Physik

Atomaufbau: Kern, Hülle und Modelle erklärt

Atomaufbau: Kern, Hülle und Modelle erklärt
Atomaufbau: Kern, Hülle und Modelle erklärt
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Ein Atom besteht aus einem sehr kleinen Atomkern und einer viel größeren Elektronenhülle. Im Kern befinden sich Protonen und Neutronen, in der Hülle Elektronen. Die Protonenzahl legt fest, zu welchem Element das Atom gehört.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Kern und Hülle richtig zuordnen

Atome sind die kleinsten Einheiten eines chemischen Elements, die dessen charakteristische chemische Eigenschaften besitzen. Mit chemischen Methoden werden sie nicht in andere Elemente zerlegt. Physikalisch bestehen sie jedoch aus kleineren Teilchen.

Definition

Atomkern

Der Atomkern liegt im Zentrum des Atoms. Er enthält positiv geladene Protonen und ungeladene Neutronen. Protonen und Neutronen heißen zusammen Nukleonen oder Kernteilchen.

Definition

Elektronenhülle

Die Elektronenhülle umgibt den Kern. In ihr befinden sich negativ geladene Elektronen. Die Hülle nimmt fast den gesamten Raum des Atoms ein, trägt aber nur einen sehr kleinen Teil seiner Masse.

TeilchenOrtLadungBedeutung
ProtonKernpositivbestimmt das Element
NeutronKernneutralträgt zur Kernmasse bei
ElektronHüllenegativist wichtig für Ionen, Bindungen und chemische Reaktionen

Protonen und Neutronen sind keine unteilbaren Elementarteilchen: Sie bestehen aus Quarks. Für den grundlegenden Atomaufbau genügt zunächst ihre Beschreibung als Kernteilchen.

Merke

Kern: Protonen und Neutronen. Hülle: Elektronen.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelches Teilchen befindet sich in der Atomhülle?
Lösung: Elektron — Elektronen bilden die negativ geladene Hülle. Protonen und Neutronen befinden sich im Kern.
Frage 2 von 2MittelWarum liegt fast die gesamte Atommasse im Kern?
Lösung: Weil Protonen und Neutronen viel schwerer als Elektronen sind. — Der Kern ist sehr klein, enthält mit Protonen und Neutronen aber die massereichen Teilchen des Atoms.
Ordnungszahl und Massenzahl nutzen

Die Ordnungszahl $Z$ ist die Zahl der Protonen im Kern. Sie heißt auch Kernladungszahl. Alle Atome mit derselben Protonenzahl gehören zum selben chemischen Element.

Beispiele:

  • Ein Proton bedeutet Ordnungszahl 1: Das Element ist Wasserstoff.
  • Sechs Protonen bedeuten Ordnungszahl 6: Das Element ist Kohlenstoff.

Die Massenzahl $A$ ist die Gesamtzahl der Protonen und Neutronen. Bezeichnest du die Neutronenzahl mit $N$, gilt:

$$A = Z + N$$

Daraus folgt in Worten: Neutronenzahl = Massenzahl minus Ordnungszahl.

Beispiel

Ein Kohlenstoff-12-Atom hat die Ordnungszahl $Z=6$ und die Massenzahl $A=12$.

  1. Die Ordnungszahl gibt die Protonenzahl an: 6 Protonen.
  2. Die Neutronenzahl ist $N=A-Z=12-6=6$.
  3. Ist das Atom neutral, besitzt es ebenso viele Elektronen wie Protonen: 6 Elektronen.

Das Atom enthält also 6 Protonen, 6 Neutronen und 6 Elektronen.

Gut zu wissen

Verwechsle die ganzzahlige Massenzahl nicht mit einer durchschnittlichen Atommasse aus dem Periodensystem. Nur die Massenzahl eines bestimmten Isotops lässt sich hier direkt als Protonenzahl plus Neutronenzahl verwenden.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelEin neutrales Atom hat $Z=8$ und $A=17$. Welche Teilchenzahlen folgen daraus?
Lösung: 8 Protonen, 9 Neutronen und 8 Elektronen — Es gilt: Protonen = $Z=8$, Neutronen = $A-Z=9$ und bei einem neutralen Atom Elektronen = Protonen = 8.
Atom, Ion, Isotop und Element unterscheiden

Ein Element umfasst alle Atome mit derselben Protonenzahl. Ein einzelnes Atom kann neutral oder elektrisch geladen sein.

Ein gewöhnliches neutrales Atom besitzt gleich viele Protonen wie Elektronen. Die positive und die negative Gesamtladung gleichen sich aus.

Definition

Ion

Ein Ion ist ein elektrisch geladenes Atom oder Molekül. Ein Kation ist positiv geladen, ein Anion negativ geladen.

