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Akustik

Akustik in der Physik: Definition, wichtige Formeln, Beispiele und typische Aufgaben aus dem Bereich Akustik.

Wenn du eine Stimme, Musik oder ein Klatschen hörst, passiert Physik direkt in der Luft um dich herum. Akustik erklärt, wie Schall entsteht, wie er sich ausbreitet und warum wir Töne als hoch, tief, laut oder leise wahrnehmen. Danach kannst du einfache Schallaufgaben mit Frequenz, Wellenlänge, Schallgeschwindigkeit und Echo sicher angehen.

Deine Lernziele
  • Ich kann erklären, was Akustik untersucht.
  • Ich kann Schallquelle, Schallwelle und Schallempfänger unterscheiden.
  • Ich kann Frequenz, Amplitude, Periodendauer und Wellenlänge richtig zuordnen.
  • Ich kann mit $v=\lambda \cdot f$ und $T=\frac{1}{f}$ rechnen.
  • Ich kann typische Verwechslungen bei Lautstärke, Tonhöhe und Echo erkennen.

Was Akustik untersucht

Akustik beginnt nicht erst bei Musik. Auch Sprache, Lärm, Ultraschall und Echo gehören dazu, weil überall Schwingungen und Wellen eine Rolle spielen.

Definition

Akustik

Akustik ist der Teil der Physik, der Schall untersucht: seine Entstehung, Ausbreitung, Wahrnehmung und technische Nutzung. Schall kann in Gasen, Flüssigkeiten und Festkörpern auftreten. Im Alltag meinst du mit Schall meist Luftschall, also Druckschwankungen in Luft.

Eine Schallquelle bringt ein Medium zum Schwingen. Das kann eine Gitarrensaite, eine Lautsprechermembran oder deine Stimmbänder sein. Ein Schallempfänger reagiert auf die Schwingung, zum Beispiel dein Trommelfell oder ein Mikrofon.

Merke

Ohne Schwingung kein Schall: Erst eine Schallquelle regt ein Medium an, dann breitet sich die Störung als Schallwelle aus.

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Wie Schall entsteht und ankommt

Wenn du auf einen Tisch klopfst, wird der Tisch kurz verformt und schwingt. Diese Schwingung stößt Luftteilchen an. Dadurch entstehen abwechselnd Bereiche mit etwas höherem und etwas niedrigerem Druck.

Definition

Schall

Schall ist eine mechanische Welle, die durch Schwingungen entsteht und sich in einem Medium ausbreitet. In Luft besteht Schall aus wandernden Druck- und Dichteschwankungen. Mechanisch bedeutet: Es müssen Teilchen vorhanden sein, die die Störung weitergeben.

In einem Vakuum gibt es keine Luftteilchen. Deshalb kann sich dort kein Schall ausbreiten. Das ist ein häufiger Unterschied zu Licht: Licht kann auch durch den fast leeren Weltraum laufen, Schall nicht.

Beispiel

Ein Lautsprecher gibt einen Ton ab.

  1. Die Membran des Lautsprechers schwingt hin und her.
  2. Vor der Membran wird Luft abwechselnd zusammengedrückt und wieder verdünnt.
  3. Diese Druckänderungen wandern durch die Luft.
  4. Am Ohr bringen sie das Trommelfell zum Schwingen.

Die Luftteilchen fliegen dabei nicht vom Lautsprecher bis zu dir. Sie schwingen nur um ihre Ruhelage und geben die Störung weiter.

Gut zu wissen

Ein typischer Denkfehler lautet: "Schall transportiert Luft." Genauer ist: Schall transportiert Energie und Information durch ein Medium. Die Teilchen selbst bewegen sich nur ein kleines Stück hin und her.

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Frequenz, Amplitude und Hörbereich

Auf einem Oszilloskop sieht Schall wie eine Schwingung aus. Diese Darstellung hilft dir, die Wörter Frequenz und Amplitude sauber zu trennen.

Definition

Frequenz

Die Frequenz \(f\) gibt an, wie viele Schwingungen pro Sekunde stattfinden. Die Einheit ist Hertz: \(1\,\text{Hz}=1\,\frac{1}{\text{s}}\). Eine größere Frequenz bedeutet beim Hören meist einen höheren Ton.

Definition

Amplitude

Die Amplitude beschreibt die maximale Auslenkung oder Stärke einer Schwingung. Bei Schall hängt eine größere Amplitude mit größerem Schalldruck zusammen. Das nehmen wir meist als lauter wahr.

Die Periodendauer \(T\) ist die Zeit für eine vollständige Schwingung. Sie hängt direkt mit der Frequenz zusammen:

$$ T=\frac{1}{f} $$
Beispiel

Der Kammerton a hat die Frequenz \(f=440\,\text{Hz}\).

