Pfarrer: Aufgaben, Pastor und Priester erklärt
Eine Pfarrerin oder ein Pfarrer arbeitet für eine christliche Kirche und begleitet eine Gemeinde. Typische Aufgaben sind Gottesdienste, Predigten, Taufen, Trauungen, Konfirmationen, Trauerfeiern, Unterricht, Seelsorge und Gemeindeleitung. Ob eine Person „Pfarrer“, „Pastor“ oder „Priester“ heißt, hängt jedoch von Kirche, Amt und Region ab.
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Was macht eine Pfarrperson?
Stell dir vor, eine Familie plant eine Taufe, ein Jugendlicher hat eine Glaubensfrage und eine ältere Person wünscht einen Besuch. Eine Pfarrperson kann in allen drei Situationen beteiligt sein. Ihr Beruf verbindet mehrere Aufgabenbereiche:
- Gottesdienst und Verkündigung: Sie gestaltet und leitet Gottesdienste, predigt und erklärt den christlichen Glauben.
- Begleitung bei Lebensereignissen: Je nach Kirche wirkt sie zum Beispiel bei Taufe, Trauung, Konfirmation oder Trauerfeier mit.
- Seelsorge: Sie hört Menschen mit Sorgen zu und begleitet sie in schwierigen Lebenslagen.
- Bildung: Sie unterrichtet Kinder, Jugendliche oder Erwachsene in Schule und Gemeinde.
- Leitung und Verwaltung: Sie plant mit anderen das Gemeindeleben und übernimmt Verantwortung für die Gemeinde.
Nicht jede Pfarrperson erledigt jede Aufgabe allein. In einer Gemeinde arbeiten häufig weitere haupt- und ehrenamtliche Menschen mit.
Frau Yilmaz bereitet einen Sonntagsgottesdienst vor. Danach spricht sie mit Angehörigen über eine Trauerfeier und plant mit einem Team den Unterricht für Jugendliche. Das Beispiel zeigt drei Bereiche ihres Berufs: Gottesdienst, Seelsorge und Bildung.
Seelsorge heißt begleiten
Seelsorge ist die persönliche Begleitung von Menschen bei Sorgen, Fragen, Krankheit, Trauer oder wichtigen Entscheidungen. Dabei geht es nicht darum, für die Person einfach zu entscheiden. Zuhören, gemeinsam nach Orientierung suchen und da sein stehen im Mittelpunkt.
Noah ist nach dem Tod seines Großvaters traurig. Im Gespräch hört eine Pfarrerin ihm zu und hilft ihm, Worte für seine Erinnerung und seine Fragen zu finden. Sie kann außerdem mit der Familie eine Trauerfeier vorbereiten. Gespräch und Feier gehören zusammen, sind aber nicht dasselbe.
Pfarrpersonen begleiten Glauben und Leben: öffentlich etwa im Gottesdienst und persönlich etwa in der Seelsorge.
Warum heißen Pfarrpersonen unterschiedlich?
Eine Konfession ist eine christliche Glaubensrichtung, zum Beispiel evangelisch oder katholisch. Die Wörter Pfarrer, Pastor und Priester sind nicht überall austauschbar. Drei Fragen helfen bei der Unterscheidung:
- Zu welcher Kirche gehört die Person? Evangelische und katholische Kirchen ordnen ihre Ämter unterschiedlich.
- Welche Aufgabe oder welches Amt hat sie? Eine Weihe, ein übertragenes Leitungsamt und eine Tätigkeit in der Seelsorge sind nicht dasselbe.
- Welche Bezeichnung ist regional üblich? „Pastor“ kann je nach Gegend, Kirche und Zusammenhang Titel, Berufsbezeichnung oder Anrede sein.
| Bezeichnung | Was du sicher sagen kannst | Wichtige Grenze |
|---|---|---|
| Pfarrerin/Pfarrer | Die Person hat ein kirchliches Pfarramt oder wird entsprechend bezeichnet. | Die genauen Rechte und Aufgaben hängen von der Kirche ab. |
| Pastorin/Pastor | Das Wort hängt mit dem lateinischen Wort für „Hirte“ zusammen und wird für Menschen im kirchlichen Gemeindedienst gebraucht. | Der Gebrauch unterscheidet sich nach Region und Kirche. |
| Priester | In der katholischen Kirche bezeichnet das Wort einen Menschen mit Priesterweihe. | Nicht jeder Priester leitet eine Pfarrei und ist deshalb Pfarrer. |
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In der katholischen Kirche ist ein Pfarrer immer auch . Aber nicht jeder Priester ist automatisch , denn das Pfarramt muss eigens übertragen werden. Die Bezeichnung „“ kann regional unterschiedlich gebraucht werden.
