Physik

Laser: Aufbau und stimulierte Emission

Laser: Aufbau und stimulierte Emission
Laser: Aufbau und stimulierte Emission
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Ein Laser verstärkt Licht durch stimulierte Emission. Eine Pumpe erzeugt im Lasermedium eine Besetzungsinversion, Spiegel führen passende Lichtwellen mehrfach durch das Medium, und ein teildurchlässiger Spiegel gibt den Laserstrahl frei.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Drei Arten der Atom-Photon-Wechselwirkung

Atome und Moleküle können nur bestimmte Energien besitzen. Der Grundzustand ist ein energiearmer Zustand. Nach einer Energiezufuhr befindet sich ein Teilchen in einem angeregten Zustand.

Definition

Absorption

Bei der Absorption nimmt ein Teilchen in einem unteren Energiezustand ein Photon passender Energie auf. Das Photon verschwindet, und das Teilchen gelangt in einen höheren Energiezustand.

Definition

Spontane Emission

Ein angeregtes Teilchen fällt ohne einfallendes Photon in einen niedrigeren Energiezustand. Dabei entsteht ein Photon. Zeitpunkt und Abstrahlrichtung sind nicht vorhersagbar.

Definition

Stimulierte Emission

Ein Photon passender Energie trifft auf ein angeregtes Teilchen und löst dessen Übergang in einen niedrigeren Zustand aus. Dabei entsteht ein zweites Photon mit gleicher Energie, Frequenz, Phase, Ausbreitungsrichtung und Polarisation.

Die stimulierte Emission liefert also eine zum einfallenden Licht passende „Kopie“. Genau dadurch kann Licht verstärkt werden.

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Frage 1 von 2LeichtBei welchem Vorgang sendet ein angeregtes Teilchen ohne einfallendes Photon Licht aus?
Lösung: Bei der spontanen Emission — „Spontan“ bedeutet hier: Die Emission wird nicht durch ein einfallendes Photon ausgelöst.
Frage 2 von 2MittelEin Photon passender Energie trifft auf ein Teilchen im unteren Energiezustand. Was kann geschehen?
Lösung: Das Photon wird absorbiert und das Teilchen angeregt. — Ob Absorption oder stimulierte Emission möglich ist, hängt vom Ausgangszustand des Teilchens ab.
Energie, Frequenz und Wellenlänge gehören zusammen

Bei einem Übergang zwischen zwei Energieniveaus ist die Energiedifferenz entscheidend:

$$\Delta E = E_2-E_1 = h f$$

Dabei ist $h$ das Plancksche Wirkungsquantum und $f$ die Frequenz des Photons. Außerdem gilt für Licht im Vakuum:

$$c = \lambda f$$

$c$ ist die Lichtgeschwindigkeit und $\lambda$ die Wellenlänge. Deshalb gilt:

  • größere Energiedifferenz → größere Frequenz;
  • größere Frequenz → kleinere Wellenlänge;
  • kleinere Energiedifferenz → kleinere Frequenz und größere Wellenlänge.
Beispiel

Ein Helium-Neon-Laser kann rotes Licht mit der Wellenlänge $\lambda=632{,}8\,\mathrm{nm}$ erzeugen.

Zuerst wird die Wellenlänge in Meter umgerechnet:

$$632{,}8\,\mathrm{nm}=6{,}328\cdot10^{-7}\,\mathrm{m}$$

Mit $f=c/\lambda$ folgt:

$$f=\frac{299\,792\,458\,\mathrm{m/s}}{6{,}328\cdot10^{-7}\,\mathrm{m}}\approx4{,}74\cdot10^{14}\,\mathrm{s^{-1}}$$

Mit $E=hf$ und $h=6{,}626\cdot10^{-34}\,\mathrm{J\,s}$ ergibt sich:

$$E\approx3{,}14\cdot10^{-19}\,\mathrm{J}$$

Die Einheiten passen: Bei $c/\lambda$ kürzt sich Meter heraus, sodass $\mathrm{s^{-1}}$ bleibt. Bei $hf$ bleibt Joule als Energieeinheit.

