Physik

Photonen: Energie, Impuls und Quantenmodell

Photonen: Energie, Impuls und Quantenmodell
Photonen: Energie, Impuls und Quantenmodell
Für Quiz, Lückentext, Lernkarten und Fortschritt ist JavaScript nötig. Alle Inhalte und Lösungen bleiben direkt lesbar.

Ein Photon ist ein einzelnes Energiequant elektromagnetischer Strahlung. Es besitzt Energie und Impuls, aber keine Ruhemasse. Im Vakuum bewegt es sich mit Lichtgeschwindigkeit. Auf dieser Seite lernst du, Energie und Impuls eines Photons zu berechnen und typische Beobachtungen mit dem Photonenmodell zu erklären.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was ist ein Photon?

Licht lässt sich nicht in jeder Situation mit nur einem klassischen Modell beschreiben. Bei Beugung und Interferenz steht sein Wellencharakter im Vordergrund. Bei der Abgabe einer bestimmten Energiemenge an Materie ist das Photonenmodell besonders nützlich.

Definition

Photon

Ein Photon ist ein einzelnes Quant des elektromagnetischen Feldes, also ein unteilbar übertragenes Energiepaket elektromagnetischer Strahlung. Es kann nur als Ganzes erzeugt oder absorbiert werden.

Ein Photon ist keine winzige klassische Kugel. Ein solches Bild würde fälschlich eine feste Form und eine genau bestimmte Bahn nahelegen. Welche Eigenschaft des Lichts sichtbar wird, hängt von der Messanordnung ab.

Für ein Photon im Vakuum gelten:

  • Es bewegt sich mit der Lichtgeschwindigkeit $c$.
  • Es besitzt keine elektrische Ladung.
  • Seine Ruhemasse ist null.
  • Es trägt Energie und Impuls.
Gut zu wissen

Manchmal wird $E/c^2$ als „relativistische Masse“ eines Photons bezeichnet. In der heutigen Fachsprache meint Masse meist die invariante Ruhemasse. Diese ist beim Photon null. Die Energie eines eingeschlossenen Photons kann jedoch mit $E/c^2$ zur Masse des gesamten Systems beitragen.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage beschreibt ein Photon im Vakuum richtig?
Lösung: Es hat Energie und Impuls, aber keine Ruhemasse. — Ein Photon hat keine Ruhemasse und bewegt sich im Vakuum mit Lichtgeschwindigkeit. Trotzdem überträgt es Energie und Impuls.
Wie hängen Energie, Frequenz und Wellenlänge zusammen?

Die Energie eines Photons wird durch seine Frequenz bestimmt:

$$E=h f$$

Dabei ist $h=6{,}626\cdot10^{-34}\,\mathrm{J\,s}$ das Plancksche Wirkungsquantum. Für elektromagnetische Strahlung im Vakuum gilt außerdem:

$$c=\lambda f$$

Mit $c=2{,}998\cdot10^8\,\mathrm{m/s}$ folgt:

$$E=hf=\frac{hc}{\lambda}$$

Merke

Je höher die Frequenz $f$, desto größer ist die Photonenergie. Je größer die Wellenlänge $\lambda$, desto kleiner ist die Photonenergie.

Photonen tragen auch Impuls. Aus $E=pc$ erhältst du:

$$p=\frac{E}{c}=\frac{hf}{c}=\frac{h}{\lambda}$$

Vollständiges Beispiel: rotes Licht

Ein Photon roten Lichts hat die Wellenlänge $\lambda=620\,\mathrm{nm}$. Zuerst wandelst du die Einheit um:

$$620\,\mathrm{nm}=620\cdot10^{-9}\,\mathrm{m}$$

Beispiel

Für die Energie gilt:

$$E=\frac{hc}{\lambda}$$

$$E=\frac{6{,}626\cdot10^{-34}\,\mathrm{J\,s}\cdot2{,}998\cdot10^8\,\mathrm{m/s}}{620\cdot10^{-9}\,\mathrm{m}}$$

$$E\approx3{,}20\cdot10^{-19}\,\mathrm{J}\approx2{,}00\,\mathrm{eV}$$

Der Impuls beträgt:

