Physik

Generator: Aufbau, Induktion und Wechselspannung

Generator: Aufbau, Induktion und Wechselspannung
Generator: Aufbau, Induktion und Wechselspannung
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Ein Generator wandelt mechanische Energie in elektrische Energie um. Dazu verändert eine Bewegung den magnetischen Fluss durch eine Spule. So entsteht eine elektrische Spannung; in einem geschlossenen Stromkreis kann dadurch Strom fließen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Von der Bewegung zur Spannung

Ein Fahrradgenerator, eine Handkurbel oder eine Turbine liefern eine Drehbewegung. Im Generator bewegen sich dadurch Magnet und Spule relativ zueinander.

Definition

Elektromagnetische Induktion

Elektromagnetische Induktion bedeutet: Ändert sich der magnetische Fluss durch eine Leiterschleife oder Spule, entsteht an ihr eine elektrische Spannung.

Der magnetische Fluss beschreibt vereinfacht, wie stark ein Magnetfeld eine bestimmte Fläche durchsetzt. Er kann sich ändern, wenn sich die Feldstärke, die wirksame Fläche oder die Orientierung der Spule zum Magnetfeld ändert.

Die Wirkungskette lautet:

  1. Eine äußere Kraft treibt den Generator an.
  2. Magnet und Spule bewegen sich relativ zueinander.
  3. Der magnetische Fluss durch die Spule ändert sich.
  4. An der Spule entsteht eine Induktionsspannung.
  5. Ist ein Verbraucher angeschlossen, fließt Strom und elektrische Energie wird abgegeben.
Merke

Ein vorhandenes Magnetfeld allein genügt nicht. Entscheidend ist die Änderung des magnetischen Flusses durch die Spule.

Beispiel

Bei einem Fahrradgenerator sorgt die Bewegung des Fahrrads für den mechanischen Antrieb. Im Generator ändert sich dadurch der magnetische Fluss durch eine Spule. Die induzierte Spannung kann in einem geschlossenen Stromkreis eine Lampe versorgen.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWas löst in einem Generator unmittelbar die Induktionsspannung aus?
Lösung: Die Änderung des magnetischen Flusses durch die Spule — Die Flussänderung erzeugt die Spannung. Ein geschlossener Stromkreis wird erst benötigt, damit Strom fließen und Energie an einen Verbraucher übertragen werden kann.
Rotor und Stator richtig zuordnen

Der Rotor ist der drehende Teil eines Generators. Der Stator bleibt stehen. Sowohl der Magnet als auch die Spule können die Rolle des Rotors übernehmen.

BauformRotorStatorSpannungsabgriff
InnenpolgeneratorMagnetSpulenan den feststehenden Spulen
AußenpolgeneratorSpuleMagnetan der rotierenden Spule über Kontakte

Beim Innenpolgenerator läuft ein Magnet an feststehenden Spulen vorbei. Bei einem Elektromagneten kann Gleichstrom über Schleifkontakte zum Rotor geführt werden. Die erzeugte Spannung lässt sich bequem an den unbeweglichen Spulen abgreifen.

Beim Außenpolgenerator dreht sich die Spule im Magnetfeld des feststehenden Magneten. Die Spannung wird über Schleifringe und Bürsten von der rotierenden Spule abgegriffen.

Gut zu wissen

Für die Induktion ist nicht entscheidend, welches Bauteil rotiert. Entscheidend ist, dass sich der magnetische Fluss durch die Spule periodisch ändert.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelEin Generator besitzt einen rotierenden Magneten und feststehende Spulen. Welche Zuordnung stimmt?
Lösung: Der Magnet ist der Rotor, die Spulen bilden den Stator. — Der Rotor dreht sich, der Stator steht. Diese Anordnung entspricht einem Innenpolgenerator.
Warum eine Wechselspannung entsteht

Während einer vollständigen Umdrehung ändert sich die Orientierung der Spule zum Magnetfeld fortlaufend. Dadurch nimmt der magnetische Fluss zu und ab und wechselt sein Vorzeichen. Seine zeitliche Änderung bestimmt die induzierte Spannung.

