Sakrament: Bedeutung und Unterschiede erklärt
Ein Sakrament ist eine christliche Zeichenhandlung: Ein sichtbares Zeichen und ein verheißungsvolles Wort machen Gottes Nähe und Heil erfahrbar. Welche Feiern als Sakramente gelten, hängt von der Konfession ab. Die katholische Kirche kennt sieben Sakramente, die evangelische Kirche in Deutschland zwei.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Woran erkennst du ein Sakrament?
Das Wort Sakrament kommt vom lateinischen sacramentum. Es lässt sich ungefähr mit Heilszeichen oder Heilsmittel übersetzen.
Sakrament
Ein Sakrament ist eine christliche Feier, in der ein sichtbares und greifbares Zeichen mit einer religiösen Zusage verbunden wird. Dadurch sollen Gottes Nähe und das Heil des Glaubens erfahrbar werden.
Zu einem Sakrament gehören nach evangelischer Grundlagendarstellung zwei eng verbundene Seiten:
- ein sichtbares Zeichen, zum Beispiel Wasser, Brot oder Wein;
- ein verheißungsvolles Wort, das Gottes Zuwendung zusagt und das Zeichen deutet.
Das Zeichen allein erklärt die Feier noch nicht. Wasser kann zum Beispiel zum Waschen dienen. Erst die Handlung der Taufe und die gesprochenen Taufworte machen deutlich, welche religiöse Bedeutung das Wasser in diesem Zusammenhang hat.
Bei einer Taufe wird der Kopf dreimal mit Wasser benetzt. Dazu werden Taufworte gesprochen. Das Wasser steht dabei für Umkehr, Neubeginn und neues Leben. Zugleich wird der getaufte Mensch in die christliche Gemeinschaft aufgenommen.
Ein Sakrament verbindet Zeichen, Handlung und Zusage. Seine Bedeutung entsteht aus ihrem Zusammenhang.
Welche sieben Sakramente kennt die katholische Kirche?
Im katholischen Verständnis begleiten Sakramente unterschiedliche Lebenssituationen. Manche werden einmalig empfangen, andere können wiederholt gefeiert werden.
- Taufe: Sie steht am Beginn des christlichen Lebens und nimmt einen Menschen in die christliche Gemeinschaft auf.
- Eucharistie: Gläubige empfangen Brot, die Hostie, und teilweise Wein. Nach katholischem Verständnis ist Jesus Christus darin wirklich gegenwärtig. Eucharistie bedeutet „Danksagung“.
- Firmung: Sie soll den persönlichen Glauben durch die Kraft des Heiligen Geistes stärken. Dabei wird unter anderem mit Öl ein Kreuz auf die Stirn gezeichnet.
- Ehe: Ein Mann und eine Frau versprechen vor Gott, ihr Leben miteinander zu verbringen und füreinander da zu sein.
- Buße: Ein Mensch gesteht falsches Handeln ein, bereut es und bittet um Vergebung. Die Beichte ist eine Form dieses Sakraments.
- Weihe: Durch Handauflegung und Gebet wird ein Mann zum Diakon, Priester oder Bischof geweiht.
- Krankensalbung: Ein Priester salbt Stirn und Hände eines schwer kranken Menschen mit geweihtem Öl. Die Feier soll Gottes Nähe, Kraft und Aufrichtung zusagen.
Kommunion bedeutet ungefähr „Gemeinschaft“. Bei der Erstkommunion empfängt ein Kind erstmals die Hostie. Die Eucharistie ist jedoch nicht auf dieses erste Mal beschränkt, sondern gehört zur katholischen Gottesdienstpraxis.
Eine Jugendliche bekennt bei der Firmung ihren Glauben. Der Firmspender hält die Hände über ihren Kopf, bittet um die Kraft des Heiligen Geistes und zeichnet mit Öl ein Kreuz auf ihre Stirn. Zeichen und Handlung sind die Handauflegung und die Salbung; die zugesagte Bedeutung ist die Stärkung im Glauben.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Die Aufnahme in die christliche Gemeinschaft wird mit der verbunden. Die Stärkung des persönlichen Glaubens ist das Ziel der . Bei schwerer Krankheit kann die Gottes Nähe und Kraft zusagen. In der stehen Reue und Vergebung im Mittelpunkt.
Welche Sakramente kennt die evangelische Kirche?
Die Evangelische Kirche in Deutschland zählt Taufe und Abendmahl als Sakramente.
Taufe
Bei der Taufe wird der Kopf dreimal mit Wasser benetzt. Sie steht für Umkehr, Neubeginn und neues Leben. Außerdem nimmt sie einen Menschen in die christliche Gemeinschaft auf.
Abendmahl
Beim Abendmahl teilen Christinnen und Christen Brot und Wein. Die Feier geht auf das letzte Mahl Jesu mit seinen Jüngern zurück. Sie feiert sowohl die Gemeinschaft der Gläubigen untereinander als auch ihre Gemeinschaft mit Jesus Christus.