Evangelisch, katholisch und regional
In den deutschen evangelischen Landeskirchen können Frauen und Männer als Pfarrerin oder Pfarrer beziehungsweise Pastorin oder Pastor tätig sein. Sie leiten Gottesdienste, feiern unter anderem Taufen und Abendmahl, begleiten Menschen seelsorglich und können Verantwortung für eine Gemeinde tragen.
In der katholischen Kirche ist ein Pfarrer ein Priester, dem die Leitung einer Pfarrei übertragen wurde. Ein anderer Priester kann zum Beispiel in der Pfarrseelsorge, in einem Krankenhaus oder in der Verwaltung arbeiten, ohne Pfarrer einer Pfarrei zu sein. Das katholische Priester- und Pfarramt ist Männern vorbehalten.
Vertiefung: Amt, Titel und Anrede
Diese drei Ebenen können auseinanderfallen:
- Amt: die offiziell übertragene Aufgabe, zum Beispiel Pfarrer oder Pfarrvikar;
- Titel: eine kirchliche oder regionale Bezeichnung, zum Beispiel Pastor oder Kaplan in bestimmten Zusammenhängen;
- Anrede: das Wort, mit dem Menschen die Person im Alltag ansprechen.
Eine einfache Regel wie „evangelisch heißt es Pastor, katholisch Pfarrer“ ist deshalb falsch. Auch „im Norden immer Pastor, im Süden immer Pfarrer“ ist zu grob. Der Sprachgebrauch unterscheidet sich regional sogar innerhalb einer Konfession.
Ein katholischer Geistlicher kann der Weihe nach Priester, dem Amt nach Pfarrvikar und dem regionalen Titel nach Pastor sein. Wird er im Alltag mit seinem Familiennamen angesprochen, kommt noch eine andere Anrede hinzu. Die Wörter widersprechen sich nicht: Sie beantworten verschiedene Fragen.
So unterscheidest du einen neuen Fall
Wenn du einer unbekannten Bezeichnung begegnest, gehe in vier Schritten vor:
- Kontext klären: Ist von einer evangelischen, katholischen oder einer anderen christlichen Kirche die Rede?
- Tätigkeit prüfen: Leitet die Person eine Pfarrei, arbeitet sie in einer Gemeinde oder wird nur ihre Weihe genannt?
- Ebene bestimmen: Handelt es sich um Weihe, Amt, Titel oder Anrede?
- Vorsichtig formulieren: Sage nur, was die Angaben belegen. Fehlt der Kontext, frage nach, statt aus „Pastor“ oder „Pfarrer“ vorschnell die Konfession abzuleiten.
Fall: „Herr Becker ist katholischer Priester und arbeitet als Seelsorger im Krankenhaus.“
Sicher: Er ist Priester und in der Krankenhausseelsorge tätig. Nicht sicher: Ob er zugleich das Amt eines Pfarrers hat. Dafür fehlt eine Angabe über die Übertragung eines Pfarramts. Die passende Rückfrage lautet: „Wurde ihm eine Pfarrei oder ein anderes Pfarramt übertragen?“
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Alles auf einen Blick
- Pfarrer und verwandte Bezeichnungen
- Aufgaben: Gottesdienst, Verkündigung, Seelsorge, Bildung, Leitung
- Kontext: evangelische oder katholische Kirche
- Ebenen: Weihe, Amt, Titel, Anrede
- Pfarrer katholisch: Priester mit übertragenem Pfarramt
- Pastor: regional unterschiedlicher Gebrauch
- Prüfen: Kontext klären und nur Belegtes sagen
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