Physik

Elektron: Ladung, Atomhülle und Quantenverhalten

Elektron: Ladung, Atomhülle und Quantenverhalten
Elektron: Ladung, Atomhülle und Quantenverhalten
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Ein Elektron ist ein stabiles, negativ geladenes Elementarteilchen. Elektronen bilden die Atomhülle, bestimmen wesentlich das chemische Verhalten von Atomen und transportieren in Metallen elektrische Ladung. Als Quantenobjekte lassen sie sich jedoch nicht wie winzige Kugeln auf festen Bahnen beschreiben.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was kennzeichnet ein Elektron?

Das Symbol des Elektrons ist $e^-$. Das Minuszeichen zeigt seine negative elektrische Ladung.

Definition

Elementarladung

Die Elementarladung $e$ ist der positive Betrag der kleinsten frei vorkommenden Ladungsmenge. Ein Elektron trägt die Ladung $-e$, ein Proton die Ladung $+e$.

Für den Betrag gilt:

$$e=1{,}602\cdot10^{-19}\,\mathrm C$$

Die Masse eines Elektrons beträgt ungefähr:

$$m_\mathrm e=9{,}109\cdot10^{-31}\,\mathrm{kg}$$

Sie entspricht nur etwa $1/1836$ der Protonenmasse. Deshalb stammt fast die gesamte Masse eines Atoms aus seinem Kern und nicht aus seinen Elektronen.

Das Elektron ist nach heutigem Wissen elementar: Es ist keine Zusammensetzung aus kleineren Bestandteilen bekannt. Es gehört zu den Leptonen und hat die Spinquantenzahl $1/2$. Teilchen mit halbzahligem Spin heißen Fermionen.

Gut zu wissen

Der Spin ist eine quantenphysikalische Eigenschaft. Er bedeutet nicht, dass sich das Elektron wie eine kleine Kugel um eine Achse dreht.

Das Antiteilchen des Elektrons ist das Positron $e^+$. Es besitzt die entgegengesetzte Ladung, ansonsten aber dieselben grundlegenden Eigenschaften.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Ladung trägt ein Elektron?
Lösung: $-e$ — $e$ bezeichnet den positiven Ladungsbetrag. Wegen seines negativen Vorzeichens trägt das Elektron die Ladung $-e$.
Frage 2 von 2MittelWarum trägt ein Elektron nur wenig zur Masse eines Atoms bei?
Lösung: Seine Masse ist ungefähr 1836-mal kleiner als die Protonenmasse. — Positive und negative Ladungen können sich ausgleichen. Für die Masse gilt das nicht: Das Elektron ist lediglich sehr viel leichter als Proton und Neutron.
Wie bestimmt das Elektron die Ladung eines Atoms?

Protonen befinden sich im Atomkern und tragen jeweils $+e$. Elektronen gehören zur Atomhülle und tragen jeweils $-e$. Neutronen sind elektrisch neutral.

In einem neutralen Atom sind Protonen- und Elektronenzahl gleich. Die gleich großen positiven und negativen Ladungen gleichen sich aus.

Beispiel

Ein Kohlenstoffatom besitzt sechs Protonen und sechs Elektronen.

  • Protonenladung: $6\cdot(+e)=+6e$
  • Elektronenladung: $6\cdot(-e)=-6e$
  • Gesamtladung: $+6e-6e=0$

Das Kohlenstoffatom ist daher elektrisch neutral.

Stimmen Protonen- und Elektronenzahl nicht überein, liegt ein Ion vor:

  • Mehr Elektronen als Protonen bedeuten Elektronenüberschuss und eine negative Gesamtladung.
  • Weniger Elektronen als Protonen bedeuten Elektronenmangel und eine positive Gesamtladung.

Bei gewöhnlicher elektrischer Aufladung werden Elektronen übertragen. Die Protonen bleiben normalerweise fest in den Atomkernen gebunden.

Merke

Mehr Elektronen machen einen Körper negativer, weniger Elektronen machen ihn positiver. Die Protonenzahl ändert sich bei gewöhnlicher Aufladung nicht.

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Frage 1 von 2MittelEin Teilchen besitzt sechs Protonen und sieben Elektronen. Wie ist es geladen?
Lösung: Es ist einfach negativ geladen. — Sechs positive und sechs negative Elementarladungen gleichen sich aus. Das siebte Elektron liefert die verbleibende Ladung $-e$.
Frage 2 von 2SchwerEin neutraler Körper gibt einige Elektronen ab. Was entsteht?
Lösung: Ein positiv geladener Körper mit Elektronenmangel — Beim Aufladen werden gewöhnlich Elektronen bewegt. Gibt ein neutraler Körper Elektronen ab, überwiegt anschließend die positive Protonenladung.
Warum können Elektronen elektrischen Strom tragen?

