Physik

Elektromagnetische Wellen einfach erklärt

Elektromagnetische Wellen einfach erklärt
Elektromagnetische Wellen einfach erklärt
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Elektromagnetische Wellen sind gekoppelte Schwingungen eines elektrischen und eines magnetischen Feldes. Sie transportieren Energie und können sich sogar im Vakuum ausbreiten. Licht, Radiowellen, Mikrowellen und Röntgenstrahlung gehören zu dieser Wellenart.

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Was schwingt bei einer elektromagnetischen Welle?

Bei einer Seilwelle schwingt das Seil, bei einer Schallwelle schwingen Teilchen eines Stoffes. Eine elektromagnetische Welle braucht dagegen keinen schwingenden Stoff. Es verändern sich das elektrische Feld $E$ und das magnetische Feld $B$.

Definition

Elektromagnetische Welle

Eine elektromagnetische Welle ist eine sich ausbreitende, räumlich und zeitlich veränderliche Kombination aus elektrischem und magnetischem Feld. Sie kann Energie übertragen, ohne ein materielles Medium zu benötigen.

Für eine freie ebene Welle im Vakuum gilt:

  • Das elektrische Feld steht senkrecht zum magnetischen Feld.
  • Beide Felder stehen senkrecht zur Ausbreitungsrichtung.
  • Im Fernfeld erreichen beide Felder gleichzeitig ihre Maxima und Nulldurchgänge.

Weil die Felder quer zur Ausbreitungsrichtung schwingen, handelt es sich um eine Transversalwelle.

Merke

Ausbreitungsrichtung, elektrisches Feld und magnetisches Feld stehen bei einer freien ebenen elektromagnetischen Welle paarweise senkrecht aufeinander.

Ein stationäres Feld ist noch keine Welle: Es breitet keine fortlaufende Schwingung aus. Auch Schall ist keine elektromagnetische Welle, denn Schall benötigt einen Stoff wie Luft, Wasser oder einen Festkörper.

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Frage 1 von 2LeichtWas schwingt bei einer elektromagnetischen Welle im Vakuum?
Lösung: Ein gekoppeltes elektrisches und magnetisches Feld — Eine elektromagnetische Welle besteht aus zwei gekoppelten Feldern. Beide verändern sich und breiten sich gemeinsam aus.
Frage 2 von 2MittelWelche Anordnung beschreibt eine freie ebene elektromagnetische Welle?
Lösung: Elektrisches Feld, magnetisches Feld und Ausbreitungsrichtung stehen paarweise senkrecht aufeinander. — Sowohl das elektrische als auch das magnetische Feld schwingen quer zur Ausbreitungsrichtung und stehen zusätzlich senkrecht aufeinander.
Wie entstehen und reisen elektromagnetische Wellen?

Elektromagnetische Wellen können entstehen, wenn elektrische Ladungen beschleunigt werden. In einer Sendeantenne sorgt ein hochfrequenter Wechselstrom dafür, dass Ladungen hin- und herschwingen. Ein Teil der Energie wird als elektromagnetische Welle abgestrahlt.

Beispiel

Eine Radioantenne enthält bewegliche Ladungen. Der Wechselstrom beschleunigt sie immer wieder in entgegengesetzte Richtungen. Dadurch entstehen zeitlich veränderliche elektrische und magnetische Felder, die sich von der Antenne lösen und als Radiowelle ausbreiten.

Im Vakuum bewegen sich alle elektromagnetischen Wellen mit der Lichtgeschwindigkeit

$$c ≈ 3{,}00 · 10^8\,\mathrm{m/s}.$$

Das gilt für Radiowellen ebenso wie für sichtbares Licht oder Gammastrahlung. In Materie ist die Ausbreitungsgeschwindigkeit gewöhnlich geringer und kann vom Material sowie von der Frequenz abhängen.

Elektromagnetische Wellen transportieren Energie. Die Intensität beschreibt die übertragene Leistung pro Fläche und wird beispielsweise in Watt pro Quadratmeter angegeben. Bei einer freien Welle wächst sie mit dem Quadrat der Feldstärke: Eine doppelte Feldstärke bedeutet daher nicht die doppelte, sondern die vierfache Intensität.

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Frage 1 von 2LeichtWas ist ein Grundmechanismus zur Erzeugung elektromagnetischer Wellen?
Lösung: Elektrische Ladungen werden beschleunigt. — Beschleunigte Ladungen können Energie in Form elektromagnetischer Strahlung abgeben.
Frage 2 von 2MittelWarum kann Sonnenlicht die Erde durch den Weltraum erreichen?
Lösung: Elektromagnetische Wellen benötigen kein materielles Medium. — Licht kann sich durch das Vakuum ausbreiten, weil seine Träger keine schwingenden Stoffteilchen, sondern gekoppelte Felder sind.
Wie hängen Wellenlänge und Frequenz zusammen?

Die Wellenlänge $λ$ ist der räumliche Abstand zweier benachbarter Punkte gleicher Schwingungsphase, zum Beispiel zweier Wellenberge. Ihre Einheit ist der Meter.

