Mathematik

Streudiagramm erstellen und richtig interpretieren

Streudiagramm erstellen und richtig interpretieren
Streudiagramm erstellen und richtig interpretieren
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Ein Streudiagramm zeigt, wie zwei quantitative Variablen zusammenhängen könnten. Jedes Wertepaar wird als ein Punkt eingezeichnet. An der entstehenden Punktwolke kannst du Richtung, Form und Stärke eines Zusammenhangs sowie mögliche Ausreißer untersuchen.

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Wie werden Wertepaare zu Punkten?

Ein Streudiagramm braucht zwei Merkmale, deren Werte als Zahlen gemessen werden können. Beispiele sind Körpergröße und Gewicht, Außentemperatur und Getränkeverkauf oder Fahrzeuggewicht und Motorleistung.

Definition

Wertepaar

Ein Wertepaar besteht aus zwei zusammengehörenden Messwerten. Der erste Wert bestimmt die waagerechte Position auf der X-Achse, der zweite die senkrechte Position auf der Y-Achse.

Jeder Punkt steht für genau einen untersuchten Fall, zum Beispiel eine Person, einen Tag oder ein Automodell. Die Achsen müssen eindeutig beschriftet sein. Zu einer gemessenen Größe gehört außerdem ihre Einheit.

Beispiel

Du untersuchst bei fünf Schülerinnen und Schülern die Lernzeit und die erreichte Punktzahl. Die Wertepaare lauten:

  • 1 Stunde und 42 Punkte
  • 2 Stunden und 49 Punkte
  • 3 Stunden und 55 Punkte
  • 4 Stunden und 63 Punkte
  • 5 Stunden und 69 Punkte

Du trägst die Lernzeit auf der X-Achse und die Punktzahl auf der Y-Achse ein. Das Wertepaar „3 Stunden und 55 Punkte“ wird zu dem Punkt mit der X-Koordinate 3 und der Y-Koordinate 55.

Die Punkte steigen insgesamt von links unten nach rechts oben. Im untersuchten Datensatz erreichen Personen mit längerer Lernzeit tendenziell mehr Punkte. Warum das so ist, zeigt das Diagramm allein nicht.

Merke

Ein Streudiagramm zeigt Wertepaare zweier quantitativer Variablen. Gestapelte Punkte, die nur die Häufigkeiten einer einzigen Variablen darstellen, gehören zu einem anderen Punktdiagramm-Konzept.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Im Streudiagramm steht die erste quantitative Variable auf der . Die zweite Variable steht auf der . Jeder Punkt stellt ein dar. Vor dem Eintragen prüfst du auch die der beiden Größen.

Lösungen: Lücke 1: X-Achse; Lücke 2: Y-Achse; Lücke 3: Wertepaar; Lücke 4: Einheiten. Die Lage eines Punktes wird durch zwei zusammengehörende Werte bestimmt. Achsenbeschriftungen und Einheiten machen erkennbar, was diese Werte bedeuten.
Welche Muster zeigt die Punktwolke?

Lies nicht zuerst einzelne Punkte ab. Betrachte zunächst die gesamte Punktwolke und frage nach Richtung, Form und Stärke des sichtbaren Zusammenhangs.

Definition

Zusammenhangsformen

  • Positiver Zusammenhang: Mit größeren X-Werten treten tendenziell größere Y-Werte auf. Die Punktwolke steigt nach rechts an.
  • Negativer Zusammenhang: Mit größeren X-Werten treten tendenziell kleinere Y-Werte auf. Die Punktwolke fällt nach rechts ab.
  • Kein erkennbarer Zusammenhang: Die Punkte bilden keine klare steigende, fallende oder gekrümmte Struktur.
  • Nichtlinearer Zusammenhang: Das Muster ist erkennbar, lässt sich aber nicht sinnvoll durch eine einzige Gerade beschreiben.

Die visuelle Stärke beschreibt, wie deutlich die Punkte einem Muster folgen. Liegen sie eng um eine gedachte Gerade, wirkt der lineare Zusammenhang stärker. Sind sie weit verstreut, wirkt er schwächer. Eine genaue Zahl für die Stärke lässt sich nicht allein durch Anschauen bestimmen.

Beispiel

Für mehrere Tage werden Außentemperatur und Anzahl verkaufter Heißgetränke eingetragen. Die Punkte verlaufen überwiegend von links oben nach rechts unten.

