Physik

Energieentwertung: Energie bleibt, Nutzbarkeit sinkt

Energieentwertung: Energie bleibt, Nutzbarkeit sinkt
Energieentwertung: Energie bleibt, Nutzbarkeit sinkt
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Bei einer Energieentwertung verschwindet keine Energie. Die Gesamtenergie bleibt erhalten, doch ein Teil verteilt sich so in der Umgebung, dass er schlechter für weitere Vorgänge nutzbar ist. Du erkennst das zum Beispiel beim Bremsen oder beim Abkühlen von Tee.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was wird bei der Energieentwertung entwertet?

Energie kann Bewegung erzeugen, einen Gegenstand anheben, eine Lampe betreiben oder einen Körper erwärmen. Bei realen Vorgängen bleibt ihre Menge insgesamt gleich. Ihre Nutzbarkeit kann jedoch abnehmen.

Definition

Energieentwertung

Energieentwertung bedeutet: Energie bleibt erhalten, liegt nach einem Vorgang aber teilweise in einer schlechter nutzbaren und stärker verteilten Form vor. Häufig handelt es sich um innere Energie der Umgebung.

Innere Energie auf hohem Temperaturniveau ist durchaus nutzbar. Ein heißes Reservoir kann beim Abkühlen einen Wärmemotor antreiben. Ist die Energie dagegen bei nahezu gleicher Temperatur weit in der Umgebung verteilt, lässt sie sich nur schwer weiter nutzen.

Beispiel

Eine Taschenlampe wandelt chemische Energie der Batterie zunächst in elektrische Energie und anschließend in Licht und innere Energie um. Die Energie ist danach nicht verschwunden. Sie wurde jedoch größtenteils an die Umgebung verteilt und steht nicht erneut als chemische Batterieenergie bereit.

Merke

Energieerhaltung betrifft die Menge. Energieentwertung betrifft die Nutzbarkeit.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage beschreibt Energieentwertung richtig?
Lösung: Die Gesamtenergie bleibt erhalten, aber ein Teil wird schlechter nutzbar. — Der Energieerhaltungssatz gilt weiterhin. Entwertet wird nicht die Energiemenge, sondern ihre Möglichkeit, weitere Vorgänge anzutreiben.
Warum laufen viele Vorgänge nur in eine Richtung?

Ein Vorgang heißt irreversibel, wenn er nicht von selbst vollständig in seinen Ausgangszustand zurückkehrt. Die meisten beobachtbaren Vorgänge sind irreversibel und mit Energieentwertung verbunden.

Definition

Irreversibilität

Ein irreversibler Vorgang hat eine natürliche Richtung. Seine vollständige Umkehr benötigt einen weiteren Vorgang und hinterlässt Veränderungen in der Umgebung.

Eine heiße Tasse Tee gibt Energie an die kühlere Umgebung ab. Schließlich nähern sich beide Temperaturen an. Der Tee nimmt nicht von selbst genau diese verteilte Energie wieder auf und wird heiß, während die Umgebung entsprechend abkühlt.

Auch eine Kugel, die bergab rollt und durch Reibung zum Stillstand kommt, kehrt nicht selbstständig auf ihre Ausgangshöhe zurück. Ihre mechanische Energie wurde hauptsächlich als innere Energie an Kugel, Untergrund und Umgebung übertragen.

Beispiel

Ein Turmspringer besitzt oben Lageenergie. Beim Fallen wird daraus Bewegungsenergie. Beim Eintauchen werden Wasser und Umgebung bewegt und geringfügig erwärmt. Das Wasser sammelt diese verteilte Energie nicht von selbst wieder ein, um den Springer auf den Turm zu heben.

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Frage 1 von 1MittelEin heißer Tee kühlt in einem Zimmer ab. Warum erwärmt er sich später nicht von selbst wieder?
Lösung: Die Energie wurde in der Umgebung verteilt; die Umkehr wäre kein selbsttätiger Vorgang. — Wärme wird von selbst vom höheren zum niedrigeren Temperaturniveau übertragen. Die umgekehrte Übertragung benötigt einen gekoppelten Vorgang, der Energie entwertet.
Wie erklärst du Energieentwertung beim Bremsen?

