Physik

Mechanik: Bewegung, Kräfte und Energie verstehen

Mechanik: Bewegung, Kräfte und Energie verstehen
Mechanik: Bewegung, Kräfte und Energie verstehen
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Die Mechanik untersucht, wie sich Körper bewegen, wodurch sich ihre Bewegung ändert und wann Kräfte im Gleichgewicht sind. Sie verbindet beobachtbare Vorgänge mit Größen wie Strecke, Zeit, Geschwindigkeit, Beschleunigung, Masse, Kraft, Arbeit und Energie.

Auf dieser Seite lernst du die Grundstruktur der Mechanik kennen. So kannst du entscheiden, welche Größen und Gesetze zu einer Situation passen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Welche Fragen stellt die Mechanik?

Stell dir ein Fahrrad vor: Es fährt zunächst gleichmäßig, wird dann schneller und bremst schließlich. Die Mechanik untersucht sowohl den Ablauf dieser Bewegung als auch ihre Ursachen.

Definition

Kinematik

Die Kinematik beschreibt eine Bewegung mithilfe von Ort, Strecke, Zeit, Geschwindigkeit und Beschleunigung. Sie fragt noch nicht nach den wirkenden Kräften.

Definition

Dynamik

Die Dynamik untersucht, wie Kräfte den Bewegungszustand eines Körpers verändern.

Definition

Statik

Die Statik untersucht ruhende Körper und Kräftegleichgewichte, zum Beispiel an einer Brücke oder einem Regal.

Eine physikalische Größe besteht aus einer Maßzahl und einer Einheit. Die Angabe „5“ allein ist daher unvollständig. „5 m“ bezeichnet dagegen eine Strecke.

Merke

Die Kinematik fragt: Wie bewegt sich etwas? Die Dynamik fragt: Warum ändert sich die Bewegung? Die Statik fragt: Wie können Kräfte an einem ruhenden Körper im Gleichgewicht sein?

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtEin Auto fährt durch eine Kurve. Welche Frage gehört zur Kinematik?
Lösung: Wie ändern sich Ort und Bewegungsrichtung des Autos? — Kinematik beschreibt die Bewegung. Kräfte als Ursachen gehören zur Dynamik, Gleichgewichte ruhender Körper zur Statik.
Wie beschreibst du eine Bewegung?

Eine Bewegung wird immer relativ zu einem Bezugssystem beschrieben. Ein Zugsitz ruht aus Sicht einer mitfahrenden Person, bewegt sich aber aus Sicht einer Person am Bahnsteig.

Die mittlere Geschwindigkeit ist die zurückgelegte Strecke geteilt durch die benötigte Zeit:

$$v=\frac{s}{t}$$

Dabei ist $v$ die Geschwindigkeit, $s$ die Strecke und $t$ die Zeit.

Beispiel

Ein Auto legt in 2 h eine Strecke von 100 km zurück.

  1. Gesucht ist die mittlere Geschwindigkeit.
  2. Strecke und Zeit stehen bereits in zusammenpassenden Einheiten.
  3. Einsetzen ergibt:

$$v=\frac{100\,\mathrm{km}}{2\,\mathrm h}=50\,\mathrm{km/h}$$

Das Auto fährt im Mittel 50 km/h. Daraus folgt nicht, dass sein Tachowert während der gesamten Fahrt genau 50 km/h beträgt.

Die Beschleunigung gibt an, wie stark sich die Geschwindigkeit in einer bestimmten Zeit ändert:

$$a=\frac{\Delta v}{\Delta t}$$

Die Einheit ist $\mathrm{m/s^2}$. Eine Beschleunigung liegt vor, wenn ein Körper schneller oder langsamer wird oder seine Bewegungsrichtung ändert. Deshalb ist auch eine Kreisbewegung bei konstantem Geschwindigkeitsbetrag beschleunigt.

Beispiel

Die Geschwindigkeit eines Fahrrads nimmt in 4 s um 12 m/s zu.

$$a=\frac{12\,\mathrm{m/s}}{4\,\mathrm s}=3\,\mathrm{m/s^2}$$

In jeder Sekunde wächst die Geschwindigkeit im Mittel um 3 m/s.

