Christen: Glaube, Alltag und Vielfalt erklärt
Christen sind Menschen, die sich am Glauben an Jesus Christus orientieren. Sie gehören zum Christentum, teilen wichtige Glaubensgrundlagen und leben ihren Glauben dennoch auf unterschiedliche Weise.
Auf dieser Seite lernst du, was Christen verbindet, worin sie sich unterscheiden und wie du ihre Vielfalt fair beschreibst.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Wer sind Christen?
Christen sind die Anhängerinnen und Anhänger des Christentums. Der Name verweist auf Jesus Christus. „Christus“ bedeutet „der Gesalbte“ und bezeichnet Jesus als den erwarteten Retter.
Jesus von Nazareth war Jude und lebte vor ungefähr 2.000 Jahren. Er trat als Wanderprediger auf und wurde von der römischen Herrschaft in Jerusalem hingerichtet. Seine Anhänger waren überzeugt, dass er von den Toten auferstanden sei. Aus dieser Glaubensgemeinschaft entwickelte sich das Christentum.
Christ
Ein Christ oder eine Christin ist ein Mensch, der sich zum Christentum zählt und sich im Glauben an Jesus Christus orientiert. Wie genau dieser Glaube verstanden und gelebt wird, kann sich unterscheiden.
Christen bezeichnet also Menschen. Christentum bezeichnet ihre Religion. Christenheit ist ein Sammelbegriff für die Gesamtheit der Christen.
„Mara ist Christin“ beschreibt die religiöse Zugehörigkeit einer Person.
„Das Christentum entstand aus dem Judentum“ ist dagegen eine Aussage über die Religion und ihre Geschichte.
Was steht im Zentrum des christlichen Glaubens?
Im Mittelpunkt steht Jesus von Nazareth. Christen glauben, dass er der Christus und Gottes Sohn ist. Nach christlichem Glauben wurde Gott in Jesus Mensch, Jesus starb am Kreuz und wurde von den Toten auferweckt.
Hier ist eine wichtige Unterscheidung:
- Historische Aussage: Jesus war Jude, trat als Prediger auf und wurde unter römischer Herrschaft gekreuzigt.
- Glaubensaussage: Jesus ist Gottes Sohn und von den Toten auferstanden.
Eine Glaubensaussage beschreibt, was Menschen religiös bekennen. Sie sollte nicht so formuliert werden, als ließe sie sich wie ein Datum oder ein archäologischer Fund beweisen.
Trinität
Die große Mehrheit der Christen glaubt an den einen Gott als Vater, Sohn und Heiliger Geist. Diese Lehre heißt Trinität oder Dreieinigkeit. Gemeint sind nicht drei Götter, sondern drei Personen des einen Gottes.
Christen verbinden mit Jesu Tod und Auferstehung die Hoffnung auf Versöhnung, Vergebung und neues Leben. Wie einzelne Kirchen diese Erlösung genauer erklären, unterscheidet sich.
Christlicher Glaube ist monotheistisch: Christen glauben an einen Gott. Die Trinität beschreibt, wie die große Mehrheit der Christen diesen einen Gott versteht.
Welche Rolle spielt die Bibel?
Die Bibel ist die Heilige Schrift des Christentums. Sie besteht aus zwei großen Teilen:
- Das Alte Testament enthält Schriften, die das Christentum mit dem Judentum verbinden. Es entstand vor der christlichen Jesusbewegung.
- Das Neue Testament enthält unter anderem die Evangelien über Jesus, die Apostelgeschichte, Briefe und die Offenbarung.
„Evangelium“ bedeutet „Gute Nachricht“. Die Evangelien erzählen von Jesu Leben, Wirken, Tod und Auferstehung. Dabei sind sie Glaubenstexte aus der frühen christlichen Überlieferung.
Die Erinnerungen an Jesus wurden zunächst mündlich weitergegeben. Später entstanden Briefe und Evangelien. Christliche Gemeinden sammelten Texte, die für ihren Glauben wichtig waren, zum Neuen Testament.
Wenn du liest: „Jesus erzählte Gleichnisse“, beschreibt der Satz sein Wirken.
Wenn du liest: „Jesus ist der Sohn Gottes“, begegnet dir ein christliches Glaubensbekenntnis.
Beide Aussagen können in einem Text nebeneinanderstehen. Du solltest aber erkennen, welche Art von Aussage jeweils vorliegt.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Die christliche Heilige Schrift heißt . Ihr erster Hauptteil ist das . Die Texte über Jesus und die frühen christlichen Gemeinden stehen im .
Wie zeigt sich christlicher Glaube im Leben?
Zu den zentralen christlichen Maßstäben gehören Gottesliebe und Nächstenliebe. Nächstenliebe bedeutet, anderen Menschen mit Achtung, Mitgefühl und Hilfsbereitschaft zu begegnen.
Weitere wichtige Werte sind:
- Barmherzigkeit,
- Vergebung,
- Frieden,
- Gerechtigkeit,
- Verantwortung für Mitmenschen und Schöpfung.
Diese Werte zeigen eine Orientierung. Sie bedeuten nicht, dass sich jeder Christ jederzeit entsprechend verhält. Zwischen einem religiösen Anspruch und dem tatsächlichen Verhalten eines Menschen kann ein Unterschied bestehen.
Christlicher Glaube kann sich unter anderem in Gebet, Gottesdienst, Gesang, Taufe, Abendmahl, Feiertagen und sozialem Einsatz ausdrücken. Nicht alle Christen üben ihren Glauben gleich aus.