Gesucht ist die Periodendauer.

$$ T=\frac{1}{f}=\frac{1}{440\,\text{Hz}} $$

Da \(1\,\text{Hz}=1/\text{s}\) gilt:

$$ T\approx 0{,}00227\,\text{s}=2{,}27\,\text{ms} $$

Eine einzelne Schwingung dieses Tons dauert also nur etwas mehr als zwei Tausendstel Sekunden.

Menschen hören ungefähr von \(20\,\text{Hz}\) bis \(20\,000\,\text{Hz}\), je nach Alter und Person. Unterhalb davon spricht man von Infraschall, oberhalb davon von Ultraschall.

Merke

Hoch oder tief hängt vor allem an der Frequenz. Laut oder leise hängt vor allem an der Amplitude beziehungsweise am Schalldruck.

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Schallgeschwindigkeit und Wellenlänge

Schall breitet sich nicht unendlich schnell aus. In trockener Luft bei etwa \(20\,^\circ\text{C}\) verwendet man oft \(v\approx 343\,\frac{\text{m}}{\text{s}}\). In Wasser und Festkörpern ist Schall meist schneller, weil die Teilchen stärker gekoppelt sind.

Definition

Wellenlänge

Die Wellenlänge \(\lambda\) ist der Abstand zwischen zwei gleichen Stellen einer Welle, zum Beispiel zwischen zwei Verdichtungen. Die Einheit ist Meter. Für jede Welle gilt: Ausbreitungsgeschwindigkeit = Wellenlänge mal Frequenz.

Die wichtigste Formel lautet:

$$ v=\lambda \cdot f $$

Dabei ist \(v\) die Schallgeschwindigkeit in \(\frac{\text{m}}{\text{s}}\), \(\lambda\) die Wellenlänge in \(\text{m}\) und \(f\) die Frequenz in \(\text{Hz}\).

Beispiel

Ein Ton mit \(f=440\,\text{Hz}\) breitet sich in Luft mit \(v=343\,\frac{\text{m}}{\text{s}}\) aus. Gesucht ist die Wellenlänge.

Formel umstellen:

$$ \lambda=\frac{v}{f} $$

Einsetzen:

$$ \lambda=\frac{343\,\frac{\text{m}}{\text{s}}}{440\,\frac{1}{\text{s}}}\approx 0{,}78\,\text{m} $$

Die Wellenlänge liegt also bei etwa \(78\,\text{cm}\).

Beispiel

Du klatschst vor einer Felswand. Das Echo kommt nach \(0{,}50\,\text{s}\) zurück. Wie weit ist die Wand ungefähr entfernt?

Der Schall legt den Weg zur Wand und zurück zurück. Deshalb gilt:

$$ s=\frac{v\cdot t}{2} $$

Mit \(v=343\,\frac{\text{m}}{\text{s}}\) und \(t=0{,}50\,\text{s}\):

$$ s=\frac{343\cdot 0{,}50}{2}\,\text{m}\approx 86\,\text{m} $$

Die Wand ist ungefähr \(86\,\text{m}\) entfernt.

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Ton, Klang, Geräusch und Knall

Im Alltag sagst du schnell "Ton" zu fast allem, was klingt. In der Physik wird genauer unterschieden, weil die Schwingungsform verschieden aussieht.

Definition

Schallarten

Ein Ton ist idealisiert eine sinusförmige Schwingung mit einer Frequenz. Ein Klang ist periodisch, besteht aber aus Grundton und Obertönen. Ein Geräusch ist unregelmäßig und nicht periodisch. Ein Knall ist kurz und hat am Anfang eine große Amplitude.

Beispiel

Eine Stimmgabel ist nahe an einem reinen Ton: Sie schwingt fast sinusförmig.

Eine Gitarre erzeugt dagegen einen Klang. Selbst wenn du nur eine Saite anschlägst, schwingen neben dem Grundton auch Obertöne mit. Deshalb klingt eine Gitarre anders als eine Stimmgabel mit gleicher Grundfrequenz.

Merke

Die Schallart erkennst du nicht an "angenehm" oder "unangenehm", sondern an der Form der Schwingung: sinusförmig, periodisch, unregelmäßig oder kurz mit starkem Ausschlag.

Alles auf einen Blick

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Abschluss-Check

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Zusammenfassung

Akustik ist die Physik des Schalls. Schall entsteht durch Schwingungen, breitet sich als mechanische Welle in einem Medium aus und wird von Empfängern wie dem Ohr registriert. Frequenz bestimmt vor allem die Tonhöhe, Amplitude hängt mit Lautstärke zusammen. Für Rechnungen sind \(T=\frac{1}{f}\), \(v=\lambda \cdot f\) und bei Echos der halbe Hin-und-zurück-Weg besonders wichtig.