Sekunde in der Musik: klein, groß und bestimmen
Eine Sekunde ist der Abstand zwischen zwei benachbarten Tonstufen, zum Beispiel C–D oder E–F. Eine kleine Sekunde umfasst einen Halbtonschritt, eine große Sekunde zwei Halbtonschritte.
Auf dieser Seite lernst du, Sekunden an den Tonnamen zu erkennen, ihre genaue Größe zu bestimmen und ihre Wirkung in Melodien und Zusammenklängen zu beschreiben.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Woran erkennst du eine Sekunde?
Ein Intervall ist der Abstand zwischen zwei Tönen. Für seinen Grundnamen zählst du die beteiligten Stammtöne einschließlich des Anfangs- und Endtons.
Bei C–D zählst du:
- C ist der erste Ton.
- D ist der zweite Ton.
Deshalb ist C–D eine Sekunde. Ebenso sind D–E, E–F, F–G, G–A, A–H und H–C Sekunden: Die Töne stehen jeweils auf benachbarten Tonstufen.
Sekunde
Eine Sekunde ist ein Intervall zwischen zwei benachbarten Tonstufen. Anfangs- und Endton werden mitgezählt.
Vorzeichen ändern zunächst nicht den Grundnamen. C–Des ist weiterhin eine Sekunde, weil die Tonnamen C und D benachbart sind.
Ist F–Gis eine Sekunde?
Ja. Für den Grundnamen zählen nur die Stammtöne F und G: F ist der erste, G der zweite Ton. Die Endung is verändert die Tonhöhe von G, aber nicht seine Stellung als benachbarter Stammton.
Wie unterscheiden sich kleine und große Sekunden?
Nachdem du den Grundnamen bestimmt hast, zählst du die Halbtonschritte. Ein Halbtonschritt ist im gebräuchlichen chromatischen Tonsystem der kleinste Abstand zwischen zwei benachbarten Tonhöhen.
- Kleine Sekunde (k2): ein Halbtonschritt
- Große Sekunde (g2): zwei Halbtonschritte, also ein Ganztonschritt
E–F bestimmen
- E und F sind benachbarte Stammtöne: Das Intervall ist eine Sekunde.
- Von E nach F ist es ein Halbtonschritt.
- E–F ist daher eine kleine Sekunde.
C–D bestimmen
- C und D sind benachbarte Stammtöne: Das Intervall ist eine Sekunde.
- Von C nach Cis und von Cis nach D sind es zwei Halbtonschritte.
- C–D ist daher eine große Sekunde.
Zuerst bestimmen die Tonnamen den Grundnamen Sekunde. Danach entscheidet die Halbtonzahl, ob die Sekunde klein oder groß ist.
Wie bestimmst du eine Sekunde Schritt für Schritt?
Nutze immer dieselbe Reihenfolge. So vermeidest du, den Grundnamen nur aus der Halbtonzahl abzuleiten.
- Tonnamen lesen: Bestimme Anfangs- und Endton.
- Stammtöne zählen: Zähle Anfang und Ende mit. Benachbarte Tonnamen ergeben eine Sekunde.
- Halbtonschritte zählen: Ein Halbton ergibt eine kleine, zwei Halbtöne eine große Sekunde.
- Ergebnis nennen: Verbinde Qualität und Grundnamen, etwa „kleine Sekunde“.
Bestimme D–Es.
- Die Tonnamen sind D und Es.
- D und E sind benachbarte Stammtöne. Der Grundname ist Sekunde.
- D–Es umfasst einen Halbtonschritt.
- Das Intervall ist eine kleine Sekunde.
Bestimme F–G.
- Die Tonnamen sind F und G.
- F und G sind benachbarte Stammtöne. Der Grundname ist Sekunde.
- F–Fis und Fis–G ergeben zwei Halbtonschritte.
- Das Intervall ist eine große Sekunde.
Die Halbtonzahl allein reicht nicht immer aus. C–Dis umfasst drei Halbtonschritte und ist wegen der Tonnamen C und D eine übermäßige Sekunde. C–Es klingt im gleichstufig gestimmten System genauso hoch, ist wegen der Tonnamen C und E aber eine kleine Terz.
Vertiefung: Wird eine große Sekunde um einen Halbton erweitert, entsteht eine übermäßige Sekunde. Wird eine kleine Sekunde um einen Halbton verkleinert, entsteht eine verminderte Sekunde. Solche Schreibweisen zeigen unterschiedliche musikalische Funktionen, auch wenn Töne gleich klingen können.
Wie hörst und verwendest du Sekunden?
Erklingen die beiden Töne nacheinander, ist die Sekunde sukzessiv oder melodisch. Solche Sekundschritte bilden viele auf- und absteigende Melodien.
Erklingen die Töne gleichzeitig, ist die Sekunde simultan oder harmonisch. Sekunden werden häufig als spannungsreich beziehungsweise dissonant wahrgenommen. Besonders eine kleine Sekunde kann eine deutliche Reibung erzeugen.
Ob die Töne gleichzeitig oder nacheinander erklingen, verändert den Intervallnamen nicht. E–F bleibt in beiden Fällen eine kleine Sekunde.
Eine Melodie bewegt sich von C nach D und danach von D nach E. Beide Bewegungen sind große Sekunden. Die Melodie schreitet stufenweise aufwärts, statt einen Ton zu überspringen.
Werden C und Des gleichzeitig gespielt, entsteht eine kleine Sekunde. Der geringe Abstand kann als starke Spannung hörbar werden.
Wende das Verfahren selbst an
Bestimme zuerst den Grundnamen und danach die genaue Qualität.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
C–D ist eine , weil die Töne benachbarte Tonstufen sind und ihr Abstand beträgt. E–F ist dagegen eine mit .
Aufgabe
Bestimme die Intervalle D–E, H–C, G–As und F–Gis. Begründe jeweils mit den Tonnamen und der Zahl der Halbtonschritte.
Lösung
- D–E: D und E sind benachbart; zwei Halbtonschritte ergeben eine große Sekunde.
- H–C: H und C sind benachbart; ein Halbtonschritt ergibt eine kleine Sekunde.
- G–As: G und A sind benachbart; ein Halbtonschritt ergibt eine kleine Sekunde.
- F–Gis: F und G sind benachbart; drei Halbtonschritte ergeben eine übermäßige Sekunde.
Bei F–Gis ist die Schreibweise entscheidend: Trotz drei Halbtonschritten bleibt der Grundname wegen F–G eine Sekunde.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Sekunde
- Erkennen: benachbarte Tonnamen, Anfang und Ende mitzählen
- Kleine Sekunde: ein Halbtonschritt
- Große Sekunde: zwei Halbtonschritte
- Bestimmen: Grundname vor Qualität
- Melodisch: Töne erklingen nacheinander
- Harmonisch: Töne erklingen gleichzeitig
- Wirkung: häufig Spannung und Bewegung
- Vertiefung: verminderte und übermäßige Sekunde
Abschluss-Check
Du kannst eine Sekunde nun in zwei Schritten bestimmen: Zähle zuerst die Tonnamen, dann die Halbtonschritte. So unterscheidest du sicher zwischen kleiner, großer und übermäßiger Sekunde und kannst ihre Rolle als melodische Bewegung oder harmonische Spannung erklären.
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