Abendmahl: Bedeutung, Ablauf und Unterschiede
Beim Abendmahl teilen Christinnen und Christen Brot und den Kelch. Sie erinnern sich an Jesu letztes Mahl und feiern die Gemeinschaft mit Jesus Christus und miteinander. Mit Brot und Kelch verbinden sie Stärkung, Vergebung, Hoffnung und Gottes bleibende Nähe.
Auf dieser Seite lernst du, die Zeichen und Handlungen des Abendmahls zu deuten. Außerdem erfährst du, warum verschiedene Kirchen die Feier unterschiedlich gestalten.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Warum feiern Christinnen und Christen Abendmahl?
Das Abendmahl geht auf das letzte Mahl Jesu mit seinen Jüngern zurück. Am Abend vor seinem Tod nahm Jesus Brot, dankte Gott, brach es und gab es weiter. Ebenso reichte er einen Kelch. Er verband diese Handlungen mit der Zusage, seinen Jüngern auch über seinen Tod hinaus verbunden zu bleiben.
Christinnen und Christen wiederholen diese Mahlfeier deshalb bis heute. Dabei blicken sie in drei Richtungen:
- zurück: auf Jesu Leben, Tod und Auferstehung;
- in die Gegenwart: auf die Gemeinschaft mit Christus und den Mitfeiernden;
- nach vorn: auf die Hoffnung, dass Gott Tod, Schuld und Trennung überwindet.
Abendmahl
Eine christliche Mahlfeier mit Brot und Kelch, die an Jesu letztes Mahl anknüpft und die Gemeinschaft mit Christus und untereinander ausdrückt.
Der Name bezieht sich auf das letzte Mahl am Abend. Die Feier kann heute aber zu jeder Tageszeit stattfinden. In katholischen Kirchen heißt sie meist Eucharistie oder Kommunion. Eucharistie bedeutet „Danksagung“, Kommunion bedeutet „Gemeinschaft“.
Jesu letztes Mahl steht in Beziehung zum jüdischen Pessachfest, das an die Befreiung Israels aus der Sklaverei in Ägypten erinnert. Ob das letzte Mahl historisch genau ein Pessachmahl war, wird unterschiedlich beurteilt. Sicher ist: Die christlichen Berichte verwenden Motive von Befreiung, Bund und Gemeinschaft.
Was bedeuten Brot und Kelch?
Brot ist ein alltägliches Lebensmittel. Es nährt und stärkt. Beim Abendmahl erinnert es daran, dass Jesus Brot teilte und sein Leben für andere hingab. Eine beim Abendmahl verwendete Oblate heißt Hostie. Manche Gemeinden verwenden stattdessen gewöhnliches Brot.
Der Kelch enthält je nach kirchlicher Ordnung Wein, Traubensaft oder eine Auswahl aus beidem. Er erinnert an Jesu Zusage eines neuen Bundes, also einer erneuerten Gemeinschaft zwischen Gott und Menschen.
Brot und Kelch sind nicht bloß Anschauungsmaterial. Im Abendmahl wird ihre Bedeutung durch Danken, Teilen, Essen und Trinken erfahrbar.
Gemeinschaft in zwei Richtungen
Die Feier verbindet nach christlichem Glauben:
- den einzelnen Menschen mit Jesus Christus und Gott;
- die Feiernden untereinander.
Darum kritisierte Paulus schon in den ersten christlichen Gemeinden ein Verhalten, bei dem einige nur an sich dachten und andere zurücksetzten. Wer Gemeinschaft feiert, soll sie nicht gleichzeitig durch liebloses Verhalten zerstören.
Eine Gemeinde steht im Kreis um den Altar. Alle erhalten ein Stück Brot und einen Schluck aus dem Kelch. Der Kreis macht sichtbar: Niemand steht an der Spitze, alle gehören zur versammelten Gemeinschaft. Das persönliche Spendewort – etwa „Christus für dich“ – richtet die Zusage zugleich an jede einzelne Person.
