Physik

Polarisation von Licht einfach erklärt

Polarisation von Licht einfach erklärt
Polarisation von Licht einfach erklärt
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Polarisation beschreibt die Richtung, in der das elektrische Feld einer Lichtwelle schwingt. Sie zeigt, dass Licht eine Transversalwelle ist. Mit Polarisationsfiltern kannst du eine Schwingungsrichtung auswählen und die Lichtintensität gezielt verändern.

Deine Lernziele

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Was wird bei Licht polarisiert?

Licht besteht aus einem elektrischen Feld und einem magnetischen Feld. Beide Felder stehen senkrecht zueinander und senkrecht zur Ausbreitungsrichtung. Deshalb ist Licht eine elektromagnetische Transversalwelle.

Definition

Polarisation

Die Polarisation beschreibt, wie sich der elektrische Feldvektor senkrecht zur Ausbreitungsrichtung bewegt. Meist betrachtet man dafür nur das elektrische Feld, kurz E-Feld.

Bei unpolarisiertem Licht besitzen die einzelnen Wellenzüge keine gemeinsame Vorzugsrichtung. Sonnenlicht und Licht thermischer Lampen sind im Allgemeinen unpolarisiert.

Bei linear polarisiertem Licht bleibt die Schwingungsrichtung des E-Feldes fest. Die Feldstärke ändert dabei periodisch ihren Betrag und ihr Vorzeichen.

Beispiel

Stell dir eine Lichtwelle vor, die nach vorn läuft. Schwingt ihr E-Feld stets nur nach oben und unten, ist das Licht vertikal linear polarisiert. Schwingen verschiedene Wellenzüge dagegen in zufällig verteilten Richtungen, ist das Licht unpolarisiert.

Merke

Nur Transversalwellen können polarisiert werden. Die Polarisation betrifft eine Richtung senkrecht zur Ausbreitung der Welle.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage beschreibt linear polarisiertes Licht richtig?
Lösung: Das E-Feld schwingt in einer festen Richtung senkrecht zur Ausbreitung. — Bei linearer Polarisation bleibt die Richtung der E-Feldschwingung fest. Das Licht breitet sich weiterhin entlang seiner Ausbreitungsrichtung aus.
Wie wählt ein Polarisationsfilter eine Richtung aus?

Ein linearer Polarisationsfilter enthält modellhaft parallel ausgerichtete lange Molekülketten. E-Feldanteile parallel zu diesen Ketten regen Ladungen zum Schwingen an und werden weitgehend absorbiert. Die dazu senkrechte Komponente passiert den Filter.

Die Durchlassachse des Filters zeigt daher in die Richtung des durchgelassenen E-Feldes. Sie steht senkrecht zur Richtung der Molekülketten.

Beispiel

Trifft unpolarisiertes Licht auf einen idealen linearen Filter, bleibt hinter ihm nur die Feldkomponente entlang der Durchlassachse übrig. Das austretende Licht ist linear polarisiert. Seine Intensität beträgt im idealisierten Fall die Hälfte der ursprünglichen Intensität.

Ein zweiter Filter wird Analysator genannt, wenn du mit ihm die vorhandene Polarisation untersuchst:

  • Parallele Achsen: Das Licht passiert den zweiten idealen Filter ohne weitere winkelbedingte Abschwächung.
  • Um $90^\circ$ gekreuzte Achsen: Der zweite Filter lässt keine passende Feldkomponente durch; idealerweise bleibt es dunkel.
  • Zwischenstellung: Ein Teil des Lichts passiert den Analysator.
Merke

Die Polarisationsrichtung hinter einem idealen linearen Filter entspricht immer seiner Durchlassachse.

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Frage 1 von 1MittelLinear polarisiertes Licht trifft auf einen Analysator, dessen Achse um $90^\circ$ gedreht ist. Warum bleibt es idealerweise dunkel?
Lösung: Das einfallende E-Feld besitzt keine Komponente entlang der Analysatorachse. — Hinter dem ersten Filter ist nur eine Schwingungsrichtung vorhanden. Bei gekreuzten Achsen liegt davon keine Komponente entlang der zweiten Durchlassachse.
Wie berechnest du die Intensität hinter zwei Filtern?