$$p=\frac{h}{\lambda}\approx1{,}07\cdot10^{-27}\,\mathrm{kg\,m/s}$$

Das Photon roten Lichts trägt also ungefähr $3{,}20\cdot10^{-19}\,\mathrm{J}$ Energie und $1{,}07\cdot10^{-27}\,\mathrm{kg\,m/s}$ Impuls.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelZwei Photonen haben die Wellenlängen $400\,\mathrm{nm}$ und $800\,\mathrm{nm}$. Welches besitzt mehr Energie?
Lösung: Das Photon mit $400\,\mathrm{nm}$. — Die Energie ist umgekehrt proportional zur Wellenlänge. Wird die Wellenlänge halbiert, verdoppelt sich die Photonenergie.
Frage 2 von 2MittelWas geschieht mit dem Photonenimpuls, wenn die Wellenlänge verdoppelt wird?
Lösung: Er halbiert sich. — Aus $p=h/\lambda$ folgt: Doppelte Wellenlänge bedeutet halben Impuls.
Was bedeutet eine höhere Lichtintensität?

Bei monochromatischem Licht haben alle Photonen dieselbe Frequenz und damit dieselbe Energie. Erhöhst du bei gleichbleibender Frequenz die Intensität, treffen mehr Photonen pro Zeit und Fläche ein.

Merke

Bei fester Frequenz bedeutet stärkere Intensität mehr Photonen, nicht mehr Energie pro Photon.

Das verhindert eine häufige Verwechslung:

  • Die Frequenz bestimmt die Energie eines einzelnen Photons.
  • Die Photonenzahl pro Zeit und Fläche beeinflusst die Lichtintensität.
  • Die Intensität beschreibt die insgesamt übertragene Energie pro Zeit und Fläche.
Beispiel

Zwei gleichfarbige Laserstrahlen haben dieselbe Frequenz. Strahl B ist intensiver als Strahl A. Dann besitzt ein Photon in beiden Strahlen dieselbe Energie. In Strahl B treffen jedoch mehr Photonen pro Zeit und Fläche ein.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelEin monochromatischer Lichtstrahl wird bei unveränderter Frequenz intensiver. Was ändert sich?
Lösung: Pro Zeit und Fläche treffen mehr Photonen ein. — Bei gleicher Frequenz bleiben $E=hf$ und die Wellenlänge gleich. Die größere Intensität entsteht durch eine größere Photonenzahl.
Wie entstehen und wirken Photonen?

Atome besitzen diskrete, also nur bestimmte erlaubte Energieniveaus. Wechselt ein Atom von einem höheren in einen niedrigeren Energiezustand, kann es ein Photon aussenden. Seine Energie entspricht der Energiedifferenz:

$$E_{\mathrm{Photon}}=E_{\mathrm{hoch}}-E_{\mathrm{niedrig}}$$

Dieser Vorgang heißt Emission. Beim umgekehrten Vorgang, der Absorption, nimmt Materie ein Photon als Ganzes auf.

Beispiel

Wird ein Elektron in einem Atom angeregt, befindet sich das Atom in einem höheren Energiezustand. Beim Übergang in einen niedrigeren Zustand wird die Energiedifferenz als Photon abgegeben. Eine größere Energiedifferenz erzeugt ein Photon mit höherer Frequenz.

Beim äußeren Photoeffekt absorbiert ein Elektron ein Photon. Ein Teil der Photonenergie wird als Ablösearbeit $W_{\mathrm A}$ benötigt. Der verbleibende Teil kann als maximale kinetische Energie $E_{\mathrm{kin,max}}$ des Elektrons erscheinen:

$$hf=W_{\mathrm A}+E_{\mathrm{kin,max}}$$

Ist $hf$ kleiner als die nötige Ablösearbeit, kann das Photon kein Elektron aus der Oberfläche lösen. Mehr Photonen derselben zu niedrigen Frequenz ändern daran nichts.

Merke

Beim Photoeffekt entscheidet die Frequenz über die Energie eines einzelnen Photons. Die Intensität bestimmt bei fester Frequenz vor allem, wie viele Photonen eintreffen.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelLicht oberhalb der nötigen Grenzfrequenz wird bei gleichbleibender Frequenz intensiver. Was bleibt gleich?
Lösung: Die maximal mögliche kinetische Energie eines ausgelösten Elektrons. — Nach $hf=W_{\mathrm A}+E_{\mathrm{kin,max}}$ bestimmen Frequenz und Ablösearbeit die maximale Elektronenenergie. Eine höhere Intensität liefert bei gleicher Frequenz mehr Photonen.
Frage 2 von 2SchwerLicht löst trotz hoher Intensität keine Elektronen aus einer Oberfläche. Welche Änderung kann nach dem Photonenmodell helfen?
Lösung: Die Frequenz erhöhen, sodass $hf$ mindestens die Ablösearbeit erreicht. — Ein einzelnes Photon muss genügend Energie besitzen. Deshalb muss $hf\geq W_{\mathrm A}$ gelten.
Warum zeigt Licht Wellen- und Teilchenverhalten?

