Physik

Schall einfach erklärt: Entstehung und Ausbreitung

Schall einfach erklärt: Entstehung und Ausbreitung
Schall einfach erklärt: Entstehung und Ausbreitung
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Schall entsteht, wenn eine Quelle ein Medium zum Schwingen bringt. Die Störung breitet sich als mechanische Welle aus und kann einen Empfänger wie dein Ohr oder ein Mikrofon erreichen.

Auf dieser Seite lernst du, die Übertragung von Schall zu erklären, Tonhöhe und Lautstärke zu unterscheiden und passende Maßnahmen gegen störenden Schall zu begründen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Vom Schwingen zum Hören

Eine Gitarrensaite wird angezupft, eine Stimmgabel angeschlagen oder eine Lautsprechermembran bewegt. In jedem Fall schwingt ein Körper und regt seine Umgebung an.

Definition

Schall

Schall ist eine mechanische Schwingung oder Störung, die sich in einem Medium als Welle ausbreitet. Ein Medium kann ein Gas, eine Flüssigkeit oder ein Festkörper sein.

Die Übertragung lässt sich als Kette darstellen:

  1. Die Schallquelle erzeugt die Schwingung.
  2. Das Medium überträgt die Störung.
  3. Der Schallempfänger nimmt sie auf.

Beim Sprechen ist der schwingende Bereich im Kehlkopf die Quelle, die Luft das Medium und das Ohr der Empfänger. Bei einem Hammerschlag auf eine Metallstange ist der Hammer nicht allein die Schallquelle: Der Schlag regt die Stange zum Schwingen an, und die Stange überträgt die Störung.

Merke

Schallquelle, Medium und Empfänger haben verschiedene Aufgaben: erzeugen, übertragen und aufnehmen.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Zuordnung beschreibt Musik aus einem Lautsprecher richtig?
Lösung: Lautsprechermembran: Quelle; Luft: Medium; Ohr: Empfänger — Suche zuerst den schwingenden Erzeuger, dann den Übertragungsstoff und zuletzt den Gegenstand, der angeregt wird.
Wie Schall durch Luft wandert

Bewegt sich eine Schallquelle nach vorn, drängt sie benachbarte Luftteilchen zusammen. Es entsteht eine Verdichtung mit erhöhtem Druck und erhöhter Dichte. Bewegt sich die Quelle zurück, entsteht eine Verdünnung.

Die Luftteilchen stoßen ihre Nachbarteilchen an. So wandern Verdichtungen und Verdünnungen durch den Raum. Die einzelnen Teilchen schwingen dabei nur um ihre jeweilige Lage: Die Luft wird nicht als Ganzes von der Quelle bis zum Ohr transportiert.

In Gasen und Flüssigkeiten schwingen die Teilchen in Ausbreitungsrichtung. Eine solche Welle heißt Longitudinalwelle. In Festkörpern können außerdem Transversalwellen auftreten, bei denen die Schwingung quer zur Ausbreitungsrichtung verläuft.

Beispiel

Bei einer schwingenden Gitarrensaite entstehen abwechselnd verdichtete und verdünnte Bereiche in der Luft. Diese Druckänderungen erreichen dein Trommelfell und versetzen es ebenfalls in Schwingung. Nicht die Gitarrensaite selbst und auch nicht dieselben Luftteilchen wandern bis zu deinem Ohr – weitergegeben wird die Störung.

Warum hört man im Vakuum nichts?

Im Vakuum fehlen die Teilchen, die einander anstoßen und die Schwingung übertragen könnten. Deshalb kann sich Schall dort nicht durch den leeren Raum ausbreiten. Schall ist also keine elektromagnetische Welle wie Licht.

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Frage 1 von 1MittelEine schwingende Stimmgabel befindet sich im Vakuum. Ein Empfänger im selben Vakuum hat keinen festen Kontakt zu ihr. Warum erreicht ihn kein Schall?
Lösung: Es fehlt ein Medium, dessen Teilchen die Schwingung weitergeben können. — Eine mechanische Welle braucht ein Medium, dessen Bestandteile die Störung weiterreichen. Durch einen festen Körper könnte die Schwingung dagegen übertragen werden.
Tonhöhe und Lautstärke richtig unterscheiden

Zwei Eigenschaften einer Schwingung werden häufig verwechselt: Frequenz und Amplitude.

Definition

Frequenz

Die Frequenz gibt an, wie viele vollständige Schwingungen in einer Sekunde stattfinden. Ihre Einheit ist Hertz (Hz). Eine größere Frequenz wird als höherer Ton wahrgenommen.

Definition

Amplitude

Die Amplitude ist der größte Ausschlag einer Schwingung aus ihrer Ruhelage. Eine größere Amplitude wird bei sonst gleichen Bedingungen als lauter wahrgenommen.

Ein hoher Ton muss daher nicht laut sein. Eine Saite kann schnell mit kleiner Amplitude oder langsamer mit großer Amplitude schwingen.

VeränderungPhysikalische GrößeWahrnehmung
mehr Schwingungen pro Sekundegrößere Frequenzhöherer Ton
weniger Schwingungen pro Sekundekleinere Frequenztieferer Ton
größerer Ausschlaggrößere Amplitudemeist lauter
kleinerer Ausschlagkleinere Amplitudemeist leiser

Der Schallpegel ist eine messbare Größe und wird in Dezibel (dB) angegeben. Die empfundene Lautstärke und die Bewertung als angenehm oder störend sind davon zu unterscheiden.

