Physik

Transistor einfach erklärt: Schalter und Verstärker

Transistor einfach erklärt: Schalter und Verstärker
Transistor einfach erklärt: Schalter und Verstärker
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Ein Transistor steuert einen größeren Strom mithilfe einer kleineren elektrischen Steuergröße. Deshalb kann er ohne bewegliche Teile als Schalter arbeiten oder Änderungen eines Signals verstärken.

Deine Lernziele

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Was steuert ein Transistor?

Wie lässt sich eine LED mit einem kleinen Steuerstrom einschalten? Ein Transistor besitzt dafür einen Laststromkreis und einen Steueranschluss. Die Steuerung verändert, wie gut der Laststrom fließen kann.

Definition

Transistor

Ein Transistor ist ein elektronisches Halbleiterbauteil mit mindestens drei Anschlüssen. Eine elektrische Größe am Steueranschluss beeinflusst einen größeren Strom zwischen den beiden anderen Anschlüssen.

Transistoren erfüllen vor allem zwei Aufgaben:

  • Als Schalter sperren sie den Laststrom oder lassen ihn fließen.
  • Als Verstärker übertragen kleine Änderungen der Steuergröße auf größere Änderungen im Ausgangsstrom.

Zwei wichtige Transistorfamilien unterscheiden sich durch ihre Steuerung:

TransistorfamilieAnschlüsseSteuerung
Bipolartransistor, kurz BJTEmitter E, Basis B, Kollektor Ckleiner Basisstrom beeinflusst den Kollektorstrom
Feldeffekttransistor, kurz FETSource S, Gate G, Drain DGate-Spannung beeinflusst den Strom im Kanal

Beim Bipolartransistor gibt es die Schichtfolgen npn und pnp. Beim Feldeffekttransistor kann der leitende Kanal n- oder p-dotiert sein.

Merke

Drei Anschlüsse bedeuten nicht drei gleichartige Aufgaben: Zwei Anschlüsse gehören zum Laststromweg, der dritte dient der Steuerung.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage beschreibt die gemeinsame Grundidee von Transistoren?
Lösung: Eine elektrische Steuergröße beeinflusst einen größeren Laststrom. — Ein Transistor steuert den Strom elektrisch und benötigt dafür keinen beweglichen Schaltkontakt.
Wie arbeitet ein npn-Transistor?

Ein npn-Transistor besteht aus einer n-dotierten Emitterschicht, einer sehr dünnen p-dotierten Basisschicht und einer n-dotierten Kollektorschicht. Zwischen den Schichten liegen zwei pn-Übergänge.

Ohne passende Basisansteuerung sperrt einer dieser Übergänge. Zwischen Kollektor und Emitter kann deshalb kein nennenswerter Laststrom fließen.

Wird die Basis genügend positiv gegenüber dem Emitter, läuft der Transistor-Effekt in mehreren Schritten ab:

  1. Der Basis-Emitter-Übergang wird in Durchlassrichtung betrieben.
  2. Elektronen gelangen vom Emitter in die sehr dünne Basis.
  3. Nur ein kleiner Teil erreicht den seitlichen Basisanschluss und trägt zum Basisstrom $I_B$ bei.
  4. Der überwiegende Teil der Elektronen durchquert die Basis.
  5. Das elektrische Feld am Kollektor zieht sie weiter zum Kollektor.
  6. Dadurch entsteht ein Kollektorstrom $I_C$, der wesentlich größer als der Basisstrom ist.

In den beschriebenen einfachen Schaltungen wird der Basis-Emitter-Übergang bei ungefähr $0{,}7\,\text{V}$ leitend. Dieser Näherungswert ist keine allgemein exakte Schaltgrenze: Der tatsächliche Wert hängt vom Bauteil und vom Betriebszustand ab.

Gut zu wissen

Im mikroskopischen Modell bewegen sich die Elektronen beim npn-Transistor vom Emitter durch die Basis zum Kollektor. Strompfeile in technischen Schaltungen folgen dagegen der festgelegten technischen Stromrichtung. Verwechsle daher Elektronenbewegung und technische Stromrichtung nicht.

Beispiel

Stell dir die dünne Basis als einen kurzen Durchgang vor. Von 100 Elektronen, die aus dem Emitter in die Basis gelangen, erreichen in dem vereinfachten Modell ungefähr 99 den Bereich des Kollektors. Nur ungefähr ein Elektron trägt zum kleinen Basisstrom bei. Das erklärt anschaulich, warum der Kollektorstrom viel größer als der Basisstrom sein kann.

