Blues-Skala: Aufbau, Blue Notes und Improvisation
Die Blues-Skala entsteht aus einer pentatonischen Skala mit einer zusätzlichen Blue Note. Dadurch hat sie sechs verschiedene Töne. Meist ist mit Blues-Skala die Moll-Variante gemeint: 1 – ♭3 – 4 – ♭5 – 5 – ♭7.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Pentatonik und Blues-Skala unterscheiden
Pentatonisch bedeutet: Eine Skala besteht aus fünf verschiedenen Tönen. Die Moll-Pentatonik verwendet diese Stufen:
1 – ♭3 – 4 – 5 – ♭7
Die Zahlen bezeichnen Tonstufen vom Grundton aus. Das Zeichen ♭ bedeutet, dass eine Stufe um einen Halbton erniedrigt wird.
Für die Moll-Blues-Skala kommt zwischen vierter und fünfter Stufe die erniedrigte fünfte Stufe ♭5 hinzu. Aus fünf werden sechs verschiedene Töne.
Blue Note
Eine Blue Note ist ein Ton, der dem Klang Spannung und seinen typischen Bluescharakter gibt. In der Moll-Blues-Skala wird dafür ♭5 zwischen die Stufen 4 und 5 eingefügt.
Pentatonik: fünf Töne. Blues-Skala: sechs Töne, weil eine zusätzliche Blue Note eingefügt wird.
Moll-Blues-Skala bilden
Gehe in zwei Schritten vor:
- Schreibe die Moll-Pentatonik:
1 – ♭3 – 4 – 5 – ♭7. - Füge
♭5zwischen4und5ein.
So erhältst du:
1 – ♭3 – 4 – ♭5 – 5 – ♭7
Für die C-Moll-Pentatonik lauten die Töne:
C – Es – F – G – B
In der deutschen Notennamenschreibweise bezeichnet B den Ton einen Halbton unter H. Die fünfte Stufe von C ist G; ihre erniedrigte Form ist Ges. Setzt du Ges ein, entsteht die C-Moll-Blues-Skala:
C – Es – F – Ges – G – B
Die Oktave C kann am Ende wiederholt werden. Sie zählt nicht als siebter verschiedener Ton.
Ein häufiger Fehler
Ersetze G nicht durch Ges. Die Spannung entsteht gerade dadurch, dass Ges und G nebeneinander in der Skala vorkommen.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Die Moll-Pentatonik besitzt verschiedene Töne. Für die Moll-Blues-Skala wird die Stufe ergänzt. In C heißt dieser zusätzliche Ton .
Dur-Blues-Skala bilden und abgrenzen
Auch die Dur-Blues-Skala hat sechs verschiedene Töne. Ihre Grundlage ist jedoch die Dur-Pentatonik:
1 – 2 – 3 – 5 – 6
Als zusätzliche Blue Note wird ♭3 vor der großen Terz 3 eingefügt:
1 – 2 – ♭3 – 3 – 5 – 6
Die C-Dur-Pentatonik lautet:
C – D – E – G – A
Die erniedrigte dritte Stufe ist Es. Damit lautet die C-Dur-Blues-Skala:
C – D – Es – E – G – A
Es und E stehen direkt nebeneinander. Es ersetzt E nicht, sondern ergänzt die Skala.
| Variante | Formel | Töne über C |
|---|---|---|
| Moll-Blues | 1 – ♭3 – 4 – ♭5 – 5 – ♭7 | C – Es – F – Ges – G – B |
| Dur-Blues | 1 – 2 – ♭3 – 3 – 5 – 6 | C – D – Es – E – G – A |
Moll-Blues ergänzt ♭5. Dur-Blues ergänzt ♭3. In beiden Fällen bleibt die benachbarte ursprüngliche Stufe erhalten.
Blue Notes hören und gestalten
Die notierte Blues-Skala ist ein Modell: Sie ordnet Töne so an, dass du den Bluesklang auf einem Instrument finden und üben kannst. Tatsächliche Blue Notes können jedoch beweglicher klingen als eine fest notierte Halbtonstufe.
Auf einem Klavier sind die Tonhöhen festgelegt. Du kannst benachbarte Töne nacheinander spielen und ihre Spannung nutzen. Das ist aber nicht dasselbe wie ein einzelner Ton, dessen Höhe sich kontinuierlich verändert.
Stimme und manche Instrumente können solche Tonbewegungen direkter gestalten:
- Beim Singen lässt sich die Tonhöhe gleitend verändern.
- Auf der Gitarre kann eine Saite beim Bending gezogen und der Ton dadurch erhöht werden.
- Auf einer Violine kann der Finger eine Zwischenlage greifen oder gleitend erreichen.
- Auf der Mundharmonika verändern besondere Blas- und Zugtechniken die Tonhöhe.
Eine Blue Note ist deshalb nicht immer als exakt festliegender Punkt zu verstehen. Die notierte Skalenstufe bietet eine spielbare Orientierung, bildet aber nicht jede mögliche Tonhöhenformung vollständig ab.
Hörübung ohne Begleitung
Spiele oder singe in C langsam die Folge F – Ges – G. Wiederhole sie mehrmals. Achte darauf, wie Ges zwischen F und G Spannung erzeugt. Erfinde danach eine kurze Folge, in der Ges zu G weiterführt.
Mit der Skala improvisieren
Improvisieren bedeutet, Musik während des Spielens zu erfinden. Beginne nicht sofort mit langen Tonfolgen. Ein kurzes, wiedererkennbares Motiv macht deinen musikalischen Gedanken hörbar.
Schrittweise üben
- Spiele die C-Moll-Blues-Skala langsam auf- und abwärts.
- Singe die Töne mit, damit du ihre Tonhöhen innerlich hörst.
- Wähle zwei bis vier Töne und bilde daraus ein kurzes Motiv.
- Wiederhole das Motiv und verändere beim zweiten Mal nur den Schluss.
- Spiele es über eine einfache Begleitung oder ein 12-taktiges Blues-Schema.
Ein mögliches Motiv ist:
C – Es – F – Ges – G
Bei der Wiederholung kannst du den Schluss verändern:
C – Es – F – Ges – F – Es – C
Der erste Durchgang führt von Ges weiter zu G und baut Spannung auf. Der zweite kehrt zum Grundton C zurück und wirkt dadurch abgeschlossener.
Eine verbreitete 12-taktige Begleitung nutzt die Stufen I, IV und V. In C sind das die Akkorde C, F und G:
| Takte | Stufe | Akkord in C |
|---|---|---|
| 1–4 | I | C |
| 5–6 | IV | F |
| 7–8 | I | C |
| 9 | V | G |
| 10 | IV | F |
| 11 | I | C |
| 12 | V | G |
Manche Varianten bleiben auch im zwölften Takt auf I. Beide Schlusswendungen sind möglich; für deine Übung solltest du vorher festlegen, welche gespielt wird.
Spiele zuerst wenige Töne mit klarer Wiederholung. Eine verständliche musikalische Idee ist wichtiger als möglichst viele schnelle Noten.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Blues-Skala
- sechs verschiedene Töne
- entsteht aus einer Pentatonik
- Moll-Blues ergänzt ♭5
- Dur-Blues ergänzt ♭3
- notierte Blue Notes sind ein Klangmodell
- kurze Motive ermöglichen Improvisation
- I, IV und V gliedern die Bluesform
Abschluss-Check
Wenn du alle drei Fragen begründen kannst, kannst du die beiden Blues-Skalen unterscheiden, ihre Blue Notes erklären und das Tonmaterial gezielt für erste Improvisationen verwenden.
Mit Google fortfahren