Mathematik

Skalarprodukt: Winkel und Orthogonalität

Skalarprodukt: Winkel und Orthogonalität
Skalarprodukt: Winkel und Orthogonalität
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Das Skalarprodukt verbindet zwei gleichdimensionale Vektoren und liefert eine Zahl. Du multiplizierst Komponenten an derselben Position und addierst die Produkte. Mit dem Ergebnis kannst du Orthogonalität prüfen, Vektorlängen bestimmen und Winkel berechnen.

Deine Lernziele

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So berechnest du das Skalarprodukt

Zwei Vektoren dürfen nur dann mit dem Skalarprodukt verknüpft werden, wenn sie gleich viele Komponenten haben. Das Ergebnis ist ein Skalar, also eine Zahl und kein neuer Vektor.

Definition

Skalarprodukt

Für $\vec a=(a_1,a_2,a_3)$ und $\vec b=(b_1,b_2,b_3)$ gilt:

$$\vec a\cdot\vec b=a_1b_1+a_2b_2+a_3b_3$$

In der Ebene entfallen einfach die dritten Komponenten.

Gehe immer in derselben Reihenfolge vor:

  1. Multipliziere die ersten Komponenten.
  2. Multipliziere die zweiten Komponenten und gegebenenfalls die dritten.
  3. Addiere alle Teilprodukte.
Beispiel

Gegeben sind $\vec a=(1,2,3)$ und $\vec b=(0,3,4)$.

$$\vec a\cdot\vec b=1\cdot0+2\cdot3+3\cdot4=0+6+12=18$$

Das Ergebnis ist die Zahl $18$. Besonders bei negativen Komponenten helfen Klammern gegen Vorzeichenfehler.

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Frage 1 von 1MittelBerechne $(-2,4,-7)\cdot(2,-5,3)$.
Lösung: $-45$ — Es gilt $(-2)\cdot2+4\cdot(-5)+(-7)\cdot3=-4-20-21=-45$.
Orthogonalität mit einer Rechnung prüfen

Orthogonal bedeutet: Zwei Richtungen stehen senkrecht aufeinander. Das erkennst du am Skalarprodukt.

Merke

Für gleichdimensionale Vektoren gilt:

$$\vec a\perp\vec b\quad\Longleftrightarrow\quad\vec a\cdot\vec b=0$$

Beispiel

Für $\vec a=(2,6)$ und $\vec b=(3,-1)$ erhältst du

$$\vec a\cdot\vec b=2\cdot3+6\cdot(-1)=6-6=0.$$

Deshalb stehen die beiden Vektoren senkrecht aufeinander.

Ein häufiger Fehler ist die Schlussfolgerung „Das Skalarprodukt ist negativ, also sind die Vektoren orthogonal“. Orthogonalität liegt ausschließlich beim Wert $0$ vor.

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Frage 1 von 1MittelWelche Aussage gilt für $\vec u=(1,2)$ und $\vec v=(2,-1)$?
Lösung: Die Vektoren sind orthogonal. — Es gilt $\vec u\cdot\vec v=1\cdot2+2\cdot(-1)=0$. Daher stehen die Vektoren senkrecht aufeinander.
Die Länge eines Vektors bestimmen

Das Skalarprodukt eines Vektors mit sich selbst ist die Summe seiner quadrierten Komponenten. Daraus folgt die Länge:

$$|\vec a|=\sqrt{\vec a\cdot\vec a}$$

Beispiel

Für $\vec a=(-3,4)$ rechnest du zuerst

$$\vec a\cdot\vec a=(-3)\cdot(-3)+4\cdot4=9+16=25.$$

Dann ziehst du die Quadratwurzel:

$$|\vec a|=\sqrt{25}=5\ \mathrm{LE}.$$

Die Länge ist $5$ Längeneinheiten und daher nicht negativ.

Nur der Nullvektor hat die Länge $0$.

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Frage 1 von 1MittelWelche Länge hat der Vektor $(0,3,4)$?
Lösung: $5$ — Das Selbstprodukt ist $0^2+3^2+4^2=25$. Die Länge ist deshalb $\sqrt{25}=5$.
Winkel und Vorzeichen verstehen

Für zwei Nichtnullvektoren und den eingeschlossenen Winkel $\varphi$ gilt:

$$\vec a\cdot\vec b=|\vec a|\,|\vec b|\cos\varphi$$

Nach dem Winkel umgestellt:

$$\varphi=\cos^{-1}\left(\frac{\vec a\cdot\vec b}{|\vec a|\,|\vec b|}\right)$$

Der Winkel liegt zwischen $0^\circ$ und $180^\circ$. Die Formel ist für den Nullvektor nicht anwendbar, weil dann im Nenner eine Länge $0$ steht.

