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Menschenrechte in der Politik einfach erklärt

Menschenrechte in der Politik einfach erklärt
Menschenrechte in der Politik einfach erklärt
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Menschenrechte stehen jedem Menschen allein aufgrund seines Menschseins zu. Sie schützen Würde, Freiheit, Gleichheit und ein selbstbestimmtes Leben. Sie gelten auch dann, wenn ein Staat sie missachtet.

Auf dieser Seite lernst du, Menschenrechte zu erkennen, von Grund- und Bürgerrechten zu unterscheiden und an Fällen zu prüfen, welche Pflichten ein Staat hat.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Warum besitzt jeder Mensch Menschenrechte?

Menschenrechte müssen weder verdient noch von einer Regierung verliehen werden. Sie folgen aus der Menschenwürde, also dem angeborenen Wert jedes Menschen. Deshalb behält auch eine Person, die eine schwere Straftat begangen hat, ihr Recht auf Leben, ein faires Verfahren und menschenwürdige Haftbedingungen.

Definition

Menschenrechte

Menschenrechte sind grundlegende Rechte, die jedem Menschen von Geburt an zustehen. Sie schützen unter anderem Leben, Freiheit, Gleichheit, Sicherheit, Bildung und gesellschaftliche Teilhabe.

Drei Merkmale helfen dir, das Prinzip zu verstehen:

  • universell: Menschenrechte gelten weltweit für alle Menschen.
  • unveräußerlich: Niemand muss sie verdienen, und sie dürfen einem Menschen nicht einfach aberkannt werden.
  • unteilbar: Freiheitsrechte, politische Rechte sowie wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte gehören zusammen.

Unteilbarkeit bedeutet nicht, dass alle Rechte dasselbe regeln. Es bedeutet, dass man nicht willkürlich nur die angenehmen Rechte anerkennen darf. Ohne Meinungsfreiheit lässt sich beispielsweise das Recht auf Nahrung schwer öffentlich einfordern. Ohne soziale Sicherheit kann persönliche Freiheit praktisch stark eingeschränkt sein.

Merke

Die drei U lauten: universell, unveräußerlich und unteilbar.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Aussage beschreibt die universelle Geltung richtig?
Lösung: Menschenrechte gelten jedem Menschen unabhängig von Herkunft oder Staatsangehörigkeit. — Menschenrechte folgen aus dem Menschsein. Ihre Geltung hängt weder von einem Antrag noch vom Verhalten einer Regierung ab.
Frage 2 von 2MittelEin verurteilter Mensch soll ohne faires Verfahren zusätzlich bestraft werden. Welcher Gedanke ist entscheidend?
Lösung: Auch verurteilte Menschen behalten ihre Menschenrechte. — Menschenrechte bleiben bestehen. Einschränkungen sind nur unter bestimmten Bedingungen und in engen Grenzen möglich; der Kern eines Rechts muss gewahrt bleiben.
Welche Lebensbereiche schützen Menschenrechte?

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte umfasst 30 Artikel. Sie verbindet unterschiedliche Arten von Rechten:

  • Schutz von Leben, Freiheit und persönlicher Sicherheit
  • Verbot von Sklaverei und Folter
  • Gleichheit vor dem Gesetz und Schutz vor Diskriminierung
  • Schutz von Privatleben, Familie und Wohnung
  • Gedanken-, Gewissens-, Religions- und Meinungsfreiheit
  • friedliche Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit
  • Beteiligung an öffentlichen Angelegenheiten und freie Wahlen
  • Rechte auf soziale Sicherheit, Arbeit, Erholung, Bildung und einen angemessenen Lebensstandard

Diese Rechte sollen Freiheit von staatlicher Willkür ermöglichen. Zugleich schaffen soziale Rechte Bedingungen, unter denen Menschen Freiheit tatsächlich nutzen können.

Beispiel

Eine Schülerin darf ihre Meinung zu einer politischen Entscheidung äußern. Das zeigt die Bedeutung der Meinungsfreiheit.

Kann sie wegen fehlender Bildung Informationen kaum verstehen oder ihre Interessen nicht vertreten, wird zugleich sichtbar, warum auch das Recht auf Bildung wichtig ist. Die beiden Rechte erfüllen verschiedene Aufgaben, unterstützen einander aber.