Erinnerung bedeutet mehr als Zurückdenken
Das Abendmahl erinnert an ein vergangenes Ereignis. Es soll dieses Ereignis aber nicht nur wie einen historischen Bericht ins Gedächtnis rufen. Christinnen und Christen feiern, dass der auferstandene Christus gegenwärtig ist und ihnen Stärkung, Vergebung und Hoffnung schenkt.
Wie läuft eine Feier ab?
Die genaue Liturgie – also der geordnete Ablauf des Gottesdienstes – unterscheidet sich je nach Kirche und Gemeinde. Ein typischer Ablauf umfasst folgende Schritte:
- Die Gemeinde wird eingeladen und betet.
- Die Einsetzungsworte erinnern an Jesu Handlungen und Zusagen beim letzten Mahl.
- Häufig betet die Gemeinde das Vaterunser.
- Brot und Kelch werden ausgeteilt.
- Die Feier endet mit Dank, Gebet, Lied oder Segen.
Einsetzungsworte
Worte aus der neutestamentlichen Überlieferung, die von Jesu letztem Mahl erzählen und seinen Auftrag zur weiteren Feier wiedergeben.
Während der Austeilung stehen die Menschen zum Beispiel im Kreis, bleiben an ihrem Platz oder gehen nacheinander an den austeilenden Personen vorbei. Die letzte Form heißt Wandelkommunion. Keine dieser äußeren Formen bestimmt allein die Bedeutung der Feier.
Auch die Gefäße und Lebensmittel können verschieden sein:
- Gemeinschaftskelch oder Einzelkelche;
- Wein, Traubensaft oder beides;
- Hostien oder gewöhnliches Brot;
- Austeilung am Altar oder am Sitzplatz.
Solche Entscheidungen können Gemeinschaft sichtbar machen oder auf Bedürfnisse wie Alkoholabstinenz, Unverträglichkeiten, Hygiene und eingeschränkte Beweglichkeit eingehen. Glutenfreies Brot, Traubensaft oder eine Austeilung am Platz können mehr Menschen die Teilnahme ermöglichen.
Beim eigenhändigen Eintauchen einer Hostie in einen gemeinsamen Kelch können Hände Keime übertragen. Manche Gemeinden vermeiden diese Form deshalb oder lassen eingetauchtes Brot kontrolliert durch eine austeilende Person reichen.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Die erinnern an Jesu letztes Mahl. Bei der werden Brot und Kelch weitergegeben. Verschiedene Formen sollen die Feier verständlich und möglichst machen.
Warum deuten Kirchen das Abendmahl verschieden?
Christliche Kirchen stimmen darin überein, dass das Mahl auf Jesus zurückgeht und Gemeinschaft mit ihm ausdrückt. Sie erklären jedoch unterschiedlich, wie Christus in der Feier gegenwärtig ist.
Katholische Deutung
In der katholischen Kirche heißt die Feier meist Eucharistie. Nach der Lehre von der Transsubstantiation werden Brot und Wein ihrer inneren Wirklichkeit nach Leib und Blut Christi. Äußerlich bleiben sie als Brot und Wein wahrnehmbar. Deshalb werden übrig gebliebene geweihte Hostien besonders sorgfältig aufbewahrt.
Lutherische Deutung
Lutherische Kirchen betonen die wirkliche Gegenwart Christi in, mit und unter Brot und Wein. Diese Gegenwart wird durch Christi Zusage begründet und hängt nicht vom Glauben der Empfangenden ab. Im Glauben wird sie als heilsame Gabe empfangen. Brot und Wein werden dabei nicht als gewöhnliche Erinnerungszeichen verstanden.
Reformierte Deutungen
Innerhalb der reformierten Tradition gibt es verschiedene Akzente. Zwingli hob besonders die Erinnerung an Jesus hervor. Calvin betonte, dass der auferstandene Christus durch den Heiligen Geist gegenwärtig ist und sich den Glaubenden schenkt.
