Physik

Elektromotor: Aufbau und Funktion einfach erklärt

Elektromotor: Aufbau und Funktion einfach erklärt
Elektromotor: Aufbau und Funktion einfach erklärt
Für Quiz, Lückentext, Lernkarten und Fortschritt ist JavaScript nötig. Alle Inhalte und Lösungen bleiben direkt lesbar.

Ein Elektromotor wandelt elektrische Energie in mechanische Energie um. Dazu erzeugt eine stromdurchflossene Spule ein Magnetfeld. Dieses wechselwirkt mit dem Magnetfeld des Stators und setzt den Rotor in Bewegung. Ein Kommutator sorgt beim einfachen Gleichstrommotor dafür, dass die Drehung nicht nach kurzer Zeit endet.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was bewirkt die erste Bewegung?

Stell dir eine drehbar gelagerte Spule zwischen zwei Magnetpolen vor. Sobald Strom durch die Spule fließt, wird sie selbst zum Elektromagneten: An ihren Seiten entstehen ein Nord- und ein Südpol.

Für die Wechselwirkung der Magnetpole gilt:

  • Gleichnamige Pole stoßen sich ab.
  • Ungleichnamige Pole ziehen sich an.

Anziehung und Abstoßung wirken gleichzeitig auf verschiedene Seiten des Rotors. Dadurch entsteht eine Drehwirkung.

Definition

Drehmoment

Ein Drehmoment ist die Drehwirkung einer Kraft. Beim Elektromotor entsteht es durch magnetische Kräfte auf gegenüberliegende Seiten der stromdurchflossenen Spule.

Beispiel

Der Nordpol des Rotors befindet sich nahe am Nordpol des Stators. Diese Pole stoßen sich ab. Gleichzeitig wird der Südpol des Rotors vom Nordpol des Stators angezogen. Beide Wirkungen drehen den Rotor in dieselbe Richtung.

Merke

Strom macht die Rotorspule zum Elektromagneten. Die Wechselwirkung mit dem Statorfeld erzeugt das Drehmoment.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Energieumwandlung findet im Elektromotor statt?
Lösung: Elektrische Energie wird in mechanische Energie umgewandelt. — Der Motor nimmt elektrische Energie auf und gibt mechanische Bewegung ab.
Frage 2 von 2MittelWarum beginnt sich eine stromdurchflossene Rotorspule im Statorfeld zu drehen?
Lösung: Auf verschiedene Seiten wirken magnetische Kräfte, die gemeinsam ein Drehmoment erzeugen. — Die Spule erzeugt ein eigenes Magnetfeld. Seine Wechselwirkung mit dem äußeren Feld bewirkt die Drehung.
Welche Bauteile arbeiten zusammen?

Das einfache Modell eines Gleichstrommotors besitzt vier wichtige Bauteilgruppen.

BauteilAufgabe
StatorBleibt fest und erzeugt das äußere Magnetfeld, zum Beispiel mit Dauermagneten.
Rotor oder AnkerIst drehbar gelagert. Seine stromdurchflossene Spule erzeugt ein Magnetfeld.
Bürsten oder SchleifkontakteStellen während der Drehung den elektrischen Kontakt zur Spannungsquelle her.
Kommutator oder PolwenderKehrt regelmäßig die Stromrichtung in der Rotorspule um.

Ein Eisenkern in der Rotorspule verstärkt die magnetische Wirkung. Die Achse führt die Drehbewegung nach außen, damit der Motor etwas antreiben kann.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelches Bauteil ist beim einfachen Motor drehbar gelagert?
Lösung: Der Rotor — Der Name Rotor erinnert an Rotation: Dieses Bauteil dreht sich.
Frage 2 von 2MittelDie Stromrichtung in der Rotorspule soll umgekehrt werden. Welches Bauteil übernimmt das im einfachen Gleichstrommotor?
Lösung: Der Kommutator — Der Kommutator ist der Polwender des einfachen Gleichstrommotors.
Wie wird aus Kräften eine fortlaufende Drehung?

Ohne einen Richtungswechsel würde sich die Rotorspule nur so weit drehen, bis sie passend zum äußeren Magnetfeld ausgerichtet ist. Dann stehen sich anziehende Pole gegenüber. Das Drehmoment wird null, und der Rotor bleibt stehen.

