Hip-Hop: Geschichte, Musik und Tanz verstehen
Hip-Hop ist keine starre Musikrichtung. Die Kultur entwickelte sich aus historischen und sozialen Zusammenhängen und verändert sich bis heute. Gereimte Sprache, Musik, Tanz und Medien wirken dabei zusammen.
Auf dieser Seite verfolgst du die Entwicklung von den Wurzeln bis zu heutigen Formen. Du lernst außerdem, Veränderungen und Überschneidungen mit Belegen zu erklären.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Was gehört zu Hip-Hop?
Hip-Hop begegnet dir in unterschiedlichen Formen: als Rapmusik, Tanz, Bühnendarstellung, Musikvideo oder Beitrag in sozialen Medien. Diese Formen sind miteinander verbunden, aber nicht identisch.
Hip-Hop
Hip-Hop bezeichnet hier eine wandelbare Kultur, in der gereimte Sprache, Musik, Tanz und soziale Ausdrucksformen zusammenwirken. Sie formierte sich in den 1970er Jahren in der afroamerikanischen Community New Yorks und besitzt weiter zurückreichende Wurzeln.
Ein Tanzschritt ist also nicht das gesamte Hip-Hop-Genre. Ebenso zeigt ein einzelner Rap-Song nur einen Ausschnitt. Erst der Blick auf mehrere Ausdrucksformen und ihren Zusammenhang ergibt ein genaueres Bild.
Hip-Hop ist kein festes Paket unveränderlicher Merkmale. Künstlerinnen, Künstler und Tanzende greifen Einflüsse auf, verändern Formen und verbinden sie neu.
Wie entstand Hip-Hop?
Die Geschichte beginnt nicht mit einem einzigen Song oder einer einzigen Person. Das Ausgangsmaterial beschreibt weit zurückreichende afrikanische Wurzeln und eine spätere Entwicklung in den USA.
Bereits im frühen 20. Jahrhundert trugen Menschen afrikanischer Herkunft in den USA sogenannte Toasts vor. Das waren gereimte, häufig witzige oder kritische mündliche Erzählungen über Alltag, Politik und Identität. Wortgewandte verbale Duelle bei solchen Treffen gelten als Vorläufer des späteren Battle-Rap.
In den 1970er Jahren formierte sich in der afroamerikanischen Community New Yorks eine neue musikalische Kultur. Stimme, Ausdruck und Widerstand spielten dabei eine wichtige Rolle.
Auch der Tanz entwickelte sich aus mehreren Einflüssen. Viele moderne Bewegungen gehen auf Straßentänze der 1970er Jahre zurück, einige auf die 1960er. Genannt werden Einflüsse afrikanischer Tänze, des Stepptanzes, Swing und Modern Dance.
Eine historische Wurzel ist nicht dasselbe wie eine vollständig entwickelte spätere Form. Toasts waren noch kein heutiger Rap-Song, zeigen aber bereits wichtige Verbindungen von Reim, Vortrag und gesellschaftlichen Themen.
Wie entwickelte sich Hip-Hop in Deutschland?
Mitte der 1980er Jahre entstand in Deutschland zunächst eine überwiegend politisch motivierte Underground-Szene. Underground bedeutet hier, dass die Musik noch kein breites Mainstream-Publikum erreichte.
Anfang der 1990er machten Die Fantastischen Vier deutschsprachigen Rap einem größeren Publikum bekannt. Bis zur Jahrtausendwende etablierten sich unter anderem Blumentopf und Kool Savas im Mainstream.
Später wurde Deutschrap noch vielfältiger. Das Spektrum reicht vom kompromisslosen Straßenrap bis zum melodischen Pop-Rap mit gesungenen Hooks, also wiederkehrenden, einprägsamen Teilen eines Songs. Seit ungefähr 2016 prägten auch Dancehall und weitere afrikanische Einflüsse zeitweise den Clubsound. Bausas „Was du Liebe nennst“ wurde 2017 zu einem großen Hit und trug zur stärkeren Verankerung von Deutschrap in den Charts bei.
Der Weg vom Underground zum Mainstream bedeutet nicht, dass alle Formen gleich werden. Mit wachsender Verbreitung können weiterhin sehr unterschiedliche Stile nebeneinander bestehen.
Wie verbinden sich Musik, Tanz und Medien?
Musik gibt den Rhythmus vor, auf den Tanzende reagieren. Tanzbewegungen können umgekehrt einen Song sichtbar prägen und seine Verbreitung unterstützen. Einige Tänze wurden gezielt mit bestimmten Songs verbunden.
Beispiele dafür sind der Hammer Dance zu „U Can’t Touch This“, der Dougie, der Stanky Leg, Jerkin’ und der Shmoney Dance. Dabei gibt es häufig nicht nur eine einzig richtige Ausführung. Viele Bewegungen wurden verändert und individuell weiterentwickelt.
