Physik

Physikalische Arbeit: Formeln und Beispiele

Physikalische Arbeit: Formeln und Beispiele
Physikalische Arbeit: Formeln und Beispiele
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Physikalische Arbeit beschreibt einen Vorgang, bei dem Energie übertragen oder umgewandelt wird. Für ein klar festgelegtes System gilt bei einem mechanischen Prozess:

$$W=\Delta E=E_{\text{nachher}}-E_{\text{vorher}}$$

Du erkennst Arbeit also an einer Energieänderung – nicht daran, ob sich etwas anstrengend anfühlt.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Arbeit überträgt Energie

Wenn ein System Energie erhält, wird an ihm Arbeit verrichtet. Gibt es Energie ab, verrichtet das System Arbeit. Entscheidend ist deshalb zuerst: Welches System betrachtest du?

Definition

Physikalische Arbeit

Arbeit ist eine Prozessgröße: Sie beschreibt die Übertragung oder Umwandlung von Energie während eines Vorgangs. Ihr Formelzeichen ist $W$, ihre Einheit ist Joule ($\mathrm J$).

Energie ist dagegen eine Zustandsgröße. Sie beschreibt den Zustand eines Systems, etwa seine Lage oder Geschwindigkeit. Ein Körper kann Energie besitzen, aber keine Arbeit „enthalten“.

$$1\,\mathrm J=1\,\mathrm{N\,m}$$

Eine Person, die eine schwere Tasche regungslos hält, empfindet Anstrengung. Der Angriffspunkt der Haltekraft legt jedoch keinen Weg zurück. Daher wird an der Tasche keine mechanische Arbeit verrichtet.

Merke

Physikalische Arbeit benötigt eine Energieübertragung oder Energieumwandlung. Anstrengung allein genügt nicht.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage beschreibt physikalische Arbeit richtig?
Lösung: Arbeit beschreibt einen Vorgang der Energieübertragung oder -umwandlung. — Prüfe, ob sich bei einem festgelegten System Energie durch einen Vorgang ändert. Dann kann physikalische Arbeit vorliegen.
Kraft und Weg bestimmen die mechanische Arbeit

Wirkt eine konstante Kraft parallel zu einem Weg, gilt:

$$W=F\,s$$

Dabei ist $F$ die Kraft in Newton und $s$ der Weg des Kraftangriffspunkts in Metern.

Beispiel

Du schiebst eine Kiste mit einer konstanten Kraft von $250\,\mathrm N$ über $3{,}2\,\mathrm m$. Kraft und Weg zeigen in dieselbe Richtung.

$$W=F\,s$$

$$W=250\,\mathrm N\cdot3{,}2\,\mathrm m=800\,\mathrm J$$

An der Kiste werden $800\,\mathrm J$ mechanische Arbeit verrichtet. Die Einheit passt, weil $\mathrm{N\,m}=\mathrm J$ gilt.

Zeigen Kraft und Weg nicht in dieselbe Richtung, zählt nur der Kraftanteil entlang des Weges. Bei konstanten Vektoren gilt:

$$W=F\,s\cos\alpha$$

Der Winkel $\alpha$ liegt zwischen Kraft und Weg.

  • Bei $\alpha=0^\circ$ wirkt die Kraft vollständig in Wegrichtung.
  • Bei $\alpha=90^\circ$ ist die Arbeit dieser Kraft null.
  • Bei $\alpha>90^\circ$ wirkt ein Kraftanteil entgegen der Bewegung; die Arbeit ist negativ.
Beispiel

Eine konstante Kraft von $200\,\mathrm N$ wirkt über $5\,\mathrm m$ unter einem Winkel von $60^\circ$ zum Weg. Weil $\cos 60^\circ=0{,}5$ gilt:

$$W=200\,\mathrm N\cdot5\,\mathrm m\cdot0{,}5=500\,\mathrm J$$

Nur die wegparallele Kraftkomponente verrichtet Arbeit.

Vertiefung: Veränderliche Kräfte

Verändert sich die Kraft entlang des Weges, reicht $W=Fs$ im Allgemeinen nicht aus. Dann wird die Arbeit über viele sehr kleine Wegstücke addiert:

$$W=\int_{\mathcal C}\vec F\cdot\mathrm d\vec s$$

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Frage 1 von 2LeichtEine Kiste bewegt sich waagerecht. Die Gewichtskraft wirkt senkrecht nach unten. Welche Arbeit verrichtet die Gewichtskraft während der waagerechten Bewegung?
Lösung: $0\,\mathrm J$ — Bei einem Winkel von $90^\circ$ ist $\cos 90^\circ=0$. Deshalb ist die Arbeit dieser Kraft null.
Frage 2 von 2MittelEine parallele Kraft von $40\,\mathrm N$ wirkt über $6\,\mathrm m$. Wie groß ist die Arbeit?
Lösung: $240\,\mathrm J$ — Mit $W=Fs$ erhältst du $40\,\mathrm N\cdot6\,\mathrm m=240\,\mathrm J$.
Arbeitsarten zeigen verschiedene Energieänderungen

Die Arbeitsart wird danach benannt, welche Energie sich verändert. Die einfachen Zuordnungen gelten, wenn keine weiteren Energieumwandlungen berücksichtigt werden müssen.

