Moschee: Aufbau, Gebet und Gemeindeleben
Eine Moschee ist ein Ort, an dem Musliminnen und Muslime gemeinsam beten und sich als Gemeinde treffen. Sie kann ein großer Kuppelbau sein, aber auch ein schlichter Raum ohne Minarett.
Du lernst, welche Aufgaben eine Moschee erfüllt, wie ein Gebetsraum geordnet ist und warum Moscheen unterschiedlich aussehen.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Was macht einen Ort zur Moschee?
Das Wort Moschee geht auf das arabische Wort Masdschid zurück. Es bedeutet „Ort der Niederwerfung“. Die Niederwerfung ist eine Gebetshaltung, bei der die Stirn den Boden berührt.
Im Mittelpunkt steht nicht eine bestimmte Bauform, sondern das gemeinsame Gebet. Deshalb können auch ein Hinterhofraum, eine ehemalige Lagerhalle oder ein schlichtes Gemeindehaus als Moschee dienen.
Moschee
Eine Moschee ist ein muslimischer Gebets- und Versammlungsort. Ihr Zentrum ist ein sauberer Gebetsraum mit erkennbarer Gebetsrichtung.
Kuppel und Minarett können zu einer Moschee gehören, sind aber keine notwendigen Erkennungsmerkmale.
Wie ist der Gebetsraum geordnet?
Der Gebetsraum ist meist mit Teppich ausgelegt. Die Betenden stehen beim Gemeinschaftsgebet in Reihen hinter der Person, die das Gebet leitet. Diese Person wird Imam genannt.
Alle richten sich zur Kaaba in Mekka aus. Diese Gebetsrichtung heißt Qibla. Sie ist nicht überall einfach „Osten“, denn die Richtung hängt vom Standort der Moschee ab.
Mihrab
Der Mihrab ist die Gebetsnische an der Qibla-Wand. Er zeigt die Gebetsrichtung und kennzeichnet den Platz des Imams vor der Gemeinde. Wo es keinen Mihrab gibt, kann die Qibla auch anders markiert sein.
Seine meist gewölbte Form kann außerdem dazu beitragen, die Stimme in den Raum zurückzuwerfen.
Du betrittst einen unbekannten Gebetsraum. An einer Wand erkennst du eine deutlich gestaltete Nische. Davor ist Platz für den Imam, dahinter können sich die Betenden in Reihen aufstellen.
Die Nische ist der Mihrab. Sie hilft der Gemeinde, sich gemeinsam in Richtung der Kaaba auszurichten.
Welche Aufgaben haben Minbar und Minarett?
Der Minbar ist eine Kanzel mit Stufen. In einer Freitagsmoschee wird von dort die Freitagspredigt gehalten. Er steht gewöhnlich an der Qibla-Wand in der Nähe des Mihrabs.
Das Minarett ist ein Turm, der traditionell mit dem Gebetsruf verbunden ist. Der Gebetsrufer heißt Muezzin. Heute wird der Ruf vielerorts technisch übertragen oder das Minarett hat vor allem eine sichtbare und symbolische Funktion.
Moscheen können ohne Minarett bestehen. Auch der Minbar gehört vor allem zu Moscheen, in denen die entsprechende Gemeinschaftspredigt stattfindet.
Ein kleiner Gebetsraum besitzt einen Teppich und eine markierte Gebetsrichtung, aber weder Minbar noch Minarett. Er kann trotzdem eine Moschee sein: Die für das Gebet entscheidende räumliche Orientierung ist vorhanden.
Wie verhältst du dich beim Besuch respektvoll?
Der Gebetsraum soll sauber bleiben. Deshalb werden die Schuhe normalerweise am Eingang ausgezogen und in einem Regal oder Vorraum abgelegt. Viele Betende führen vor dem Gebet eine rituelle Waschung durch. Dafür gibt es häufig Waschgelegenheiten.
Während eines Gebets solltest du ruhig sein und nicht direkt vor einer betenden Person vorbeigehen. Kleidung sollte sauber und angemessen bedeckend sein. Die genauen Besuchsregeln und die Zugänglichkeit während der Gebetszeiten können sich von Gemeinde zu Gemeinde unterscheiden.
Frauen und Männer können in getrennten Bereichen, hintereinander oder in verschiedenen Räumen beten. Die räumliche Gestaltung ist nicht in jeder Moschee gleich.
Du besuchst mit deiner Klasse eine Moschee. Am Eingang siehst du Schuhregale, im Gebetsraum findet gerade ein Gebet statt.
Du ziehst deine Schuhe aus, sprichst leise und wartest, bis dir gezeigt wird, wo die Gruppe stehen oder sitzen kann. Damit schützt du die Sauberkeit und störst das Gebet nicht.
Warum ist eine Moschee mehr als ein Gebetsraum?
Viele Moscheen sind zugleich Gemeindezentren. Dort können Menschen lernen, miteinander sprechen und gemeinsame Ereignisse begehen. Je nach Gemeinde gibt es zum Beispiel Unterrichts-, Beratungs- oder Begegnungsräume sowie Angebote für Kinder und Jugendliche.
Auch Vorträge, Nachhilfe, Gesprächskreise, Hilfsaktionen oder gemeinsames Fastenbrechen können zum Gemeindeleben gehören. Nicht jede Moschee bietet dasselbe an.
In Deutschland entstanden viele Gemeinden zunächst in gemieteten Hinterhöfen, Lager- oder Fabrikhallen. Als Gemeinden dauerhaft blieben und wuchsen, wurden teilweise größere und von außen sichtbare Moscheen gebaut. Schlichte Gebetsräume und repräsentative Neubauten bestehen bis heute nebeneinander.
Die Architektur einer Moschee hängt von Region, Geschichte, verfügbaren Materialien und den Bedürfnissen der Gemeinde ab. Es gibt deshalb keinen weltweit einheitlichen Moscheestil.
Eine Verallgemeinerung prüfen
Aussage: „Echte Moscheen haben immer eine Kuppel, ein Minarett und sehen überall ähnlich aus.“
Die Aussage ist falsch. Kuppeln und Minarette sind verbreitete Bauformen, aber nicht zwingend. Ein Gegenbeispiel ist eine Hinterhofmoschee mit Gebetsraum und markierter Qibla, jedoch ohne Turm und Kuppel.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Moschee
- gemeinsames Gebet und Besinnung
- Qibla zeigt zur Kaaba in Mekka
- Mihrab markiert Richtung und Platz des Imams
- Minbar dient der Predigt
- Minarett ist traditionell mit dem Gebetsruf verbunden
- Sauberkeit und Rücksicht prägen den Besuch
- Gemeinde ermöglicht Lernen und Begegnung
- Architektur unterscheidet sich nach Ort und Geschichte
Abschluss-Check
Du kannst eine Moschee nun an ihrer Funktion statt nur an ihrem Aussehen erkennen: Entscheidend sind der Gebetsraum, die Ausrichtung zur Kaaba und die Nutzung durch die Gemeinde.
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