Für eine fortlaufende Drehung müssen die magnetischen Verhältnisse im richtigen Moment wechseln:

  1. Strom fließt durch die Rotorspule und macht sie zum Elektromagneten.
  2. Magnetische Kräfte erzeugen ein Drehmoment.
  3. Der Rotor nähert sich der Stellung, in der die Drehwirkung verschwindet.
  4. Die Stromrichtung in der Spule wird umgekehrt.
  5. Dadurch vertauschen Nord- und Südpol des Rotors ihre Positionen.
  6. Die neuen Anziehungs- und Abstoßungskräfte treiben den Rotor in derselben Drehrichtung weiter.
Definition

Kommutierung

Kommutierung ist die regelmäßige Umkehr der Stromrichtung in einer Motorspule. Beim einfachen Gleichstrommotor geschieht sie mechanisch durch Bürsten und Kommutator.

Beispiel

Vor der Umpolung werden zwei ungleichnamige Pole zueinander gezogen. Würde die Polung unverändert bleiben, käme der Rotor dort zur Ruhe. Der Kommutator kehrt die Stromrichtung um. Nun liegen gleichnamige Pole nahe beieinander und stoßen sich ab. Der Rotor bewegt sich in seiner bisherigen Drehrichtung weiter.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelWas geschieht mit dem Magnetfeld der Rotorspule, wenn ihre Stromrichtung umgekehrt wird?
Lösung: Die Richtung des Magnetfeldes kehrt sich um, sodass Nord- und Südpol tauschen. — Die Stromrichtung bestimmt die Orientierung des Spulenmagnetfeldes. Ihre Umkehr vertauscht die Rotorpole.
Frage 2 von 2SchwerEin Rotor richtet sich im Statorfeld aus und bleibt ohne Umpolung stehen. Welche Änderung ermöglicht die Weiterdrehung?
Lösung: Die Stromrichtung in der Rotorspule wird im richtigen Moment umgekehrt. — Die rechtzeitige Umpolung erneuert das Drehmoment in der bisherigen Drehrichtung.
Was geschieht am Totpunkt?

Der Totpunkt ist beim einfachen Motormodell die Stellung, in der vorübergehend kein antreibendes Drehmoment wirkt. Beim geteilten Kommutator können die Bürsten in diesem Moment auf den isolierenden Spalt treffen. Dann ist der Stromkreis kurz unterbrochen.

Ein bereits laufender Rotor bewegt sich wegen seiner Trägheit weiter. Trägheit bedeutet: Ein bewegter Körper behält seine Bewegung bei, solange keine ausreichende Gegenwirkung ihn stoppt. Nach dem Totpunkt berühren die Bürsten die jeweils andere Kommutatorhälfte. Der Strom fließt nun in umgekehrter Richtung, und das neue Drehmoment treibt den Rotor weiter.

Steht ein einfacher Rotor genau im Totpunkt, reicht seine Trägheit nicht aus: Er kann möglicherweise nicht selbst anlaufen.

Merke

Der Kommutator polt um; die Trägheit trägt den laufenden Rotor durch die kurze antriebslose Phase.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWarum kann ein bereits laufender Rotor den Totpunkt überwinden?
Lösung: Wegen seiner Trägheit bewegt er sich während der kurzen antriebslosen Phase weiter. — Der Rotor besitzt bereits Bewegungsenergie und läuft deshalb durch die kurze Unterbrechung hindurch.
Frage 2 von 2MittelEin einfacher Motor steht genau im Totpunkt und startet nicht. Was ist die passende Erklärung?
Lösung: Es wirkt kein antreibendes Drehmoment, und der stillstehende Rotor besitzt keine Bewegung, die ihn weiterträgt. — Im Stillstand kann die Trägheit den Rotor nicht aus dem Totpunkt bringen.
Wie werden Motoren kräftiger und gleichmäßiger?

