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Gewaltenteilung

Gewaltenteilung einfach erklärt: Legislative, Exekutive und Judikative sowie horizontale und vertikale Gewaltenteilung.

Wenn eine einzelne Person alles entscheiden, ausführen und beurteilen dürfte, wäre Politik gefährlich einseitig. Deshalb verteilt ein demokratischer Rechtsstaat Macht auf mehrere Stellen. Nach dieser Erklärung kannst du die drei Gewalten unterscheiden und erklären, warum sie sich gegenseitig kontrollieren.

Deine Lernziele
  • Ich kann erklären, was Gewaltenteilung bedeutet.
  • Ich kann Legislative, Exekutive und Judikative unterscheiden.
  • Ich kann Beispiele aus Deutschland den drei Gewalten zuordnen.
  • Ich kann horizontale und vertikale Gewaltenteilung erklären.
  • Ich kann beurteilen, warum Gewaltenteilung Freiheit schützt.

Warum Macht geteilt wird

In der Politik bedeutet Gewalt nicht zuerst körperliche Gewalt, sondern staatliche Macht. Der Staat darf Gesetze beschließen, Regeln durchsetzen und über Streitfälle entscheiden. Genau deshalb braucht diese Macht Grenzen.

Definition

Gewaltenteilung

Gewaltenteilung bedeutet, dass die Staatsgewalt auf verschiedene Organe verteilt wird. So soll verhindert werden, dass eine Stelle zu viel Macht bekommt und sie missbraucht.

Die Idee dahinter ist einfach: Wer Gesetze macht, soll nicht allein kontrollieren, ob er selbst sie richtig anwendet. Wer Menschen bestraft, soll sich an Gesetze halten müssen. Wer regiert, soll vom Parlament und von Gerichten begrenzt werden.

Beispiel

Stell dir eine Schule vor, in der dieselbe Person die Regeln erfindet, Verstöße untersucht und dann über die Strafe entscheidet. Das kann unfair werden. Besser ist: Die Regeln sind vorher klar, die Anwendung wird geprüft, und bei Streit entscheidet eine unabhängige Stelle.

Ein Staat ist viel größer als eine Schule. Darum ist diese Trennung dort besonders wichtig.

Merke

Gewaltenteilung ist kein Misstrauen gegen Demokratie, sondern ein Schutz für Demokratie.

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Die drei Gewalten

Die klassische Gewaltenteilung unterscheidet drei Aufgabenbereiche: Gesetze beschließen, Gesetze ausführen und Recht sprechen.

Definition

Legislative

Die Legislative ist die gesetzgebende Gewalt. Sie berät und beschließt Gesetze.

Definition

Exekutive

Die Exekutive ist die ausführende Gewalt. Sie setzt Gesetze im Alltag um und führt staatliche Entscheidungen aus.

Definition

Judikative

Die Judikative ist die rechtsprechende Gewalt. Unabhängige Gerichte entscheiden nach den geltenden Gesetzen.

In Deutschland gehört der Bundestag zur Legislative. Auch der Bundesrat wirkt an vielen Gesetzen mit. Zur Exekutive gehören zum Beispiel Bundesregierung, Ministerien, Verwaltungen und Polizei. Zur Judikative gehören Gerichte, etwa Amtsgerichte, Verwaltungsgerichte oder das Bundesverfassungsgericht.

Beispiel

Ein neues Gesetz zum Jugendschutz entsteht:

Schritt 1: Im Bundestag wird beraten und abgestimmt. Das ist Legislative.

Schritt 2: Behörden und Polizei wenden die Regel im Alltag an. Das ist Exekutive.

Schritt 3: Wenn es Streit über die Anwendung gibt, entscheidet ein Gericht. Das ist Judikative.

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Kontrolle statt Alleingang

Gewaltenteilung bedeutet nicht, dass die drei Bereiche nie miteinander zu tun haben. In einer parlamentarischen Demokratie sind sie bewusst miteinander verbunden, damit Kontrolle möglich ist.

Definition

Gewaltenverschränkung

Gewaltenverschränkung bedeutet, dass Gewalten getrennte Hauptaufgaben haben, aber an bestimmten Stellen zusammenwirken oder sich kontrollieren.