Für eine gleichförmig rotierende Leiterschleife in einem homogenen Magnetfeld ergeben sich charakteristische Zeitpunkte:

ZeitpunktMagnetischer FlussBetrag der Spannung
$t=0$maximalnull
$t=\frac{T}{4}$nullmaximal
$t=\frac{T}{2}$minimalnull
$t=\frac{3T}{4}$nullmaximal, mit umgekehrter Polarität
$t=T$wieder maximalwieder null

$T$ bezeichnet die Dauer einer vollständigen Umdrehung. Nach jeder halben Umdrehung kehrt sich die Polarität um. Deshalb entsteht eine Wechselspannung.

Merke

Die Spannung ist nicht dann am größten, wenn der magnetische Fluss am größten ist. Sie ist am größten, wenn sich der Fluss am schnellsten ändert.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Bei maximalem magnetischem Fluss ist die induzierte Spannung . Nach einem Viertel der Periode ist der Betrag der Spannung . Nach einer halben Periode hat die Spannung wieder den Wert . Nach einer vollständigen Periode der Verlauf.

Lösungen: Lücke 1: null; Lücke 2: maximal; Lücke 3: null; Lücke 4: wiederholt sich. Die Spannung hängt von der zeitlichen Änderung des magnetischen Flusses ab. An den Hoch- und Tiefpunkten des Flusses ist seine Änderung momentan null; an den Nulldurchgängen ändert er sich am schnellsten.
Vertiefung: Die sinusförmige Spannung

Für eine einzelne Leiterschleife mit der Fläche $A$ in einem homogenen Magnetfeld der Flussdichte $B$ gilt bei einem Drehwinkel $\varphi$:

$$\Phi=B\cdot A\cdot\cos(\varphi)$$

Bei konstanter Winkelgeschwindigkeit $\omega$ ist $\varphi=\omega t$. Damit folgt:

$$\Phi(t)=B\cdot A\cdot\cos(\omega t)$$

Das Induktionsgesetz verknüpft die Spannung mit der zeitlichen Änderung des Flusses:

$$U(t)=-\frac{d\Phi}{dt}$$

Durch Ableiten ergibt sich für die gewählte Orientierung und Polarität:

$$U(t)=B\cdot A\cdot\omega\cdot\sin(\omega t)$$

Die Scheitelspannung, also der größtmögliche Betrag, lautet:

$$U_{\mathrm{max}}=B\cdot A\cdot\omega$$

Damit kann man den Verlauf kurz schreiben als:

$$U(t)=U_{\mathrm{max}}\cdot\sin(\omega t)$$

Dabei steht $U$ für die Spannung in Volt, $B$ für die magnetische Flussdichte in Tesla, $A$ für die Fläche in Quadratmetern und $\omega$ für die Winkelgeschwindigkeit. Das Modell gilt für eine gleichförmig rotierende Leiterschleife in einem homogenen Magnetfeld. Die Wahl des Startzeitpunkts kann den Verlauf zeitlich verschieben; die Wahl der Anschlusspolarität kann sein Vorzeichen umkehren.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelWelche Änderung erhöht in diesem Modell die Scheitelspannung direkt?
Lösung: Eine größere Winkelgeschwindigkeit — Nach $U_{\mathrm{max}}=B\cdot A\cdot\omega$ wächst die Scheitelspannung mit der Winkelgeschwindigkeit. Ob der äußere Stromkreis offen oder geschlossen ist, entscheidet dagegen über den Stromfluss.
Warum sich ein belasteter Generator schwerer dreht

Im Leerlauf ist kein Verbraucher angeschlossen. Wird beispielsweise eine Lampe verbunden, fließt ein Laststrom. Dieser erzeugt eine magnetische Wirkung, die der verursachenden Bewegung entgegenwirkt. Dieser Zusammenhang wird durch die Lenz-Regel beschrieben.

Definition

Lenz-Regel

Der induzierte Strom ist so gerichtet, dass seine magnetische Wirkung der Änderung entgegenwirkt, durch die er entstanden ist.