Für linear polarisiertes Licht gilt beim idealen Analysator das Malus-Gesetz:

$$I = I_P \cdot \cos^2(\varphi)$$

Dabei bedeuten:

  • $I$: Intensität hinter dem Analysator,
  • $I_P$: Intensität vor dem Analysator beziehungsweise bei parallelen Achsen,
  • $\varphi$: Winkel zwischen der Polarisationsrichtung des einfallenden Lichts und der Analysatorachse.
Beispiel

Vor dem Analysator beträgt die Intensität $I_P = 8\,\mathrm{W/m^2}$. Der Winkel ist $\varphi = 60^\circ$.

Zuerst setzt du die Werte in das Malus-Gesetz ein:

$$I = 8\,\mathrm{W/m^2} \cdot \cos^2(60^\circ)$$

Weil $\cos(60^\circ)=0{,}5$ gilt, folgt:

$$I = 8\,\mathrm{W/m^2} \cdot 0{,}25 = 2\,\mathrm{W/m^2}$$

Hinter dem Analysator beträgt die Intensität also $2\,\mathrm{W/m^2}$. Das Ergebnis ist plausibel: Es liegt zwischen vollständiger Transmission bei $0^\circ$ und idealer Auslöschung bei $90^\circ$.

Achte auf die Bezugsgröße: Trifft zuerst unpolarisiertes Licht auf einen idealen Polarisator, wird dessen Intensität zunächst halbiert. Erst danach wendest du das Malus-Gesetz auf den Winkel zum zweiten Filter an.

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Frage 1 von 1MittelUnpolarisiertes Licht mit $12\,\mathrm{W/m^2}$ trifft auf zwei ideale Filter. Ihre Achsen bilden einen Winkel von $60^\circ$. Welche Intensität tritt aus?
Lösung: $1{,}5\,\mathrm{W/m^2}$ — Der erste Filter halbiert die Intensität auf $6\,\mathrm{W/m^2}$. Danach ergibt das Malus-Gesetz $6\,\mathrm{W/m^2} \cdot 0{,}25 = 1{,}5\,\mathrm{W/m^2}$.
Welche Polarisationsarten gibt es?

Die Spitze des E-Feldvektors kann sich unterschiedlich bewegen, wenn du entlang der Ausbreitungsrichtung auf die Welle blickst.

Definition

Lineare Polarisation

Die Spitze des E-Feldvektors bewegt sich auf einer geraden Linie. Die Schwingungsrichtung bleibt fest.

Definition

Elliptische Polarisation

Die Spitze des E-Feldvektors beschreibt eine Ellipse. Sie entsteht durch die Überlagerung zweier senkrechter Feldkomponenten mit geeigneten Amplituden und einer Phasendifferenz.

Definition

Zirkulare Polarisation

Die Spitze des E-Feldvektors beschreibt einen Kreis. Zirkulare Polarisation ist ein Spezialfall der elliptischen Polarisation: Die senkrechten Komponenten sind gleich groß und haben die Phasendifferenz $\Delta\varphi=\frac{\pi}{2}$.

Ein $\lambda/4$-Plättchen kann zwischen zwei senkrechten Feldkomponenten eine Phasenverschiebung von einem Viertel der Wellenlänge erzeugen. Trifft linear polarisiertes Licht unter passenden Bedingungen auf das Plättchen, kann daraus zirkular oder elliptisch polarisiertes Licht entstehen.

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Frage 1 von 2MittelBei welcher Bewegung der E-Feldspitze liegt zirkulare Polarisation vor?
Lösung: Die Spitze beschreibt einen Kreis. — Bei zirkularer Polarisation rotiert die Richtung des E-Feldes, während sein Betrag gleich bleibt. Die Vektorspitze beschreibt deshalb einen Kreis.
Frage 2 von 2SchwerZwei senkrechte E-Feldkomponenten sind unterschiedlich groß und um $\frac{\pi}{2}$ phasenverschoben. Welche Polarisation entsteht?
Lösung: Elliptische Polarisation — Die Phasenverschiebung lässt die Feldrichtung rotieren. Wegen der unterschiedlichen Amplituden beschreibt die Vektorspitze dabei eine Ellipse statt eines Kreises.
Wie entsteht Polarisation durch Reflexion?

Auch Reflexion an einer Grenzfläche, etwa zwischen Luft und Glas, kann Licht polarisieren. Entscheidend ist die Einfallsebene: Sie wird vom einfallenden Strahl und dem Lot auf die Oberfläche aufgespannt.