Die passende Beschreibung lautet: „In diesen Daten besteht ein negativer Zusammenhang. An wärmeren Tagen wurden tendenziell weniger Heißgetränke verkauft.“

Die vorsichtige Formulierung tendenziell ist wichtig: Nicht jeder einzelne Punkt muss genau dem Gesamtmuster folgen.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtEine Punktwolke steigt deutlich von links unten nach rechts oben. Welche Beschreibung passt?
Lösung: Es ist ein positiver Zusammenhang erkennbar. — Steigen X- und Y-Werte tendenziell gemeinsam, sprichst du von einem positiven Zusammenhang.
Frage 2 von 2MittelEine Punktwolke bildet einen deutlichen Bogen. Welche Aussage ist am genauesten?
Lösung: Es kann ein nichtlinearer Zusammenhang vorliegen. — Prüfe neben der Richtung immer die Form. Ein gekrümmtes Muster ist nichtlinear und sollte nicht vorschnell als fehlender Zusammenhang gelten.
Was bedeuten Ausreißer und Gruppen?

Ein einzelner Punkt kann weit von der übrigen Punktwolke entfernt liegen. Er ist dann ein möglicher Ausreißer.

Definition

Ausreißer

Ein Ausreißer ist ein ungewöhnlicher Wert, der sich im betrachteten Diagramm deutlich von den übrigen Punkten abhebt. Ob er tatsächlich problematisch ist, muss geprüft werden.

Ein ungewöhnlicher Punkt kann durch einen Eingabefehler oder eine fehlerhafte Messung entstehen. Er kann aber auch einen echten, besonders interessanten Fall zeigen. Deshalb solltest du ihn nicht automatisch löschen.

Gehe stattdessen so vor:

  1. Prüfe, ob der Wert korrekt übertragen und gemessen wurde.
  2. Suche nach einer sachlichen Besonderheit des untersuchten Falls.
  3. Untersuche, wie sich die Beschreibung des Musters mit und ohne diesen Punkt verändert.
  4. Erkläre offen, wie du mit dem Punkt umgehst.

Ein Punkt kann bei einem Variablenpaar auffällig sein und bei einem anderen mitten in der Punktwolke liegen. „Ausreißer“ ist daher keine unveränderliche Eigenschaft eines Falls.

Farben oder unterschiedliche Symbole können zusätzlich Gruppen markieren, etwa Herkunftsländer oder Fahrzeugtypen. Solche kategorialen Merkmale liefern Zusatzinformationen; die beiden Achsen zeigen weiterhin quantitative Variablen.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtEin Punkt liegt weit außerhalb der übrigen Punktwolke. Was ist der beste erste Schritt?
Lösung: Prüfen, ob Messung und Dateneingabe korrekt sind. — Ein möglicher Ausreißer wird zuerst untersucht. Erst danach lässt sich begründet entscheiden, wie er in der Auswertung behandelt wird.
Frage 2 von 2MittelPunkte verschiedener Fahrzeugtypen werden durch verschiedene Symbole dargestellt. Welche Aufgabe haben die Symbole?
Lösung: Sie zeigen eine zusätzliche kategoriale Variable. — Farbe oder Symbol kann Gruppen sichtbar machen, ohne die Bedeutung der X- und Y-Koordinate zu verändern.
Warum ist Zusammenhang nicht gleich Ursache?

Ein Streudiagramm zeigt zunächst nur, dass zwei Merkmale in den beobachteten Daten gemeinsam variieren. Es beweist nicht, dass das eine Merkmal das andere verursacht.

Definition

Korrelation und Kausalität

Eine Korrelation ist ein statistischer Zusammenhang zwischen Variablen. Kausalität bedeutet dagegen, dass eine Veränderung tatsächlich eine andere Veränderung verursacht.

Angenommen, größere Unternehmen beschäftigen tendenziell mehr Menschen und erzielen höhere Gewinne. Daraus folgt nicht automatisch: „Mehr Beschäftigte verursachen den höheren Gewinn.“ Auch Branche, Unternehmensgröße, Nachfrage oder andere Einflüsse könnten beide Größen mitbestimmen.

Merke

Beschreibe zuerst, was die Punkte zeigen. Eine Ursache darfst du nur behaupten, wenn zusätzliche Untersuchungen und sachliche Begründungen sie stützen.