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Frage 1 von 1MittelEine Laserlinie hat eine kleinere Wellenlänge als eine andere. Welche Aussage ist richtig?
Lösung: Ihre Photonen haben eine größere Frequenz und eine größere Energie. — Aus $c=\lambda f$ und $E=hf$ folgt: Kleinere Wellenlänge bedeutet größere Frequenz und größere Photonenenergie.
Warum eine Besetzungsinversion nötig ist

In einem gewöhnlichen Medium befinden sich mehr Teilchen im unteren als im oberen Zustand. Dann werden viele Photonen absorbiert. Eine dauerhafte Lichtverstärkung ist so nicht möglich.

Definition

Besetzungsinversion

Bei einer Besetzungsinversion befinden sich mehr Teilchen im oberen als im unteren Zustand des verwendeten Laserübergangs. Dadurch kann stimulierte Emission die Absorption überwiegen.

Eine Pumpe führt dem Medium Energie zu. Das kann beispielsweise durch Licht oder eine elektrische Gasentladung geschehen. Geeignete Lasermedien besitzen mindestens drei Energieniveaus.

Ein wichtiges Zwischenniveau ist metastabil: Die Teilchen bleiben dort vergleichsweise lange. So können sich genügend angeregte Teilchen ansammeln. Ein reines Zwei-Niveau-System kann keine dauerhafte Besetzungsinversion erzeugen, weil Absorption und stimulierte Emission einander entgegenwirken.

Merke

Viele angeregte Teilchen allein reichen nicht. Für den Laserübergang muss der obere Zustand stärker besetzt sein als der untere.

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Frage 1 von 1MittelWarum hilft ein metastabiler Zustand beim Betrieb eines Lasers?
Lösung: In ihm können sich angeregte Teilchen ansammeln. — Die längere Verweildauer erleichtert den Aufbau einer Besetzungsinversion. Die nötige Energie liefert weiterhin die Pumpe.
So arbeiten die Bauteile zusammen

Jeder Laser benötigt drei funktionale Bestandteile:

BestandteilAufgabe
PumpeFührt Energie zu und ermöglicht die Besetzungsinversion.
LasermediumEnthält die Teilchen, an denen stimulierte Emission stattfindet.
ResonatorFührt geeignetes Licht mithilfe zweier Spiegel wiederholt durch das Medium.

Der Ablauf lässt sich in fünf Schritten verfolgen:

  1. Die Pumpe regt Teilchen im Lasermedium an.
  2. In geeigneten Energieniveaus entsteht eine Besetzungsinversion.
  3. Ein Photon passender Energie löst stimulierte Emission aus.
  4. Die Spiegel führen das Licht mehrfach durch das Medium. Weitere gleichartige Photonen entstehen.
  5. Ein teildurchlässiger Spiegel lässt einen Teil des verstärkten Lichts als Laserstrahl austreten.

Nur Wellen, die zum Resonator passen, werden bei den Umläufen besonders verstärkt. Für eine stehende Welle der Wellenlänge $\lambda$ muss die Resonatorlänge $L$ die Bedingung

$$L=q\frac{\lambda}{2}\quad\text{mit}\quad q=1,2,3,\ldots$$

erfüllen. Die zulässigen Schwingungsformen heißen Moden.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Die führt Energie zu. Dadurch kann eine entstehen. Im Resonator vermehrt die passende Photonen. Durch den tritt der nutzbare Strahl aus.

Lösungen: Lücke 1: Pumpe; Lücke 2: Besetzungsinversion; Lücke 3: stimulierte Emission; Lücke 4: teildurchlässigen Spiegel. Prüfe die Wirkungskette: Energiezufuhr → Inversion → Verstärkung → Auskopplung.
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Frage 1 von 1SchwerDie Pumpe eines laufenden Lasers fällt aus. Was geschieht nach einiger Zeit?
Lösung: Die Besetzungsinversion bricht zusammen, und die dauerhafte Verstärkung endet. — Ohne Energiezufuhr werden angeregte Zustände entleert. Der Resonator allein kann die verlorene Energie nicht ersetzen.
Eigenschaften, Anwendungen und Sicherheit

Laserlicht lässt sich häufig stark bündeln, besitzt eine geringe Divergenz und kann über längere Strecken eine feste Phasenbeziehung behalten. Diese Eigenschaft heißt Kohärenz. Im Fokus sind hohe Leistungsdichten möglich.