Bei einem sehr einfachen Anker schwankt das Drehmoment während jeder Umdrehung stark. In der Nähe des Totpunkts ist es besonders klein. Technische Verbesserungen verteilen die Kraftwirkung gleichmäßiger:

  • Eine Spule mit mehr Windungen verstärkt bei sonst gleichen Bedingungen die Drehwirkung.
  • Ein Eisenkern verstärkt beziehungsweise führt das Magnetfeld der Spule.
  • Mehrere räumlich versetzte Wicklungen sorgen dafür, dass nicht alle Teile gleichzeitig im Totpunkt stehen.
  • Ein Dreifachanker kann aus jeder Stellung anlaufen und läuft bei niedriger Drehzahl ruhiger als ein einfacher Anker.
  • Ein Trommelanker besitzt noch mehr Wicklungen und Kommutatorsegmente. Dadurch wird sein Drehmoment gleichmäßiger.
Gut zu wissen

Nicht jeder Elektromotor verwendet einen mechanischen Kommutator. Beim bürstenlosen Gleichstrommotor schaltet eine Elektronik die Statorspulen. Synchron- und Induktionsmotoren arbeiten mit einem rotierenden Magnetfeld. Der einfache kommutierte Gleichstrommotor bleibt dennoch ein besonders anschauliches Modell für das Motorprinzip.

Motor und Generator unterscheiden

Motor und Generator nutzen verwandte elektromagnetische Zusammenhänge, aber die Richtung der Energieumwandlung ist verschieden:

  • Motor: elektrische Energie hinein, mechanische Energie heraus.
  • Generator: mechanische Energie hinein, elektrische Energie heraus.
Teste dich
Frage 1 von 2MittelWarum läuft ein Trommelanker gleichmäßiger als ein einfacher Anker?
Lösung: Seine räumlich verteilten Wicklungen liefern zu unterschiedlichen Zeitpunkten Drehmoment. — Mehrere versetzte Wicklungen verringern die Phasen mit sehr kleinem Gesamtdrehmoment.
Frage 2 von 2SchwerEine Maschine nimmt eine Drehbewegung auf und liefert elektrische Energie. Wie ist sie in diesem Betrieb einzuordnen?
Lösung: Als Generator — Entscheidend ist die Richtung der Energieumwandlung, nicht nur der Aufbau der Maschine.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Elektromotor
    • Energieumwandlung: elektrisch zu mechanisch
    • Stator: äußeres Magnetfeld
    • Rotor: stromdurchflossene Spule
    • Magnetische Kräfte: Drehmoment
    • Kommutator: Umkehr der Stromrichtung
    • Totpunkt: Trägheit überbrückt die antriebslose Phase
    • Mehrere Wicklungen: besserer Anlauf und gleichmäßigerer Lauf
    • Generator: umgekehrte Energieumwandlung
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 3LeichtWelche Aussage beschreibt den Stator korrekt?
Lösung: Er bleibt fest und erzeugt beim einfachen Modell das äußere Magnetfeld. — Stator bedeutet feststehender Teil; Rotor bezeichnet den drehbaren Teil.
Frage 2 von 3MittelWarum reicht die bloße Anziehung zwischen Rotor- und Statorpolen nicht für eine dauerhafte Drehung?
Lösung: Der Rotor würde sich passend zum Feld ausrichten und dann ohne erneute Umpolung stehen bleiben. — Dauerhafte Rotation erfordert, dass die magnetische Kraftwirkung im richtigen Moment erneuert wird.
Frage 3 von 3SchwerEin einfacher Motor dreht sich bereits. Am Kommutatorspalt fließt kurz kein Strom. Welche Ereigniskette erklärt die Weiterdrehung vollständig?
Lösung: Die Trägheit trägt den Rotor über den Totpunkt; danach fließt der Strom umgekehrt und erzeugt erneut ein Drehmoment in derselben Drehrichtung. — Fortlaufende Drehung entsteht aus dem Zusammenspiel von Trägheit und rechtzeitiger Kommutierung.

Du hast das Motorprinzip verstanden, wenn du die Kette selbst erklären kannst: Strom erzeugt ein Rotormagnetfeld, magnetische Kräfte erzeugen ein Drehmoment, und die Kommutierung erneuert dieses Drehmoment nach jeder halben Umdrehung.

Passend dazu