Physik

Energieerhaltung: Energiebilanzen verstehen

Energieerhaltung: Energiebilanzen verstehen
Energieerhaltung: Energiebilanzen verstehen
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Energie kann weder erzeugt noch vernichtet werden. In einem passend abgegrenzten, abgeschlossenen System bleibt die Gesamtenergie konstant. Sie kann dabei ihre Form ändern – zum Beispiel von Lageenergie zu Bewegungsenergie oder durch Reibung zu thermischer Energie.

Auf dieser Seite lernst du, solche Umwandlungen zu erkennen, als Energiebilanz darzustellen und für Bewegungen zu berechnen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was bleibt bei einer Energieumwandlung erhalten?

Stell dir einen Skater in einer idealen, reibungsfreien Halfpipe vor. Oben ruht er kurz. Beim Hinabfahren wird er schneller, am Tiefpunkt ist seine Geschwindigkeit am größten. Auf der Gegenseite steigt er wieder auf dieselbe Höhe.

Definition

Energieerhaltungssatz

In einem abgeschlossenen System bleibt die Summe aller Energieformen konstant. Einzelne Energieanteile dürfen größer oder kleiner werden, solange die Gesamtbilanz stimmt.

Allgemein gilt:

$$E_{ges} = E_1 + E_2 + E_3 + ... = konstant$$

In der Halfpipe wird vor allem zwischen zwei Energieformen umgewandelt:

  • Potentielle Energie oder Lageenergie: Energie aufgrund der Höhe.
  • Kinetische Energie oder Bewegungsenergie: Energie aufgrund der Bewegung.

Oben besitzt der ruhende Skater viel potentielle und keine kinetische Energie. Beim Abwärtsfahren nimmt die potentielle Energie ab, während die kinetische Energie zunimmt. Am Tiefpunkt ist die kinetische Energie maximal.

Merke

Nicht jede einzelne Energieform bleibt erhalten. Erhalten bleibt die Summe aller Energieformen innerhalb der betrachteten Systemgrenze.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Größe bleibt beim reibungsfreien Fahren durch die Halfpipe konstant?
Lösung: Die Summe aus potentieller und kinetischer Energie — Höhe und Geschwindigkeit verändern sich. Konstant bleibt die mechanische Gesamtenergie als Summe der beteiligten Energieformen.
Warum ist die Systemgrenze wichtig?

Eine Systemgrenze legt fest, welche Körper und Energieformen zu deiner Bilanz gehören. Erst danach kannst du entscheiden, ob Energie innerhalb des Systems nur umgewandelt wird oder über die Grenze fließt.

Definition

Abgeschlossenes System

Ein abgeschlossenes System tauscht in der betrachteten Bilanz keine Energie mit seiner Umgebung aus. Seine Gesamtenergie bleibt konstant.

Ein offenes System kann Energie aufnehmen oder abgeben. Seine Energie darf sich deshalb ändern. Der Energieerhaltungssatz ist dadurch nicht verletzt: Der Zu- oder Abfluss muss nur mitbilanziert werden.

Beim freien Fall zeigt sich die Bedeutung der Grenze besonders deutlich:

  • Betrachtest du nur den fallenden Körper, wirkt die Gravitation von außen auf das System und verrichtet Arbeit am Körper. Seine kinetische Energie nimmt zu.
  • Betrachtest du Erde und Körper gemeinsam, gehört die Wechselwirkung zum System. Die potentielle Energie nimmt genau so stark ab, wie die kinetische Energie zunimmt.
Beispiel

Eine Lampe erhält elektrische Energie. Betrachtest du nur die Lampe, fließt Energie über die Systemgrenze hinein und als Strahlungsenergie und thermische Energie wieder hinaus. Die Bilanz lautet:

$$E_{el} = E_{Strahlung} + E_{thermisch}$$

Die elektrische Energie wurde nicht verbraucht, sondern umgewandelt.

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Frage 1 von 1MittelEin offenes System enthält nach einem Vorgang mehr Energie als vorher. Welche Erklärung passt zum Energieerhaltungssatz?
Lösung: Energie ist über die Systemgrenze hineingeflossen. — Die Energie eines offenen Systems kann sich durch Zu- oder Abflüsse ändern. Für System und Umgebung zusammen bleibt die Energiebilanz erhalten.
Welche mechanischen Energieformen brauchst du?

Für viele Bewegungsaufgaben genügen drei mechanische Energieformen.

Definition

Potentielle Energie

Die potentielle Energie im Schwerefeld hängt von Masse, Fallbeschleunigung und Höhe über dem gewählten Nullniveau ab:

$$E_{pot} = mgh$$

Dabei ist $m$ die Masse in Kilogramm, $g$ die Fallbeschleunigung und $h$ die Höhe in Metern.

