Takt in der Musik: Taktarten verstehen
Ein Takt bündelt gleichmäßige Grundschläge zu wiederkehrenden Abschnitten. Die Taktart zeigt, wie der Takt notiert und gegliedert wird. So kannst du Rhythmen zählen, Betonungen erkennen und prüfen, ob Noten und Pausen einen Takt vollständig füllen.
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Vom Puls zum Takt
Stell dir vor, du klatschst in gleichmäßigen Abständen. Diese fortlaufenden Schläge bilden den Puls. Seine Geschwindigkeit ist das Tempo und kann in Schlägen pro Minute, kurz BPM, angegeben werden.
Puls
Der Puls ist eine Folge gleichmäßiger musikalischer Grundschläge. Er läuft weiter, auch wenn einzelne Töne länger dauern oder Pausen erklingen.
Der Rhythmus entsteht durch die Abfolge verschieden langer und kurzer Töne und Pausen. Mehrere Rhythmen können über demselben Puls gespielt werden.
Das Metrum ordnet die Pulsschläge durch regelmäßig wiederkehrende Betonungen. Ein Schlag wirkt beispielsweise stark, die folgenden schwächer. Eine solche Gruppe bildet einen Takt.
Takt
Ein Takt ist ein zeitlicher Abschnitt aus zusammengehörigen Grundschlägen. Im Notenbild trennen senkrechte Taktstriche die Takte voneinander.
Du klatschst gleichmäßig viermal und betonst immer den ersten Schlag:
EINS – zwei – drei – vier | EINS – zwei – drei – vier
Der gleichmäßige Abstand ist der Puls. Die wiederkehrende Betonungsordnung gehört zum Metrum. Jede Vierergruppe ist ein Takt. Unterschiedlich lange Klänge innerhalb der Gruppen bilden den Rhythmus.
Puls ist das gleichmäßige Ticken. Metrum ordnet seine Betonungen. Takt fasst die Schläge in Abschnitte. Rhythmus gestaltet darin Töne und Pausen.
Die Taktangabe lesen
Die Taktart wird mit zwei übereinanderstehenden Zahlen notiert. In Texten schreibt man sie häufig mit einem Schrägstrich, zum Beispiel 4/4.
- Die obere Zahl gibt an, wie viele der bezeichneten Notenwerte in einen Takt gehören.
- Die untere Zahl bezeichnet den verwendeten Notenwert.
| Untere Zahl | Notenwert |
|---|---|
| 2 | halbe Note |
| 4 | Viertelnote |
| 8 | Achtelnote |
| 16 | Sechzehntelnote |
3/4 bedeutet: Ein Takt hat den Gesamtwert von drei Viertelnoten.
7/8 bedeutet: Ein Takt hat den Gesamtwert von sieben Achtelnoten. Diese sieben Achtel können innerhalb des Takts unterschiedlich gruppiert werden.
Die Taktart bestimmt nicht allein das Tempo. Ein 3/4-Takt kann langsam oder schnell gespielt werden. BPM beschreibt die Geschwindigkeit des Pulses; die Taktangabe beschreibt die metrische Ordnung und den notierten Taktwert.
Bei Taktarten wie 6/8 werden die notierten Achtel häufig zu größeren Gruppen zusammengefasst. Deshalb verraten die beiden Zahlen nicht in jedem Fall allein, welche Schläge beim Musizieren als Hauptschläge empfunden werden.
Einen Takt vollständig füllen
Ein Takt kann unterschiedliche Noten und Pausen enthalten. Entscheidend ist, dass ihre Werte zusammen genau den vorgesehenen Taktwert ergeben.
Für einen vollständigen 4/4-Takt gelten zum Beispiel diese Gleichwertigkeiten:
- 1 ganze Note
- 2 halbe Noten
- 4 Viertelnoten
- 8 Achtelnoten
- 16 Sechzehntelnoten
Auch gemischte Füllungen sind möglich. Eine halbe Note und zwei Viertelnoten ergeben zusammen ebenfalls einen vollständigen 4/4-Takt.
Prüfe diese Füllung eines 3/4-Takts:
1 halbe Note + 1 Viertelnote
Eine halbe Note ist so lang wie zwei Viertelnoten. Daher gilt:
2 Viertelwerte + 1 Viertelwert = 3 Viertelwerte
Die Füllung passt genau in den 3/4-Takt.
Pausen zählen genauso wie gleich lange Noten. Eine Viertelpause füllt also denselben Zeitraum wie eine Viertelnote. Sie darf beim Zählen nicht übersprungen oder verkürzt werden.