Die Frequenz $f$ gibt an, wie viele vollständige Schwingungen pro Sekunde stattfinden. Ihre Einheit ist Hertz: $1\,\mathrm{Hz} = 1/\mathrm{s}$.

Die Periodendauer $T$ ist die Zeit für eine vollständige Schwingung. Es gilt:

$$T = 1/f$$

Für jede Welle gilt grundsätzlich:

$$v = λ · f$$

Im Vakuum ist $v = c$. Daher lautet die zentrale Beziehung für elektromagnetische Wellen:

$$c = λ · f$$

Bei gleichbleibender Ausbreitungsgeschwindigkeit gilt: Je größer die Frequenz ist, desto kleiner ist die Wellenlänge.

Beispiel

Eine Radiowelle hat im Vakuum die Frequenz $f = 100\,\mathrm{MHz} = 100 · 10^6\,\mathrm{Hz}$. Gesucht ist ihre Wellenlänge.

  1. Zusammenhang wählen: $c = λ · f$.
  2. Nach $λ$ umstellen: $λ = c/f$.
  3. Werte mit passenden Einheiten einsetzen:

$$λ = \frac{3{,}00 · 10^8\,\mathrm{m/s}}{100 · 10^6\,1/\mathrm{s}} = 3{,}00\,\mathrm{m}$$

Die Sekunden kürzen sich. Die Radiowelle besitzt näherungsweise eine Wellenlänge von $3{,}00\,\mathrm{m}$. Das Ergebnis ist plausibel: Eine Frequenz von $100\,\mathrm{MHz}$ liegt weit unter den Frequenzen sichtbaren Lichts und gehört deshalb zu einer viel größeren Wellenlänge.

Merke

Vor dem Rechnen musst du Frequenzen in Hertz und Längen in Meter umwandeln. Prüfe anschließend Einheit und Größenordnung des Ergebnisses.

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Frage 1 von 3LeichtWelche Beziehung gilt im Vakuum?
Lösung: $c = λ · f$ — Das Produkt aus Wellenlänge und Frequenz ist die Ausbreitungsgeschwindigkeit.
Frage 2 von 3MittelEine elektromagnetische Welle hat im Vakuum die Frequenz $50\,\mathrm{MHz}$. Welche Wellenlänge besitzt sie näherungsweise?
Lösung: $6\,\mathrm{m}$ — Mit $λ = c/f$ folgt $λ = 3 · 10^8\,\mathrm{m/s} : 50 · 10^6\,1/\mathrm{s} = 6\,\mathrm{m}$.
Frage 3 von 3SchwerZwei elektromagnetische Wellen bewegen sich im Vakuum. Welle A hat die doppelte Frequenz von Welle B. Wie verhalten sich ihre Wellenlängen?
Lösung: Welle A hat die halbe Wellenlänge von Welle B. — Weil $λ = c/f$ gilt, halbiert eine Verdopplung der Frequenz die Wellenlänge.
Was zeigt die Polarisation?

Die Schwingungsrichtung des elektrischen Feldes legt die Polarisationsrichtung fest. Eine lineare Polarisation bedeutet, dass das elektrische Feld nur entlang einer festen Richtung schwingt.

Definition

Polarisation

Polarisation beschreibt die festgelegte Schwingungsrichtung einer Transversalwelle. Bei elektromagnetischen Wellen bezieht sie sich auf die Richtung des elektrischen Feldes.

Ein Polarisationsfilter lässt nur den Feldanteil in einer bestimmten Richtung passieren. Treffen zwei idealisierte lineare Polarisationsfilter mit zueinander senkrechten Durchlassrichtungen aufeinander, wird hinter dem zweiten Filter kein entsprechender Feldanteil mehr übertragen.

Beispiel

Der erste Filter lässt nur ein vertikal schwingendes elektrisches Feld durch. Der zweite Filter besitzt eine horizontale Durchlassrichtung. Das vertikale Feld hat keinen horizontalen Anteil. Hinter dem zweiten Filter wird das idealisierte linear polarisierte Licht deshalb ausgelöscht.

Diese Polarisierbarkeit ist ein Kennzeichen für den transversalen Charakter elektromagnetischer Wellen. Eine reine Longitudinalwelle, deren Schwingung nur entlang der Ausbreitungsrichtung erfolgt, besitzt diese frei wählbare Querrichtung nicht.

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Frage 1 von 2LeichtWorauf bezieht sich die Polarisationsrichtung einer elektromagnetischen Welle?
Lösung: Auf die Schwingungsrichtung des elektrischen Feldes — Die Polarisationsrichtung wird durch das elektrische Feld festgelegt.
Frage 2 von 2MittelWarum wird idealisiertes linear polarisiertes Licht an einem dazu gekreuzten Analysator ausgelöscht?
Lösung: Das elektrische Feld besitzt keinen Anteil in der Durchlassrichtung des Analysators. — Der zweite Filter überträgt nur den Feldanteil entlang seiner Durchlassrichtung. Bei gekreuzten Richtungen ist dieser Anteil null.
Vertiefung: Energie, Spektrum und Modellgrenzen

Alle Bereiche des elektromagnetischen Spektrums beruhen auf derselben Wellenart. Sie unterscheiden sich vor allem durch Frequenz und Wellenlänge. Im sichtbaren Bereich nimmt das Auge bestimmte Frequenzen als Farben wahr; Infrarot- oder Radiowellen sind für das Auge nicht sichtbar und benötigen geeignete Sensoren.