Bei einer geradlinigen Bewegung mit konstanter Beschleunigung gelten allgemein:

$$v(t)=a_0t+v(0)$$

$$s(t)=\frac12a_0t^2+v(0)t+s(0)$$

$v(0)$ ist die Anfangsgeschwindigkeit und $s(0)$ der Anfangsort. Die kürzeren Formeln $v=at$ und $s=\frac12at^2$ gelten nur für den Spezialfall $v(0)=0$ und $s(0)=0$.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Bei einer gleichförmigen Bewegung bleibt die konstant. Ändert sich der Betrag oder die Richtung der Geschwindigkeit, liegt eine vor. Die Einheit der Beschleunigung ist .

Lösungen: Lücke 1: Geschwindigkeit; Lücke 2: Beschleunigung; Lücke 3: m/s². Geschwindigkeit beschreibt die Ortsänderung pro Zeit. Beschleunigung beschreibt die Änderung der Geschwindigkeit pro Zeit.
Wie verändern Kräfte eine Bewegung?

Eine Kraft kann einen Körper beschleunigen, abbremsen, umlenken oder verformen. Sie besitzt einen Betrag und eine Richtung und wird in Newton (N) gemessen.

Mehrere Kräfte auf denselben Körper werden zur resultierenden Kraft zusammengefasst. Für sie gilt das zweite Newtonsche Gesetz:

$$F_\mathrm{res}=m\cdot a$$

Beispiel

Auf einen Wagen mit der Masse 20 kg wirkt eine resultierende Kraft. Seine Beschleunigung beträgt $1{,}5\,\mathrm{m/s^2}$.

$$F_\mathrm{res}=20\,\mathrm{kg}\cdot1{,}5\,\mathrm{m/s^2}=30\,\mathrm N$$

Die resultierende Kraft beträgt 30 N. Bei gleicher Masse würde eine doppelt so große resultierende Kraft die doppelte Beschleunigung erzeugen.

Die drei Newtonschen Gesetze ordnen grundlegende Kraftwirkungen:

  1. Trägheitsprinzip: Ohne resultierende Kraft bleibt ein Körper in Ruhe oder bewegt sich geradlinig mit konstanter Geschwindigkeit.
  2. Aktionsprinzip: Die resultierende Kraft erzeugt nach $F_\mathrm{res}=ma$ eine Beschleunigung.
  3. Wechselwirkungsprinzip: Übt Körper A eine Kraft auf Körper B aus, übt B eine gleich große, entgegengesetzt gerichtete Kraft auf A aus.

Kräftegleichgewicht und Wechselwirkung sind nicht dasselbe. Beim Kräftegleichgewicht wirken mehrere Kräfte auf denselben Körper und ergeben zusammen null. Ein Wechselwirkungspaar wirkt dagegen auf zwei verschiedene Körper.

Merke

Eine resultierende Kraft von null bedeutet keine Beschleunigung. Der Körper kann ruhen oder sich geradlinig mit konstanter Geschwindigkeit weiterbewegen.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelAuf ein fahrendes Fahrrad wirken insgesamt gleich große Kräfte nach vorn und hinten. Was folgt daraus?
Lösung: Es beschleunigt in Fahrtrichtung nicht weiter. — Bei einer resultierenden Kraft von null ist die Beschleunigung null. Eine vorhandene Geschwindigkeit kann erhalten bleiben.
Frage 2 von 2SchwerEine Person springt von einem Boot ans Ufer. Welches Kräftepaar gehört zum Wechselwirkungsprinzip?
Lösung: Die Person drückt das Boot nach hinten, und das Boot drückt die Person nach vorn. — Wechselwirkungskräfte sind gleich groß und entgegengesetzt gerichtet, greifen aber an verschiedenen Körpern an.
Wie hängen Arbeit und Energie zusammen?

