metrik gleichwertig — Die Hopmetrik erkennt hier einen Gleichstand. Die Auswahl oder Verteilung hängt von einer zusätzlichen Strategie ab.
Routing von Switching und Firewallregeln unterscheiden

Routing, Switching und Zugriffskontrolle lösen verschiedene Aufgaben.

Ein klassischer Router verbindet unterschiedliche IP-Netze. Er arbeitet mit IP-Adressen und einer Routingtabelle. Ein klassischer Switch verbindet Geräte innerhalb eines lokalen Netzes. Er verwendet MAC-Adressen und eine MAC-Adresstabelle.

Ein Layer-3-Switch kann zusätzlich Routing übernehmen, etwa zwischen logisch getrennten VLANs. Deshalb ist nicht allein der Gerätename entscheidend, sondern die ausgeführte Funktion.

Auch Routing und Firewall sind nicht dasselbe:

  • Routing bestimmt, wohin ein Paket weitergeleitet werden kann.
  • Eine Firewallregel bestimmt, ob der betreffende Verkehr erlaubt ist.

Ist ein Ziel nicht erreichbar, kommen deshalb verschiedene Ursachen infrage: Eine Route kann fehlen oder auf den falschen nächsten Hop zeigen; ebenso kann eine Firewall die Kommunikation sperren. Ein sichtbarer Tunnel allein beweist ebenfalls nicht, dass eine passende Route zum Zielnetz vorhanden ist.

Beispiel

Ein Rechner erreicht einen Drucker in einem anderen VLAN nicht.

Eine sinnvolle Diagnose trennt zwei Fragen:

  1. Gibt es eine Route zwischen den beiden Netzen?
  2. Erlaubt die Firewall den gewünschten Verkehr?

Nur die erste Frage betrifft die Wegwahl. Eine vorhandene Route garantiert noch keine Erlaubnis durch die Firewall.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelEin Paket hat eine passende Route, wird aber durch eine Sicherheitsregel verworfen. Welche Aussage stimmt?
Lösung: Die Wegwahl ist vorhanden, aber die Firewall verweigert den Verkehr — Routing und Zugriffskontrolle sind getrennte Entscheidungen: Weg vorhanden bedeutet nicht automatisch Verkehr erlaubt.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Routing
    • Paketweiterleitung
      • Ziel-IP im Paket-Header lesen
      • passenden Tabelleneintrag suchen
      • an nächsten Hop oder Interface senden
    • Routingtabelle
      • Zielnetz
      • nächster Hop
      • Metrik
      • Standardroute
    • Verwaltung
      • statisch: manuell und überschaubar
      • dynamisch: Austausch und Anpassung
    • Abgrenzung
      • Switch: MAC-basiert im lokalen Netz
      • Firewall: erlaubt oder sperrt Verkehr
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 5LeichtWas bezeichnet der nächste Hop?
Lösung: Die direkt erreichbare nächste Weiterleitungsstation — Ein Router entscheidet abschnittsweise und sendet an den nächsten Hop.
Frage 2 von 5MittelA besitzt den Eintrag Ziel D | nächster Hop C | 2 Hops. Was tut A mit einem Paket zu D?
Lösung: A leitet es zunächst an C weiter — Ziel und nächste Station dürfen nicht verwechselt werden: D ist das Ziel, C der nächste Hop.
Frage 3 von 5MittelWelche Begründung spricht am stärksten für dynamisches Routing?
Lösung: Das Netz verändert sich häufig und soll auf Ausfälle automatisch reagieren — Dynamisches Routing lohnt sich besonders, wenn Router Änderungen austauschen und Routen automatisch neu bestimmen sollen.
Frage 4 von 5SchwerZwei Routen haben dieselbe Hopzahl. Welche Entscheidung ist fachlich begründet?
Lösung: Die Hopzahl allein reicht nicht aus, um eine davon als schneller zu bezeichnen — Gleiche Hopzahl bedeutet nur Gleichstand bei dieser einen Metrik. Latenz, Bandbreite und Auslastung können verschieden sein.
Frage 5 von 5SchwerEin Ziel in einem anderen VLAN ist trotz vorhandener Route nicht erreichbar. Was solltest du zusätzlich prüfen?
Lösung: Ob eine Firewallregel den Verkehr sperrt — Eine Route beantwortet die Frage nach dem Weg. Ob der Verkehr erlaubt ist, entscheidet eine getrennte Sicherheitsregel.

Du beherrschst den Kern des Routings, wenn du bei einem Paketweg nacheinander Ziel-IP, passenden Routeneintrag, nächsten Hop und verwendete Metrik erklären kannst.

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