Wenn du jemandem hilfst, kann sich das gut anfühlen und eure Beziehung stärken. Wenn du einen Mitschüler absichtlich verletzt, bleiben oft Ärger und Folgen zurück. Mit solchen Zusammenhängen beschäftigt sich die religiöse Vorstellung von Karma.
- Du erklärst, was Karma bedeutet.
- Du unterscheidest Karma von Strafe und Schicksal.
- Du beschreibst Unterschiede zwischen Hinduismus und Buddhismus.
Handlungen hinterlassen Spuren
Karma ist eine religiöse Vorstellung aus Indien. Das Wort bedeutet ursprünglich Handlung oder Tat. Gemeint ist: Bewusste Handlungen, Worte und Gedanken haben Folgen. Diese Folgen prägen nach dieser Vorstellung dein Leben und können auch über ein Leben hinaus wirken.
Dabei zählt nicht nur, was jemand tut. Wichtig ist auch die Absicht, also der Grund oder das Ziel hinter einer Handlung. Hilfst du jemandem ehrlich, ist das etwas anderes, als wenn du nur Lob dafür bekommen möchtest.
Du siehst, dass ein Kind seine Hefte fallen lässt. Du sammelst sie auf, weil du helfen willst. Nach der Karma-Vorstellung kann diese gute Absicht dein Handeln positiv prägen.
Wenn du dagegen jemandem absichtlich ein Bein stellst, kann das Leid, Streit und Schuldgefühle auslösen. Auch das gehört zu den Folgen einer Handlung.
Karma beschreibt Folgen von bewusstem Handeln. Es ist kein Punktestand, den jemand für dich zählt.
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Nicht jeder Rückschlag ist Karma
Im Alltag sagen Menschen manchmal: „Das ist Karma“, wenn jemand nach einer Gemeinheit sofort selbst Pech hat. Das ist eine vereinfachte Verwendung des Wortes.
In religiösen Lehren ist Karma nicht einfach eine schnelle Strafe. Es ist auch kein unsichtbarer Richter, der Menschen belohnt oder bestraft. Viele Bedingungen wirken auf das Leben ein: andere Menschen, Zufälle, Natur und gesellschaftliche Verhältnisse.
Darum darf man aus Karma niemals schließen, ein Mensch sei selbst schuld an Krankheit, Armut, Gewalt oder einem Unglück. Wer Leid erlebt, braucht Hilfe und Schutz, keine Schuldzuweisung.
Karma bedeutet nicht Schicksal. Schicksal wäre etwas, das unveränderlich feststeht. Die Karma-Lehren betonen dagegen auch Verantwortung für neue Entscheidungen.
Karma und Wiedergeburt im Hinduismus
Der Hinduismus ist eine vielfältige Religionsgemeinschaft, die vor allem in Indien entstanden ist. In vielen hinduistischen Traditionen gehört Karma zum Samsara. Samsara bezeichnet den Kreislauf von Tod und Wiedergeburt.
Viele Hindus glauben: Handlungen beeinflussen, unter welchen Bedingungen ein Lebewesen wiedergeboren wird. Das Ziel heißt Moksha. Moksha bedeutet Befreiung aus dem Kreislauf der Wiedergeburten.
Für das Handeln ist auch Dharma wichtig. Dharma meint vereinfacht eine religiöse und moralische Ordnung sowie Pflichten, die zu einer Situation und einem Leben passen. Wie Dharma genau verstanden wird, ist in den vielen hinduistischen Traditionen unterschiedlich.
Jemand verspricht, auf ein jüngeres Geschwister aufzupassen. Er hält das Versprechen auch dann, wenn es gerade unbequem ist. In vielen hinduistischen Sichtweisen kann ein verantwortliches Handeln zum Dharma passen und gute Folgen haben.
Im Hinduismus wird Karma oft mit Wiedergeburt verbunden. Gute Taten sind dabei nicht bloß ein Trick für eine Belohnung, sondern sollen verantwortliches Leben fördern.
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Karma im Buddhismus
Der Buddhismus ist eine Religion und Lebenslehre, die auf Siddhartha Gautama, den Buddha, zurückgeht. Auch im Buddhismus haben Handlungen Folgen. Besonders wichtig ist dabei die Absicht.
Buddhistinnen und Buddhisten achten auf Handlungen des Körpers, der Sprache und des Denkens. Hass, Gier und Unwissenheit können nach buddhistischer Lehre Leid verstärken. Freundlichkeit, Mitgefühl und Klarheit können helfen, Leid zu verringern.
Das Ziel wird Nirwana genannt. Nirwana bedeutet Befreiung von Leid und von dem Kreislauf, der immer neues Leid hervorbringt. Karma wird im Buddhismus nicht überall genau gleich erklärt. Doch die Frage nach der Absicht spielt eine wichtige Rolle.
Du ärgerst dich über eine schlechte Note. Du könntest einen Freund beleidigen. Stattdessen atmest du kurz durch und sagst ehrlich, dass du enttäuscht bist. Die Situation wird nicht sofort leicht, aber du erzeugst weniger neuen Streit.
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Verantwortung statt Angst
Karma kann dazu anregen, vor einer Handlung kurz nachzudenken: Was will ich gerade tun? Wem könnte es helfen oder schaden? Kann ich einen Fehler wieder gutmachen?
Das bedeutet nicht, dass du immer perfekt handeln musst. Menschen machen Fehler. Verantwortung kann heißen, sich zu entschuldigen, Schaden zu begrenzen und es beim nächsten Mal besser zu versuchen.
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Zusammenfassung
Karma ist die Vorstellung, dass bewusste Taten, Worte und Gedanken Folgen haben. Im Hinduismus und Buddhismus ist Karma jeweils mit weiteren Lehren verbunden, zum Beispiel mit Wiedergeburt, Befreiung und Verantwortung. Karma ist weder ein schneller Racheautomat noch eine Begründung dafür, Menschen für ihr Leid verantwortlich zu machen.
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