Mathematik

Statistik und Datenauswertung einfach erklärt

Statistik und Datenauswertung einfach erklärt
Statistik und Datenauswertung einfach erklärt
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Statistik hilft dir, Daten systematisch zu sammeln, zu ordnen, darzustellen und zu deuten. Du kannst damit Häufigkeiten vergleichen, typische Werte bestimmen und beurteilen, wie aussagekräftig eine Untersuchung ist.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Von der Frage zu den Daten

Am Anfang steht nicht die Rechnung, sondern eine klare Frage. Möchtest du zum Beispiel wissen, wie Schülerinnen und Schüler zur Schule kommen, musst du festlegen, wen du befragst und welche Antworten du erhebst.

Definition

Grundbegriffe einer Erhebung

  • Die Grundgesamtheit ist die gesamte Gruppe, über die du etwas herausfinden möchtest.
  • Ein Merkmalsträger ist eine einzelne untersuchte Person oder ein untersuchtes Objekt.
  • Eine Stichprobe ist der tatsächlich untersuchte Teil der Grundgesamtheit.
  • Ein Merkmal ist die untersuchte Eigenschaft.
  • Eine Merkmalsausprägung ist ein möglicher Wert des Merkmals.

Beispiel: Du möchtest untersuchen, wie die 600 Schülerinnen und Schüler einer Schule zur Schule kommen. Die Grundgesamtheit umfasst alle 600 Personen. Befragst du 100 von ihnen, bilden diese die Stichprobe. Das Merkmal lautet „Schulweg“, mögliche Ausprägungen sind etwa „zu Fuß“, „Fahrrad“ und „Bus“.

Eine sinnvolle Erhebung folgt diesem Weg:

  1. Formuliere eine eindeutige Frage.
  2. Bestimme Grundgesamtheit und Merkmal.
  3. Wähle eine geeignete Stichprobe.
  4. Lege eindeutige Antwortmöglichkeiten oder Messregeln fest.
  5. Sammle und ordne die Daten.
  6. Werte sie aus und deute sie vorsichtig.
Merke

Eine Auswertung kann nur so gut sein wie die Daten, auf denen sie beruht. Eine unpassende Stichprobe oder unklare Frage lässt sich durch korrektes Rechnen nicht reparieren.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWas ist bei einer Befragung von 100 der insgesamt 600 Schülerinnen und Schüler die Stichprobe?
Lösung: Die 100 tatsächlich befragten Personen — Die Stichprobe ist der untersuchte Teil der Grundgesamtheit.
Frage 2 von 2MittelDu möchtest den Schulweg aller Jahrgangsstufen untersuchen. Welche Auswahl ist am ehesten geeignet?
Lösung: Eine zufällige Auswahl, in der die verschiedenen Jahrgangsstufen angemessen vertreten sind — Die Auswahl sollte die für die Frage wichtigen Gruppen der Grundgesamtheit möglichst angemessen widerspiegeln.
Häufigkeiten bestimmen

Eine Strichliste hilft dir beim Zählen. Üblicherweise fasst du je fünf Striche zu einer gut erkennbaren Gruppe zusammen.

Die absolute Häufigkeit $H(x)$ gibt an, wie oft ein Wert $x$ vorkommt. Die relative Häufigkeit vergleicht diese Anzahl mit allen $n$ Beobachtungen:

$$h(x)=H(x)/n$$

Für die prozentuale Häufigkeit multiplizierst du die relative Häufigkeit mit 100 %.

Beispiel

Die Notenliste lautet:

2, 3, 1, 4, 3, 2, 5, 2, 4, 1

Die Note 2 kommt dreimal unter insgesamt zehn Noten vor.

  • Absolute Häufigkeit: $H(2)=3$
  • Relative Häufigkeit: $h(2)=3/10=0{,}3$
  • Prozentuale Häufigkeit: $0{,}3\cdot100\,\%=30\,\%$

Also sind 30 % der eingetragenen Noten Zweien.

Merke

Absolute Häufigkeiten sind Anzahlen. Relative Häufigkeiten liegen zwischen 0 und 1. Prozentuale Häufigkeiten liegen zwischen 0 % und 100 %.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelIn einer Gruppe wählen 8 von 20 Personen den Bus. Wie groß ist die relative Häufigkeit?
Lösung: $8/20=0{,}4$ — Die relative Häufigkeit ist absolute Häufigkeit geteilt durch Gesamtzahl.
Frage 2 von 2MittelWelcher Prozentwert gehört zur relativen Häufigkeit 0,4?
Lösung: 40 % — $0{,}4\cdot100\,\%=40\,\%$.
Mittelwert, Median und Modus vergleichen

Kennwerte fassen eine Datenliste zusammen. Verschiedene Kennwerte beantworten jedoch verschiedene Fragen.