Der Bundestag wählt zum Beispiel den Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin. Die Bundesregierung kann Gesetzesvorschläge machen, aber nicht allein beschließen. Gerichte können staatliches Handeln überprüfen. Das Bundesverfassungsgericht kann Gesetze für verfassungswidrig erklären, wenn sie gegen das Grundgesetz verstoßen.

Beispiel

Eine Behörde verbietet eine Demonstration. Die Behörde gehört zur Exekutive.

Betroffene können dagegen vor Gericht ziehen. Das Gericht gehört zur Judikative.

Das Gericht prüft: War das Verbot rechtmäßig? Wurden Grundrechte beachtet?

So wird staatliches Handeln kontrolliert, ohne dass die Behörde selbst das letzte Wort hat.

Gut zu wissen

Der Begriff Checks and Balances stammt aus dem Englischen. Er meint ein System gegenseitiger Kontrolle und Ausgleichung. In Deutschland spricht man häufig einfach von Kontrolle der Staatsgewalten.

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Horizontal und vertikal

In Schulbüchern tauchen zwei weitere Begriffe auf. Sie helfen dir, die Richtung der Machtverteilung zu verstehen.

Definition

Horizontale Gewaltenteilung

Horizontale Gewaltenteilung verteilt Macht auf verschiedene Aufgabenbereiche auf derselben staatlichen Ebene: Legislative, Exekutive und Judikative.

Definition

Vertikale Gewaltenteilung

Vertikale Gewaltenteilung verteilt Macht auf verschiedene Ebenen, zum Beispiel Bund, Länder und Gemeinden.

Horizontal heißt also: nebeneinander nach Aufgaben. Vertikal heißt: übereinander oder zwischen Ebenen. Deutschland ist ein Bundesstaat. Deshalb entscheiden nicht nur Bundesorgane, sondern auch Länder und Gemeinden über viele Fragen.

Beispiel

Horizontal:

Der Bundestag beschließt ein Gesetz, eine Behörde wendet es an, ein Gericht prüft einen Streitfall.

Vertikal:

Der Bund regelt bestimmte Fragen für ganz Deutschland. Die Länder sind zum Beispiel stark bei Schule und Polizei beteiligt. Gemeinden kümmern sich etwa um lokale Angelegenheiten wie Spielplätze, Straßen vor Ort oder Bibliotheken.

Merke

Horizontal fragt: Welche Staatsaufgabe? Vertikal fragt: Welche staatliche Ebene?

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Prüfungsmodus: Fälle richtig zuordnen

In Tests bekommst du oft kurze Situationen. Entscheide zuerst, welche Handlung passiert: Gesetz machen, Gesetz ausführen oder Streit rechtlich entscheiden.

Beispiel

Fall 1: Der Bundestag beschließt eine Änderung im Wahlrecht.

Zuordnung: Legislative, weil ein Gesetz beschlossen wird.

Fall 2: Ein Bürgeramt stellt einen Personalausweis aus.

Zuordnung: Exekutive, weil Verwaltung eine gesetzliche Aufgabe ausführt.

Fall 3: Ein Verwaltungsgericht entscheidet, ob ein Bescheid rechtmäßig war.

Zuordnung: Judikative, weil ein Gericht nach Recht entscheidet.

Gut zu wissen

Typischer Fehler: Die Bundesregierung ist politisch sehr sichtbar, aber sie ist nicht die Legislative. Sie kann Gesetze vorschlagen, beschließen muss sie das Parlament.

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Alles auf einen Blick

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Abschluss-Check

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Zusammenfassung

Gewaltenteilung verteilt staatliche Macht, damit niemand allein bestimmen kann. Die Legislative beschließt Gesetze, die Exekutive setzt sie um und die Judikative entscheidet unabhängig nach Recht. In Deutschland kontrollieren sich diese Bereiche gegenseitig und sind zusätzlich zwischen Bund, Ländern und Gemeinden verteilt. So schützt Gewaltenteilung Demokratie, Rechtsstaat und Grundrechte.