Menschenrechte sind nicht automatisch grenzenlos. Die AEMR nennt auch Pflichten gegenüber der Gemeinschaft. Einschränkungen dürfen jedoch nicht dazu benutzt werden, die erklärten Rechte abzuschaffen.

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Frage 1 von 1MittelWelche Situation verbindet ein Freiheitsrecht mit einem sozialen Recht?
Lösung: Eine Person nutzt Bildung, um sich informiert an einer politischen Debatte zu beteiligen. — Bildung erleichtert gesellschaftliche und politische Beteiligung. Das Beispiel zeigt die gegenseitige Abhängigkeit verschiedener Menschenrechte.
Wie unterscheiden sich Menschen-, Grund- und Bürgerrechte?

Die drei Begriffe überschneiden sich, bedeuten aber nicht dasselbe.

BegriffWem steht das Recht zu?Woher stammt die rechtliche Regelung?Beispiel
Menschenrechtjedem Menschenaus der Menschenwürde; festgehalten in internationalen Erklärungen und VerträgenSchutz vor Folter
Grundrechtden jeweils Berechtigten nach der Verfassungin Deutschland vor allem aus dem GrundgesetzGlaubens- und Gewissensfreiheit
BürgerrechtBürgerinnen und Bürgern eines bestimmten Staatesaus Verfassung oder Gesetz und an die Staatsangehörigkeit gebundenZugang zu bestimmten öffentlichen Ämtern

Viele Menschenrechte sind in Deutschland zugleich als Grundrechte verankert. Trotzdem darfst du die Begriffe nicht gleichsetzen: Menschenrechte beanspruchen weltweite Geltung, während Grundrechte konkrete Rechte einer staatlichen Verfassung sind.

Beispiel

Eine Person ohne deutsche Staatsangehörigkeit besitzt weiterhin Menschenrechte. Sie kann sich aber nicht allein wegen der universellen Menschenrechte auf jedes staatsangehörigkeitsgebundene Bürgerrecht berufen.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage unterscheidet die Begriffe richtig?
Lösung: Menschenrechte gelten allen Menschen; manche Bürgerrechte hängen von der Staatsangehörigkeit ab. — Menschenrechte, Grundrechte und Bürgerrechte können sich inhaltlich überschneiden. Entscheidend sind aber ihr Geltungsgrund und der Kreis der Berechtigten.
Was bewirkte die Allgemeine Erklärung von 1948?

Am 10. Dezember 1948 nahm die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, kurz AEMR, an. Die Erfahrungen mit den nationalsozialistischen Verbrechen und dem Zweiten Weltkrieg verstärkten den Willen, den Schutz der Menschenwürde international festzuhalten. Die Idee grundlegender Menschenrechte ist jedoch älter.

Die AEMR formulierte ein gemeinsames Ziel für alle Völker und Nationen. Sie ist eine einflussreiche politische und moralische Grundlage, aber als UN-Erklärung selbst kein völkerrechtlich bindender Vertrag. Ursprünglich besaß sie auch keinen eigenen Kontrollmechanismus.

Definition

Völkerrechtlicher Vertrag

Ein völkerrechtlicher Vertrag bindet die Staaten, die ihm wirksam beigetreten sind. Er kann Berichtspflichten, Kontrollen oder Beschwerdeverfahren vorsehen.

Um Menschenrechte verbindlicher abzusichern, verabschiedeten die Vereinten Nationen 1966 den UN-Zivilpakt und den UN-Sozialpakt. Beide traten 1976 in Kraft. Zusammen mit der AEMR bilden sie den internationalen Menschenrechtskodex. Weitere Abkommen schützen bestimmte Gruppen oder behandeln besondere Gefahren wie Folter und rassistische Diskriminierung.

Merke

Erklärung: setzt wichtige gemeinsame Maßstäbe. Vertrag oder Pakt: bindet die beteiligten Vertragsstaaten rechtlich.

