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Neapolitanischer Sextakkord

Neapolitanischer Sextakkord erklärt: erniedrigte zweite Stufe, Subdominantwirkung und Auflösung zur Dominante.

Wenn eine Kadenz fast am Ziel ist, erwartest du oft einen vertrauten Weg zurück zur Tonika. Manchmal klingt kurz vor der Dominante aber ein Akkord plötzlich heller, fremder und dramatischer. Genau dieser Klang kann einer Stelle in Musik mehr Spannung geben. Er heißt Neapolitaner.

Deine Lernziele
  • Du verstehst die wichtigsten Bausteine des Neapolitaners.
  • Du kannst den Neapolitanischen Sextakkord in Moll bilden.
  • Du erkennst seine Subdominantwirkung.
  • Du erklärst seine typische Auflösung zur Dominante.

Erst die Bausteine

Ein Akkord ist ein Zusammenklang von mindestens drei Tönen. Ein Dreiklang ist ein Akkord aus drei Tönen. Eine Tonika ist der Ruheakkord einer Tonart. Eine Kadenz ist eine Akkordfolge, die eine Tonart bestätigt.

Eine Stufe ist ein Platz in der Tonleiter. In a-Moll ist a die erste Stufe, h die zweite Stufe, c die dritte Stufe und d die vierte Stufe. Die Subdominante ist der Akkord auf der vierten Stufe. Die Dominante ist der Akkord auf der fünften Stufe und führt stark zurück zur Tonika.

Definition

Eine Terz ist der Abstand über drei Tonstufen. Eine Quinte ist der Abstand über fünf Tonstufen. Eine Sexte ist der Abstand über sechs Tonstufen.

Beispiel

In a-Moll ist die Tonika: a c e.

Die Subdominante steht auf der vierten Stufe: d f a.

Die Dominante steht auf der fünften Stufe: e gis h.

Merke

Für den Neapolitaner brauchst du vor allem drei Dinge: Tonart, Subdominante und erniedrigte zweite Stufe.

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Was der Neapolitaner ist

Eine Alteration bedeutet: Ein Ton wird durch ein Vorzeichen verändert. Er wird also erhöht oder erniedrigt. Beim Neapolitaner ist besonders die erniedrigte zweite Stufe wichtig.

Der Neapolitanische Sextakkord ist ein besonderer Akkord mit Subdominantwirkung. In Moll kannst du ihn so verstehen: Die Mollsubdominante behält ihren Grundton und ihre Terz, aber ihre Quinte wird durch die kleine, nicht leitereigene Sexte ersetzt.

Definition

Ein Sextakkord ist ein Dreiklang in erster Umkehrung. Das bedeutet: Nicht der Grundton des Dreiklangs liegt unten, sondern seine Terz.

Beispiel

In a-Moll lautet die normale Mollsubdominante: d f a.

Beim Neapolitaner wird das a ersetzt durch b: d f b.

Die Folge kann dann so klingen: a c e -> d f b -> e gis h -> a c e.

Merke

Der Neapolitaner ist kein beliebiger fremder Akkord. Er ersetzt meistens die Subdominante und macht die Kadenz farbiger.

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So baust du ihn

Du kannst den Neapolitaner Schritt für Schritt finden. Suche zuerst die zweite Stufe der Tonart. Dann erniedrigst du diese Stufe. Über diesem Ton bildest du einen Dur-Dreiklang. Danach setzt du den Akkord in die erste Umkehrung.

Das klingt technisch, ist aber gut machbar. Du rechnest nicht mit vielen Regeln gleichzeitig. Du gehst nur Tonart für Tonart vor.

Beispiel

Neapolitaner in c-Moll:

  1. Tonart: c-Moll.
  2. Zweite Stufe: d.
  3. Erniedrigte zweite Stufe: des.
  4. Dur-Dreiklang über des: des f as.
  5. Erste Umkehrung: f as des.

Der Neapolitanische Sextakkord in c-Moll lautet also: f as des.

