Taktart einfach erklärt: lesen, hören und zählen
Eine Taktart zeigt, wie Zählzeiten zu wiederkehrenden Gruppen geordnet sind. Die obere Zahl nennt die Anzahl der notierten Einheiten im Takt, die untere Zahl ihren Notenwert. Entscheidend ist außerdem, wie du diese Einheiten betonst und gruppierst.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
So liest du eine Taktangabe
Die Taktangabe steht meist am Anfang des Notensystems. Sie besteht aus zwei übereinanderstehenden Zahlen, wird hier aber wie ein Bruch geschrieben: zum Beispiel 4/4.
- Die obere Zahl sagt, wie viele notierte Einheiten in einen Takt gehören.
- Die untere Zahl bezeichnet den Notenwert dieser Einheit: 2 steht für eine halbe Note, 4 für eine Viertelnote und 8 für eine Achtelnote.
Im 3/4-Takt enthält ein vollständiger Takt drei Viertelwerte. Das können drei Viertelnoten sein. Auch eine halbe Note und eine Viertelnote füllen den Takt, denn die halbe Note dauert so lange wie zwei Viertelnoten.
Im 6/8-Takt stehen sechs Achtelwerte im Takt. Sie werden gewöhnlich zu zwei Dreiergruppen gebündelt. Deshalb fühlst du oft zwei größere Schläge, obwohl die obere Zahl 6 lautet.
Die Taktart bestimmt die Ordnung der Zählzeiten, nicht das Tempo. Derselbe 4/4-Takt kann langsam oder schnell gespielt werden.
Puls, Rhythmus, Metrum und Takt unterscheiden
Diese vier Begriffe gehören zusammen, bedeuten aber nicht dasselbe.
Puls
Der Puls ist die regelmäßige Folge gleichmäßiger Grundschläge. Du kannst ihn mit dem Fuß mitklopfen. Seine Geschwindigkeit ist das Tempo und kann in Schlägen pro Minute, also BPM, angegeben werden.
Rhythmus
Der Rhythmus ist die konkrete Folge langer und kurzer Töne, Pausen und Akzente. Er kann wechseln, während der Puls gleichmäßig bleibt.
Metrum
Das Metrum ist die wiederkehrende Ordnung von stärkeren und schwächeren Schlägen. Du hörst oder fühlst dadurch zum Beispiel Zweier-, Dreier- oder Vierergruppen.
Takt
Ein Takt ist ein abgegrenzter Zeitabschnitt dieser Ordnung. In Noten stehen die Taktstriche zwischen den Takten. Die Taktart macht Anzahl und Notenwert der notierten Einheiten sichtbar.
Du klopfst gleichmäßig viermal mit dem Fuß: Das ist der Puls. Dazu klatschst du erst eine lange, dann zwei kurze Dauern: Das ist der Rhythmus. Wenn jeder erste von vier Fußschlägen wieder besonders schwer wirkt, hörst du ein Vierermetrum. Die vier Schläge bilden zusammen einen Takt.
Betonungen verraten die Ordnung
Der erste Schlag eines Taktes ist üblicherweise der stärkste. Weitere Schwerpunkte helfen dir, die Taktart zu erkennen.
- 2/4: EINS – zwei
- 3/4: EINS – zwei – drei
- 4/4: EINS – zwei – DREI – vier; der dritte Schlag ist meist schwächer als der erste
- 6/8: EINS – zwei – drei | VIER – fünf – sechs
Sprich die betonten Zahlen kräftiger und klopfe dabei gleichmäßig. So trennst du Betonungsordnung und Geschwindigkeit.
In manchen Stilen werden im 4/4-Takt die Schläge 2 und 4 deutlich hervorgehoben. Das verändert die hörbaren Akzente, aber nicht automatisch die notierte Taktart. Suche deshalb nach der regelmäßig wiederkehrenden Gesamtordnung.
Gleiche Dauer, andere Gruppierung
Gleich viele Notenwerte können unterschiedlich gruppiert sein. Dadurch entsteht ein anderes metrisches Gefühl.
3/4 und 6/8 enthalten rechnerisch jeweils sechs Achtelwerte:
- 3/4: EINS-und | ZWEI-und | DREI-und — drei Zweiergruppen
- 6/8: EINS-zwei-drei | VIER-fünf-sechs — zwei Dreiergruppen
Die Gesamtdauer allein verrät also nicht die Taktart. Höre auf die Gruppierung und die Schwerpunkte.
Auch Takte mit fünf oder sieben notierten Einheiten werden durch Gruppierung verständlich. Ein 5/4-Takt kann zum Beispiel als 3 + 2 oder 2 + 3 geordnet sein. Ein 7/8-Takt kann etwa 3 + 2 + 2 oder 2 + 2 + 3 bilden.
Die Bezeichnungen „gerade“, „ungerade“, „einfach“ und „zusammengesetzt“ werden nicht in jeder Systematik gleich verwendet. Für dein Erkennen ist die konkrete Gruppierung zuverlässiger als ein uneinheitliches Etikett.
Taktstriche setzen und einen Auftakt erkennen
Taktstriche stehen dort, wo die festgelegte Taktlänge erreicht ist. Rechne deshalb alle Noten- und Pausenwerte mit. Pausen verbrauchen genauso viel Zeit wie gleichnamige Noten.
Du sollst im 4/4-Takt einen Taktstrich setzen. Die Folge lautet:
halbe Note | vier Achtelnoten
Die halbe Note entspricht zwei Vierteln. Vier Achtel entsprechen ebenfalls zwei Vierteln. Zusammen ergeben sie vier Viertel: Der Taktstrich gehört hinter die vierte Achtelnote.
Ein Auftakt ist ein unvollständiger Anfangstakt vor der ersten gewöhnlich betonten Hauptzählzeit. Er führt in den ersten vollen Takt hinein. Ein kurzer Anfang ist aber nur dann ein Auftakt, wenn die metrische Betonung und die Notation dazu passen.
Zähle beim Setzen von Taktstrichen Dauern, beim Erkennen der Taktart aber zusätzlich Betonungen und Gruppen.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Taktart
- lesen: obere Zahl und untere Zahl
- hören: Betonungen und Gruppierungen
- unterscheiden: Puls, Rhythmus, Metrum und Takt
- notieren: Taktfüllung und Taktstriche
- anwenden: häufige Taktarten und Auftakt
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