Beispiel

Für $\vec a=(1,0)$ und $\vec b=(1,1)$ gilt:

$$\vec a\cdot\vec b=1,\qquad |\vec a|=1,\qquad |\vec b|=\sqrt2.$$

Also:

$$\varphi=\cos^{-1}\left(\frac{1}{\sqrt2}\right)=45^\circ.$$

Die Rechnung passt zur Skizzenvorstellung: Beide Richtungen schließen einen spitzen Winkel ein.

Am Vorzeichen kannst du die Winkelart schon vor der genauen Berechnung erkennen:

  • $\vec a\cdot\vec b>0$: spitzer Winkel,
  • $\vec a\cdot\vec b=0$: rechter Winkel,
  • $\vec a\cdot\vec b<0$: stumpfer Winkel.

Diese Einteilung gilt für Nichtnullvektoren.

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Frage 1 von 1MittelWelche Winkelart bilden $(1,0)$ und $(-1,1)$?
Lösung: einen stumpfen Winkel — Das Skalarprodukt ist $1\cdot(-1)+0\cdot1=-1$. Ein negatives Skalarprodukt kennzeichnet bei Nichtnullvektoren einen stumpfen Winkel.
Rechtwinkligkeit im Raum nachweisen

In einer Figur bildest du zuerst die Vektoren der beiden Seiten, die sich am zu prüfenden Eckpunkt treffen. Danach testest du ihr Skalarprodukt.

Beispiel

Gegeben sind $A(0|0|0)$, $B(2|1|3)$ und $C(-1|2|0)$. Ist das Dreieck bei $A$ rechtwinklig?

Die Seitenvektoren vom gemeinsamen Punkt $A$ aus sind

$$\overrightarrow{AB}=(2,1,3),\qquad \overrightarrow{AC}=(-1,2,0).$$

Nun prüfst du:

$$\overrightarrow{AB}\cdot\overrightarrow{AC}=2\cdot(-1)+1\cdot2+3\cdot0=-2+2+0=0.$$

Damit sind die beiden Seiten orthogonal. Das Dreieck ist bei $A$ rechtwinklig.

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Frage 1 von 1SchwerWas ist bei einem Rechtwinkligkeitsnachweis am Punkt $P$ entscheidend?
Lösung: Beide Seitenvektoren müssen am Punkt $P$ beginnen, und ihr Skalarprodukt muss $0$ sein. — Der rechte Winkel liegt zwischen den beiden Seiten, die sich in $P$ treffen. Ihre Richtungsvektoren werden deshalb von $P$ aus gebildet und auf ein Skalarprodukt von $0$ geprüft.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Skalarprodukt
    • Berechnung: Komponenten paarweise multiplizieren und addieren
    • Ergebnis: eine Zahl
    • Orthogonalität: Ergebnis null
    • Länge: Selbstprodukt und Quadratwurzel
    • Winkel: Kosinusformel für Nichtnullvektoren
    • Vorzeichen: spitz, recht oder stumpf
    • Geometrie: Rechtwinkligkeit nachweisen
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelches Ergebnis liefert ein Skalarprodukt?
Lösung: eine Zahl — Du multiplizierst zwar Vektorkomponenten, doch nach dem Addieren bleibt eine einzelne Zahl.
Frage 2 von 3MittelFür zwei Nichtnullvektoren gilt $\vec a\cdot\vec b=0$. Was folgt?
Lösung: Der Winkel zwischen ihnen beträgt $90^\circ$. — Ein Skalarprodukt von $0$ ist genau das Kriterium für orthogonale Vektoren.
Frage 3 von 3SchwerBei einer Winkelrechnung steht im Nenner $|\vec a|\,|\vec b|$. Warum darf keiner der Vektoren der Nullvektor sein?
Lösung: Sonst wäre der Nenner $0$, und der Quotient wäre nicht definiert. — Der Nullvektor hat die Länge $0$. Deshalb ist die Winkelformel mit ihm nicht definiert.

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