Diese Aussagen sind keine absoluten Regeln:

  • Reale Laser können mehrere Moden und damit mehrere nahe Frequenzen besitzen.
  • Ihre spektrale Bandbreite ist endlich.
  • Ein Laserstrahl ist nicht vollkommen parallel, sondern weitet sich durch Beugung auf.
  • Die genauen Eigenschaften hängen von Medium, Resonator und weiteren Bauteilen ab.

Die Bündelbarkeit macht Laser unter anderem für Datenübertragung, Messtechnik, Medizin und Materialbearbeitung nützlich. Bei der Materialbearbeitung absorbiert ein Werkstück die fokussierte Strahlung. Es erwärmt sich und kann je nach Energieeintrag markiert, graviert, abgetragen oder geschnitten werden.

Gut zu wissen

Sicherheitsregel: Blicke niemals in einen Laserstrahl und richte ihn niemals auf Menschen oder Tiere. Bereits Laserleistungen im Milliwattbereich können das Auge schädigen, weil die Augenlinse den Strahl auf die Netzhaut fokussiert. Auch reflektiertes Licht kann gefährlich sein.

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Frage 1 von 2LeichtWelche Aussage über reales Laserlicht ist fachlich angemessen?
Lösung: Es besitzt meist eine geringe, aber nicht verschwindende Divergenz. — Kohärenz beschreibt eine feste Phasenbeziehung. Die Aufweitung des Strahls wird zusätzlich durch Resonator und Beugung bestimmt.
Frage 2 von 2SchwerWarum kann auch ein Laser mit kleiner Gesamtleistung das Auge gefährden?
Lösung: Die Augenlinse kann den gebündelten Strahl auf eine kleine Netzhautfläche fokussieren. — Durch die Fokussierung kann auf der Netzhaut eine hohe Leistungsdichte entstehen.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Laserprinzip
    • Atom-Photon-Prozesse
      • Absorption: Photon wird aufgenommen
      • spontane Emission: zufällige Aussendung
      • stimulierte Emission: passendes Photon wird vervielfältigt
    • Voraussetzungen
      • Pumpe liefert Energie
      • metastabiler Zustand sammelt Teilchen
      • Besetzungsinversion ermöglicht Nettoverstärkung
    • Resonator
      • Spiegel sorgen für Rückkopplung
      • passende Moden werden verstärkt
      • teildurchlässiger Spiegel koppelt den Strahl aus
    • Strahl
      • häufig gut bündelbar und kohärent
      • reale Bandbreite und Divergenz bleiben endlich
      • direkte und reflektierte Strahlung kann gefährlich sein
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Bedingung ist für eine Nettoverstärkung im Lasermedium notwendig?
Lösung: Der obere Zustand des Laserübergangs ist stärker besetzt als der untere. — Die notwendige ungleiche Besetzung heißt Besetzungsinversion.
Frage 2 von 3MittelEine Energiedifferenz zwischen zwei Niveaus wird größer. Wie ändern sich Frequenz und Wellenlänge des passenden Photons?
Lösung: Die Frequenz wird größer und die Wellenlänge kleiner. — Aus $\Delta E=hf$ folgt eine größere Frequenz; aus $c=\lambda f$ folgt dann eine kleinere Wellenlänge.
Frage 3 von 3SchwerEin Medium wird gepumpt und besitzt eine Besetzungsinversion. Die Verstärkung pro Umlauf ist jedoch kleiner als die Verluste im Resonator. Was ist zu erwarten?
Lösung: Es entsteht keine dauerhaft stabile Laserschwingung. — Für einen stabilen Laserbetrieb müssen zugleich Besetzungsinversion, passende Resonanz und ausreichende Verstärkung vorhanden sein.

Du kannst das Laserprinzip erklären, wenn du die vollständige Wirkungskette begründen kannst: Energie zuführen, Besetzungsinversion aufbauen, passende Photonen stimuliert vervielfältigen, im Resonator rückkoppeln und einen Teil des Lichts auskoppeln.

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