Lutherische, reformierte und weitere evangelische Kirchen Europas erklärten 1973 in der Leuenberger Konkordie, dass ihre unterschiedlichen Erklärungen die Kirchengemeinschaft nicht länger verhindern müssen. Gemeinsam bekennen sie, dass Christus sich in Wort, Taufe und Abendmahl durch den Heiligen Geist schenkt.
Gemeinsam ist der Bezug auf Jesus Christus. Unterschiedlich ist vor allem die Erklärung seiner Gegenwart in Brot, Wein und feiernder Gemeinschaft.
Wer nimmt teil und wie verhältst du dich respektvoll?
Regeln zur Teilnahme sind nicht in allen Kirchen und Landeskirchen gleich. Deshalb darfst du nicht aus einer einzelnen Feier auf alle christlichen Gemeinden schließen.
In evangelischen Kirchen sind grundsätzlich Getaufte eingeladen. Manche Gemeinden laden auch Menschen ein, die sich auf die Taufe vorbereiten. In der Evangelischen Kirche von Westfalen sind alle getauften Kinder regulär eingeladen. Andere evangelische Ordnungen setzen unterschiedliche Formen der Vorbereitung voraus.
Nach katholischer Ordnung richtet sich die Eucharistieteilnahme grundsätzlich an katholische Christinnen und Christen. Für Angehörige anderer Kirchen gelten engere Regeln und mögliche Ausnahmen. Umgekehrt laden evangelische Kirchen häufig auch Getaufte anderer Konfessionen ein. Eine Einladung verpflichtet jedoch niemanden zur Teilnahme.
Beobachten ist ebenfalls möglich
Wenn du bei einer Feier zu Gast bist, helfen diese Regeln:
- Höre auf die Einladung und die Hinweise der leitenden Person.
- Frage vor der Feier nach, wenn du die örtlichen Regeln nicht kennst.
- Dränge niemanden zum Mitmachen und verlange keine Begründung für eine Ablehnung.
- Bleib respektvoll, wenn jemand nur beobachtet, sich segnen lässt oder am Platz bleibt.
- Bewerte eine ungewohnte Feierform nicht vorschnell als falsch.
Bei einem Schulgottesdienst gehen einige Jugendliche zum Abendmahl, andere bleiben sitzen. Eine respektvolle Reaktion lautet: „Jede Person entscheidet im Rahmen der Einladung selbst, ob sie teilnimmt.“ Die Aussage „Wer nicht mitgeht, gehört nicht dazu“ wäre falsch: Beobachtung, Kirchenmitgliedschaft, Taufe und persönliche Teilnahme sind nicht dasselbe.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Abendmahl
- Ursprung
- Jesu letztes Mahl
- Erinnerung an Tod und Auferstehung
- Zeichen
- Brot als Nahrung und Hingabe
- Kelch als Bund und Gemeinschaft
- Bedeutung
- Gemeinschaft mit Christus
- Gemeinschaft untereinander
- Vergebung und Hoffnung
- Feier
- Einsetzungsworte und Gebet
- Austeilung und Danksagung
- Vielfalt
- katholische Deutung
- lutherische Deutung
- reformierte Deutungen
- Teilnahme
- unterschiedliche kirchliche Regeln
- freiwillige und respektvolle Entscheidung
- Ursprung
Das Abendmahl verbindet eine überlieferte Geschichte mit einer gegenwärtigen Handlung. Danken, teilen, essen und trinken machen sichtbar, was Christinnen und Christen glauben: Christus schenkt Gemeinschaft und stärkt Menschen auf ihrem Weg. Unterschiedliche Kirchen erklären und gestalten diese Feier verschieden, ohne dass dadurch alle gemeinsamen Grundmotive verloren gehen.
Abschluss-Check
Prüfe dich zum Schluss: Kannst du in eigenen Worten erklären, woran das Abendmahl erinnert, was Brot und Kelch ausdrücken und weshalb verschiedene Kirchen dieselbe Feier unterschiedlich deuten? Dann hast du die zentralen Zusammenhänge verstanden.
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