Photonen sind Quantenobjekte. Sie sind weder klassische Teilchen noch klassische Wellen. Je nach Messanordnung tritt ein anderer Aspekt hervor.

  • Beugung und Interferenz zeigen den Wellencharakter.
  • Punktförmige Nachweisereignisse und der Photoeffekt zeigen den Teilchencharakter.

Beim Doppelspalt können einzeln gesendete Photonen nach vielen Treffern ein Interferenzmuster bilden. Jeder einzelne Nachweis erscheint jedoch als örtlich begrenztes Ereignis. Wird der Weg durch einen bestimmten Spalt gemessen, verschwindet das Interferenzmuster.

Gut zu wissen

Die Aussage, ein Photon „entscheide sich“ oder fliege wie eine klassische Kugel gleichzeitig auf zwei festen Bahnen, ist nur ein anschauliches Bild und kann irreführen. Sicher ist: Der Quantenzustand kann beide Wege umfassen, während der Nachweis ein einzelnes Ereignis liefert.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Beobachtung spricht für den Wellencharakter des Lichts?
Lösung: Ein Interferenzmuster am Doppelspalt. — Interferenz entsteht durch die Überlagerung von Wellenanteilen und macht den Wellencharakter sichtbar.
Frage 2 von 2SchwerEinzelne Photonen treffen nacheinander auf einen Schirm. Nach vielen Treffern entsteht ein Interferenzmuster. Welche Deutung passt?
Lösung: Jeder Nachweis ist örtlich begrenzt, die Verteilung vieler Treffer zeigt aber Interferenz. — Der Versuch verbindet beide Aspekte: einzelne Energieereignisse beim Nachweis und ein Interferenzmuster in ihrer statistischen Verteilung.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Photon
    • Eigenschaften: keine Ruhemasse, keine Ladung, Bewegung mit $c$ im Vakuum
    • Energie: $E=hf=hc/\lambda$
    • Impuls: $p=E/c=h/\lambda$
    • Intensität: bei fester Frequenz durch die Photonenzahl bestimmt
    • Materiewechselwirkung: Emission, Absorption und Photoeffekt
    • Quantenverhalten: Interferenz und einzelne Nachweisereignisse
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 4LeichtWelche Größe bestimmt die Energie eines einzelnen Photons unmittelbar?
Lösung: Seine Frequenz. — Für jedes Photon gilt $E=hf$. Eine höhere Frequenz bedeutet eine höhere Photonenergie.
Frage 2 von 4MittelEin Photon besitzt die Energie $E$. Welchen Impuls hat es im Vakuum?
Lösung: $p=E/c$ — Die Energie-Impuls-Beziehung des Photons lautet $E=pc$ und damit $p=E/c$.
Frage 3 von 4MittelZwei monochromatische Lichtstrahlen haben dieselbe Frequenz. Der zweite ist doppelt so intensiv. Welche Aussage ist richtig?
Lösung: Die Photonen beider Strahlen haben dieselbe Energie; im zweiten treffen mehr Photonen ein. — Gleiche Frequenz bedeutet gleiche Photonenergie. Die höhere Intensität entsteht durch eine größere Photonenzahl pro Zeit und Fläche.
Frage 4 von 4SchwerEine Oberfläche benötigt die Ablösearbeit $W_{\mathrm A}$. Welche Bedingung muss ein Photon mindestens erfüllen, damit es ein Elektron auslösen kann?
Lösung: $hf\geq W_{\mathrm A}$ — Das Photon wird als Ganzes absorbiert. Seine Energie muss mindestens die Ablösearbeit erreichen; überschüssige Energie kann als kinetische Energie des Elektrons auftreten.

Wenn du alle vier Fragen begründen kannst, kannst du das Photonenmodell auf Energie, Impuls, Intensität und Photoeffekt anwenden.

Passend dazu