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Frage 1 von 1MittelWarum muss die Basis eines npn-Transistors sehr dünn sein?
Lösung: Damit der größte Teil der Elektronen die Basis durchqueren und den Kollektor erreichen kann. — Die dünne, schwach dotierte Basis sorgt dafür, dass nur wenige Elektronen dort rekombinieren oder zum Basisanschluss gelangen.
Wie schaltet ein Transistor eine LED?

In einer einfachen Schaltung liegt die LED im Kollektor-Emitter-Kreis eines npn-Transistors. Ein kleiner Basisstrom entscheidet darüber, ob der Laststrom durch die LED fließen kann.

Zustand 1: Der Transistor sperrt

Ist die Basis nicht passend angesteuert, bleibt der Widerstand der Kollektor-Emitter-Strecke groß. Der Laststrom ist unterbrochen und die LED bleibt dunkel. Der Transistor wirkt wie ein offener Schalter.

Zustand 2: Der Transistor leitet

Wird die Basis gegenüber dem Emitter genügend positiv und fließt ein Basisstrom, wird die Kollektor-Emitter-Strecke leitend. Strom kann durch die LED fließen. Der Transistor wirkt wie ein geschlossener Schalter.

Dabei erfüllen zwei Widerstände verschiedene Schutzaufgaben:

  • Der Basisvorwiderstand begrenzt den Basisstrom.
  • Ein Widerstand im Laststromkreis begrenzt den Strom durch die LED.

Das Funktionsschema lautet:

Basisansteuerung → Transistorzustand → LED-Strom → LED-Zustand

Merke

Ein Transistor erzeugt die Energie für die LED nicht selbst. Er steuert den Strom, den die Spannungsquelle im Laststromkreis bereitstellt.

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Frage 1 von 2MittelDie Basis eines npn-Transistors ist nicht angesteuert. Was ist in der beschriebenen LED-Schaltung zu erwarten?
Lösung: Der Transistor sperrt und die LED bleibt dunkel. — Ohne geeigneten Basisstrom gibt es keinen leitenden Kollektor-Emitter-Weg für den LED-Strom.
Frage 2 von 2SchwerEin Steuersignal wird aktiv, aber die LED soll vor einem zu großen Strom geschützt werden. Welche Maßnahme gehört in den Laststromkreis?
Lösung: Ein strombegrenzender Widerstand in Reihe mit der LED. — Ein Reihenwiderstand begrenzt den Strom durch die LED. Der Basisvorwiderstand schützt dagegen den Steuerzweig.
Wie verstärkt ein Transistor ein Signal?

Beim Verstärken wird der Transistor nicht nur als vollständig offen oder geschlossen betrachtet. Er arbeitet in einem Zwischenbereich: Kleine Änderungen des Basisstroms bewirken größere Änderungen des Kollektorstroms.

Die Stromverstärkung kann näherungsweise mit

$$B=\frac{\Delta I_C}{\Delta I_B}$$

beschrieben werden. Das Zeichen $\Delta$ bedeutet Änderung. $B$ vergleicht also nicht beliebige Einzelwerte, sondern die Änderung des Kollektorstroms mit der dazugehörigen Änderung des Basisstroms.

Beispiel

Bei einem vereinfachten Transistormodell gilt näherungsweise $B=100$. Der Basisstrom ändert sich um $0{,}02\,\text{mA}$.

$$\Delta I_C=B\cdot \Delta I_B$$

$$\Delta I_C=100\cdot 0{,}02\,\text{mA}=2\,\text{mA}$$

Die Änderung des Kollektorstroms beträgt in diesem Modell ungefähr $2\,\text{mA}$. Das Ergebnis ist plausibel: Sie ist hundertmal so groß wie die Änderung des Basisstroms.

Der Verstärkungsfaktor ist kein für jeden Transistor und jeden Zustand unveränderlicher Wert. Der jeweilige Betriebszustand heißt Arbeitspunkt. Er wird durch die Spannungen, Ströme und die Schaltung festgelegt.