Beim Bremsen eignet sich eine Energiekette, um die Umwandlungen und Übertragungen sichtbar zu machen:

Bewegungsenergie des Fahrzeugs → innere Energie von Bremsen, Reifen, Straße und Umgebung

Gehe dabei in vier Schritten vor:

  1. Lege fest, welches System du betrachtest.
  2. Benenne die Energieform am Anfang.
  3. Verfolge Umwandlungen und Übertragungen.
  4. Prüfe getrennt, ob die Energiemenge erhalten und die Nutzbarkeit gesunken ist.
Beispiel

Ein Fahrrad fährt und wird bis zum Stillstand abgebremst.

  • Anfang: Das Fahrrad mit der fahrenden Person besitzt Bewegungsenergie.
  • Beim Bremsen: Reibung erwärmt Bremsen, Reifen und Umgebung.
  • Ende: Die Bewegungsenergie des Fahrrads ist kleiner geworden; die innere Energie anderer Körper ist entsprechend größer geworden.
  • Bewertung: Für ein ausreichend großes Gesamtsystem ist die Energie erhalten. Die verteilte innere Energie bringt das Fahrrad jedoch nicht von selbst wieder auf Geschwindigkeit. Energie wurde entwertet.

Der Ausdruck Energieverlust hängt von der Systemgrenze ab. Betrachtet man nur das Fahrrad, verlässt Energie dieses System. Betrachtet man Fahrrad und Umgebung zusammen, ist sie weiterhin vorhanden. In keinem Fall wird Energie vernichtet.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Beim Bremsen wird überwiegend in umgewandelt. Für das Gesamtsystem bleibt die Energiemenge , während ihre Nutzbarkeit .

Lösungen: Lücke 1: Bewegungsenergie; Lücke 2: innere Energie; Lücke 3: erhalten; Lücke 4: abnimmt. Entscheidend sind zwei getrennte Aussagen: Die Energie bleibt insgesamt erhalten, aber die verteilte innere Energie ist schlechter nutzbar.
Welche Grenzen gelten für Wärme und Maschinen?

Ein heißes Reservoir kann beim Abkühlen Arbeit liefern. Dazu braucht eine Wärmekraftmaschine zugleich ein kälteres Reservoir, das einen Teil der Energie aufnimmt. Die entzogene innere Energie lässt sich deshalb nicht vollständig in mechanische oder elektrische Energie umwandeln, ohne die Umgebung zu verändern.

Definition

Perpetuum Mobile 2. Art

Ein Perpetuum Mobile 2. Art wäre eine Maschine, die innere Energie vollständig in mechanische Energie umwandelt, ohne weitere Veränderungen zu verursachen. Eine solche Maschine ist unmöglich.

Davon ist das Perpetuum Mobile 1. Art zu unterscheiden: Es würde dauerhaft Arbeit verrichten, ohne Energie zugeführt zu bekommen. Damit würde es den Energieerhaltungssatz verletzen.

Gut zu wissen

Die beiden unmöglichen Maschinen scheitern aus verschiedenen Gründen: Die 1. Art widerspricht der Energieerhaltung. Die 2. Art berücksichtigt die unvermeidliche Energieentwertung nicht.

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Frage 1 von 1MittelEine Wärmekraftmaschine entnimmt einem heißen Reservoir Energie. Welche Aussage ist richtig?
Lösung: Sie kann nur einen Teil davon in Arbeit umwandeln und gibt zugleich Energie an ein kälteres Reservoir ab. — Der nicht als Arbeit genutzte Anteil bleibt als Energie erhalten, wird aber an ein kälteres Reservoir übertragen und dabei weiter entwertet.
Wie können Vorgänge trotzdem umgekehrt werden?