Im Alltag kann „Arbeit“ Anstrengung bedeuten. In der Mechanik wird Arbeit nur verrichtet, wenn eine Kraft einen Körper entlang eines Weges bewegt.

Für eine konstante Kraft parallel zum Weg gilt:

$$W=F\cdot s$$

Die Einheit ist Joule (J), wobei $1\,\mathrm J=1\,\mathrm{N\,m}$ gilt. Zeigt die Kraft nicht in Wegrichtung, zählt nur ihre parallele Komponente. Ohne Weg ist die mechanische Arbeit null, auch wenn das Halten oder Drücken anstrengend ist.

Beispiel

Eine Kiste wird mit einer konstanten Kraft von 50 N über eine Strecke von 3 m in Kraftrichtung geschoben.

$$W=50\,\mathrm N\cdot3\,\mathrm m=150\,\mathrm J$$

An der Kiste werden 150 J mechanische Arbeit verrichtet.

Die kinetische Energie ist die Energie eines Körpers aufgrund seiner Bewegung:

$$E_\mathrm{kin}=\frac12mv^2$$

Beispiel

Ein Körper mit 2 kg Masse bewegt sich mit 3 m/s.

$$E_\mathrm{kin}=\frac12\cdot2\,\mathrm{kg}\cdot(3\,\mathrm{m/s})^2=9\,\mathrm J$$

Seine kinetische Energie beträgt 9 J. Weil die Geschwindigkeit quadriert wird, vervierfacht eine Verdopplung der Geschwindigkeit die kinetische Energie.

Hebel, Rollen, schiefe Ebenen und Flaschenzüge können die benötigte Kraft verkleinern. Im idealisierten Fall wird dafür der Kraftweg länger: Was du an Kraft sparst, musst du an Weg zusetzen. Solche Hilfsmittel sparen daher nicht automatisch mechanische Arbeit.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelEine Person drückt kräftig gegen einen Stein, doch der Stein bewegt sich nicht. Welche Aussage beschreibt die mechanische Arbeit der Person am Stein?
Lösung: Sie beträgt null, weil der zurückgelegte Weg null ist. — Für mechanische Arbeit müssen eine wirksame Kraft und ein Weg vorhanden sein. Bei $s=0$ folgt aus $W=F\cdot s$ auch $W=0$.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Mechanik
    • Bewegung: Ort, Strecke, Geschwindigkeit und Beschleunigung
    • Ursachen: Kräfte und Newtonsche Gesetze
    • Gleichgewicht: resultierende Kraft gleich null
    • Wechselwirkung: Kräftepaar an zwei Körpern
    • Arbeit: Kraft wirkt entlang eines Weges
    • Energie: Bewegung besitzt kinetische Energie
    • Hilfsmittel: weniger Kraft erfordert einen längeren Weg
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 3LeichtWelche Größe wird in Newton gemessen?
Lösung: Kraft — Newton ist die Einheit der Kraft. Geschwindigkeit wird beispielsweise in m/s, Energie in Joule angegeben.
Frage 2 von 3MittelEin Körper mit 4 kg Masse wird durch eine resultierende Kraft von 12 N beschleunigt. Wie groß ist seine Beschleunigung?
Lösung: $3\,\mathrm{m/s^2}$ — Umstellen von $F=ma$ ergibt $a=F/m$. Daher gilt $a=12\,\mathrm N/4\,\mathrm{kg}=3\,\mathrm{m/s^2}$.
Frage 3 von 3SchwerEin Zug fährt geradlinig mit konstanter Geschwindigkeit. Welche Aussage ist richtig?
Lösung: Die resultierende Kraft auf den Zug ist null. — Geradlinige Bewegung mit konstanter Geschwindigkeit bedeutet $a=0$. Nach $F_\mathrm{res}=ma$ ist deshalb auch die resultierende Kraft null.

Du hast den Kern der Mechanik verstanden, wenn du zuerst die Bewegung beschreibst, dann die wirkenden Kräfte betrachtest und schließlich prüfst, ob Arbeit verrichtet oder Energie verändert wird.

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