ArbeitsartEnergieänderungFormel
Hubarbeitpotentielle Energie$W_{\text{Hub}}=mg\Delta h$
Beschleunigungsarbeitkinetische Energie$W_{\text{Beschl}}=\frac12m(v_{\text{nach}}^2-v_{\text{vor}}^2)$
SpannarbeitSpannenergie einer Feder$W_{\text{Spann}}=\frac12D(s_{\text{nach}}^2-s_{\text{vor}}^2)$

Dabei bezeichnet $m$ die Masse, $g$ die Fallbeschleunigung, $\Delta h$ die Höhenänderung, $v$ die Geschwindigkeit, $D$ die Federkonstante und $s$ die Dehnung der Feder.

Beispiel

Ein Rucksack mit $m=12\,\mathrm{kg}$ wird um $\Delta h=1{,}5\,\mathrm m$ angehoben. Mit $g=9{,}81\,\mathrm{m/s^2}$ gilt:

$$W_{\text{Hub}}=mg\Delta h$$

$$W_{\text{Hub}}=12\,\mathrm{kg}\cdot9{,}81\,\mathrm{m/s^2}\cdot1{,}5\,\mathrm m$$

$$W_{\text{Hub}}=176{,}58\,\mathrm J\approx177\,\mathrm J$$

Die potentielle Energie des Systems aus Rucksack und Erde nimmt um etwa $177\,\mathrm J$ zu.

Bei einer anfangs entspannten Feder ist $s_{\text{vor}}=0$. Dann vereinfacht sich die Spannarbeit zu:

$$W_{\text{Spann}}=\frac12Ds^2$$

Der Faktor $\frac12$ entsteht, weil die Federkraft beim Spannen von null bis zu ihrem Endwert zunimmt. Sie ist also nicht über den ganzen Weg gleich groß.

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Frage 1 von 2MittelWelche Formel brauchst du, wenn ein Fahrrad von $v_1$ auf $v_2$ beschleunigt wird und seine kinetische Energie gesucht ist?
Lösung: $W=\frac12m(v_2^2-v_1^2)$ — Bei einer Geschwindigkeitsänderung vergleichst du die kinetische Energie nachher mit der kinetischen Energie vorher.
Frage 2 von 2MittelEine Last wird auf die doppelte Höhe gehoben. Masse und Fallbeschleunigung bleiben gleich. Wie verändert sich die Hubarbeit?
Lösung: Sie verdoppelt sich. — Die Hubarbeit ist direkt proportional zur Höhenänderung $\Delta h$.
Vorzeichen und Systemgrenze richtig deuten

Das Vorzeichen von $W=\Delta E$ bezieht sich auf das betrachtete System:

  • $W>0$: Das System erhält Energie.
  • $W<0$: Das System gibt Energie ab.
  • $W=0$: Durch die betrachtete Kraft wird keine Energie übertragen.
Beispiel

Ein Skateboardfahrer mit $m=60\,\mathrm{kg}$ bremst von $7\,\mathrm{m/s}$ auf $6\,\mathrm{m/s}$ ab.

$$W=\frac12m(v_{\text{nach}}^2-v_{\text{vor}}^2)$$

$$W=\frac12\cdot60\,\mathrm{kg}\cdot\left((6\,\mathrm{m/s})^2-(7\,\mathrm{m/s})^2\right)$$

$$W=-390\,\mathrm J$$

Die kinetische Energie des Fahrers nimmt um $390\,\mathrm J$ ab. Bezogen auf seine Energieänderung ist die Arbeit deshalb negativ; die Energie wird an die Umgebung abgegeben.

Die Wahl der Systemgrenze verändert die Beschreibung. Fällt ein Körper, kann die Schwerkraft als äußere Kraft positive Arbeit am Körper verrichten. Betrachtet man dagegen Körper und Schwerefeld gemeinsam, wird potentielle Energie innerhalb des Systems in kinetische Energie umgewandelt.

Gut zu wissen

Eine Aussage wie „Die Arbeit beträgt $mgh$“ ist erst eindeutig, wenn klar ist, welches System betrachtet wird, welche Kraft gemeint ist und welche Vorzeichenkonvention gilt.

Reibung entzieht einer Bewegung häufig mechanische Energie. Diese Energie verschwindet nicht, sondern erhöht meist die innere Energie der beteiligten Körper und ihrer Umgebung.

