Religion

Karfreitag: Bedeutung, Bräuche und Hoffnung

Karfreitag: Bedeutung, Bräuche und Hoffnung
Karfreitag: Bedeutung, Bräuche und Hoffnung
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Am Karfreitag erinnern Christinnen und Christen an das Leiden, die Kreuzigung und den Tod Jesu. Der Tag ist still und traurig, wird aber nicht als Ende verstanden: Der christliche Glaube verbindet ihn mit der Hoffnung auf Jesu Auferweckung an Ostern.

Deine Lernziele

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Warum heißt der Tag Karfreitag?

Der Wortteil Kar stammt vom althochdeutschen Wort kara. Es bedeutet Klage oder Trauer. Der Name weist also auf den ernsten Charakter des Tages hin.

Definition

Karfreitag

Karfreitag ist der christliche Gedenktag an das Leiden, die Kreuzigung und den Tod Jesu. Er liegt am Freitag vor Ostern.

Trauer ist jedoch nur eine Seite des Tages. Christinnen und Christen lesen die Kreuzigung im Zusammenhang mit Ostern: Sie glauben, dass Gott Jesus von den Toten auferweckt hat. Deshalb stehen am Karfreitag Trauer und Hoffnung nebeneinander.

Merke

Karfreitag bedeutet nicht „alles ist vorbei“, sondern: Das Leiden wird ernst genommen, während die Hoffnung auf Ostern bestehen bleibt.

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Frage 1 von 2LeichtWoran erinnert der Karfreitag vor allem?
Lösung: An das Leiden, die Kreuzigung und den Tod Jesu — Karfreitag ist der Gedenktag des Leidens und Sterbens Jesu. Die Auferweckung wird an Ostern gefeiert.
Frage 2 von 2MittelWarum passen Trauer und Hoffnung beide zum Karfreitag?
Lösung: Der Tod Jesu wird betrauert, aber im Zusammenhang mit der Osterhoffnung verstanden. — Die Trauer bezieht sich auf Jesu Leiden und Tod. Hoffnung entsteht durch den christlichen Glauben an seine Auferweckung.
Wie gehört Karfreitag zur Karwoche?

Karfreitag ist eine Station in einer zusammenhängenden Folge. Die Karwoche beginnt mit dem Palmsonntag und endet mit dem Karsamstag. Ostern schließt unmittelbar daran an.

Zeitstrahl
  1. PalmsonntagErinnerung an Jesu Einzug in Jerusalem
  2. GründonnerstagErinnerung an das letzte Abendmahl mit seinen Jüngern
  3. KarfreitagErinnerung an Kreuzigung und Tod Jesu
  4. KarsamstagTag der Grabesruhe
  5. OsternFeier der Auferweckung Jesu und der Hoffnung auf neues Leben

Die Reihenfolge ist wichtig: Ohne den Karfreitag wäre die Osterhoffnung vom Leiden getrennt. Ohne Ostern erschiene der Karfreitag nur als Geschichte von Gewalt und Tod.

Beispiel

Wenn du erklären sollst, warum Karfreitag und Ostern zusammengehören, reicht „Beides sind christliche Feiertage“ nicht aus. Eine genaue Antwort lautet:

Am Karfreitag erinnern Christen an Jesu Tod. An Ostern feiern sie den Glauben, dass Gott Jesus auferweckt hat. Deshalb verbindet die christliche Überlieferung Trauer mit Hoffnung.

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Frage 1 von 1MittelWelche Reihenfolge ist richtig?
Lösung: Gründonnerstag – Karfreitag – Karsamstag – Ostern — Auf das letzte Abendmahl am Gründonnerstag folgen Karfreitag, Grabesruhe am Karsamstag und Ostern.
Was erzählt die Passionsgeschichte?

Die Passion ist die Erzählung vom Leiden und Sterben Jesu. Alle vier biblischen Evangelien berichten darüber. Einzelheiten können unterschiedlich gewichtet sein, doch der grundlegende Ablauf stimmt überein.

Nach der biblischen Erzählung wird Jesus von Judas verraten und gefangen genommen. Er betet zuvor im Garten Gethsemane. Danach wird er verhört, vor den römischen Statthalter Pontius Pilatus gebracht, zum Tod verurteilt und außerhalb Jerusalems gekreuzigt. Eine Dornenkrone dient dabei dem Spott.

Durch diese Erzählung wurde das Kreuz zum zentralen Zeichen des Christentums. Es erinnert an Gewalt und Leiden, wird im Zusammenhang mit Ostern aber auch als Zeichen der Hoffnung und Erlösung verstanden.

Gut zu wissen

Die Passionsgeschichte wurde in der Vergangenheit missbraucht, um Jüdinnen und Juden gemeinsam für Jesu Tod verantwortlich zu machen. Diese pauschale Schuldzuweisung ist falsch und führte zu christlichem Antijudaismus. Die katholische und die evangelische Kirche lehnen Antijudaismus heute ausdrücklich ab.