Im Teilchenmodell besteht elektromagnetische Strahlung aus Photonen. Die Energie eines Photons ist

$$E_γ = h · f,$$

wobei $h$ das Plancksche Wirkungsquantum ist. Eine höhere Frequenz bedeutet deshalb eine höhere Energie pro Photon. Zusammen mit $c = λ · f$ folgt: Eine kürzere Vakuumwellenlänge gehört zu einer höheren Photonenenergie.

Gut zu wissen

Photonenenergie und Intensität sind nicht dasselbe. Die Frequenz bestimmt die Energie eines einzelnen Photons. Die Intensität hängt dagegen von der insgesamt übertragenen Energie pro Zeit und Fläche ab. Viele energiearme Photonen können gemeinsam eine hohe Intensität erzeugen.

Beim Eintritt in ein anderes Medium bleibt die Frequenz erhalten. Weil die Ausbreitungsgeschwindigkeit dort gewöhnlich sinkt, wird nach $v = λ · f$ auch die Wellenlänge kleiner.

Das einfache Bild dreier paarweise senkrechter Richtungen gilt sicher für freie ebene Wellen im Vakuum. Im Nahfeld einer Antenne, in Medien oder in Wellenleitern können kompliziertere Feldformen mit Längsanteilen auftreten.

Durch Überlagerung einer einlaufenden und einer reflektierten Welle kann außerdem eine stehende Welle entstehen. Benachbarte Knoten, an denen die Schwingungsamplitude null ist, haben den Abstand $λ/2$.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Im Vakuum gilt . Steigt die Frequenz bei gleichbleibender Geschwindigkeit, wird die Wellenlänge . Die Energie eines einzelnen Photons wird mit beschrieben. Beim Übergang in ein Medium bleibt die erhalten, während sich Geschwindigkeit und Wellenlänge ändern können.

Lösungen: Lücke 1: $c = λ · f$; Lücke 2: kleiner; Lücke 3: $E_γ = h · f$; Lücke 4: Frequenz. Nutze zwei Beziehungen: $v = λ · f$ verbindet Geschwindigkeit, Wellenlänge und Frequenz; $E_γ = h · f$ verbindet Frequenz und Photonenenergie.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Elektromagnetische Wellen
    • Aufbau: gekoppeltes elektrisches und magnetisches Feld
    • Geometrie: Felder und Ausbreitungsrichtung stehen senkrecht aufeinander
    • Entstehung: beschleunigte elektrische Ladungen
    • Vakuum: Ausbreitung ohne materielles Medium mit Lichtgeschwindigkeit
    • Wellengrößen: Wellenlänge, Frequenz und Periodendauer
    • Zusammenhang: $c = λ · f$
    • Transversalmerkmal: Polarisation
    • Energie: Intensität und Photonenenergie unterscheiden
Abschluss-Check
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Frage 1 von 4LeichtWelche Aussage unterscheidet elektromagnetische Wellen von Schallwellen?
Lösung: Elektromagnetische Wellen können sich im Vakuum ausbreiten. — Elektromagnetische Wellen werden durch Felder getragen; Schall beruht auf Schwingungen eines Stoffes.
Frage 2 von 4MittelEine Welle hat im Vakuum die Wellenlänge $0{,}50\,\mathrm{m}$. Welche Frequenz besitzt sie näherungsweise?
Lösung: $6{,}0 · 10^8\,\mathrm{Hz}$ — $f = c/λ = 3{,}00 · 10^8\,\mathrm{m/s} : 0{,}50\,\mathrm{m} = 6{,}0 · 10^8\,\mathrm{Hz}$.
Frage 3 von 4SchwerEine elektromagnetische Welle tritt aus dem Vakuum in ein Material ein. Ihre Geschwindigkeit sinkt, ihre Frequenz bleibt gleich. Was folgt?
Lösung: Ihre Wellenlänge wird kleiner. — Aus $v = λ · f$ folgt $λ = v/f$. Sinkt $v$ bei unverändertem $f$, sinkt auch $λ$.
Frage 4 von 4SchwerEine Kamera registriert Infrarotstrahlung, obwohl ein Mensch sie nicht sieht. Welche Deutung ist richtig?
Lösung: Infrarot ist elektromagnetische Strahlung außerhalb des sichtbaren Bereichs, für die die Kamera einen passenden Sensor besitzt. — Sichtbarkeit hängt vom Empfänger ab. Das menschliche Auge reagiert nur auf einen kleinen Spektralbereich; technische Sensoren können andere Bereiche nachweisen.

Du hast den Kern verstanden, wenn du bei einer neuen Situation zuerst entscheidest, welches Modell gebraucht wird, dann die passenden Größen mit Einheiten notierst und erst anschließend rechnest oder die Feldrichtungen deutest.

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