Elektrischer Strom setzt bewegliche Ladungsträger voraus. In Metallen sind einige äußere Elektronen nicht fest an ein einzelnes Atom gebunden. Sie können sich durch das Material bewegen und dabei Ladung transportieren.

In einem Isolator sind die Elektronen dagegen stärker gebunden. Sie können sich unter normalen Bedingungen nicht frei durch das Material bewegen. Bei Halbleitern hängt die Zahl der beweglichen Elektronen unter anderem von Material und Temperatur ab.

Beispiel

Vergleiche einen Metalldraht mit einem Isolierstoff:

  1. Im Metalldraht gibt es bewegliche Elektronen.
  2. Ein angelegtes elektrisches Feld beeinflusst ihre Bewegung.
  3. Dadurch wird elektrische Ladung durch den Draht transportiert.
  4. Im Isolierstoff fehlen unter denselben Bedingungen ausreichend frei bewegliche Ladungsträger, sodass er wesentlich schlechter leitet.

Ein bewegtes Elektron erzeugt außerdem ein Magnetfeld. Äußere elektrische und magnetische Felder können die Bewegung freier Elektronen beeinflussen.

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Frage 1 von 1MittelWarum leitet ein Metall elektrischen Strom meist besser als ein Isolator?
Lösung: Im Metall können sich einige Elektronen weitgehend frei bewegen. — Entscheidend ist nicht die Gesamtzahl der Elektronen, sondern ihre Beweglichkeit im Material.
Warum ist das Elektron keine winzige Kugel?

Ein Elektron zeigt sowohl Teilchen- als auch Welleneigenschaften. Es kann bei einer Messung an einem bestimmten Ort nachgewiesen werden, zugleich aber Beugung und Interferenz zeigen.

In einem Atom beschreibt ein Orbital die räumliche Verteilung der Aufenthaltswahrscheinlichkeit eines Elektrons. Ein Orbital ist keine feste Kreisbahn und auch keine ausgedehnte Oberfläche des Elektrons.

Definition

Orbital

Ein Orbital ist ein quantenmechanisch beschriebener Zustand eines Elektrons im Atom. Es gibt an, mit welcher Wahrscheinlichkeit das Elektron in verschiedenen Raumbereichen nachgewiesen werden kann.

Die bildhafte „Elektronenwolke“ stellt daher eine Wahrscheinlichkeitsverteilung dar. Sie zeigt nicht, dass das Elektron selbst zu einer nebelartigen Kugel aufgebläht wäre.

Nach dem Pauli-Prinzip können höchstens zwei Elektronen dasselbe Orbital besetzen, wenn sich ihre Spinzustände unterscheiden.

Beispiel

Bei einem Interferenzexperiment werden Elektronen einzeln nachgewiesen. Jeder Nachweis erscheint an einem bestimmten Ort. Nach vielen Wiederholungen bilden die einzelnen Treffer jedoch eine Verteilung mit einem Interferenzmuster.

Der einzelne Treffer zeigt den Teilchenaspekt. Das allmählich entstehende Interferenzmuster zeigt, dass eine rein klassische Teilchenbahn zur Beschreibung nicht ausreicht.

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Frage 1 von 2LeichtWas stellt eine Elektronenwolke im Atom dar?
Lösung: Die räumliche Verteilung der Aufenthaltswahrscheinlichkeit — Gebundene Elektronen werden durch Orbitale beziehungsweise Wahrscheinlichkeitsverteilungen beschrieben, nicht durch genau festgelegte klassische Bahnen.
Frage 2 von 2SchwerBei einem Versuch entstehen aus vielen einzelnen Elektronentreffern Interferenzstreifen. Welche Aussage passt dazu?
Lösung: Einzelne Nachweise sind punktförmig, ihre statistische Verteilung zeigt Interferenz. — Quantenobjekte liefern einzelne Nachweisereignisse. Erst viele Wiederholungen machen die zugrunde liegende Wahrscheinlichkeitsverteilung sichtbar.
Vertiefung: Welche „Größe“ hat ein Elektron?