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Frage 1 von 2LeichtWas trifft auf die AEMR zu?
Lösung: Sie formuliert 30 Menschenrechtsartikel und ist selbst kein bindender Vertrag. — Die AEMR beansprucht universelle Bedeutung, ist als Erklärung aber nicht mit einem völkerrechtlich bindenden Vertrag gleichzusetzen.
Frage 2 von 2MittelEin Staat ist einem Menschenrechtsvertrag beigetreten. Was folgt daraus am ehesten?
Lösung: Der Vertrag bindet den Staat rechtlich; Verfahren und Durchsetzung hängen vom jeweiligen Vertrag ab. — Ein Vertrag schafft rechtliche Pflichten. Ob es eine Individualbeschwerde oder ein zuständiges Gericht gibt, muss für das jeweilige Abkommen gesondert geprüft werden.
Wie muss der Staat Menschenrechte schützen?

Staaten tragen die Hauptverantwortung für die Umsetzung. Dafür unterscheidet man drei Pflichten.

  1. Achtungspflicht: Der Staat darf ein Recht nicht selbst verletzen oder willkürlich beschränken.
  2. Schutzpflicht: Der Staat muss Menschen durch Gesetze und wirksame Maßnahmen vor Rechtsverletzungen durch Private schützen.
  3. Gewährleistungspflicht: Der Staat muss Einrichtungen, Verfahren oder Unterstützung bereitstellen, damit Menschen ihre Rechte tatsächlich nutzen können.
Beispiel

Beim Recht auf Bildung zeigen sich alle drei Pflichten:

  • Der Staat darf einer Schülerin Bildung nicht wegen ihres Geschlechts verweigern: Achtung.
  • Er muss gegen Diskriminierung durch private Beteiligte angemessenen Schutz schaffen: Schutz.
  • Er muss Schulen und zugängliche Beschwerdemöglichkeiten bereitstellen: Gewährleistung.

Der entscheidende Gedanke lautet: Ein Recht zu achten bedeutet mehr, als es nicht selbst anzugreifen.

Eine Verletzung durch eine Privatperson ist nicht automatisch eine staatliche Menschenrechtsverletzung. Der Staat kann aber seine Schutzpflicht verletzen, wenn er keinen ausreichenden gesetzlichen Schutz schafft oder Beschwerden unangemessen behandelt.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Der Staat darf ein Recht nicht selbst verletzen: Das ist die . Er muss vor Übergriffen Privater schützen: Das ist die . Er muss nutzbare Einrichtungen und Verfahren bereitstellen: Das ist die .

Lösungen: Lücke 1: Achtungspflicht; Lücke 2: Schutzpflicht; Lücke 3: Gewährleistungspflicht. Frage jeweils: Greift der Staat selbst ein, schützt er vor Privaten oder schafft er die Voraussetzungen zur Nutzung des Rechts?
Wie prüfst du einen Menschenrechtsfall?

Bei einem Fall hilft dir ein geordneter Prüfweg. Er ersetzt keine vollständige juristische Prüfung, verhindert aber vorschnelle Urteile.

  1. Geschütztes Recht bestimmen: Welches Menschenrecht ist betroffen?
  2. Handlung zuordnen: Handelt der Staat selbst, ein privater Akteur oder beide?
  3. Staatliche Pflicht prüfen: Geht es um Achtung, Schutz oder Gewährleistung?
  4. Einschränkung untersuchen: Gibt es eine rechtliche Begründung, und bleibt der Kern des Rechts gewahrt?
  5. Schutzweg bestimmen: Welche innerstaatliche Beschwerde oder welches Gericht kommt infrage? Gibt es zusätzlich ein zuständiges internationales Verfahren?
  6. Grenzen benennen: Ist die Entscheidung bindend, wer erhält Zugang und wie kann sie durchgesetzt werden?
Beispiel

Eine staatliche Schule schließt einen Schüler allein wegen seiner Religion von einer allgemeinen Bildungsleistung aus.

  • Betroffen sind unter anderem das Recht auf Bildung und der Schutz vor Diskriminierung.
  • Die Schule handelt als staatliche Einrichtung.
  • Der Ausschluss betrifft deshalb zunächst die Achtungspflicht.
  • Zusätzlich muss der Staat zugängliche Beschwerde- und Prüfverfahren gewährleisten.

Für eine begründete Beurteilung reicht der Satz „Das ist unfair“ nicht. Du benennst das Recht, die staatliche Handlung, die Pflicht und den möglichen Schutzweg.