Definition

Kinetische Energie

Die kinetische Energie eines Körpers hängt von seiner Masse und seiner Geschwindigkeit ab:

$$E_{kin} = 0{,}5mv^2$$

Eine doppelte Geschwindigkeit führt wegen des Quadrats zur vierfachen kinetischen Energie.

Definition

Spannenergie

Eine elastisch verformte Feder speichert Spannenergie:

$$E_{Spann} = 0{,}5Ds^2$$

$D$ bezeichnet die Federhärte und $s$ die Verformung.

Alle Energieformen werden in Joule angegeben:

$$1 J = 1 kg m^2/s^2$$

Für zwei Zustände eines reibungsfreien mechanischen Systems gilt:

$$E_{pot,1} + E_{kin,1} + E_{Spann,1} = E_{pot,2} + E_{kin,2} + E_{Spann,2}$$

Du verwendest nur die Energieformen, die in der jeweiligen Situation vorkommen. Bei einem fallenden Körper ohne Feder entfällt zum Beispiel die Spannenergie.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Beim reibungsfreien Fall nimmt die Energie ab, während die Energie zunimmt. Ihre bleibt konstant. Bei Reibung muss zusätzlich die Energie berücksichtigt werden.

Lösungen: Lücke 1: potentielle; Lücke 2: kinetische; Lücke 3: Summe; Lücke 4: thermische. Lageenergie wird in Bewegungsenergie umgewandelt. Reibung führt zusätzlich zu thermischer Energie, ohne die Gesamtenergie zu vernichten.
Wie rechnest du mit der Energieerhaltung?

Ein Blumentopf mit der Masse $m = 3 kg$ fällt aus $h = 7{,}5 m$. Luftwiderstand wird vernachlässigt. Gesucht ist seine Geschwindigkeit unmittelbar vor dem Boden. Es gilt $g = 9{,}81 m/s^2$.

Beispiel

1. Zustände und Energieformen bestimmen

Am Anfang ruht der Blumentopf. Er besitzt potentielle Energie, aber keine kinetische Energie. Unmittelbar vor dem Boden setzen wir die potentielle Energie mit dem gewählten Nullniveau gleich null. Dann besitzt er nur kinetische Energie.

2. Energiegleichung aufstellen

$$E_{pot,Anfang} = E_{kin,Ende}$$

$$mgh = 0{,}5mv^2$$

3. Nach der gesuchten Größe auflösen

Die Masse steht auf beiden Seiten und kürzt sich:

$$gh = 0{,}5v^2$$

$$v = \sqrt{2gh}$$

4. Werte einsetzen

Zunächst beträgt die anfängliche Lageenergie:

$$E_{pot} = 3 kg \cdot 9{,}81 m/s^2 \cdot 7{,}5 m = 220{,}725 J$$

Für die Geschwindigkeit folgt:

$$v = \sqrt{2 \cdot 9{,}81 m/s^2 \cdot 7{,}5 m} \approx 12{,}13 m/s$$

Der Blumentopf erreicht im idealisierten Modell ungefähr $12{,}13 m/s$. Das Ergebnis gilt nur, weil der Luftwiderstand vernachlässigt wurde.

Merke

Gehe bei Energiebilanzen immer in dieser Reihenfolge vor: System festlegen, Zustände vergleichen, vorkommende Energieformen bestimmen, Bilanz aufstellen, erst danach rechnen.

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Frage 1 von 1MittelEin Stein mit $m = 0{,}5 kg$ fällt reibungsfrei aus $2 m$ Höhe. Verwende $g = 10 m/s^2$. Wie groß ist seine kinetische Energie, wenn er noch $1 m$ über dem Boden ist?
Lösung: $5 J$ — Am Anfang gilt $E_{ges}=mgh=0{,}5 \cdot 10 \cdot 2=10 J$. In $1 m$ Höhe sind noch $E_{pot}=0{,}5 \cdot 10 \cdot 1=5 J$ vorhanden. Daher bleiben $5 J$ kinetische Energie.
Was geschieht bei Reibung und beim Bremsen?

Bei Reibung bleibt die mechanische Energie meist nicht konstant. Das bedeutet jedoch nicht, dass Energie verschwindet. Ein Teil der Bewegungs-, Lage- oder Spannenergie wird in thermische Energie umgewandelt.

Beispiel

Beim Bremsen eines Autos nimmt seine kinetische Energie ab. Gleichzeitig erwärmen sich Bremsen, Reifen, Straße und Umgebung. Für ein ausreichend groß gewähltes abgeschlossenes System gilt vereinfacht:

$$E_{kin,vorher} = E_{thermisch,nachher} + weitere\ Energieanteile$$

Das Auto steht anschließend, aber die zuvor vorhandene Bewegungsenergie wurde nicht vernichtet.

Definition

Energieentwertung

Energieentwertung bedeutet: Die Energiemenge bleibt erhalten, liegt nach einer Umwandlung aber häufig in einer schwerer nutzbaren Form vor. Weiträumig verteilte thermische Energie lässt sich zum Beispiel meist schlechter für eine gezielte Bewegung nutzen.