Die Reformatoren erkannten grundsätzlich solche Handlungen als Sakramente an, die sie auf Jesus zurückführten. Jesus wurde getauft, gab den Taufauftrag und beauftragte seine Jünger, das Mahl fortzuführen. Über die Einordnung der Beichte bestand unter den Reformatoren Uneinigkeit. Die EKD zählt heute dennoch nur Taufe und Abendmahl als Sakramente.
Dass eine kirchliche Feier wichtig ist, macht sie nicht automatisch zu einem Sakrament. Konfirmation, Trauung und Bestattung sind im evangelischen Christentum wichtige Amtshandlungen, werden von der EKD aber nicht als Sakramente gezählt.
Was ist gemeinsam, was ist verschieden?
Katholische und evangelische Christinnen und Christen stimmen in wichtigen Grundgedanken überein. Beide verstehen Sakramente als Zeichenhandlungen, durch die Gottes Nähe und der christliche Glaube erfahrbar werden. Taufe und eine Mahlfeier mit Brot und Wein gibt es in beiden Konfessionen.
Unterschiede bestehen vor allem bei der Zahl, der Benennung und teilweise beim Verständnis der Sakramente.
| Vergleichspunkt | Katholische Kirche | Evangelische Kirche in Deutschland |
|---|---|---|
| Zahl der Sakramente | sieben | zwei |
| Taufe | Sakrament | Sakrament |
| Mahlfeier | Eucharistie | Abendmahl |
| Weitere Sakramente | Firmung, Ehe, Buße, Weihe, Krankensalbung | keine weiteren nach heutiger EKD-Einordnung |
| Andere wichtige Feiern | neben den Sakramenten vorhanden | zum Beispiel Konfirmation, Trauung und Bestattung |
Bei Eucharistie und Abendmahl erinnern Brot und Wein an Jesu letztes Mahl. Das katholische Verständnis betont, dass Jesus selbst in Brot und Wein gegenwärtig ist. In evangelischen Traditionen wurde die genaue Art seiner Gegenwart unterschiedlich erklärt. Lutherische und reformierte Kirchen waren darüber lange uneinig; viele europäische evangelische Kirchen erkennen heute ihre unterschiedlichen Traditionen gegenseitig an.
Konfession bezeichnet eine Glaubensrichtung innerhalb des Christentums, zum Beispiel katholisch oder evangelisch. Unterschiede zwischen Konfessionen bedeuten nicht, dass es keine gemeinsamen Grundlagen gibt.
Wie deutest du Zeichen und Handlungen?
Um eine sakramentale Feier zu erklären, kannst du vier Fragen stellen:
- Was ist sichtbar oder greifbar? Suche nach Zeichen wie Wasser, Brot, Wein oder Öl.
- Was geschieht? Beschreibe die Handlung, etwa Benetzen, Teilen, Handauflegen oder Salben.
- Was wird gesagt oder zugesagt? Achte auf Gebet, Taufworte oder andere deutende Worte.
- Welche Bedeutung hat die Feier? Erkläre zum Beispiel Aufnahme, Gemeinschaft, Stärkung, Vergebung oder Aufrichtung.
Situation: Ein Priester salbt bei schwerer Krankheit Stirn und Hände eines Menschen mit geweihtem Öl und spricht ein Gebet.
Zeichen: das geweihte Öl
Handlung: die Salbung von Stirn und Händen
Wort: das Gebet um Gottes Erbarmen und die Kraft des Heiligen Geistes
Bedeutung: Der kranke Mensch soll Gottes Nähe, Kraft und Aufrichtung erfahren.
Die persönliche Haltung eines Menschen lässt sich nicht allein aus der Teilnahme ablesen. Du kannst einen rituellen Vollzug sachlich beschreiben, ohne zu behaupten, was eine einzelne Person dabei glaubt oder empfindet.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Sakrament
- Grundidee: sichtbares Zeichen und verheißungsvolles Wort machen Gottes Nähe erfahrbar
- Katholisch: sieben Sakramente begleiten verschiedene Lebenssituationen
- Evangelisch: Taufe und Abendmahl gelten nach EKD-Verständnis als Sakramente
- Gemeinsam: Taufe sowie eine Mahlfeier mit Brot und Wein
- Unterschiedlich: Zahl, Benennung und teilweise Deutung
- Untersuchung: Zeichen, Handlung, Wort und Bedeutung unterscheiden
Abschluss-Check
Du kannst ein Sakrament nun nicht nur an seinem Namen erkennen. Du kannst untersuchen, welches Zeichen verwendet wird, was geschieht, welche Zusage ausgesprochen wird und wie die jeweilige Konfession die Feier einordnet.
Mit Google fortfahren