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Frage 1 von 2LeichtWas bedeutet der Begriff Passion in diesem Zusammenhang?
Lösung: Das Leiden und Sterben Jesu — Die Passionsgeschichte umfasst die Vorgeschichte der Kreuzigung, Jesu Leidensweg und seinen Tod.
Frage 2 von 2SchwerEine Darstellung behauptet: „Das jüdische Volk war schuld an Jesu Tod.“ Wie ist diese Aussage zu beurteilen?
Lösung: Sie ist eine falsche pauschale Schuldzuweisung und muss zurückgewiesen werden. — Pauschale Schuldzuweisungen förderten Antijudaismus. Verantwortlichkeiten in einer Erzählung dürfen nicht auf alle Jüdinnen und Juden übertragen werden.
Welche Bedeutung hat Jesu Tod für Christen?

Viele Christinnen und Christen finden im Kreuz Trost, weil es zeigt: Gott bleibt menschlichem Leid nicht fern. Die Auferweckung Jesu bedeutet für sie, dass Gewalt und Tod nicht das letzte Wort haben.

Eine verbreitete Deutung nennt Jesu Tod Sühne oder Versöhnung. Danach nimmt Jesus die Sünde der Menschen auf sich und eröffnet die Versöhnung mit Gott.

Definition

Sünde

Sünde bezeichnet in christlicher Sprache nicht nur einzelne falsche Taten. Gemeint sein kann auch eine gestörte Beziehung zu Gott und zu anderen Menschen.

Definition

Erlösung

Erlösung meint die Befreiung aus der Trennung von Gott, aus Schuld und aus der Macht von Gewalt und Tod.

Nicht alle Christinnen und Christen erklären diese Begriffe gleich. Besonders umstritten ist die Vorstellung, Gott habe ein Opfer oder eine Strafe verlangt. Andere Deutungen betonen stärker Gottes Nähe zu Leidenden, die Entlarvung menschlicher Gewalt oder die Hoffnung auf Versöhnung.

Beispiel

Die Aussage „Das Kreuz zeigt, dass Gott Leid kennt“ und die Aussage „Jesus trägt stellvertretend die Sünde der Menschen“ sind zwei verschiedene Deutungen. Beide beziehen sich auf Jesu Tod, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte: Nähe im Leiden oder Versöhnung von Gott und Mensch.

Merke

Eine religiöse Deutung erklärt, welche Bedeutung ein Ereignis für Glaubende hat. Sie ist nicht dasselbe wie eine bloße Beschreibung des Ereignisablaufs.

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Frage 1 von 2MittelWelche Aussage unterscheidet Beschreibung und Deutung richtig?
Lösung: „Jesus wurde gekreuzigt“ beschreibt das Geschehen; „Das Kreuz steht für Gottes Nähe im Leid“ deutet seine Bedeutung. — Die Beschreibung sagt, was geschieht. Die Deutung fragt, was dieses Geschehen für Glaubende bedeutet.
Frage 2 von 2SchwerWarum sollte man nicht behaupten, es gebe nur eine einzige christliche Erklärung des Kreuzestodes?
Lösung: Weil mehrere Erlösungsdeutungen bestehen und besonders die Opfer- und Strafvorstellung umstritten ist. — Christliche Traditionen verbinden das Kreuz unter anderem mit Versöhnung, Gottes Nähe im Leid und Hoffnung. Ihre Erklärungen setzen unterschiedliche Schwerpunkte.
Wie wird Karfreitag begangen?

Viele Gottesdienste sind bewusst schlicht. Glocken und Orgel können schweigen, Schmuck und Kerzen können fehlen, und Taufen oder Trauungen finden meist nicht statt. Manche Gottesdienste beginnen gegen 15 Uhr, der überlieferten Todesstunde Jesu. In einigen katholisch geprägten Gegenden ersetzen Ratschen oder Klappern das Glockengeläut.

Auch Kirchenmusik kann Teil des Gedenkens sein. Passionsmusik erzählt und deutet Jesu Leidensgeschichte. Manche Gläubige nehmen außerdem an Prozessionen teil oder erinnern im Gebet an Menschen, die heute unter Krieg und Gewalt leiden.

Evangelische und katholische Gemeinden setzen unterschiedliche Akzente:

  • In evangelischen Gemeinden kann am Karfreitag Abendmahl gefeiert werden.
  • In der katholischen Kirche gehört der Tag zu einer zusammenhängenden Feier von Leiden, Tod und Auferstehung vom Gründonnerstag bis zur Osternacht. Am Karfreitag wird keine Eucharistie gefeiert; bereits zuvor konsekrierte Hostien können ausgeteilt werden.

Karfreitag ist in Deutschland außerdem ein gesetzlicher stiller Feiertag. Je nach Bundesland gelten Einschränkungen etwa für öffentliche Tanz-, Musik-, Markt- oder Sportveranstaltungen. Die genauen Regeln sind nicht überall gleich und werden gesellschaftlich diskutiert.