Gut zu wissen

In der Stufentheorie beschreibt man den Neapolitaner oft als Durakkord auf der erniedrigten zweiten Stufe in erster Umkehrung. In der Funktionstheorie beschreibt man ihn eher als veränderte Mollsubdominante.

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Warum er subdominantisch wirkt

Eine Funktion ist die Aufgabe eines Akkords in einer Tonart. Ein Akkord kann Ruhe geben, Spannung aufbauen oder zur Auflösung führen. Der Neapolitaner bereitet meistens die Dominante vor. Damit übernimmt er die Aufgabe der Subdominante.

In a-Moll sieht d f b zwar wie eine Umkehrung von B-Dur aus. Trotzdem hörst du oft den Ton d als wichtigen Bezugspunkt. d ist auch der Grundton der normalen Subdominante d f a. Deshalb bleibt die Subdominantwirkung erhalten.

Beispiel

Normale Mollkadenz in a-Moll: a c e -> d f a -> e gis h -> a c e.

Kadenz mit Neapolitaner: a c e -> d f b -> e gis h -> a c e.

Nur ein Ton verändert die Farbe stark: Aus a wird b.

Merke

Der Neapolitaner wirkt subdominantisch, weil er die Stelle und oft den Bass der Subdominante übernimmt.

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Die typische Auflösung

Eine Auflösung ist die Weiterführung eines spannungsvollen Klangs in einen Zielklang. Beim Neapolitaner ist dieses Ziel meistens die Dominante. Danach folgt oft die Tonika.

Ein Leitton ist ein Ton, der einen Halbton unter seinem Zielton liegt und stark dorthin zieht. In a-Moll ist gis der Leitton zu a, wenn die Dominante e gis h benutzt wird. Neben dem b aus dem Neapolitaner entsteht dadurch eine besonders gespannte Farbe.

Beispiel

In a-Moll:

Neapolitaner: d f b.

Dominante: e gis h.

Tonika: a c e.

Typische Folge: d f b -> e gis h -> a c e.

Gut zu wissen

Im vierstimmigen Satz können beim Weg vom Neapolitaner zur Dominante auffällige Stimmbewegungen entstehen. In diesem Zusammenhang sind sie oft gewollt, weil sie den besonderen Ausdruck verstärken.

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Wirkung und Verwendung

Ein Ausdrucksmittel ist ein musikalisches Mittel, das eine bestimmte Wirkung erzeugt. Der Neapolitaner kann traurig, dramatisch, feierlich oder überraschend wirken. Besonders oft begegnet er in Musik aus Barock, Klassik und Romantik.

Du musst ihn nicht nur als Rechentrick lernen. Höre ihn als Farbe in einer bekannten Bewegung. Die Kadenz bleibt verständlich, aber ein Ton macht sie plötzlich intensiver.

Beispiel

Stell dir eine Opernszene vor: Eine Figur singt kurz vor einem wichtigen Schluss über Schmerz oder Abschied.

Eine einfache Kadenz kann ruhig wirken: Tonika -> Subdominante -> Dominante -> Tonika.

Mit Neapolitaner wird der Moment stärker gefärbt: Tonika -> Neapolitaner -> Dominante -> Tonika.

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Zusammenfassung

Der Neapolitanische Sextakkord ist ein ausdrucksstarker Akkord der Harmonielehre. Er steht meistens an der Stelle der Subdominante. In Moll findest du ihn über die erniedrigte zweite Stufe. Typisch ist die Weiterführung zur Dominante und dann zur Tonika.

Beispiel

Kurzer Rechenweg für a-Moll:

Zweite Stufe: h. Erniedrigen: b. Dur-Dreiklang über b: b d f. Erste Umkehrung: d f b.

Typische Kadenz: a c e -> d f b -> e gis h -> a c e.

Merke

Suche zuerst die erniedrigte zweite Stufe. Prüfe dann die erste Umkehrung und die Weiterführung zur Dominante.

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