Bei der Ionenbildung ändert sich die Elektronenzahl, nicht die Protonenzahl:

  • Elektronenabgabe erzeugt einen Elektronenmangel und damit ein Kation.
  • Elektronenaufnahme erzeugt einen Elektronenüberschuss und damit ein Anion.
Beispiel

Ein neutrales Lithiumatom besitzt 3 Protonen und 3 Elektronen. Gibt es ein Elektron ab, bleiben 3 Protonen und 2 Elektronen zurück. Eine positive Ladung überwiegt: Es entsteht ein einfach positiv geladenes Lithium-Ion.

Ein Chloratom mit 17 Protonen wird nach der Aufnahme eines Elektrons zum Chlorid-Ion. Es besitzt dann 18 Elektronen und 17 Protonen. Eine negative Ladung überwiegt.

Definition

Isotop

Isotope sind Atome desselben Elements mit gleicher Protonenzahl, aber unterschiedlicher Neutronenzahl. Deshalb haben sie verschiedene Massenzahlen.

Ein Ion entsteht also durch eine veränderte Elektronenzahl. Isotope unterscheiden sich dagegen in ihrer Neutronenzahl. Ändert sich die Protonenzahl, handelt es sich um ein anderes Element.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Bei einem neutralen Atom ist die Zahl der gleich der Protonenzahl. Nach einer Elektronenabgabe entsteht ein . Nach einer Elektronenaufnahme entsteht ein . Isotope desselben Elements haben eine gleiche , aber unterschiedliche Neutronenzahlen.

Lösungen: Lücke 1: Elektronen; Lücke 2: Kation; Lücke 3: Anion; Lücke 4: Protonenzahl. Entscheide immer zuerst, welche Teilchenzahl verändert wurde: Elektronen verändern die Ladung, Neutronen das Isotop und Protonen die Elementidentität.
Wie Rutherford den kleinen Kern erkannte

Atome sind ungefähr von der Größenordnung $10^{-10}$ m. Der Kern ist im Vergleich dazu sehr klein. Diese Struktur lässt sich nicht direkt mit bloßem Auge beobachten, sondern wurde aus Experimenten erschlossen.

Beim Rutherford-Streuversuch wurde eine dünne Metallfolie mit positiv geladenen Alpha-Teilchen beschossen. Die meisten Teilchen durchquerten die Folie nahezu ungehindert. Nur wenige wurden stark abgelenkt oder sogar zurückgestreut.

Aus diesen Beobachtungen folgte:

  1. Die meisten Teilchen fliegen durch: Ein Atom besteht größtenteils aus einem räumlich ausgedehnten Bereich ohne massereiche Teilchen.
  2. Wenige Teilchen werden stark abgelenkt: Die positive Ladung und fast die gesamte Masse müssen in einem sehr kleinen Bereich konzentriert sein.
  3. Dieser kleine, positive und massereiche Bereich ist der Atomkern.
Merke

Ein seltenes, aber auffälliges Messergebnis kann entscheidend sein: Die wenigen starken Ablenkungen verrieten den kleinen Atomkern.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelWelche Beobachtung spricht besonders für einen kleinen, massereichen Atomkern?
Lösung: Wenige Alpha-Teilchen werden sehr stark abgelenkt oder zurückgestreut. — Die seltenen starken Ablenkungen lassen sich durch die Begegnung mit einem kleinen Bereich großer Masse und positiver Ladung erklären.
Was Atommodelle zeigen – und was nicht

Ein Modell hebt bestimmte Eigenschaften hervor und vereinfacht andere. Deshalb kann ein älteres Modell für eine Schulaufgabe nützlich sein, obwohl es nicht das heutige vollständige Bild liefert.

ModellWofür es nützlich istWichtige Grenze
Kern-Hülle-Modell nach Rutherfordzeigt kleinen positiven Kern und große Hülleerklärt weder stabile Elektronenzustände noch diskrete Spektrallinien
Bohrsches Modellordnet Elektronen bestimmten Schalen und Energiezuständen zufeste planetenartige Bahnen sind keine heutige Beschreibung des Elektrons
Schalen- oder Energiestufenmodellvereinfacht Elektronenverteilung und Zusammenhänge im Periodensystemreicht für kompliziertere Elektronenkonfigurationen nicht aus
Orbitalmodellbeschreibt bevorzugte Aufenthaltsräume und Wahrscheinlichkeitenist mathematisch anspruchsvoller und zeigt keine festen Flugbahnen

Im Orbitalmodell ist ein Orbital ein Raum, in dem ein Elektron mit hoher Wahrscheinlichkeit gemessen werden kann. Es ist keine Kreisbahn. Das Betragsquadrat der Wellenfunktion liefert die Wahrscheinlichkeitsdichte für den möglichen Messort des Elektrons.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelDu möchtest erklären, warum ein Atom in der zweiten Periode zwei besetzte Schalen besitzt. Welches Modell ist dafür besonders praktisch?
Lösung: Das vereinfachte Schalenmodell — Das Schalenmodell stellt die für diese Frage benötigten Energiestufen anschaulich dar.
Frage 2 von 2SchwerWarum ersetzt ein genaueres Modell ein einfacheres Modell nicht in jeder Schulaufgabe vollständig?
Lösung: Weil verschiedene Modelle für verschiedene Fragen unterschiedlich zweckmäßig sind. — Entscheidend ist der Aussagezweck: Für Teilchenzahlen genügt oft ein einfaches Modell, für Aufenthaltswahrscheinlichkeiten braucht man das Orbitalmodell.
Schalen und Periodensystem verbinden

Im vereinfachten Schalenmodell heißen die Schalen von innen nach außen K-, L-, M- und N-Schale. Die innerste K-Schale wird zuerst besetzt.