Menschenrechtsschutz besteht auf mehreren Ebenen. In Deutschland wirken Gesetzgebung, Behörden und Gerichte mit. UN-Vertragsausschüsse prüfen unter anderem Staatenberichte und – wenn das jeweilige Verfahren es erlaubt – Individualbeschwerden. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte entscheidet über Beschwerden zu Rechten der Europäischen Menschenrechtskonvention. Häufig muss zuvor der innerstaatliche Rechtsweg ausgeschöpft sein.

Gut zu wissen

Internationale Verfahren sind kein einheitliches Weltgerichtssystem. Zuständigkeit, Rechtsgrundlage, Zugang, Verbindlichkeit und Durchsetzung müssen für jeden Schutzweg einzeln geprüft werden.

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Frage 1 von 2MittelEine private Bildungseinrichtung diskriminiert eine Schülerin. Welche Aussage ist am genauesten?
Lösung: Zusätzlich zum Verhalten der Einrichtung ist zu prüfen, ob der Staat ausreichenden Schutz und wirksame Beschwerden ermöglicht. — Die Schutzpflicht verlangt angemessene Gesetze und Verfahren gegen Verletzungen durch Private.
Frage 2 von 2SchwerEin Betroffener möchte sich international beschweren. Welche Prüfung ist zuerst sinnvoll?
Lösung: Man prüft das betroffene Abkommen, die Zuständigkeit, den Zugang und mögliche vorherige innerstaatliche Rechtswege. — Menschenrechtsschutz besitzt mehrere Ebenen. Ein verantwortbares Urteil nennt deshalb nicht nur ein Recht, sondern auch den tatsächlich zuständigen Schutzweg und dessen Grenzen.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Menschenrechte
    • Grundlage
      • Menschenwürde
      • Freiheit und Gleichheit
    • Merkmale
      • universell
      • unveräußerlich
      • unteilbar
    • Rechtsformen
      • AEMR als Erklärung
      • Verträge als rechtliche Bindung
      • Grundrechte im Staat
    • Staatliche Pflichten
      • achten
      • schützen
      • gewährleisten
    • Durchsetzung
      • innerstaatliche Verfahren
      • Vertragsausschüsse
      • regionale Gerichte

Menschenrechte verbinden einen universellen Anspruch mit konkreten politischen und rechtlichen Aufgaben. Ihre Niederschrift allein verhindert noch keine Verletzung. Wirksam werden sie durch Gesetze, Institutionen, Gerichte, Kontrollverfahren, Bildung und Menschen, die ihre eigenen Rechte sowie die Rechte anderer kennen und respektieren.

Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Kombination nennt die drei Grundmerkmale der Menschenrechte?
Lösung: universell, unveräußerlich, unteilbar — Die drei U erklären, wem Menschenrechte zustehen, ob sie verdient werden müssen und wie die verschiedenen Rechte zusammenhängen.
Frage 2 von 3MittelEin Staat baut öffentliche Schulen, schafft aber kein wirksames Verfahren gegen Diskriminierung im Bildungsbereich. Welche Pflicht ist besonders betroffen?
Lösung: Die Schutzpflicht, weil wirksamer Schutz vor Verletzungen durch Private fehlt. — Einrichtungen erfüllen einen Teil der Gewährleistung. Daneben muss der Staat durch Regeln und Verfahren vor Diskriminierung schützen.
Frage 3 von 3SchwerEin Staat behauptet: „Die AEMR ist unverbindlich, deshalb bestehen für uns überhaupt keine Menschenrechtspflichten.“ Wie beurteilst du das?
Lösung: Die Schlussfolgerung ist falsch: Neben der AEMR können Verfassung und ratifizierte Menschenrechtsverträge rechtliche Pflichten begründen. — Du musst Rechtsformen unterscheiden: Die AEMR ist eine Erklärung, während ratifizierte Verträge und nationale Verfassungsrechte rechtlich bindende Pflichten schaffen können.

Wenn du einen neuen Fall beurteilst, frage daher nicht nur: Welches Recht ist betroffen? Prüfe auch: Wer handelt, welche staatliche Pflicht gilt und welcher Schutzweg ist tatsächlich zuständig?

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