Der Ausdruck Energieverlust kann in einer begrenzten Betrachtung sinnvoll sein: Die mechanische Energie des Autos geht beim Bremsen verloren. Für die vollständige Gesamtenergiebilanz ist sie jedoch nicht verschwunden, sondern überwiegend thermisch geworden.

Merke

Alltagssprache: „Energie wird verbraucht.“ Physikalisch genauer: Energie wird umgewandelt und kann dabei für den gewünschten Zweck weniger nutzbar werden.

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Frage 1 von 1MittelEin Skater erreicht in einer realen Halfpipe ohne neuen Anschub eine geringere Höhe als am Start. Was erklärt dies am besten?
Lösung: Ein Teil der mechanischen Energie wurde durch Reibung in thermische Energie umgewandelt. — Rollenreibung und Luftwiderstand wandeln mechanische Energie in thermische Energie um. Deshalb reicht die verbleibende mechanische Energie nicht mehr für die ursprüngliche Höhe.
Wie stellst du Energieumwandlungen dar?

Eine Energiekette zeigt, welche Energieformen nacheinander auftreten. Eine Energiegleichung zeigt zusätzlich, wie die Energiemengen bilanziert werden.

Bei einer Glühlampe lautet die Energiekette:

elektrische Energie → Strahlungsenergie und thermische Energie

Die passende Gleichung lautet:

$$E_{el} = E_{Strahlung} + E_{thermisch}$$

Bei einer Windkraftanlage kann die Kette so aussehen:

kinetische Energie des Windes → mechanische Energie der Anlage → elektrische Energie

Eine Energiekette hilft dir, die beteiligten Formen zu erkennen. Für eine quantitative Rechnung brauchst du eine Gleichung mit Energieangaben in Joule.

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Frage 1 von 1SchwerEin Elektromotor erhält $500 J$ elektrische Energie. $320 J$ werden als mechanische Energie nutzbar. Der Rest wird thermisch. Welche Bilanz ist vollständig?
Lösung: $500 J = 320 J + 180 J$ — Die thermische Energie ist die Differenz: $500 J-320 J=180 J$. Zusammen ergeben mechanische und thermische Energie wieder $500 J$.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Energieerhaltung
    • Gesamtenergie im abgeschlossenen System bleibt konstant
    • Energieformen werden ineinander umgewandelt
    • Systemgrenze entscheidet über Zu- und Abflüsse
  • Mechanische Energie
    • potentielle Energie durch Höhe
    • kinetische Energie durch Bewegung
    • Spannenergie durch elastische Verformung
  • Reale Vorgänge
    • Reibung wandelt mechanische in thermische Energie um
    • mechanische Energie kann abnehmen
    • Gesamtenergie bleibt erhalten
  • Energiebilanz
    • Anfangs- und Endzustand vergleichen
    • alle beteiligten Energieformen erfassen
    • Ergebnis in Joule und im Sachzusammenhang prüfen
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Aussage beschreibt den allgemeinen Energieerhaltungssatz korrekt?
Lösung: Energieformen können sich ändern, während die Gesamtenergie eines abgeschlossenen Systems konstant bleibt. — Energie kann zwischen verschiedenen Formen umgewandelt werden. Bei Reibung nimmt mechanische Energie ab, während thermische Energie zunimmt.
Frage 2 von 3MittelEin Körper mit $m = 2 kg$ fällt reibungsfrei aus $5 m$ Höhe. Verwende $g = 10 m/s^2$. An einem Zwischenpunkt besitzt er noch $40 J$ potentielle Energie. Wie groß ist dort seine kinetische Energie?
Lösung: $60 J$ — Am Anfang beträgt die Gesamtenergie $E_{ges}=mgh=2 \cdot 10 \cdot 5=100 J$. Daher gilt am Zwischenpunkt $E_{kin}=100 J-40 J=60 J$.
Frage 3 von 3SchwerEin fahrendes Auto bremst bis zum Stillstand. Welche Beschreibung verbindet Systemgrenze und Energieerhaltung richtig?
Lösung: In einem ausreichend groß gewählten abgeschlossenen System sinkt die kinetische Energie, während vor allem die thermische Energie zunimmt. — Beim Bremsen bleibt nicht die mechanische Energie des Autos erhalten. Unter Einbeziehung der erwärmten Bestandteile und der Umgebung ergibt sich jedoch eine vollständige Gesamtenergiebilanz.

Prüfe dich zum Schluss: Kannst du bei einem neuen Vorgang zuerst die Systemgrenze nennen, dann die beteiligten Energieformen bestimmen und daraus eine vollständige Bilanz aufstellen? Dann beherrschst du den entscheidenden Denkweg der Energieerhaltung.

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