Für einen sicheren Betrieb müssen die Grenzwerte aus dem Datenblatt eingehalten werden. Dazu gehören insbesondere:

  • maximaler Kollektorstrom $I_{C,\mathrm{max}}$,
  • maximale Kollektor-Emitter-Spannung $U_{CE,\mathrm{max}}$,
  • maximal zulässige Verlustleistung $P_V$.
Merke

„Kleiner Steuerstrom, großer Laststrom“ bedeutet nicht „beliebig großer Laststrom“. Bauteilgrenzen und Strombegrenzung bleiben notwendig.

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Frage 1 von 1MittelFür einen Arbeitspunkt gilt näherungsweise $B=100$. Um wie viel ändert sich $I_C$, wenn sich $I_B$ um $0{,}02\,\text{mA}$ ändert?
Lösung: Um ungefähr $2\,\text{mA}$. — Es gilt näherungsweise $\Delta I_C=B\cdot\Delta I_B=100\cdot0{,}02\,\text{mA}=2\,\text{mA}$.
Wie unterscheiden sich BJT und FET?

Beim Bipolartransistor beeinflusst ein Basisstrom den Laststrom. Beim Feldeffekttransistor verändert dagegen eine Spannung am Gate die Leitfähigkeit eines Kanals zwischen Source und Drain.

Beim n-Kanal-JFET ist dieser Kanal ohne Gate-Spannung zunächst leitfähig. Eine negative Gate-Spannung verbreitert die Sperrschichten am Kanalrand:

negativere Gate-Spannung → breitere Sperrschicht → engerer Kanal → kleinerer Drain-Source-Strom

Bei ausreichend negativer Gate-Spannung wird der Kanal blockiert. Die Gartenschlauch-Analogie kann dir die Verengung veranschaulichen: Drückst du einen Schlauch zusammen, fließt weniger Wasser. Die Analogie erklärt aber nur die Änderung des Querschnitts, nicht die Bewegung elektrischer Ladungen im Halbleiter.

Auch ein MOSFET besitzt Gate, Drain und Source. Seine Gate-Struktur enthält Metall, eine isolierende Oxidschicht und Halbleitermaterial. Nach der Art des Kanals unterscheidet man unter anderem NMOS und PMOS.

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Frage 1 von 2LeichtWelche Größe steuert einen Feldeffekttransistor hauptsächlich?
Lösung: Die Spannung am Gate. — Das elektrische Feld der Gate-Spannung verändert den leitenden Kanal zwischen Source und Drain.
Frage 2 von 2SchwerEine negative Gate-Spannung an einem n-Kanal-JFET wird stärker. Was folgt nach dem beschriebenen Modell?
Lösung: Die Sperrschicht wird breiter und der Kanalstrom kleiner. — Eine breitere Sperrschicht lässt weniger Raum für den leitenden Kanal und verringert deshalb den Drain-Source-Strom.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Transistor
    • Aufgaben: schalten und verstärken
    • Bipolartransistor: Emitter, Basis, Kollektor
    • npn-Effekt: Basisansteuerung ermöglicht großen Kollektorstrom
    • Feldeffekttransistor: Source, Gate, Drain
    • Schaltung: Steuerzweig beeinflusst Laststromkreis
    • Sicherheit: Widerstände und Bauteilgrenzen beachten
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Anschlüsse gehören zu einem Bipolartransistor?
Lösung: Emitter, Basis und Kollektor. — Beim Bipolartransistor heißen die drei Anschlüsse E, B und C.
Frage 2 von 3MittelWarum kann ein kleiner Basisstrom einen größeren Kollektorstrom steuern?
Lösung: Die dünne Basis lässt den größten Teil der vom Emitter kommenden Elektronen zum Kollektor gelangen. — Der Basisstrom ermöglicht den Transistor-Effekt. Der größere Laststrom wird durch den Kollektorstromkreis bereitgestellt.
Frage 3 von 3SchwerEin Sensor liefert bei einem Ereignis einen kleinen Basisstrom. Eine LED im Kollektorstromkreis leuchtet daraufhin. Welches Funktionsschema passt?
Lösung: Sensorsignal → Basisstrom → leitender Transistor → LED-Strom. — Das kleine Sensorsignal steuert den Transistor. Die Energie für die LED stammt weiterhin aus der Spannungsquelle des Laststromkreises.

Du hast den Kern verstanden, wenn du bei einer neuen Schaltung zuerst den Steueranschluss, dann den Laststromweg und schließlich den erwarteten Zustand sperrend, leitend oder verstärkend bestimmen kannst.

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