Hilfreiche Formulierungen sind:

  • „Mit steigendem X steigt Y tendenziell.“
  • „Zwischen X und Y ist ein positiver Zusammenhang erkennbar.“
  • „Das Diagramm allein belegt keine Ursache.“

Vermeide ohne weitere Belege Aussagen wie „X führt zu Y“ oder „X bewirkt Y“.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelIn einer Schule hängt längere Lernzeit mit höheren Testergebnissen zusammen. Welche Aussage wird allein durch das Streudiagramm gestützt?
Lösung: In den beobachteten Daten treten längere Lernzeiten tendenziell zusammen mit höheren Testergebnissen auf. — Das Diagramm stützt eine Aussage über den beobachteten Zusammenhang. Für eine Ursache wären weitere Informationen und Untersuchungen nötig.
Wie erstellst und prüfst du ein Streudiagramm?

Arbeite in einer festen Reihenfolge:

  1. Fragestellung klären: Welche zwei quantitativen Variablen möchtest du vergleichen?
  2. Wertepaare bilden: Ordne jedem untersuchten Fall seine beiden Messwerte zu.
  3. Achsen festlegen: Trage meist die Eingabe- oder Einflussvariable auf der X-Achse und die untersuchte Zielgröße auf der Y-Achse ab.
  4. Beschriften: Nenne Variable und Einheit an jeder Achse.
  5. Skalen wählen: Nutze gleichmäßige, gut lesbare Abstände und einen Bereich, der alle Werte enthält.
  6. Punkte eintragen: Kontrolliere für jeden Punkt beide Koordinaten.
  7. Muster beschreiben: Untersuche Richtung, Form, visuelle Stärke, Gruppen und mögliche Ausreißer.
  8. Aussage begrenzen: Unterscheide Zusammenhang und Ursache.
Beispiel

Die Wertepaare eines Datensatzes lauten: (1, 8), (2, 6), (3, 7), (4, 4) und (5, 3).

Nach dem Eintragen fällt die Punktwolke insgesamt nach rechts. Der Punkt (3, 7) liegt zwar höher als der vorherige Punkt, hebt den Gesamttrend aber nicht auf. Die passende Auswertung lautet: „Es ist ein negativer Zusammenhang erkennbar, obwohl nicht jedes benachbarte Wertepaar genau dem Trend folgt.“

Gut zu wissen

Eine eingezeichnete Trend- oder Regressionslinie kann das Gesamtmuster zusammenfassen. Sie ersetzt jedoch weder die Betrachtung der Punktwolke noch die Prüfung von Ausreißern und beweist ebenfalls keine Ursache.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelWelche Darstellung ist für die Untersuchung von Körpergröße und Gewicht mehrerer Personen geeignet?
Lösung: Ein Streudiagramm mit Körpergröße und Gewicht auf den beiden Achsen. — Zwei quantitative Merkmale und ihre Wertepaare passen zum Streudiagramm.
Frage 2 von 2SchwerVier Punkte folgen einem fallenden Muster, ein fünfter Punkt liegt weit darüber. Welche Auswertung ist am sorgfältigsten?
Lösung: Den negativen Gesamttrend beschreiben und den ungewöhnlichen Punkt getrennt prüfen. — Eine gute Auswertung verbindet das Gesamtmuster mit einer begründeten Untersuchung auffälliger Einzelpunkte.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Streudiagramm
    • Grundlage
      • zwei quantitative Variablen
      • ein Punkt je Wertepaar
      • beschriftete Achsen mit Einheiten
    • Punktwolke untersuchen
      • Richtung
      • Form
      • visuelle Stärke
      • Ausreißer und Gruppen
    • Aussage begrenzen
      • Zusammenhang beschreiben
      • Ursache nicht vorschnell behaupten
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 3LeichtWas stellt ein einzelner Punkt in einem Streudiagramm dar?
Lösung: Ein Wertepaar aus zwei zusammengehörenden Messwerten — Die X-Koordinate und die Y-Koordinate gehören zum selben untersuchten Fall.
Frage 2 von 3MittelEine Punktwolke fällt deutlich nach rechts ab. Welche Beschreibung passt?
Lösung: Mit größeren X-Werten treten tendenziell kleinere Y-Werte auf. — Eine fallende Punktwolke spricht für einen negativen Zusammenhang.
Frage 3 von 3SchwerEin Streudiagramm zeigt einen starken positiven Zusammenhang zwischen zwei Merkmalen. Was darfst du sicher folgern?
Lösung: Die beiden Merkmale treten in den beobachteten Daten tendenziell gemeinsam in höheren Werten auf. — Beschreibe die beobachtete Beziehung präzise. Eine kausale Aussage braucht zusätzliche Belege, und eine Tendenz erlaubt Abweichungen einzelner Punkte.

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