Beispiel

Das Schweigen der Kirchenglocken ist religiöse Praxis. Ein gesetzliches Verbot einer öffentlichen Tanzveranstaltung ist dagegen eine staatliche Ruhebestimmung. Beides hängt mit der Stille des Tages zusammen, darf aber nicht verwechselt werden.

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Frage 1 von 2MittelWelche Aussage unterscheidet Brauch und Gesetz richtig?
Lösung: Der Verzicht auf Altarschmuck ist religiöse Praxis; Veranstaltungsbeschränkungen beruhen auf Landesrecht. — Religiöse Gemeinschaften gestalten Gottesdienste selbst. Staatliche Ruhebestimmungen werden durch die Bundesländer geregelt und können sich unterscheiden.
Frage 2 von 2SchwerEine katholische und eine evangelische Gemeinde gestalten den Tag verschieden. Was folgt daraus?
Lösung: Beide können an Jesu Tod erinnern, obwohl ihre Gottesdienstformen unterschiedliche Akzente setzen. — Konfessionelle Unterschiede heben die gemeinsame Erinnerung an Jesu Kreuzigung nicht auf.
Vertiefung: Ist Karfreitag der höchste evangelische Feiertag?

Die Behauptung „Karfreitag ist der höchste evangelische Feiertag“ ist zu pauschal. In evangelischer Theologie besitzt das Kreuz zwar besonderes Gewicht: Gott wird gerade in Schwäche, Leiden und Ohnmacht gesucht. Karfreitag wurde deshalb in protestantischen Gebieten stark hervorgehoben.

Trotzdem lässt sich das Kreuz nicht von Ostern trennen. Erst die Auferweckung erschließt im christlichen Glauben die Hoffnung, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Deshalb gilt Ostern als höchstes Fest der Christenheit.

Auch im Katholizismus ist Karfreitag zentral. Er wird stärker als Teil einer großen Feier von Leiden, Tod und Auferstehung verstanden. Die einfache Gegenüberstellung „evangelisch gleich Karfreitag, katholisch gleich Ostern“ führt daher in die Irre.

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Frage 1 von 1SchwerWelche Beurteilung ist am genauesten?
Lösung: Karfreitag wird evangelisch besonders gewichtet, doch beide großen Konfessionen verbinden Kreuz und Ostern. — Unterschiede in Theologie und Gottesdienst bestehen, aber Kreuzigung und Osterhoffnung gehören in beiden Konfessionen zusammen.
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Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Karfreitag
    • erinnert an Jesu Leiden, Kreuzigung und Tod
    • steht in der Karwoche zwischen Gründonnerstag und Karsamstag
    • verbindet Trauer mit der Hoffnung von Ostern
    • wird durch stille Gottesdienste und unterschiedliche Bräuche begangen
    • ist in Deutschland ein gesetzlicher stiller Feiertag
    • wird theologisch und konfessionell unterschiedlich gedeutet
Abschluss-Check
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Frage 1 von 4LeichtWelche Kurzdefinition trifft den Karfreitag?
Lösung: Christlicher Gedenktag an Jesu Leiden, Kreuzigung und Tod — Karfreitag liegt vor Ostern und gehört zum Gedenken an Jesu Passion.
Frage 2 von 4MittelWarum ist die Aussage „Karfreitag ist nur traurig“ unvollständig?
Lösung: Weil die Erinnerung an Jesu Tod im christlichen Glauben mit der Osterhoffnung verbunden ist. — Der Tag nimmt Leiden und Tod ernst, ohne sie als endgültigen Sieg zu verstehen.
Frage 3 von 4MittelWelche Beobachtung ist eine staatliche Regel und kein kirchlicher Brauch?
Lösung: Öffentliche Tanzveranstaltungen können durch Landesrecht eingeschränkt sein. — Staatliche Ruhebestimmungen beruhen auf Feiertagsgesetzen der Bundesländer. Gottesdienstformen werden von den Religionsgemeinschaften gestaltet.
Frage 4 von 4SchwerJemand sagt: „Wenn Christen Jesu Tod deuten, meinen alle genau dasselbe.“ Welche Antwort passt zum Wiki?
Lösung: Es gibt verschiedene Deutungen, etwa Versöhnung, Gottes Nähe im Leid und Hoffnung gegen Gewalt und Tod. — Die Deutungen teilen den Bezug auf Jesu Tod, setzen aber unterschiedliche Vorstellungen von Gott, Mensch, Schuld und Erlösung voraus.

Du hast den Kern verstanden, wenn du Karfreitag weder als bloßen Trauertag noch als isoliertes Ereignis erklärst: Er erinnert an Jesu Kreuzigung, gehört zur Karwoche und erhält seine christliche Hoffnungsperspektive durch Ostern.

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