Medien beschleunigen diese Verbreitung. Musikvideos brachten Streetdance in den Mainstream und machten Bewegungen über ihren Entstehungsort hinaus bekannt. Heute erhöhen TikTok, Instagram und YouTube die Viralität von Tänzen. Instagram dient außerdem der Musikpromotion und dem Kontakt zur Community. Über SoundCloud konnten selbst produzierte Stücke ein großes Publikum erreichen.
Der Shmoney Dance zeigt das Zusammenspiel besonders deutlich:
- Er entstand als gemeinschaftlich entwickelte Abwandlung des Two-Step.
- Er wurde besonders mit dem Rapper Bobby Shmurda verbunden.
- Ein Musikvideo von 2014 verbreitete den Tanz auf Vine.
- Dadurch wurde eine vorhandene Bewegung über digitale Medien einem größeren Publikum bekannt.
Die begründete Schlussfolgerung lautet: Das Medium erfand den Tanz nicht allein, verstärkte aber seine Verbreitung.
Wie kannst du einen Grundschritt untersuchen?
Der Two-Step eignet sich als Einstieg, weil sein Ablauf übersichtlich ist und bei unterschiedlichen Rhythmen und Tempi funktioniert.
So erkennst du das Grundmuster:
- Beginne mit geschlossener Fußposition.
- Setze einen Fuß seitwärts.
- Stelle ihn zurück.
- Wiederhole den Ablauf mit dem anderen Fuß.
Der entscheidende Zusammenhang ist der regelmäßige Seitenwechsel. Die Bewegung folgt dem Rhythmus und bleibt zusammenhängend.
Beim Running Man sieht das Bewegungsmuster anders aus. Ein Bein wird angehoben, während das andere diagonal nach hinten gleitet. Die Bewegung imitiert dadurch ein Laufen auf der Stelle. Weil Beine und Arme koordiniert werden, ist der Schritt anspruchsvoller als der Two-Step.
Beim Popping werden Muskeln rhythmisch zum Beat angespannt und wieder entspannt. Beim Locking folgt auf eine schnelle Bewegung ein deutliches Einfrieren in einer Position. Beide Begriffe klingen ähnlich, bezeichnen aber verschiedene Bewegungsprinzipien.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Beim Two-Step setzt du einen Fuß und stellst ihn wieder . Beim Popping werden Muskeln rhythmisch . Beim Locking wird eine Position kurz .
Wie erklärst du Wandel und Überschneidungen?
Ein Genre verändert sich, wenn Menschen vorhandene Formen aufnehmen, anders verbinden und über neue Medien verbreiten. Deshalb solltest du eine Genrebezeichnung nicht wie eine starre Schublade verwenden.
Beobachtungen: Deutscher Hip-Hop reicht von Straßenrap bis zu melodischem Pop-Rap. Zeitweise prägten Dancehall und weitere afrikanische Einflüsse den Clubsound. Im Tanz verbindet Krumping unter anderem Popping, Locking, Wobbles und Schulterrollen.
Begründete Deutung: Hip-Hop entwickelt sich durch Überschneidungen und neue Kombinationen. Die Beispiele belegen Vielfalt und Wandel; sie beweisen nicht, dass alle Hip-Hop-Stücke oder Tänze dieselben Merkmale besitzen.
Auch historische Angaben brauchen Genauigkeit. Die Herkunft von Moonwalk, Popping und Welle ist im Material nicht eindeutig. Beim Harlem Shake muss außerdem zwischen dem ursprünglichen Tanz aus den 1980er Jahren und dem viralen Meme von 2013 unterschieden werden.
Eine gute Einordnung nennt erst die Beobachtung und zieht dann eine begrenzte Schlussfolgerung. Bei unklarer Herkunft behauptest du keinen eindeutigen Erfinder.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Hip-Hop
- Geschichte: afrikanische und afroamerikanische Wurzeln, Toasts und New York in den 1970er Jahren
- Ausdrucksformen: Rap, gereimte Sprache, Musik, Rhythmus und Tanz
- Deutschland: Underground, breiteres Publikum und vielfältige Formen im Mainstream
- Verbreitung: Musikvideos, soziale Medien und Musikplattformen
- Wandel: Einflüsse anderer Stile, neue Kombinationen und teils unklare Ursprünge
Abschluss-Check
Du kannst Hip-Hop nun als historische und weiterhin wandelbare Kultur untersuchen. Achte dabei auf belegte Stationen, das Zusammenspiel verschiedener Ausdrucksformen und die Grenze zwischen Beobachtung und Schlussfolgerung.
Mit Google fortfahren