Kürzere Noten machen den Puls nicht automatisch schneller. Sie teilen den vorhandenen Puls nur feiner auf.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Ein 4/4-Takt lässt sich mit Viertelnoten oder mit Achtelnoten füllen. Eine halbe Note entspricht Viertelnoten. Eine Viertelpause dauert so lange wie .
Betonungen und häufige Taktarten
Der erste Schlag eines Takts ist in den hier behandelten Grundmustern gewöhnlich am stärksten betont. Weitere Betonungen und die innere Gruppierung unterscheiden die Taktarten.
2/4, 3/4 und 4/4
- 2/4: EINS – zwei. Zwei Viertelschläge bilden eine Zweiergruppe.
- 3/4: EINS – zwei – drei. Drei Viertelschläge bilden eine Dreiergruppe.
- 4/4: EINS – zwei – DREI – vier. Die 1 ist stark, die 3 gewöhnlich schwächer betont.
Ein 4/4-Takt kann auch mit einem C-ähnlichen Zeichen notiert werden. Ein durchstrichenes C bezeichnet dagegen gewöhnlich 2/2 oder Alla breve: zwei Grundschläge im Wert je einer halben Note.
Warum 3/4 und 6/8 verschieden wirken
3/4 und 6/8 besitzen denselben notierten Gesamtwert von sechs Achtelnoten. Ihre übliche Gruppierung ist jedoch verschieden:
- 3/4: drei Gruppen aus je zwei Achteln: EINS-und | ZWEI-und | DREI-und
- 6/8: zwei Gruppen aus je drei Achteln: EINS-und-a | ZWEI-und-a
Du siehst sechs Achtelnoten. Betonst du die 1., 3. und 5. Achtelnote, entstehen drei Zweiergruppen. Das passt zum Grundgefühl von 3/4.
Betonst du die 1. und 4. Achtelnote, entstehen zwei Dreiergruppen. Das passt zum Grundgefühl von 6/8.
Ungleichmäßige Gruppierungen
Ein 5/4-Takt enthält fünf Viertelwerte. Diese können zum Beispiel als 3 + 2 oder 2 + 3 gruppiert sein. Deshalb reicht die obere Zahl allein nicht immer aus, um die genaue Betonungsordnung zu erkennen.
Auftakt und sicheres Zählen
Ein Stück muss nicht mit einem vollständigen Takt beginnen. Stehen vor der ersten regulären, gewöhnlich betonten Zählzeit nur wenige Noten, spricht man von einem Auftakt.
Auftakt
Ein Auftakt ist ein unvollständiger Takt am Anfang eines Stücks oder Abschnitts. Er führt zur ersten betonten Zählzeit des folgenden vollständigen Takts.
Bei einem auftaktigen Stück ist der letzte Takt gewöhnlich entsprechend verkürzt. Auftakt und verkürzter Schlusstakt ergeben dann zusammen den Wert eines vollständigen Takts.
Ein Lied steht im 4/4-Takt und beginnt mit nur einer Viertelnote als Auftakt. Der erste vollständige Takt folgt danach. Der letzte Takt umfasst gewöhnlich nur noch drei Viertelwerte:
1 Viertelwert Auftakt + 3 Viertelwerte am Schluss = 4 Viertelwerte
Beim Üben hilft gleichmäßiges Zählen:
- Viertel im 4/4-Takt:
1 – 2 – 3 – 4 - Achtel im 4/4-Takt:
1 und 2 und 3 und 4 und - Sechzehntel im 4/4-Takt:
1 e und e 2 e und e 3 e und e 4 e und e
Typische Fehler sind das Verkürzen von Pausen und das Beschleunigen bei kurzen Noten. Halte deshalb den Puls gleichmäßig und sprich auch die Positionen von Pausen innerlich mit.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Takt
- entsteht aus Puls und wiederkehrender Betonung
- gliedert Musik in Abschnitte
- wird durch Taktstriche sichtbar
- erhält seinen Wert durch die Taktangabe
- Taktangabe
- obere Zahl nennt die Anzahl
- untere Zahl nennt den Notenwert
- legt das Tempo nicht allein fest
- Taktfüllung
- nutzt gleichwertige Noten und Pausen
- bleibt trotz feinerer Unterteilung gleich groß
- Taktgefühl
- 3/4 gruppiert sechs Achtel als 3 × 2
- 6/8 gruppiert sechs Achtel als 2 × 3
- 5/4 kann als 3 + 2 oder 2 + 3 erscheinen
- Auftakt
- beginnt unvollständig
- führt zum ersten betonten Volltakt
Abschluss-Check
Kannst du bei einem neuen Beispiel zuerst den gleichmäßigen Puls markieren, dann die Betonungen gruppieren und zuletzt die Taktfüllung prüfen? Dann nutzt du die drei wichtigsten Schritte, um einen Takt begründet zu bestimmen.
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