Definition

Arithmetischer Mittelwert

Der arithmetische Mittelwert, oft Durchschnitt genannt, ist die Summe aller Werte geteilt durch ihre Anzahl.

Für die zehn Noten aus dem vorherigen Kapitel gilt:

$$\text{Mittelwert}=(2+3+1+4+3+2+5+2+4+1)/10=27/10=2{,}7$$

Definition

Median

Der Median ist der mittlere Wert einer sortierten Liste. Bei einer geraden Anzahl von Werten bildest du den Mittelwert der beiden mittleren Werte.

Sortiert lautet die Notenliste:

1, 1, 2, 2, 2, 3, 3, 4, 4, 5

Die beiden mittleren Werte sind 2 und 3. Deshalb gilt:

$$\text{Median}=(2+3)/2=2{,}5$$

Mindestens die Hälfte der Werte ist höchstens 2,5 und mindestens die Hälfte mindestens 2,5.

Definition

Modus

Der Modus oder Modalwert ist ein Wert mit der größten Häufigkeit. In der Notenliste ist 2 der Modus, weil sie dreimal vorkommt.

Es kann mehrere Modi geben, wenn mehrere Werte dieselbe größte Häufigkeit besitzen. Kommt jeder Wert gleich häufig vor, gibt es keinen besonders häufigsten Wert.

Beispiel

Betrachte die sortierte Liste 2, 3, 3, 4, 18.

  • Mittelwert: $(2+3+3+4+18)/5=6$
  • Median: 3
  • Modus: 3

Der einzelne Wert 18 zieht den Mittelwert nach oben. Der Median bleibt 3, weil er nur von der mittleren Position abhängt. Für einen typischen Wert dieser Liste sind Median oder Modus daher aussagekräftiger als der Mittelwert.

Teste dich
Frage 1 von 3LeichtWas musst du vor dem Bestimmen des Medians zuerst tun?
Lösung: Die Werte sortieren — Der Median hängt von der mittleren Position in der sortierten Liste ab.
Frage 2 von 3MittelWelche Aussage zur Liste 1, 1, 3, 3, 5 stimmt?
Lösung: Sie besitzt die beiden Modi 1 und 3. — Die Werte 1 und 3 kommen jeweils zweimal und damit am häufigsten vor.
Frage 3 von 3SchwerWelcher Kennwert bleibt bei einem einzelnen extrem großen Wert meist stabiler?
Lösung: Der Median — Der Median hängt von der Position der Werte ab und reagiert deshalb meist weniger stark auf einzelne extreme Werte.
Streuung und Klassen beurteilen

Ein Lagewert allein zeigt nicht, wie weit die Daten auseinanderliegen. Die Spannweite ist ein erstes Streuungsmaß:

$$\text{Spannweite}=\text{Maximum}-\text{Minimum}$$

Für die Notenliste mit Minimum 1 und Maximum 5 beträgt sie:

$$5-1=4$$

Für die Liste 2, 3, 3, 4, 18 ist sie dagegen:

$$18-2=16$$

Der extreme Wert 18 vergrößert die Spannweite stark. Deshalb solltest du beim Deuten immer auch die Datenliste oder ihre Verteilung betrachten.

Gut zu wissen

Ein Ausreißer ist ein Wert, der auffällig weit von den übrigen Werten entfernt liegt. Ob ein Wert wirklich als Ausreißer gilt, lässt sich nicht allein aus seiner Größe ableiten; der Zusammenhang und die übrigen Daten sind wichtig.

Viele Einzelwerte lassen sich zu Klassen zusammenfassen, zum Beispiel Körpergewichte von 41 bis 50 kg, 51 bis 60 kg und 61 bis 70 kg. Das schafft Übersicht, verdeckt aber die genauen Einzelwerte. Die Klassen müssen so festgelegt sein, dass jeder passende Wert eindeutig zugeordnet werden kann.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelEine Datenliste hat das Minimum 12 und das Maximum 47. Wie groß ist die Spannweite?
Lösung: 35 — $47-12=35$.
Frage 2 von 2SchwerWas ist ein möglicher Nachteil einer Klasseneinteilung?
Lösung: Die genauen Einzelwerte sind nicht mehr sichtbar. — Klassen erleichtern den Überblick, führen jedoch zu einem Verlust an Einzelinformationen.
Ergebnisse deuten und Grenzen erkennen

Die deskriptive Statistik beschreibt die tatsächlich erhobenen Daten, etwa mit Häufigkeiten, Kennwerten, Tabellen oder Diagrammen.

