‹ Musik

Sixte ajoutée

Sixte ajoutée erklärt: Subdominante mit hinzugefügter Sexte, Schreibweise, Klang und Auflösung.

Wenn du eine Kadenz spielst, klingt die Subdominante oft wie ein kurzer Atemzug vor der Spannung der Dominante. Manchmal bekommt dieser Akkord einen zusätzlichen Ton. Dann wirkt er weicher, voller und ein bisschen schwebend. Genau darum geht es bei der Sixte ajoutée.

Deine Lernziele
  • Du kannst erklären, was eine Sixte ajoutée ist.
  • Du erkennst, warum sie meistens zur Subdominante gehört.
  • Du kannst den Akkord in C-Dur aus den Tönen f a c d bilden.
  • Du verstehst, warum derselbe Klang auch anders gedeutet werden kann.

Der normale Ausgangspunkt: Dreiklang und Subdominante

Bevor die Sixte ajoutée dazukommt, brauchst du zwei Bausteine. Ein Dreiklang ist ein Akkord aus drei verschiedenen Tönen. In C-Dur ist F-Dur zum Beispiel der Dreiklang aus f, a und c.

Eine Tonika ist der Ruhepunkt einer Tonart. In C-Dur ist C-Dur die Tonika. Eine Subdominante ist der Akkord auf der vierten Stufe einer Tonart. In C-Dur ist das F-Dur, weil f der vierte Ton der C-Dur-Tonleiter ist. Eine Dominante ist der Akkord auf der fünften Stufe einer Tonart. Sie erzeugt oft Spannung vor der Rückkehr zur Tonika.

Definition

Die Subdominante ist der Akkord auf der vierten Stufe einer Tonart. Sie führt oft weiter zur Dominante und dann zurück zur Tonika.

Beispiel

In C-Dur kannst du eine einfache Kadenz so hören und spielen:

C-Dur: c e g

F-Dur: f a c

G-Dur oder G7: g h d oder g h d f

C-Dur: c e g

Die Folge heißt: Tonika -> Subdominante -> Dominante -> Tonika.

Merke

Die Subdominante ist in vielen Kadenzen der Akkord vor der Dominante. In C-Dur ist sie F-Dur.

Interaktive Quizfrage wird geladen ...

Was bedeutet Sixte ajoutée?

Der Ausdruck Sixte ajoutée kommt aus dem Französischen und bedeutet hinzugefügte Sexte. Eine Sexte ist der sechste Ton über einem Grundton, wenn du den Grundton mitzählt. Bei der Sixte ajoutée wird zur Subdominante ein zusätzlicher Sextton über ihrem Grundton ergänzt.

In C-Dur nimmst du zuerst die Subdominante F-Dur: f, a, c. Vom Grundton f aus ist d die Sexte, denn du zählst f als 1: f, g, a, h, c, d. Wenn d dazukommt, entsteht f, a, c, d.

Definition

Die Sixte ajoutée ist eine zur Subdominante hinzugefügte Sexte. In C-Dur ist das beim F-Dur-Akkord der Ton d.

Beispiel

Tonart: C-Dur

Subdominante: F-Dur = f a c

Hinzugefügte Sexte über f: d

Sixte ajoutée: f a c d

Du kannst dir merken: F-Dur bekommt einen zusätzlichen Ton. Dieser Zusatzton ist d.

Merke

Sixte ajoutée heißt: Die Subdominante bleibt erkennbar, bekommt aber eine Sexte dazu.

Interaktiver Lückentext wird geladen ...

Warum klingt der Akkord besonders?

Die Sixte ajoutée klingt nicht wie ein ganz einfacher Dur-Dreiklang. Der zusätzliche Ton d reibt sich leicht mit den anderen Tönen. Eine Dissonanz ist ein Klang, der Spannung erzeugt und nach Weiterführung verlangt.

Bei der Sixte ajoutée ist diese Spannung typisch für die Subdominante. Der Zusatzton d zieht oft nach oben zum e, wenn die Musik zur Tonika C-Dur zurückgeht. Dadurch wirkt der Akkord nicht nur farbig, sondern auch zielgerichtet.

Definition

Eine Dissonanz ist ein spannungsvoller Zusammenklang. Sie klingt nicht einfach fertig, sondern möchte meist in einen ruhigeren Klang weitergeführt werden.

Beispiel

In C-Dur kann die Sixte ajoutée so weitergehen:

F-Dur mit hinzugefügter Sexte: f a c d

Tonika C-Dur: c e g

Der Ton d kann sich dabei zum e bewegen. Das klingt wie ein kleiner Schritt nach oben.

Gut zu wissen

In der Harmonielehre betrachtet man nicht nur die Töne selbst. Wichtig ist auch, wohin sie sich bewegen. Gerade daran erkennt man oft die Funktion eines Akkords.

