UN-Kinderrechtskonvention: Rechte erkennen
Die UN-Kinderrechtskonvention, kurz UN-KRK, ist ein Abkommen über die Rechte von Kindern. Sie sagt: Kinder haben eigene Rechte. Ihre Rechte sollen sie schützen, fördern und an Entscheidungen beteiligen.
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Was die Konvention für Kinder bedeutet
Die Vereinten Nationen verabschiedeten die Konvention am 20. November 1989. Sie enthält 54 Artikel mit gemeinsamen Mindeststandards, also verbindlichen Grundregeln, die mindestens eingehalten werden müssen. Grundsätzlich gilt als Kind, wer unter 18 Jahre alt ist.
Konvention
Eine Konvention ist ein Abkommen. Staaten, die der UN-Kinderrechtskonvention beigetreten sind, verpflichten sich, Kinderrechte zu achten, Kinder vor Verletzungen zu schützen und die Rechte zu verwirklichen.
In Deutschland gilt die Konvention seit dem 5. April 1992. Rechte zu haben bedeutet aber nicht, dass sie immer eingehalten werden. Darum müssen Staaten passende Gesetze, Einrichtungen und Hilfen schaffen. Erwachsene, die Verantwortung tragen, müssen Kinder schützen und unterstützen.
Vier Grundideen gelten für alle Kinderrechte:
- Gleichheit: Kein Kind darf benachteiligt werden.
- Kindeswohl: Bei Entscheidungen über Kinder muss ihr Wohl vorrangig berücksichtigt werden.
- Leben und Entwicklung: Kinder sollen sicher leben und sich bestmöglich entwickeln können.
- Beteiligung: Kinder dürfen ihre Meinung sagen; sie soll ihrem Alter und ihrer Reife entsprechend berücksichtigt werden.
Drei Gruppen helfen beim Ordnen
Viele einzelne Rechte lassen sich in drei Gruppen ordnen. Manche Rechte berühren mehr als eine Gruppe. Die Gruppen sind deshalb eine Denkstütze, keine Trennung mit festen Mauern.
Schutzrechte
Schutzrechte bewahren Kinder vor Gefahren und Verletzungen, zum Beispiel vor körperlicher oder seelischer Gewalt, Vernachlässigung und Ausbeutung.
Förderrechte
Förder- oder Versorgungsrechte sichern Bedingungen für eine gute Entwicklung, zum Beispiel Bildung, Gesundheit, Nahrung, Spiel und Erholung.
Beteiligungsrechte
Beteiligungsrechte geben Kindern eine Stimme. Sie dürfen sich zu Angelegenheiten äußern, die sie betreffen. Ihre Meinung muss passend zu Alter und Reife berücksichtigt werden.
Mira wird in einer Klassengruppe immer wieder beleidigt. Hier ist vor allem ihr Schutzrecht vor psychischer Gewalt betroffen.
Ben kann nicht am Unterricht teilnehmen, obwohl ihm der Zugang zur Schule verwehrt wird. Hier ist sein Förderrecht auf Bildung betroffen.
Die Klasse plant neue Pausenregeln, aber die Kinder dürfen ihre Sicht nicht äußern. Hier ist vor allem das Beteiligungsrecht betroffen.
Schutz fragt: Wovor muss ein Kind bewahrt werden? Förderung fragt: Was braucht es für seine Entwicklung? Beteiligung fragt: Wo muss seine Stimme gehört werden?
Ein Recht ist nicht dasselbe wie ein Wunsch
Ein Bedürfnis ist etwas, das ein Mensch für sein Wohlergehen oder seine Entwicklung braucht. Ein Wunsch ist etwas, das jemand gern hätte. Ein Recht ist ein verbindlicher Anspruch, der für alle Kinder in seinem Geltungsbereich gilt.
Die Begriffe können sich überschneiden: Bildung ist ein wichtiges Bedürfnis und zugleich ein Kinderrecht. Ein bestimmtes neues Spielzeug kann ein starker Wunsch sein, ist aber kein Kinderrecht.
Noah möchte jeden Monat mehr Taschengeld. Die Höhe seines Taschengeldes ist kein Recht aus der UN-Kinderrechtskonvention.
Noah braucht aber Zeit zum Spielen und Erholen. Spiel, Freizeit und Erholung sind als Kinderrecht festgehalten. Erwachsene dürfen dennoch vernünftige Regeln für Zeiten und Pflichten vereinbaren.
Kinderrechte bedeuten also nicht: „Ich darf immer alles, was ich will.“ Gesetze, die Rechte anderer, elterliche Verantwortung und angemessene Schulregeln bleiben wichtig. Zugleich setzen Kinderrechte den Entscheidungen von Erwachsenen Grenzen.
Hilfe holen ist ein starker Schritt
Wenn du glaubst, dass ein Recht verletzt wird, musst du das nicht allein klären oder selbst durchsetzen. Für Schutz und Unterstützung sind vor allem verantwortliche Erwachsene und staatliche Stellen zuständig.
Ein sicherer Unterstützungsweg kann so aussehen:
- Gefahr einschätzen: Wenn die Situation gerade gefährlich ist, entferne dich, wenn das sicher möglich ist, und hole sofort Hilfe bei einer erreichbaren erwachsenen Person oder einem zuständigen Notdienst.
- Vertrauensperson wählen: Sprich mit einer erwachsenen Person, der du vertraust, zum Beispiel in Familie oder Schule.
- Konkret berichten: Sage, was passiert ist, wer betroffen ist und ob es wiederholt geschieht. Du musst nichts beweisen, bevor du um Hilfe bittest.
- Nächsten Schritt vereinbaren: Frage, wer schützen kann und was nun geschehen soll.
- Weitere Hilfe suchen: Wenn die erste Person nicht hilft oder selbst beteiligt ist, wende dich an eine andere Vertrauensperson oder eine zuständige Beratungs- oder Schutzstelle.
Du bist nicht schuld daran, wenn jemand deine Rechte verletzt. Bringe dich nicht in zusätzliche Gefahr, um eine Verletzung zu beweisen oder eine andere Person allein zur Rede zu stellen.
Sam wird bei der Planung eines Klassenprojekts immer wieder absichtlich übergangen. Sam spricht zunächst mit einer vertrauten Lehrkraft und beschreibt konkrete Situationen. Gemeinsam vereinbaren sie, dass alle Kinder in der nächsten Planungsrunde nacheinander gehört werden. Bleibt die Ausgrenzung bestehen, sucht Sam mit einer weiteren Vertrauensperson zusätzliche Unterstützung in der Schule.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- UN-Kinderrechtskonvention
- schützt Kinder durch Schutzrechte
- fördert Entwicklung durch Förderrechte
- beteiligt Kinder durch Beteiligungsrechte
- gilt grundsätzlich für alle unter 18 Jahren
- verpflichtet beigetretene Staaten zur Umsetzung
- wird im Alltag an konkreten Situationen erkannt
- führt bei Verletzungen zu sicherer Unterstützung
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