Für die maximale Elektronenzahl einer Schale wird die Regel

$$N_{max}=2n^2$$

verwendet. Dabei ist $n$ die Nummer der Schale. Daraus folgen als Höchstwerte:

  • K-Schale, $n=1$: 2 Elektronen
  • L-Schale, $n=2$: 8 Elektronen
  • M-Schale, $n=3$: 18 Elektronen

Die Zahl ist eine maximale Kapazität. Sie bedeutet nicht, dass eine Schale bei jedem betrachteten Atom vollständig besetzt sein muss.

In der vereinfachten Betrachtung der acht Hauptgruppen gilt:

  • Die Periodennummer zeigt die Zahl der besetzten Schalen.
  • Die Hauptgruppennummer zeigt die Zahl der Außenelektronen oder Valenzelektronen.
  • Valenzelektronen beeinflussen chemische Bindungen und Reaktionen besonders stark.

Wasserstoff besitzt ein Elektron auf der K-Schale. Helium besitzt dort zwei Elektronen; damit ist die erste Schale vollständig besetzt. Beim Beginn der nächsten Periode wird eine neue Schale genutzt.

Gut zu wissen

Bis zur dritten Periode ist diese vereinfachte Zuordnung besonders übersichtlich. Ab der vierten Periode treten Nebengruppenelemente auf. Dann genügt das einfache Schalenbild für die genaue Elektronenverteilung nicht mehr; dafür wird das Orbitalmodell benötigt.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWie viele Elektronen kann die K-Schale nach der Regel $2n^2$ höchstens aufnehmen?
Lösung: 2 — Für die K-Schale ist $n=1$. Daher gilt $2·1^2=2$.
Frage 2 von 2MittelWas lässt sich bei einem Hauptgruppenelement in der vereinfachten Darstellung aus der Periodennummer ablesen?
Lösung: Die Zahl der besetzten Schalen — Eine neue Periode beginnt in dieser vereinfachten Darstellung mit der Nutzung einer neuen Schale.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Atomaufbau
    • Atomkern
      • Protonen bestimmen das Element
      • Neutronen verändern das Isotop
    • Elektronenhülle
      • Elektronenzahl bestimmt Neutralität oder Ionenladung
      • Valenzelektronen beeinflussen chemisches Verhalten
    • Atommodelle
      • Kern-Hülle-Modell erklärt Rutherford-Beobachtungen
      • Schalenmodell ordnet Elektronen vereinfacht
      • Orbitalmodell beschreibt Aufenthaltswahrscheinlichkeiten
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 4LeichtWelche Größe legt die Identität eines Elements fest?
Lösung: Die Protonenzahl — Die Protonenzahl ist die Ordnungszahl. Ändert sie sich, entsteht ein anderes Element.
Frage 2 von 4MittelEin Teilchen besitzt 11 Protonen, 12 Neutronen und 10 Elektronen. Welche Aussage stimmt?
Lösung: Es ist ein einfach positiv geladenes Ion mit der Massenzahl 23. — Die Massenzahl ist $11+12=23$. Ein Elektron weniger als Protonen ergibt eine einfach positive Ladung.
Frage 3 von 4SchwerZwei Teilchen besitzen jeweils 6 Protonen. Das erste hat 6 Neutronen, das zweite 7 Neutronen. Wie hängen sie zusammen?
Lösung: Sie sind Isotope desselben Elements. — Gleiche Protonenzahl bedeutet gleiches Element. Die unterschiedliche Neutronenzahl macht die beiden Atome zu Isotopen.
Frage 4 von 4SchwerEin Schüler sagt: „Das Bohr-Modell zeigt die tatsächlichen Kreisbahnen der Elektronen.“ Wie korrigierst du ihn?
Lösung: Die Bahnen sind eine nützliche Modellvorstellung; das Orbitalmodell beschreibt stattdessen Aufenthaltswahrscheinlichkeiten. — Das Bohr-Modell hilft beim Ordnen von Energiezuständen. Seine festen planetenartigen Bahnen dürfen jedoch nicht mit einer direkten Abbildung der Wirklichkeit verwechselt werden.

Prüfe deinen Denkweg bei jeder Teilchenaufgabe in dieser Reihenfolge: Protonenzahl bestimmt das Element, Neutronenzahl bestimmt das Isotop, Elektronenzahl bestimmt die Ladung.

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