Das Kreuz ist das wichtigste christliche Symbol. Es erinnert an Jesu Hinrichtung und zugleich an die christliche Hoffnung auf Auferstehung. Weihnachten erinnert an Jesu Geburt, Ostern an Kreuzigung und Auferstehung.
Eine Gemeinde sammelt Lebensmittel für Menschen in Not. Das kann Ausdruck der Nächstenliebe sein.
Die Handlung ist aber nicht allein deshalb christlich, weil Christen daran beteiligt sind: Auch Menschen anderer Religionen oder ohne Religion helfen Bedürftigen. Fair ist deshalb die Aussage: „Die Gemeinde begründet ihren Einsatz mit der christlichen Nächstenliebe.“
Warum gibt es verschiedene christliche Kirchen?
Christen haben Jesu Bedeutung, die Bibel, kirchliche Ämter und religiöse Praxis nicht immer gleich verstanden. Auch Sprache, Politik und regionale Entwicklungen spielten eine Rolle. So entstanden verschiedene Konfessionen.
Konfession
Eine Konfession ist eine christliche Glaubensrichtung beziehungsweise Bekenntnisgemeinschaft. Zu den großen Konfessionsfamilien gehören die römisch-katholische, die orthodoxe und die evangelische beziehungsweise protestantische Tradition.
Wichtige Orientierungspunkte sind:
- In der römisch-katholischen Kirche hat der Papst als Bischof von Rom eine leitende Stellung.
- Die orthodoxen Kirchen bestehen aus mehreren eigenständigen Kirchen. Sie erkennen keinen allgemeinen Leitungsanspruch des Papstes über alle Kirchen an.
- Die evangelischen Kirchen entstanden aus der Reformation des 16. Jahrhunderts. Sie betonen die Bibel als entscheidenden Maßstab und besitzen kein gemeinsames weltweites Oberhaupt außer Christus.
- Freikirchen sind von Staats- oder Landeskirchen unabhängig. Auch zwischen ihnen gibt es unterschiedliche Lehren und Formen des Gemeindelebens.
Trotz ihrer Unterschiede teilen viele Kirchen wichtige Grundlagen: den Bezug auf Jesus Christus, die Bibel, den Glauben an den einen Gott und die Taufe. Beim Verständnis kirchlicher Ämter, der Sakramente oder des Abendmahls bestehen Unterschiede.
Ökumene
Ökumene bezeichnet die Begegnung und Zusammenarbeit verschiedener christlicher Kirchen sowie ihr Bemühen um größere Einheit. Zusammenarbeit hebt bestehende Unterschiede nicht automatisch auf.
Katholische, evangelische und orthodoxe Gemeinden organisieren gemeinsam eine Hilfe für Wohnungslose. Das gemeinsame Ziel ist die Unterstützung bedürftiger Menschen.
Trotzdem können Unterschiede beim Papstamt oder beim Abendmahl bestehen bleiben. Das Projekt ist deshalb ökumenisch: Es verbindet Zusammenarbeit mit sichtbarer Verschiedenheit.
Wie vergleichst du Christen und Kirchen fair?
Ein fairer Vergleich verwendet für alle Gruppen dieselben Fragen. Er setzt keine Kirche als selbstverständlichen Normalfall und die anderen als Abweichung davon.
Geeignete Kriterien sind zum Beispiel:
- Glaubensgrundlage: Welche Bedeutung haben Jesus, Bibel und kirchliche Tradition?
- Leitung: Wie werden Entscheidungen getroffen, und welche Ämter gibt es?
- Praxis: Wie werden Gottesdienst, Taufe oder Abendmahl gestaltet und verstanden?
- Zusammenarbeit: Wo gibt es gemeinsame Projekte, und welche Unterschiede bleiben bestehen?
Vermeide pauschale Sätze wie „Die Christen denken ...“, wenn es innerhalb des Christentums verschiedene Auffassungen gibt. Formuliere genauer: „Viele Christen glauben ...“, „Die große Mehrheit der Kirchen lehrt ...“ oder „In dieser Konfession gilt ...“.
Auch die Bezeichnung „Christ“ sagt noch nicht, wie stark ein Mensch religiöse Regeln befolgt, Gottesdienste besucht oder einer bestimmten theologischen Position zustimmt. Unterscheide deshalb zwischen Zugehörigkeit, persönlichem Glauben und beobachtbarem Handeln.
Übung: Eine Aussage prüfen
Beurteile den Satz: „Christen haben einen Papst.“ Formuliere ihn anschließend genauer.
Lösung: Der Satz ist zu allgemein. Richtig ist: „Der Papst leitet die römisch-katholische Kirche. Evangelische und orthodoxe Kirchen erkennen ihn nicht als ihr gemeinsames Oberhaupt an.“
Der verbesserte Satz nennt die betroffene Konfession und vermeidet eine Verallgemeinerung.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Christen
- orientieren sich an Jesus Christus
- lesen die Bibel als Heilige Schrift
- verbinden Glauben mit Nächstenliebe und Vergebung
- leben ihren Glauben auf unterschiedliche Weise
- gehören verschiedenen Konfessionen an
- arbeiten in der Ökumene zusammen
Christen verbindet der Bezug auf Jesus Christus. Unterschiede bestehen unter anderem bei Lehre, Leitung und religiöser Praxis. Eine genaue Beschreibung nennt deshalb sowohl Gemeinsamkeiten als auch die Vielfalt innerhalb des Christentums.
Abschluss-Check
Wenn du die vier Antworten begründen kannst, kannst du Christen zugleich über ihre gemeinsamen Grundlagen und ihre innere Vielfalt beschreiben.
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