Deshalb lässt sich ein Handgenerator mit eingeschalteter Lampe schwerer kurbeln als ohne Last. Die zusätzliche mechanische Arbeit wird nicht vernichtet: Der Generator wandelt sie in elektrische Energie um, die der Verbraucher aufnimmt.

Merke

Mehr abgegebene elektrische Energie erfordert mehr zugeführte mechanische Arbeit. Der Generator erzeugt keine Energie aus dem Nichts.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelWarum benötigt ein Handgenerator mit angeschlossener Lampe mehr Antriebskraft?
Lösung: Der Laststrom erzeugt eine magnetische Gegenwirkung auf die Drehbewegung. — Nach der Lenz-Regel wirkt die magnetische Wirkung des Induktionsstroms ihrer Ursache entgegen. Die zusätzlich aufgewendete mechanische Energie wird an die Lampe übertragen.
Von Wechselspannung zu Gleichspannung

Die rotierende Grundanordnung erzeugt Wechselspannung. Benötigt ein Verbraucher eine gleichbleibende Stromrichtung, muss die Spannung gleichgerichtet werden.

Bei einem mechanischen Gleichstromgenerator übernimmt ein Kommutator diese Aufgabe. Er besteht aus zwei gegeneinander isolierten Halbschalen, die sich mit der Spule drehen. Feststehende Bürsten berühren die Halbschalen. Nach jeder halben Umdrehung wechseln gleichzeitig die Polarität der Spule und der Kontakt zu den Bürsten. Dadurch bleibt die Polarität an den äußeren Anschlüssen gleich.

Das Ergebnis ist zunächst eine pulsierende Gleichspannung: Ihre Polarität bleibt gleich, ihr Betrag schwankt aber.

Eine elektronische Gleichrichtung ist ebenfalls möglich:

  • Eine einzelne Diode sperrt eine der beiden Halbwellen.
  • Eine Brückenschaltung aus vier Dioden nutzt beide Halbwellen und kehrt eine davon um.
  • Ein parallel zum Verbraucher geschalteter Energiespeicher kann Energie an Spannungsspitzen aufnehmen und bei sinkender Spannung wieder abgeben. Dadurch wird der Verlauf geglättet.
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Frage 1 von 1MittelWelche Aussage beschreibt eine pulsierende Gleichspannung richtig?
Lösung: Ihre Polarität bleibt gleich, aber ihr Betrag schwankt. — Gleichrichtung verhindert den Polaritätswechsel. Erst eine zusätzliche Glättung verringert die verbleibenden Schwankungen des Spannungsbetrags.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Generator
    • Energieumwandlung
      • mechanische Energie zu elektrischer Energie
    • Induktion
      • Änderung des magnetischen Flusses erzeugt Spannung
    • Aufbau
      • Rotor dreht sich
      • Stator steht fest
    • Spannungsverlauf
      • Rotation erzeugt Wechselspannung
      • Gleichrichtung erzeugt pulsierende Gleichspannung
    • Belastung
      • Laststrom verursacht eine Gegenwirkung
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 3LeichtWelche Energieumwandlung findet im Generator statt?
Lösung: Mechanische Energie wird in elektrische Energie umgewandelt. — Ein Generator benötigt einen mechanischen Antrieb und gibt elektrische Energie ab.
Frage 2 von 3MittelEine Spule dreht sich gleichförmig in einem homogenen Magnetfeld. Wann ist der Betrag der induzierten Spannung am größten?
Lösung: Wenn sich der magnetische Fluss am schnellsten ändert — Die Induktionsspannung hängt von der zeitlichen Flussänderung ab. Beim Nulldurchgang des Flusses ist deren Betrag am größten.
Frage 3 von 3SchwerEin Generator lässt sich nach dem Anschließen einer Lampe schwerer drehen. Welche Erklärung verbindet Beobachtung und Energieumwandlung richtig?
Lösung: Der Laststrom erzeugt eine Gegenwirkung; die zusätzliche mechanische Arbeit wird als elektrische Energie abgegeben. — Die Lenz-Regel erklärt die Gegenwirkung. Nach dem Energieerhaltungsprinzip stammt die abgegebene elektrische Energie aus der zugeführten mechanischen Arbeit.

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