Mathematik

Zinseszins berechnen: Formel, Beispiele, Übungen

Zinseszins berechnen: Formel, Beispiele, Übungen
Zinseszins berechnen: Formel, Beispiele, Übungen
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Beim Zinseszins werden nicht nur dein Startkapital, sondern auch bereits gutgeschriebene Zinsen weiterverzinst. Deshalb wächst das Kapital bei einem positiven, gleichbleibenden Zinssatz von Jahr zu Jahr stärker.

Auf dieser Seite lernst du, den Zinseszinseffekt zu erklären, End- und Anfangskapital zu berechnen und ihn von einer Verzinsung ohne Wiederanlage zu unterscheiden.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Wie entsteht der Zinseszinseffekt?

Stell dir vor, du legst $2.500\,€$ zu einem jährlichen Zinssatz von $5\,\%$ an. Die Zinsen bleiben auf dem Konto.

Im ersten Jahr erhältst du:

$$2.500\,€ \cdot 0{,}05 = 125\,€$$

Danach liegen $2.625\,€$ auf dem Konto. Im zweiten Jahr werden nicht mehr nur die ursprünglichen $2.500\,€$ verzinst, sondern die gesamten $2.625\,€$:

$$2.625\,€ \cdot 0{,}05 = 131{,}25\,€$$

Nach zwei Jahren besitzt du daher:

$$2.625\,€ + 131{,}25\,€ = 2.756{,}25\,€$$

Definition

Zinseszins

Zinseszins entsteht, wenn gutgeschriebene Zinsen im Kapital bleiben und in späteren Zeiträumen selbst Zinsen bringen.

Merke

Ohne Wiederanlage bleibt der jährliche Zinsbetrag gleich. Mit Wiederanlage wächst die verzinste Grundlage und damit auch der Zinsbetrag.

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Frage 1 von 1LeichtWarum sind die Zinsen im zweiten Jahr höher als im ersten Jahr?
Lösung: Das Kapital aus dem ersten Jahr einschließlich der Zinsen wird erneut verzinst. — Der Effekt entsteht durch die Wiederanlage: Frühere Zinsen werden Teil des Kapitals und bringen anschließend selbst Zinsen.
Wie berechnest du das Endkapital?

Für einen konstanten jährlichen Zinssatz verwendest du den Zinsfaktor $q$:

$$q = 1 + \frac{p}{100}$$

Dabei ist $p$ der Zinssatz als Zahl ohne Prozentzeichen. Bei $3\,\%$ gilt also:

$$q = 1 + \frac{3}{100} = 1{,}03$$

Das Endkapital nach $n$ Jahren berechnest du mit:

$$K_n = K_0 \cdot q^n$$

Das bedeuten die Zeichen:

  • $K_0$: Anfangskapital
  • $K_n$: Endkapital nach $n$ Jahren
  • $p$: jährlicher Zinssatz in Prozent
  • $q$: Zinsfaktor
  • $n$: Anzahl der Jahre

Die Potenz $q^n$ zeigt, dass das Kapital in jedem Jahr erneut mit demselben Faktor multipliziert wird.

Beispiel

$3.000\,€$ werden fünf Jahre lang mit $3\,\%$ pro Jahr verzinst.

Zuerst bestimmst du den Zinsfaktor:

$$q = 1 + \frac{3}{100} = 1{,}03$$

Dann setzt du die Werte in die Formel ein:

$$K_5 = 3.000\,€ \cdot 1{,}03^5$$

$$K_5 = 3.000\,€ \cdot 1{,}159274\ldots$$

$$K_5 \approx 3.477{,}82\,€$$

Nach fünf Jahren beträgt das Endkapital rund $3.477{,}82\,€$. Der gesamte Zinsgewinn ist:

$$3.477{,}82\,€ - 3.000\,€ = 477{,}82\,€$$

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Bei $3\,\%$ Jahreszins ist der Zinsfaktor . Für fünf Jahre steht der Faktor in der Potenz . Das Endkapital erhältst du durch von Anfangskapital und Faktorpotenz.

Lösungen: Lücke 1: 1,03; Lücke 2: 5; Lücke 3: Multiplikation. Wandle den Prozentsatz zuerst in den Zinsfaktor um. Die Anzahl der Jahre wird zum Exponenten, weil derselbe Wachstumsfaktor wiederholt angewendet wird.
Was unterscheidet Zinseszins von einfachen Zinsen?

Bei einer Verzinsung ohne Wiederanlage werden die Zinsen ausgezahlt. Deshalb werden sie im nächsten Jahr nicht mitverzinst. Bei der Verzinsung mit Wiederanlage bleiben sie im Kapital.

Vergleiche $10.000\,€$ bei $5\,\%$ über drei Jahre. Die Tabelle zeigt den gesamten Betrag aus Anlagekapital und bisher ausgezahlten oder wiederangelegten Zinsen. Ohne Wiederanlage bleiben die ausgezahlten Zinsen außerhalb des Anlagekontos.

JahrOhne WiederanlageMit Wiederanlage
Start$10.000\,€$$10.000\,€$
1$10.500\,€$$10.500\,€$
2$11.000\,€$$11.025\,€$
3$11.500\,€$$11.576{,}25\,€$

Ohne Wiederanlage entstehen jedes Jahr $500\,€$ Zinsen. Mit Wiederanlage wächst der jährliche Zinsbetrag von $500\,€$ über $525\,€$ auf $551{,}25\,€$.