Ein einzelner Teilvorgang kann aufgewertet oder gegen seine natürliche Richtung angetrieben werden. Dafür muss ein gekoppelter Gesamtvorgang Energie entwerten.

Eine Herdplatte erwärmt abgekühltes Wasser. Das Wasser wird also scheinbar „zurückgespult“. Die Erwärmung geschieht jedoch nicht von selbst: Elektrische Energie wird bereitgestellt und bei der Stromerzeugung sowie beim Heizen entwertet.

Auch eine Kugel kann bergauf rollen, wenn etwa ein herabfallendes Gewicht sie zieht. Die Energieaufwertung der Kugel wird dann durch die Energieentwertung des gekoppelten Vorgangs ermöglicht.

Merke

Energieaufwertung in einem Teilprozess benötigt Energieentwertung im gesamten gekoppelten Vorgang.

Vertiefung: Entropie

Die Entropie ist eine physikalische Zustandsgröße, mit der Irreversibilität quantitativ beschrieben wird. Energieentwertung entspricht bei irreversiblen Vorgängen einer Entropieerzeugung. In einem geschlossenen System kann die Gesamtentropie nicht abnehmen.

Das erklärt die natürliche Richtung vieler Vorgänge: Wärme fließt von selbst von heiß nach kalt, Stoffe verteilen sich und mechanische Bewegung kommt durch Reibung zur Ruhe. Eine Umkehr kann stattfinden, aber nur zusammen mit weiteren Veränderungen, bei denen insgesamt Entropie erzeugt wird.

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Frage 1 von 1SchwerEin Kühlschrank überträgt Energie aus seinem kalten Innenraum an das wärmere Zimmer. Widerspricht das der natürlichen Richtung der Wärmeübertragung?
Lösung: Nein. Der Teilvorgang wird durch einen gekoppelten Vorgang mit Energiezufuhr angetrieben. — Die Aussage „Wärme fließt von selbst von heiß nach kalt“ betrifft selbsttätige Vorgänge. Der Kühlschrank benötigt einen Antrieb; der gesamte Vorgang ist mit Energieentwertung verbunden.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Energieentwertung
    • Energie bleibt mengenmäßig erhalten
    • Nutzbarkeit nimmt ab
    • Irreversible Vorgänge haben eine natürliche Richtung
    • Bremsen verteilt Energie als innere Energie
    • Energieverlust hängt von der Systemgrenze ab
    • Energieaufwertung braucht einen gekoppelten Vorgang
    • Entropie beschreibt Irreversibilität quantitativ
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWas bedeutet „Energieverbrauch“ im physikalischen Sinn meist?
Lösung: Nutzbare Energie wird in schlechter nutzbare und stärker verteilte Formen umgewandelt. — Energieverbrauch bezeichnet gewöhnlich eine qualitative Veränderung: Die Energiemenge bleibt erhalten, ihre Nutzbarkeit sinkt.
Frage 2 von 3MittelEin Ball rollt bergab und bleibt durch Reibung stehen. Welche Bilanz ist passend?
Lösung: Lage- und Bewegungsenergie wurden überwiegend in innere Energie von Ball, Untergrund und Umgebung umgewandelt. — Für das Gesamtsystem bleibt die Energie erhalten. Weil sie sich als innere Energie verteilt hat, rollt der Ball nicht von selbst zurück.
Frage 3 von 3SchwerEine Maschine hebt einen Körper an. Kann dabei eine Energieaufwertung stattfinden?
Lösung: Ja, wenn ein gekoppelter Vorgang insgesamt mit Energieentwertung verbunden ist. — Die Lageenergie des Körpers kann zunehmen. Dafür muss ein anderer Vorgang Energie bereitstellen und entwerten; die Gesamtenergie wird nicht erzeugt.

Wenn du bei einem neuen Beispiel die Systemgrenze, die Energieformen, die Übertragungsrichtung und die spätere Nutzbarkeit nennst, kannst du Energieerhaltung und Energieentwertung sauber auseinanderhalten.

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