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Frage 1 von 1MittelEine Saite erzeugt nach einer Veränderung einen höheren, aber nicht lauteren Ton. Was hat sich passend verändert?
Lösung: Die Frequenz ist größer geworden, die Amplitude nicht. — Tonhöhe hängt mit der Frequenz zusammen; die Amplitude beschreibt die Stärke des Ausschlags.
Schall empfangen, reflektieren und dämpfen

Trifft eine Schallwelle auf einen beweglichen Gegenstand, kann sie ihn zum Schwingen bringen. Im Ohr sammelt die Ohrmuschel den Schall. Über den Gehörgang erreicht er das Trommelfell und versetzt es in Schwingung. Weitere Vorgänge im Ohr führen zu Impulsen, die das Gehirn verarbeitet.

Bei einem Mikrofon versetzt der Schall eine Membran in Schwingung. Das Mikrofon wandelt dieses mechanische Schwingungssignal in ein elektrisches Signal um.

Schall kann an Materialien unterschiedlich reagieren:

  • Reflexion: Schall wird zurückgeworfen. Eine Bergwand kann so ein Echo erzeugen.
  • Absorption: Ein Material nimmt einen Teil der Schallenergie auf und schwächt die Weiterleitung.
  • Brechung: Beim Übergang zwischen Bereichen mit unterschiedlichen Ausbreitungsbedingungen kann sich die Ausbreitungsrichtung ändern.

Glatte Oberflächen reflektieren Schall meist stärker. Raue und poröse Materialien wie Schaumstoff absorbieren einen größeren Anteil und eignen sich deshalb zur Schalldämpfung. Auch das Dämpfen schwingender Bauteile und ein größerer Abstand zur Quelle können den Schall am Empfänger vermindern.

Beispiel

Soll störender Schall aus einem Raum abgeschwächt werden, kann poröses Material einen Teil des Schalls absorbieren. Das ist sinnvoller als eine glatte, harte Fläche, die einen größeren Anteil zurück in den Raum reflektiert.

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Frage 1 von 1SchwerIn einem Raum stören viele Schallreflexionen. Welche Maßnahme passt zum beschriebenen Problem?
Lösung: Raue oder poröse Flächen einsetzen, die einen größeren Schallanteil absorbieren. — Die Maßnahme muss am Übertragungsweg ansetzen: Starke Absorption verringert den zurückgeworfenen Schall.
Vertiefung: Ton, Klang, Geräusch und Knall

In der Physik werden Schallsignale nach ihrem zeitlichen Verlauf und ihrer Frequenzzusammensetzung unterschieden.

SchallartKennzeichenBeispiel
Tonsinusförmig und nur eine Frequenzgute Stimmgabel
Klangperiodisch, aber nicht sinusförmig; Grundfrequenz und ObertöneGitarre oder Klavier
Geräuschnicht periodisch; viele ungeordnet überlagerte FrequenzenRauschen oder Zischen
Knallkurzer, meist starker Ausschlag mit ungeordnetem FrequenzgemischFeuerwerksknall

Ein Klang wiederholt sich regelmäßig, obwohl seine Kurve keine reine Sinusform hat. Seine zusätzlichen Frequenzanteile heißen Obertöne. Unterschiedliche Obertonanteile tragen dazu bei, dass Instrumente bei gleicher Grundfrequenz verschieden klingen.

Die vier Kategorien sind Idealformen. Ein langer Knall kann beispielsweise in ein Geräusch übergehen.

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Frage 1 von 2LeichtWelches Signal ist periodisch, aber nicht sinusförmig?
Lösung: ein Klang — Ein Klang besteht aus einer Grundfrequenz und weiteren Frequenzanteilen, bleibt aber periodisch.
Frage 2 von 2MittelEin Messsignal zeigt einen einzigen kurzen Ausschlag mit großer Amplitude. Welche Einordnung passt am besten?
Lösung: Knall — Ein kurzer, starker Ausschlag ist das typische zeitliche Merkmal eines Knalls.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Schall
    • entsteht durch eine schwingende Quelle
    • braucht ein Medium zur Übertragung
    • breitet sich in Luft als Verdichtung und Verdünnung aus
    • erreicht Empfänger wie Ohr oder Mikrofon
    • hat eine Frequenz für die Tonhöhe
    • hat eine Amplitude für die Schwingungsstärke
    • kann reflektiert, absorbiert oder gebrochen werden
    • erscheint als Ton, Klang, Geräusch oder Knall
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Aussage über Schall ist richtig?
Lösung: Schall ist eine mechanische Welle und benötigt ein Medium. — Weitergegeben wird eine mechanische Störung, nicht das Medium als Ganzes.
Frage 2 von 3MittelEin Signal wird höher wahrgenommen, bleibt aber gleich laut. Welche Erklärung passt?
Lösung: Seine Frequenz steigt, während seine Amplitude gleich bleibt. — Prüfe Tonhöhe und Lautstärke getrennt: Frequenz gehört zur Tonhöhe, Amplitude zur Schwingungsstärke.
Frage 3 von 3SchwerEine Maschine erzeugt störenden Schall. Eine poröse Verkleidung wird zwischen Maschine und Empfänger angebracht. Begründe ihre Wirkung.
Lösung: Sie absorbiert einen Teil des Schalls und schwächt dadurch die Übertragung zum Empfänger. — Eine passende Begründung verbindet die Maßnahme mit der Übertragungskette: Die Verkleidung vermindert den Schall auf dem Weg von der Quelle zum Empfänger.

Du hast das Grundmodell verstanden, wenn du bei einem neuen Beispiel die Quelle, das Medium und den Empfänger findest und zusätzlich erklärst, welche Eigenschaft oder Maßnahme den beobachteten Schall verändert.

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