Nach drei Jahren beträgt der Unterschied:

$$11.576{,}25\,€ - 11.500\,€ = 76{,}25\,€$$

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Frage 1 von 1MittelZwei Anlagen haben dasselbe Startkapital, denselben positiven Zinssatz und eine Laufzeit von mehreren Jahren. Nur bei Anlage B bleiben die Zinsen im Kapital. Welche Aussage stimmt?
Lösung: Anlage B besitzt am Ende mehr Geld, weil frühere Zinsen mitverzinst werden. — Bei Anlage B wächst die Grundlage der nächsten Zinsberechnung. Darum entsteht bei mehreren Jahren ein zusätzlicher Zinsgewinn.
Wie bestimmst du das Anfangskapital?

Manchmal kennst du das gewünschte Endkapital und möchtest wissen, wie viel Geld du zu Beginn anlegen musst. Dann stellst du die Grundformel nach $K_0$ um:

$$K_0 = \frac{K_n}{q^n}$$

Du teilst also das Endkapital durch den Wachstumsfaktor der gesamten Laufzeit.

Beispiel

Nach sieben Jahren sollen bei $2{,}5\,\%$ Jahreszins $10.000\,€$ vorhanden sein.

Der Zinsfaktor ist:

$$q = 1 + \frac{2{,}5}{100} = 1{,}025$$

Nun setzt du ein:

$$K_0 = \frac{10.000\,€}{1{,}025^7}$$

$$K_0 \approx 8.412{,}65\,€$$

Du musst also ungefähr $8.412{,}65\,€$ anlegen. Zur Kontrolle setzt du dieses Anfangskapital wieder in die Formel für das Endkapital ein.

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Frage 1 von 1MittelWelcher Ansatz bestimmt das nötige Anfangskapital für $8.000\,€$ nach vier Jahren bei $3\,\%$?
Lösung: $K_0 = \frac{8.000\,€}{1{,}03^4}$ — Das Endkapital enthält bereits das Wachstum aus vier Jahren. Durch Division mit $1{,}03^4$ machst du dieses Wachstum rückgängig.
Wann reicht die Grundformel nicht aus?

Die Formel $K_n=K_0q^n$ passt nur, wenn

  • der Zinssatz während der gesamten Laufzeit gleich bleibt,
  • die Verzinsung in den betrachteten Beispielen jährlich erfolgt,
  • die Zinsen wiederangelegt werden und
  • während der Laufzeit keine zusätzlichen Ein- oder Auszahlungen stattfinden.

Ändern sich Zinssatz oder Kapital zwischendurch, rechnest du die Zeiträume einzeln. Nach jedem Jahr bestimmst du das neue Kapital und berücksichtigst anschließend die Änderung.

Beispiel

Nach vier Jahren liegen $21.961{,}50\,€$ auf einem Konto. Zu Beginn des fünften Jahres werden weitere $5.000\,€$ eingezahlt. Der Zinssatz beträgt in diesem Jahr $10\,\%$.

Zuerst addierst du die Einzahlung:

$$21.961{,}50\,€ + 5.000\,€ = 26.961{,}50\,€$$

Erst danach berechnest du die Zinsen des fünften Jahres:

$$26.961{,}50\,€ \cdot 1{,}10 = 29.657{,}65\,€$$

Die Einzahlung wird mitverzinst, weil sie zu Beginn des Jahres erfolgt.

Gut zu wissen

Rechenergebnisse sind Modellwerte. Tatsächliche Anlagebeträge können durch Rundungen, Gebühren, Steuern, andere Verzinsungsintervalle oder wechselnde Zinssätze abweichen. Hohe angenommene Renditen sind außerdem keine Garantie und können bei realen Anlagen mit Verlustrisiken verbunden sein.

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Frage 1 von 1SchwerEin Konto erhält zu Beginn eines Jahres eine zusätzliche Einzahlung. Was ist bei der jahrweisen Rechnung zuerst zu tun?
Lösung: Die Einzahlung zum bisherigen Kapital addieren und danach das neue Gesamtkapital verzinsen. — Bei Veränderungen während der Laufzeit musst du ihre zeitliche Reihenfolge beachten. Eine Einzahlung zu Jahresbeginn wird vor der Zinsberechnung addiert.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Zinseszins
    • Ursache: Zinsen bleiben im Kapital
    • Folge: Die verzinste Grundlage wächst
    • Zinsfaktor: $q=1+\frac{p}{100}$
    • Endkapital: $K_n=K_0q^n$
    • Rückwärtsrechnung: $K_0=\frac{K_n}{q^n}$
    • Vergleich: Wiederanlage erzeugt zusätzliche Zinsen
    • Grenze: Änderungen erfordern eine jahrweise Rechnung
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelcher Zinsfaktor gehört zu einem jährlichen Zinssatz von $4\,\%$?
Lösung: $1{,}04$ — Der Faktor enthält das gesamte Kapital und den Zuwachs: $q=1+\frac{4}{100}=1{,}04$.
Frage 2 von 3Mittel$2.000\,€$ werden zwei Jahre lang zu $10\,\%$ verzinst. Wie hoch ist das Endkapital?
Lösung: $2.420\,€$ — Mit $q=1{,}10$ gilt: $K_2=2.000\,€\cdot1{,}10^2=2.420\,€$.
Frage 3 von 3SchwerEin Konto hat wechselnde Zinssätze und eine zusätzliche Einzahlung nach dem zweiten Jahr. Welche Vorgehensweise ist geeignet?
Lösung: Jeden Zeitraum nacheinander berechnen und die Einzahlung zum angegebenen Zeitpunkt einfügen. — Bei wechselnden Bedingungen schreibst du das Kapital Schritt für Schritt fort. So wirken jeder Zinssatz und jede Einzahlung genau ab ihrem tatsächlichen Zeitpunkt.

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