Die induktive oder schließende Statistik versucht, von einer Stichprobe auf die Grundgesamtheit zu schließen. Solche Rückschlüsse bleiben mit Unsicherheit verbunden. Eine geeignete Stichprobe ist dafür entscheidend.

Beobachtung und Interpretation darfst du nicht verwechseln:

  • Beobachtung: 10 Personen antworten „jeden Tag“, 15 „manchmal“ und 5 „nie“.
  • Zulässige Beschreibung: „Manchmal“ wurde am häufigsten gewählt.
  • Nicht belegte Deutung: Die Befragten seien unmotiviert.

Die Antworten zeigen zunächst nur die genannten Häufigkeiten. Für eine Aussage über Motivation wären zusätzliche, passend erhobene Informationen nötig.

Merke

Beschreibe zuerst, was die Daten tatsächlich zeigen. Formuliere eine Erklärung nur dann als Schlussfolgerung, wenn die Erhebung sie trägt.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Aussage ist eine direkte Beschreibung der erhobenen Daten?
Lösung: „Manchmal“ wurde von 15 Personen gewählt und damit am häufigsten genannt. — Eine Beschreibung bleibt bei den beobachteten Werten und Häufigkeiten.
Frage 2 von 2SchwerEine Schule befragt nur die Mitglieder der Mathe-AG zur Beliebtheit von Mathematik. Was ist das Hauptproblem?
Lösung: Die Stichprobe könnte gegenüber Mathematik besonders positiv eingestellt sein. — Eine einseitig ausgewählte Stichprobe kann die Vielfalt der Grundgesamtheit unzureichend abbilden.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Statistik und Datenauswertung
    • Erhebung
      • Frage, Grundgesamtheit, Stichprobe und Merkmal festlegen
      • Daten eindeutig erfassen
    • Beschreibung
      • Absolute, relative und prozentuale Häufigkeit bestimmen
      • Mittelwert, Median und Modus vergleichen
      • Spannweite und Ausreißer beachten
    • Darstellung
      • Daten ordnen oder zu Klassen zusammenfassen
      • Informationsverlust durch Klassen berücksichtigen
    • Deutung
      • Beobachtung von Interpretation trennen
      • Rückschlüsse auf die Grundgesamtheit vorsichtig prüfen
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 5LeichtWelche Formel beschreibt die relative Häufigkeit eines Werts?
Lösung: $h(x)=H(x)/n$ — Relative Häufigkeit bedeutet: Anteil an allen Beobachtungen.
Frage 2 von 5MittelGegeben ist die sortierte Liste 2, 2, 4, 7, 10, 15. Wie groß ist der Median?
Lösung: 5,5 — $(4+7)/2=5{,}5$.
Frage 3 von 5MittelWelche Kennwerte hat die Liste 2, 2, 4, 7, 10, 15?
Lösung: Mittelwert $6{,}67$ gerundet, Modus 2 und Spannweite 13 — Die Summe 40 wird durch 6 geteilt: $40/6\approx6{,}67$. Die 2 kommt am häufigsten vor, und $15-2=13$.
Frage 4 von 5SchwerIn der Liste 20, 21, 21, 22, 100 soll ein typischer Wert beschrieben werden. Welche Begründung ist am stärksten?
Lösung: Der Median 21 ist geeignet, weil der extreme Wert 100 den Mittelwert stark nach oben zieht. — Die Spannweite beschreibt die Ausdehnung, nicht die Lage. Der Median bleibt trotz des extremen Werts bei 21.
Frage 5 von 5SchwerEine Befragung soll Aussagen über die gesamte Schule erlauben. Was gehört zu einer überzeugenden Planung?
Lösung: Eine klare Frage, eindeutige Antwortmöglichkeiten und eine Stichprobe, die relevante Gruppen angemessen berücksichtigt — Fragestellung, Grundgesamtheit, Merkmal und Auswahl müssen vor der Datenerhebung geklärt sein.

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