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Frage 1 von 2MittelWarum ist die Arbeit beim Abbremsen des Skateboardfahrers negativ?
Lösung: Seine kinetische Energie nimmt ab. — Für das betrachtete System gilt $W=E_{\text{nachher}}-E_{\text{vorher}}$. Eine Energieabnahme ergibt ein negatives Vorzeichen.
Frage 2 von 2SchwerZwei Personen beschreiben denselben fallenden Körper unterschiedlich: Eine spricht von Arbeit der Schwerkraft, die andere von der Umwandlung potentieller Energie. Wie können beide Beschreibungen stimmen?
Lösung: Sie verwenden unterschiedliche Systemgrenzen. — Beim System „nur Körper“ ist die Schwerkraft äußerlich. Beim System „Körper plus Schwerefeld“ findet eine Energieumwandlung innerhalb des Systems statt.
So löst du Aufgaben zur Arbeit

Gehe bei Rechenaufgaben in fünf Schritten vor:

  1. System festlegen: Wessen Energieänderung betrachtest du?
  2. Vorgang erkennen: Ändern sich Weg, Höhe, Geschwindigkeit oder Federdehnung?
  3. Passende Formel wählen: Prüfe besonders, ob Kraft und Weg parallel sind.
  4. Mit Einheiten rechnen: Setze alle Größen in SI-Einheiten ein.
  5. Ergebnis deuten: Prüfe Betrag, Einheit, Vorzeichen und Sachzusammenhang.
Merke

Verwende $W=Fs$ nur bei einer konstanten Kraft. Ohne den Winkelterm gilt die Formel außerdem nur für eine Kraft parallel zum Weg.

Übung: Ziehen einer Kiste

Eine Kiste wird mit einer konstanten Kraft von $75\,\mathrm N$ über $4\,\mathrm m$ gezogen. Die Kraft wirkt parallel zum Weg. Berechne die Arbeit.

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Frage 1 von 1MittelWie groß ist die verrichtete Arbeit?
Lösung: $300\,\mathrm J$ — Setze in $W=Fs$ ein: $W=75\,\mathrm N\cdot4\,\mathrm m=300\,\mathrm J$.

Übung: Bewegung ohne Arbeit einer bestimmten Kraft

Ein Koffer rollt waagerecht durch einen Bahnhof. Erkläre, warum die Gewichtskraft am Koffer keine mechanische Arbeit verrichtet, obwohl er sich bewegt.

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Frage 1 von 1SchwerWelche Begründung ist vollständig?
Lösung: Die Gewichtskraft steht senkrecht zum waagerechten Weg, daher ist ihr wegparalleler Anteil null. — Der Koffer besitzt weiterhin Gewichtskraft. Wegen des Winkels von $90^\circ$ gilt für diese Kraft jedoch $W=Fs\cos90^\circ=0$.
Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Arbeit ist eine , Energie dagegen eine . Bei einer konstanten Kraft parallel zum Weg gilt . Die Einheit der Arbeit ist .

Lösungen: Lücke 1: Prozessgröße; Lücke 2: Zustandsgröße; Lücke 3: $W=Fs$; Lücke 4: Joule. Arbeit beschreibt einen Vorgang, Energie einen Zustand. Bei paralleler Kraft werden Kraft und Weg multipliziert; $\mathrm{N\,m}$ ergibt Joule.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Physikalische Arbeit
    • Bedeutung
      • Energieübertragung oder Energieumwandlung
      • Prozessgröße statt gespeicherter Zustand
    • Berechnung
      • $W=Fs$ bei konstanter paralleler Kraft
      • $W=Fs\cos\alpha$ bei einem Winkel
      • Wegintegral bei veränderlicher Kraft
    • Arbeitsarten
      • Hubarbeit verändert potentielle Energie
      • Beschleunigungsarbeit verändert kinetische Energie
      • Spannarbeit verändert Spannenergie
    • Deutung
      • positives Vorzeichen bedeutet Energiezufuhr
      • negatives Vorzeichen bedeutet Energieabgabe
      • Systemgrenze entscheidet über die Beschreibung
Abschluss-Check
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Frage 1 von 4LeichtWelche Einheit gehört zur Arbeit?
Lösung: Joule — Arbeit wird in Joule gemessen. Dabei gilt $1\,\mathrm J=1\,\mathrm{N\,m}$.
Frage 2 von 4MittelEine konstante Kraft von $30\,\mathrm N$ wirkt parallel über $8\,\mathrm m$. Wie groß ist die Arbeit?
Lösung: $240\,\mathrm J$ — $W=Fs=30\,\mathrm N\cdot8\,\mathrm m=240\,\mathrm J$.
Frage 3 von 4MittelEine konstante Kraft von $100\,\mathrm N$ wirkt über $4\,\mathrm m$ unter einem Winkel von $60^\circ$ zum Weg. Wie groß ist die Arbeit?
Lösung: $200\,\mathrm J$ — Mit $W=Fs\cos\alpha$ erhältst du $100\,\mathrm N\cdot4\,\mathrm m\cdot0{,}5=200\,\mathrm J$.
Frage 4 von 4SchwerEin Körper bewegt sich mit gleichbleibender Geschwindigkeit. Welche Aussage ist sicher richtig?
Lösung: Die Gesamtarbeit aller auf ihn wirkenden Kräfte ist null. — Bei unveränderter Geschwindigkeit bleibt die kinetische Energie gleich. Daher ist ihre Änderung und damit die Gesamtarbeit null; Einzelarbeiten können trotzdem ungleich null sein.

Du hast das Ziel erreicht, wenn du bei einem neuen Vorgang zuerst das System festlegst, die passende Energieänderung oder Kraft-Weg-Beziehung auswählst und dein Ergebnis mit Einheit und Vorzeichen deutest.

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