In modernen theoretischen Beschreibungen besitzt das Elektron keine bekannte innere Struktur und wird als punktförmig behandelt. Experimente haben bis zu Größenordnungen von etwa $10^{-19}\,\mathrm m$ keine räumliche Ausdehnung nachgewiesen. Das ist eine Obergrenze, keine gemessene Größe des Elektrons.

Der klassische Elektronenradius ist etwas anderes. Er entsteht aus einer klassischen Modellrechnung, in der elektrostatische Energie und Ruheenergie gleichgesetzt werden:

$$\frac{e^2}{4\pi\epsilon_0 r}=m_\mathrm e c^2$$

Daraus folgt:

$$r_\mathrm e=\frac{e^2}{4\pi\epsilon_0m_\mathrm e c^2}\approx2{,}818\cdot10^{-15}\,\mathrm m$$

Dabei ist $\epsilon_0$ die elektrische Feldkonstante und $c$ die Lichtgeschwindigkeit. Dieser Radius ist keine gemessene Teilchenoberfläche. Er zeigt eine Größenordnung, die sich aus einem klassischen Energiemodell ergibt.

Auch die Ausdehnung eines Atomorbitals ist nicht die Größe des Elektrons. Chemisch wichtige Elektronenverteilungen liegen ungefähr in der Größenordnung $10^{-10}\,\mathrm m$.

Merke

Drei Angaben erfüllen verschiedene Zwecke: Eine experimentelle Obergrenze beschränkt eine mögliche Teilchengröße, der klassische Elektronenradius stammt aus einem Modell und ein Orbital beschreibt mögliche Aufenthaltsorte.

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Frage 1 von 2MittelWelche Aussage zum klassischen Elektronenradius ist richtig?
Lösung: Er ist das Ergebnis einer klassischen Energieabschätzung. — Der Wert von ungefähr $2{,}818\cdot10^{-15}\,\mathrm m$ ist eine Modellgröße. Orbitalausdehnungen sind deutlich größer und beschreiben Aufenthaltswahrscheinlichkeiten.
Frage 2 von 2SchwerEine Abbildung zeigt eine Elektronenwolke mit einer Ausdehnung von ungefähr $10^{-10}\,\mathrm m$. Was darfst du daraus schließen?
Lösung: Sie zeigt die räumliche Verteilung möglicher Nachweisorte im Atom. — Eine Elektronenwolke stellt ein Orbital dar. Sie sagt nicht, dass das Elektron selbst diese Ausdehnung besitzt.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Elektron
    • Eigenschaften: Ladung $-e$, sehr kleine Masse, Spin $1/2$
    • Atom: Bestandteil der Hülle und entscheidend für den Ladungszustand
    • Materie: bewegliche Elektronen können Ladung transportieren
    • Quantenverhalten: einzelne Nachweise sowie Beugung und Interferenz
    • Orbital: Verteilung möglicher Nachweisorte im Atom
    • Größenmodelle: Obergrenze, klassischer Radius und Orbitalausdehnung unterscheiden
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWann ist ein Atom elektrisch neutral?
Lösung: Wenn es gleich viele Protonen und Elektronen besitzt — Die Ladungen $+e$ und $-e$ gleichen sich paarweise aus. Deshalb benötigt ein neutrales Atom gleich viele Protonen und Elektronen.
Frage 2 von 3MittelEin neutrales Atom nimmt zwei Elektronen auf. Welchen Ladungszustand hat es danach?
Lösung: Es besitzt die Ladung $-2e$. — Vor der Aufnahme waren positive und negative Ladungen ausgeglichen. Zwei zusätzliche Elektronen erzeugen einen Überschuss von zwei negativen Elementarladungen.
Frage 3 von 3SchwerZwei Darstellungen zeigen dasselbe Elektron: Eine nennt den klassischen Elektronenradius, die andere zeigt ein großes Atomorbital. Warum dürfen die Größen nicht gleichgesetzt werden?
Lösung: Der Radius ist eine klassische Modellgröße, das Orbital eine Wahrscheinlichkeitsverteilung möglicher Nachweisorte. — Die Begriffe beantworten verschiedene Fragen. Der klassische Radius stammt aus einer Energieabschätzung; das Orbital beschreibt den quantenmechanischen Zustand eines gebundenen Elektrons.

Du hast das Elektron verstanden, wenn du seine Eigenschaften nicht nur aufzählen, sondern auch Ladungsbilanzen erklären und klassische Bilder von quantenphysikalischen Beschreibungen unterscheiden kannst.

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