Beim Brewsterwinkel wird die zur Einfallsebene parallele Feldkomponente nicht reflektiert. Das reflektierte Licht ist deshalb vollständig senkrecht zur Einfallsebene linear polarisiert. Reflektierter und gebrochener Strahl stehen dann senkrecht aufeinander.

Für den Übergang von Luft mit $n\approx1$ zu einem Material mit der Brechzahl $n_M$ gilt:

$$\tan(\alpha_{\mathrm{Br}})=n_M$$

Polarisierte Sonnenbrillen nutzen diesen Zusammenhang praktisch: Ihr Filter kann einen großen Teil des polarisierten Reflexionslichts von Wasser-, Glas- oder anderen Oberflächen unterdrücken und so Blendung vermindern.

Ein weiterer Effekt ist die optische Aktivität. Zuckerlösungen und andere optisch aktive Stoffe drehen die Ebene linear polarisierten Lichts. Für eine Lösung gilt:

$$\alpha=[\alpha]\cdot c\cdot d$$

Der Drehwinkel $\alpha$ hängt von der spezifischen Drehung $[\alpha]$, der Konzentration $c$, der durchstrahlten Schichtdicke $d$ und außerdem von der verwendeten Wellenlänge ab. In einem Polarimeter kann deshalb bei bekannten übrigen Größen die Konzentration bestimmt werden.

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Frage 1 von 2MittelWarum ist das reflektierte Licht beim Brewsterwinkel senkrecht zur Einfallsebene polarisiert?
Lösung: Die zur Einfallsebene parallele Feldkomponente wird bei diesem Winkel nicht reflektiert. — Beim Brewsterwinkel verschwindet nur die zur Einfallsebene parallele Reflexionskomponente. Im reflektierten Licht bleibt daher die senkrechte Komponente übrig.
Frage 2 von 2SchwerEine unbekannte Zuckerlösung dreht die Polarisationsebene stärker als eine Vergleichslösung. Welche Folgerung ist ohne weitere Angaben sicher?
Lösung: Für einen Konzentrationsvergleich müssen auch Schichtdicke, Stoff und Wellenlänge übereinstimmen. — Nach $\alpha=[\alpha]\cdot c\cdot d$ lässt sich die Konzentration nur vergleichen, wenn die spezifische Drehung und die Schichtdicke gleich beziehungsweise bekannt sind. Die spezifische Drehung hängt unter anderem von Stoff und Wellenlänge ab.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Polarisation von Licht
    • Grundlage: elektromagnetische Transversalwelle
    • Beschreibung: Richtung und Bewegung des E-Feldes
    • Zustände: unpolarisiert, linear, elliptisch, zirkular
    • Auswahl: Polarisationsfilter mit Durchlassachse
    • Nachweis: drehbarer Analysator und Helligkeitsänderung
    • Berechnung: Malus-Gesetz
    • Entstehung: Filter, Reflexion, Streuung und Doppelbrechung
    • Anwendungen: Sonnenbrille, Fotografie und Polarimetrie
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Größe beschreibt die Polarisation von Licht gewöhnlich?
Lösung: Die Bewegung beziehungsweise Schwingungsrichtung des elektrischen Feldes — Licht besitzt elektrische und magnetische Feldanteile. Die Polarisation wird üblicherweise anhand des elektrischen Feldvektors beschrieben.
Frage 2 von 3MittelLinear polarisiertes Licht besitzt vor einem Analysator die Intensität $10\,\mathrm{W/m^2}$. Die Achsen bilden $90^\circ$. Was ergibt das ideale Malus-Gesetz?
Lösung: $0\,\mathrm{W/m^2}$ — Es gilt $I=10\,\mathrm{W/m^2}\cdot\cos^2(90^\circ)=0\,\mathrm{W/m^2}$. Die Filter sind gekreuzt.
Frage 3 von 3SchwerDu drehst einen Analysator vor einer Lichtquelle. Die Helligkeit verändert sich periodisch zwischen deutlichen Maxima und nahezu null. Welche Deutung passt am besten?
Lösung: Das einfallende Licht ist weitgehend linear polarisiert. — Eine starke winkelabhängige Helligkeitsänderung bis nahe zur Auslöschung zeigt eine feste bevorzugte Polarisationsrichtung. Reale Filter und Justagefehler können verhindern, dass exakt null erreicht wird.

Du beherrschst den Kern, wenn du die Feldrichtung erklären, Filterstellungen deuten und das Malus-Gesetz mit der richtigen Ausgangsintensität anwenden kannst.

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