Interaktive Quizfrage wird geladen ...

Sixte ajoutée oder S6: nicht dasselbe

Jetzt kommt eine feine Unterscheidung. Bei einer S6 steht die Sexte anstelle der Quinte der Subdominante. Bei der Sixte ajoutée kommt die Sexte zusätzlich zur Quinte dazu.

Die Quinte ist der fünfte Ton über dem Grundton, wenn du den Grundton mitzählt. Bei F-Dur ist c die Quinte. Bei S6 kann c durch d ersetzt werden. Bei der Sixte ajoutée erklingen c und d zusammen.

Definition

Die Quinte ist der fünfte Ton über dem Grundton eines Akkords. Bei f ist c die Quinte.

Beispiel

Subdominante in C-Dur:

Normales F-Dur: f a c

S6: f a d

Sixte ajoutée: f a c d

Der Unterschied ist klein, aber wichtig: Bei der Sixte ajoutée bleibt die Quinte c erhalten.

Merke

S6 ersetzt die Quinte durch die Sexte. Sixte ajoutée fügt die Sexte zur Quinte hinzu.

Interaktiver Lückentext wird geladen ...

Schreibweise und Deutung im Zusammenhang

In der Funktionstheorie wird die Sixte ajoutée oft als Subdominant-Quintsextakkord verstanden. Eine Funktion beschreibt die Aufgabe eines Akkords in einer Tonart. Die Subdominante hat die Aufgabe, von der Tonika wegzuführen und oft zur Dominante weiterzuleiten.

In C-Dur kann der Klang f, a, c, d aber auch anders gelesen werden. Sortierst du die Töne von d aus, bekommst du d, f, a, c. Das sieht aus wie Dm7, also ein d-Moll-Septakkord. Deshalb entscheidet oft der musikalische Zusammenhang, ob du eher F6, S mit Sixte ajoutée oder Dm7 mit f im Bass hörst und analysierst.

Definition

Eine Funktion ist die Rolle eines Akkords in einer Tonart. Tonika bedeutet Ruhe, Subdominante bedeutet Vorbereitung, Dominante bedeutet Spannung vor der Rückkehr.

Beispiel

Beispiel 1:

C-Dur -> F mit d -> G7 -> C-Dur

Hier wirkt F mit d stark wie eine Subdominante mit Sixte ajoutée.

Beispiel 2:

A-Moll -> Dm7 mit f im Bass -> G7 -> C-Dur

Hier kann derselbe Tonvorrat eher als Dm7 in einer Quintfolge verstanden werden.

Gut zu wissen

Derselbe Klang kann in der Harmonielehre verschiedene Namen bekommen. Entscheidend sind Bass, Stimmführung und Akkordfolge.

Interaktive Quizfrage wird geladen ...

So erkennst du die Sixte ajoutée beim Analysieren

Gehe langsam vor. Suche zuerst die Tonart. Dann suche die Subdominante. Danach prüfst du, ob über dem Grundton der Subdominante eine Sexte zusätzlich erklingt.

In C-Dur fragst du also: Ist F-Dur im Spiel? Gibt es zusätzlich den Ton d? Bleibt die Quinte c erhalten? Wenn ja, hast du einen starken Hinweis auf eine Sixte ajoutée.

Beispiel

Analyse in C-Dur:

  1. Tonart erkennen: C-Dur

  2. Subdominante finden: F-Dur mit f a c

  3. Zusatzton prüfen: d ist vorhanden

  4. Quinte prüfen: c ist auch vorhanden

Ergebnis: f a c d kann als Sixte ajoutée der Subdominante erklärt werden.

Interaktive Lernkarten wird geladen ...

Interaktive Mindmap wird geladen ...

Interaktive Quizfrage wird geladen ...

Zusammenfassung

Die Sixte ajoutée ist die hinzugefügte Sexte einer Subdominante. In C-Dur ist die Subdominante F-Dur mit den Tönen f, a und c. Die hinzugefügte Sexte ist d, also entsteht f, a, c, d.

Wichtig ist der Unterschied zur S6. Bei S6 kann die Sexte die Quinte ersetzen. Bei der Sixte ajoutée kommt die Sexte zur Quinte hinzu.

Der Klang kann auch als Dm7 gedeutet werden, wenn du die Töne von d aus liest. Deshalb reicht die Tonliste allein nicht immer. Du achtest auf Tonart, Bass, Stimmführung und die Akkorde davor und danach.

Merke

Wenn du eine Sixte ajoutée erkennen willst, denke in drei Schritten: Subdominante finden, Sexte über dem Grundton ergänzen, Zusammenhang prüfen.

Interaktive Quizfrage wird geladen ...